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Star Wars: Battlefront 2 - Belgien erklärt Lootboxen zu Glücksspiel und strebt Verbot an

Die Belgische Gaming-Kommission hat Lootboxen für echtes Geld offiziell zum Glückspiel erklärt. Auch in Hawaii möchte die Politik dagegen vorgehen.

von Maximilian Franke,
22.11.2017 10:45 Uhr

EA hat mit umstrittenen Lootboxen auch auf politischer Ebene für Wirbel gesorgt. EA hat mit umstrittenen Lootboxen auch auf politischer Ebene für Wirbel gesorgt.

Lootboxen, die für echtes Geld zu kaufen sind, stehen schon länger in der Kritik. Auch auf politischer Ebene setzen sich die ersten Staaten mit der Frage auseinander, ob es sich dabei um eine Form von Glücksspiel handelt, die reguliert werden müsste. Mit dem Release von Star Wars: Battlefront 2 erreichte die Debatte ihren bisherigen Höhepunkt.

Letzte Woche berichteten wir davon, dass auch Belgien sich der Monetarisierung in Star Wars: Battlefront 2 und Overwatch zuwandte. EA reagierte daraufhin mit einem Statement, dass sich gegen diesen Vorwurf ausspricht. Nun ist die Entscheidung in Belgien gefallen: Lootboxen für echtes Geld sind Glücksspiel.

Mehr: Lootboxen - Prominenter YouTube fordert Einschreiten des Jugendschutzes

Der belgische Justizminister Koen Geens gab in einem Interview mit VTM News bekannt, dass er nun gegen diese Form der Monetarisierung vorgehen möchte. Er strebt sogar ein Verbot an (via pcgamer).

"Der Mix von Geld und Sucht ist Glücksspiel. Die Verbindung von Glückspiel und Gaming ist, besonders in jungen Jahren, gefährlich für das seelische Wohl des Kindes. [...] Wir werden entschieden versuchen, es zu verbieten."

Damit meint er dem Bericht nach nicht nur ein Verbot in Belgien, sondern auf europäischer Ebene. Dieses Verbot würde dann alle Mikrotransaktionen betreffen, bei denen der Käufer nicht weiß, was er erhalten wird.

Weitere Staaten fordern Regulierungen

Auch in Hawaii hat sich der Politiker Chris Lee deutlich gegen Lootboxen ausgesprochen. In einem Statement, was momentan auf YouTube zu finden ist, sagt er dem "räuberischen Verhalten" den Kampf an. Dabei bezieht er sich direkt auf Star Wars: Battlefront 2.

Als kleiner Staat der USA wird es Hawaii zwar recht schwer haben, aber Lee ermutigt die Bevölkerung zur Untertützung seines Vorhabens. Eine strengere Regulierung sei mit Hilfe anderer US-Staaten ein realistisches Ziel.

Der US-Jugendschutz ESRB hat sich vor kurzem bereits dagegen ausgesprochen, Lootboxen als Glückspiel zu werten. Damit dürfen auch weiterhin Minderjährige Geld für zufällige Items ausgeben.

In Großbritannien gibt es ebenfalls die ersten Diskussionen im Parlament, die sich mit der Regulierung von Lootboxen auseinandersetzen.

Inwiefern die verschiedenen Versuche erfolgreich sind, oder welche Auswirkungen wir zu erwarten haben, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Immerhin tut sich aber etwas und das nicht nur auf Reddit.


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