Uncharted - Schöpferin Amy Henning wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet

Bei den Game Developers Choice Awards im nächsten Jahr erhält Nathan Drake-Erfinderin Amy Henning einen Preis für ihr Lebenswerk und spricht in einem Interview über den Preis, Star Wars Visceral und die Folgen von Crunch.

von Ann-Kathrin Kuhls,
13.12.2018 12:00 Uhr

Bis auf den vierten Teil war Amy Hennings ein wichtiger Bestandteil des Uncharted-Teams. Bis auf den vierten Teil war Amy Hennings ein wichtiger Bestandteil des Uncharted-Teams.

Wenn die Game Developers Choice Awards am 20. März 2019 stattfinden, wird Amy Henning dort für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden. Das erklärten die Organisatoren der Preisverleihung kürzlich.

Während die meisten Amy Henning vor allem als Schöpferin der Uncharted-Reihe kennen, ist die Entwicklerin bereits seit über 30 Jahren in der Industrie unterwegs und arbeitete schon 1989 an dem Atari Lynx-Spiel ElectroCop mit.

Außerdem war sie Design Manager für Blood Omen: Legacy of Kain sowie Director und Writer für alle anderen Teile und Spin-Offs der Reihe: Legacy of Kain: Soul Reaver (das es bei uns in die Liste der 25 besten PS1-Spiele aller Zeiten geschafft hat), Soul Reaver 2 und Legacy of Kain: Defiance.

Legacy of Kain war einer von Amy Hennings ersten großen Erfolgen.Legacy of Kain war einer von Amy Hennings ersten großen Erfolgen.

Vor Uncharted war sie als Director an der Entstehung von Jak 3 beteiligt, nach der sie sich dann komplett der Welt von Nathan Drake widmete und mit der Uncharted-Reihe einige der prägendsten Titel für die PlayStation erschuf.

Zuletzt hatte sie die Position als Creative Director bei einem noch namenlosen Star Wars-Spiel inne, das von Visceral Games entwickelt werden sollte. Als das Studio jedoch geschlossen wurde, war damit auch das Ende des Titels besiegelt.

Versöhnliche Töne

In einem Interview mit Game Daily (via Gamespot) anlässlich ihrer Nominierung sprach sie übrigens auch über das Star Wars-Projekt und zeigte sich Publisher EA gegenüber versöhnlich. Die Industrie ändere sich gerade unter anderem wegen Überraschungen wie dem Erfolg von Twitch oder PUBG so rapide, dass viele Entwickler und Publisher momentan in einer Art Wartestellung verharrten.

Die unterschiedlichen Wege, mit diesem Wandel umzugehen, sorgten für Unsicherheit und damit auch für interne Spannungen. Ein Spiel wie Uncharted wäre Hennings Meinung nach im aktuellen Industrieumfeld nicht realisierbar gewesen.

Ein Spiel wie Uncharted 3 wäre laut Henning im aktuellen Umfeld keinem Publisher schmackhaft zu machen.Ein Spiel wie Uncharted 3 wäre laut Henning im aktuellen Umfeld keinem Publisher schmackhaft zu machen.

"Ich denke, dass Unsicherheit oft Konflikte hervorruft. Manchmal sind Menschen sich nicht einig, welchen Weg sie einschlagen sollen, was sie wiederum besorgter macht und weniger willens, ein Risiko einzugehen."

Ihrer jahrelangen Erfahrung in der Industrie hat sie auch eine sehr klare Einstellung gegenüber einigen Streitpunkten zu verdanken, zum Beispiel gegenüber den so genannten Crunchtimes.

Verurteilung von Crunch

Während sie verstehen könne, wie es ist, Herzblut in Spiele zu stecken und das Beste herauszuholen, gäbe es durchaus Möglichkeiten, zu lange Arbeitszeiten zu vermeiden. Zum Beispiel, in dem die Spiele an sich wieder kleiner werden oder weniger Geld in CG-Effekte gesteckt wird, wenn das gleiche auch in Echtzeit mit der Unreal- oder Unity-Engine erreicht werden könnte.

Auch wenn man, ähnlich wie bei einer Geburt, den Schmerz und die Anstrengungen beim Anblick des fertigen Produktes vergesse, wären die Langzeitfolgen von Überarbeitung nicht zu leugnen.

"Man kommt an einen Punkt in seinem Leben, an dem sich der Opfer, die man gebracht hat, bewusst wird. Genau wie dem körperlichen Preis, den man mit greifbaren Krankheiten zahlt. Und wenn man das dann bei Kollegen sieht, ist es für mich unethisch, das zu erlauben."

Crunch bei Red Dead Redemption 2 - Videodiskussion: Braucht es 100-Stunden-Arbeitswochen für ein Meisterwerk? 23:00 Crunch bei Red Dead Redemption 2 - Videodiskussion: Braucht es 100-Stunden-Arbeitswochen für ein Meisterwerk?

Was die Zukunft für Amy Hennig bereithält, hat sie noch nicht verraten. Als erste Frau, die den Preis für das Lebenswerk erhält, verfestigt sie jedoch bereits dadurch ihre Bedeutung für die Entwicklerlandschaft. Neben Henning wurden in den vorherigen Jahren übrigens unter anderem auch Hideo Kojima (u.a. Metal Gear Solid-Reihe), Sid Meier (u.a. Civilisation-Reihe) und Warren Spector (u.a. Deus Ex-Reihe) ausgezeichnet.

Wem würdet ihr einen Preis für sein oder ihr Lebenswerk verleihen?


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