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Was bedeutet der geplatzte Spider-Man-Deal eigentlich für die Videospiele?

Disney und Sony Pictures konnten sich nicht einigen und dadurch gerät das Spider-Man-Franchise etwas in Wanken. Die Videospiele sind davon aber nicht betroffen, keine Sorge.

von Hannes Rossow,
21.08.2019 12:24 Uhr

Wenn Sony und Disney sich streiten - bekommen dann auch die Marvel-Videospiele Probleme? Wenn Sony und Disney sich streiten - bekommen dann auch die Marvel-Videospiele Probleme?

Bei vielen Fans des Marvel Cinematic Universes erhitzen sich gerade die Gemüter. Da sich Sony Pictures und Disney nicht erneut über die Filmrechte einigen konnten, wird Tom Hollands Spider-Man wohl aus dem Avengers-Universum gestrichen. Es soll zwar weitere Filme geben, aber die entstehen dann bei Sony und kommen ohne Verweise auf Iron Man, Thor und Co. aus.

Ist Marvel's Spider-Man 2 jetzt plötzlich in Gefahr?

Doch was heißt das eigentlich für all die anderen Spider-Man-Inhalte da draußen - vor allem für die Videospiele? Mit Marvel's Spider-Man, Marvel's Avengers und Marvel: Ultimate Alliance 3 gibt es aktuell gleich drei größere IPs, in denen Spider-Man ganz sicher oder zumindest in der Theorie auftreten könnte. Ist Marvel's Spider-Man 2 jetzt etwa in Gefahr?

Marvel's Spider-Man - Testvideo zum besten Spider-Man-Spiel aller Zeiten 9:12 Marvel's Spider-Man - Testvideo zum besten Spider-Man-Spiel aller Zeiten

Nein, ziemlich sicher nicht. Die naheliegendste Antwort ist, dass einfach alles so bleibt wie es ist und sich der Disput zwischen Disney und Sony allein auf die Filmlizenzen beschränkt. Da Marvel's Spider-Man für PS4 nicht auf der Filmvorlage basiert, sondern eine eigene Interpretation der Comic-Vorlage darstellt, können Insomniac Games und Sony weitermachen wie bisher.

Allgemein muss festgehalten werden, dass es nicht nur um unterschiedliche Medien geht, sondern auch um unterschiedliche Abteilungen:

  • Sony Pictures ist nicht dasselbe wie Sony Interactive Entertainment
  • Marvel Studios ist nicht dasselbe wie Marvel Games.

Dort sind jeweils andere Personen in Verantwortung, die nur für ihre Sparten zuständig sind. Nur weil Sony Pictures einen Deal platzen lässt, hat dies keinen Einfluss auf den Lizenzdeal, den Sony Interactive Entertainment vor drei Jahren mit Marvel Games abgeschlossen hat.

Alles schon in trockenen Tüchern: Darüber hinaus ist es sehr wahrscheinlich, dass die Lizenzfragen für einen eventuellen Release von Marvel's Spider-Man 2 für PS4 und/oder PS5 schon längst geregelt sind. Dasselbe gilt auch für Marvel's Avengers - sollten sich die Gerüchte bestätigen und Spider-Man stößt als spielbarer Superheld zum Avengers-Cast hinzu, dann hätten die rechtlichen Fragen des MCU keinen Einfluss darauf.

Alles gut, außer Disney nimmt's persönlich

Allerdings ist es auch nicht komplett unkompliziert. Auch in Zukunft wird Marvel Games in der Verantwortung stehen, die Lizenzen für Videospielumsetzungen von Marvel Comics-Marken zu vergeben und als Mutterfirma steht Disney über allen Verhandlungen. Ein gewisses Mitspracherecht hat der Konzern sicher doch, wenn es um zukünftige Verträge geht.

In der Theorie wäre es denkbar, dass der geplatzte MCU-Deal für böses Blut zwischen Disney und Sony gesorgt hat. Wer sich in Verschwörungstheorien ergeben möchte, könnte also den Teufel an die Wand malen und behaupten, dass Disney in Zukunft verhindern wird, dass Lizenzrechte an Sony gehen, um so langfristig den Wert der Spider-Man-Marke für Sony zu senken.

Konzerne sind keine kleinen Kinder: Das ist allerdings pure Spekulation und trotz der Tatsache, dass Marvel und Disney derart verbandelt sind, sieht auch Disney schlicht die lukrativen Umsätze von Marvel's Spider-Man und wird keine Anstalten machen, diese Einnahmequelle zu beschränken. Denn damit schaden sie sich nur selbst.

Was haltet ihr von der ganzen Angelegenheit?


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