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Seite 2: Xenoblade Chronicles 3D im Test - Zu wenig Polygone in der Hose

Sterben mit gutem Gewissen

Manchmal kann es jedoch sein, dass wir auch mit der besten Taktik nicht gewinnen können. Viele Gegner, auf die wir treffen, sind gerade am Anfang einfach zu stark für uns.

Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen verlieren wir beim ins Gras beißen jedoch lediglich ein wenig Zeit, weil wir nach dem Ableben mit allen Items und der gesamten Erfahrung einfach am letzten Speicherort wieder auferstehen.

Jeder Gegner hat seine Stärken und Schwächen: Hier müssen wir uns vor den Riesenhörnern in Acht nehmen. Jeder Gegner hat seine Stärken und Schwächen: Hier müssen wir uns vor den Riesenhörnern in Acht nehmen.

Da Speichern zudem jederzeit möglich ist, hält sich der Frust in ebenso angenehmen wie motivierenden Grenzen. Wenn also die eine Taktik nicht funktioniert, gruppiere wir uns einfach neu. Dafür sogar mit mehr Erfahrungspunkten als vorher.

Und da die Umgebung mit Urwäldern, Tropfsteinhöhlen oder neonfarben leuchtenden Pilzen sehr einfallsreich gestaltet ist, macht es auch gar nichts, wenn der Speicherpunkt ein wenig vom Boss entfernt ist. Im Gegenteil. So können wir auf dem Weg sogar noch ein paar Items abgrasen.

Alles in allem ist Xenoblade Chronicles also ein großartiges Rollenspiel, das mit einem klugen Kampfsystem und einer wunderbar komplexen Story aufwartet. Zumindest auf der Wii, für die das Spiel ursprünglich entwickelt wurde.

Reingepfropft

Auf dem New 3DS, für den das Spiel als erster Exklusivtitel erscheint, sieht die Sache ein bisschen anders aus. Wäre Nintendos neuer Handheld ein Schuh, er wäre für Xenoblade Chronicles schlicht zu klein. Der zur Verfügung stehende Bildschirm ist natürlich reduzierter als für die Wii-Version.

Da die Sprechblasen allerdings eine bestimmte Größe haben müssen, um noch erkennbar zu sein, bleibt nicht mehr viel Bildfläche für das eigentliche Spiel übrig. Wenn bei einem Besuch auf dem Markt von links und rechts Dialoge aufploppen, sehen wir vor lauter Sprechblasen den Shulk nicht mehr.

Die Gebiete unterscheiden sich nicht nur in Flora und Fauna, sondern auch in ihren Wetterverhältnissen. Die Gebiete unterscheiden sich nicht nur in Flora und Fauna, sondern auch in ihren Wetterverhältnissen.

Besonders ablenkend sind die Dialogoptionen mit aktiviertem 3D-Modus. Ähnlich schlecht geschrumpft sind die Außenbereiche. Riesige Täler mit extremem Weitblick sind wunderbar. Wenn der Bildausschnitt groß genug ist.

In der New-3D-Version passiert es allerdings viel zu häufig, dass wir filigran designte Feinde einfach nicht sehen können, weil sie mit dem Hintergrund verschmelzen. Der wirkt nämlich noch deutlich verwaschener als bei der bereits nicht gerade knackscharfen Wii-Version.

Eine weiter rausgezoomte Kamera soll das Problem entschärfen, was allerdings massiv auf Kosten der Rollenspielatmosphäre geht. Damit wir unsere Charaktere alle im Blick haben, sind sie so klein geworden, dass wir beispielsweise die Unterschiede zwischen den Rüstungen erraten müssen, denn erkennen können wir sie ganz sicher nicht.

Es sei denn, die Farbe wechselt zufällig mal von grau zu neonpink. In diesem Fall passt das sprichwörtliche Kamel zwar durch Nadelöhr, aber dafür hält es jetzt jeder für ein Meerschweinchen.

Wem der Shulk passt

Die Tastenbelegung hat die Umstellung aufs Hosentaschenformat hingegen grundsätzlich gut überstanden: Während des Kampfes schalten wir ohne Probleme mit dem Steuerkreuz zwischen den Attacken hin und her, und auch die Steuerung mit dem Analog-Stick ist kein Problem.

Eine wichtige Einschränkung gibt es allerdings: Die Kamera folgt unseren Anweisungen mit dem C-Stick jedoch nur sehr widerwillig. Zwar können wir unterwegs mit einer der Schultertasten die Sicht anpassen, im Kampf nützt uns das aber wenig. Während wir vor dem Monster ausweichen, wollen wir es ja schließlich im Auge behalten.

Systemvergleich: So sieht die Wii-Version aus... Die Wii-Version ist zwar kein Augenschmaus ...

und so die New-3DS-Fassung ... auf dem New 3DS sind die Charaktere aber deutlich polygonärmer.

Also müssen wir mit dem Daumen von den Aktionstasten runter auf den C-Stick, anstatt beides gleichzeitig bedienen zu können. Eine zu motivierte Bewegung des kleinen grauen Nöppels führt dann oft dazu, dass wir mitten im Kampf auf den Boden oder in den Himmel starren, aber keinesfalls auf den Gegner.

Alles in allem ist es nicht zu übersehen, dass das Spiel eindeutig auf der Heimkonsole zu Hause ist. Der kleine Bildschirm erschwert die Übersicht, und die ungemütliche Kamerasteuerung macht das Ganze nicht viel besser.

Vor allem, wenn wir vorher die Wii-Version gespielt haben, fällt die Grafik unangenehm auf. Darunter leidet letzten Endes auch der Spielspaß. Xenoblade Chronicles 3D bleibt jedoch ein tolles Rollenspiel: Kampfsystem, Story und Spielwelt reißen nach wie vor mit.

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