Assassin's Creed: Ubisoft und Co. kehren Social Stealth den Rücken, weil's zu teuer ist

Ubisoft legte mit Assassin's Creed 1 und 2 die Grundlage für große Mengen an NPCs, in denen der Spieler verschwinden kann. Nur nutzt diese Spielmechanik kaum noch ein AAA-Game.

von Jonathan Harsch,
09.04.2021 18:00 Uhr

Erst ein Bad in der Menge und anschließend ein Blutbad auf der Bühne. Erst ein Bad in der Menge und anschließend ein Blutbad auf der Bühne.

Patrice Désilets war Director von Prince of Persia: The Sands of Time und maßgeblich beteiligt an der Entwicklung von Assassin's Creed. In einem Interview mit PC Gamer äußerte sich der Chef von Panache Digital Games über die Revolution von Social Stealth im ersten AC und sein neues Projekt Amsterdam 1666, das als geistiger Nachfolger von Assassin's Creed 2 gilt.

Darum war Assassin's Creed so einzigartig

Das erste Assassin's Creed bekam eine Menge Lob, musste aber auch eine Menge Kritik einstecken. Dessen ist sich Patrice Désilets bewusst und er ist sogar stolz darauf. Was seiner Meinung nach damals viele unterschätzten, war die Spielmechanik des Social Stealth. Ubisoft verwendete eine Menge Zeit und Ressourcen darauf, so viele NPCs auf den Bildschirm zu bringen, die sich auch noch realistisch verhalten.

Social Stealth ist zu aufwendig: Laut Désilets ist das auch der Grund, warum wir heute Social Stealth kaum noch in Titeln großer Publisher sehen:

"Es war einzigartig und anders und nicht einfach hinzubekommen. Vielleicht wurde es durch etwas ersetzt, das trendiger ist. Wir reden über AAA, und bei AAA geht es um Geld. Es kostet eine Menge Geld, also musst du dir sicher sein, dass es viele Leute auch mögen werden. Deswegen sagen Entwickler wohl auch, 'Wir machen lieber Hack'n'Slash und NPCs werden da sein, aber sie werden nicht die Hauptattraktion sein'. Das ist eine Schande. Wir waren damals an etwas dran."

Seit Assassin's Creed Origins geht die Serie deutlich mehr in Richtung Rollenspiel. Die Schleichmechaniken wurden nach unten geschraubt, was auch und vor allem für das Verstecken in großen Menschenmengen gilt. Dieser Trend begann bereits mit AC 3, als Désilets schon nicht mehr bei Ubisoft war.

Amsterdam 1666 ist das eigentliche Assassin's Creed 3

Amsterdam 1666 sollte ursprünglich unter Ubisoft, als Assassin's Creed 3, und später unter dem bekannten Titel bei THQ entwickelt werden. Aber daraus wurde bekanntlich nichts. Jetzt möchte es Désilets mit Panache noch einmal versuchen. Aber natürlich ist ihm bewusst, dass er das alte Konzept mit dem relativ kleinen Studio nicht wird aufrecht erhalten können. Ob das auch für Social Stealth gilt, möchte der Entwickler nicht verraten.

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Kein neues AC bis 2023?

Zuletzt gab es Gerüchte, dass Assassin's Creed im nächsten Teil wieder im Mittelalter spielen würde. Angesichts der Zeitlinie der Reboot-Serie hätte das auch durchaus Sinn ergeben. Allerdings meldete sich jetzt ein Insider zu Wort, der Informationen haben möchte, dass es weder 2021 noch 2022 einen neuen Ableger geben werde. Stattdessen soll im kommenden Jahr ein umfangreicher, noch nicht angekündigter DLC für Valhalla erscheinen.

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