Lasst mich den Artikel direkt mit einer Frage an euch beginnen, die mich brennend interessiert:
Was macht es mit euch, wenn Entwicklerstudios bei der Vorstellung ihrer Spiele mit Superlativen werben? Wenn beispielsweise von gigantischen Spielwelten die Rede ist oder wie jüngst im Fall des neuen Fable von über 1.000 einzigartigen NPCs, die allesamt ihre eigene Persönlichkeit und Tagesroutinen haben?
Steigt bei euch aufgrund der scheinbar unendlichen Möglichkeiten die Vorfreude? Oder setzt wie bei mir sofort die Skepsis ein und ihr werdet einmal mehr daran erinnert, wie oft ihr solche vollmundigen Versprechen schon gehört habt, die Realität am Ende aber doch eine weit weniger spaßige war?
Das prominenteste Beispiel aus den letzten Jahren ist Starfield, das mit unglaublichen 1000 Planeten die schier unendlichen Weiten des Weltalls versprach, die aus heutiger Sicht der schlechteste Part des Spiels sind.
Das neue Fable sieht bislang toll aus
Die Fable-Macher von Playground Games haben einiges auf dem Kasten – zumindest dann, wenn es um Rennspiele geht. Das haben sie zuletzt wunderbar mit Forza Horizon 5 bewiesen, wo wir mit hunderten detaillierter Autos durch hübsche Spielwelten brettern.
Und dem Gameplay-Reveal von der Xbox Developer Direct aus der Vorwoche nach zu urteilen, könnte auch Fable eines der spannendsten Rollenspiele des Jahres werden.
0:38
Fable hat endlich einen groben Release-Zeitraum und zeigt im Trailer zahlreiche Gameplay-Szenen
Die märchenhaften Städte und Wälder sehen schon jetzt einladend aus. Werden Hühner über den halben Bildschirm gekickt, scheint auch der schwarze Humor zu stimmen. Zumindest wecken solche Szenen die Hoffnung, dass ich hier richtig schön böse sein kann.
Und scheinbar wurde auch an all die Fans gedacht, die früher schon viel Spaß mit Fable als Life-Sim hatten. Wir können sämtliche Häuser kaufen, darin wohnen und unser Familien-Dasein fristen.
Und dennoch bin ich skeptisch
Ausgerechnet der Part des Spiels, der mich davon überzeugen will, dass mir mit Fable ein ganz besonderes Rollenspiel bevorsteht, überzeugt mich bislang am wenigsten: Wir können fast alle 1.000 NPCs daten, die sich auch alle voneinander unterscheiden sollen
Nehmen Xbox-nahe Entwickler*innen aber die Zahl 1.000 in den Mund, laufe ich gedanklich über karge Planeten. Starfield, bist du es? Werden mir wie jetzt bei Fable hunderte einzigartige NPCs versprochen, reise ich zurück ins Jahr 2020 und sehe, wie in Night City aus Cyberpunk 2077 die Einheimischen im Kreis laufen, ehe sie vor meinen Augen verschwinden.
Durch diese Negativbeispiele klingeln die Alarmglocken. Mein Verstand sagt, dass mir hier gerade ein Bild eingepflanzt werden soll, das sich in der Realität nicht einmal annähernd so spaßig spielt, wie es klingt.
So hätten mich Playground Games eher überzeugt
Es kann durchaus sein, dass der Life-Sim-Part von Fable ganz fantastisch wird und die Spielwelt meine fiesen Tierquälereien entsprechend mit verächtlichen Blicken der Bevölkerung quittiert.
Doch Playground Games hätte mich weit mehr überzeugt, wenn sie drei Dinge getan hätten:
- Anstatt von einer “lebendigen Population” zu sprechen und mir dann nur wenige NPCs zu zeigen, die generische Phrasen wie “du bist eine Legende” und “du bist beeindruckend” entgegen rufen, hätten sie mehr vom Alltagsleben zeigen müssen, das ihre Aussage untermauert.
- Ein bis zwei längere Dialoge, die sich wirklich einzigartig anhören und meine Taten in der Spielwelt spiegeln und deutlich machen, dass NPCs auf mein Verhalten reagieren.
- Sie hätten mehr vom Familienleben enthüllen müssen, wie etwa meine Bindung zu den Kids und dem Ehepartner.
Gebt mir lieber 50 Figuren, die sich wirklich mit meinen Taten und meiner Spielfigur beschäftigen und dank der sich mein Spielerlebnis einzigartig anfühlt.
Ich brauche keine 1.000 NPCs, deren Attribute nur leicht durchgewürfelt werden und mir am Ende doch zu bekannt oder generisch vorkommen, so wie es bei den über 1.000 Planeten in Starfield der Fall ist.
Klasse statt Masse macht mich deutlich neugieriger und kurbelt meine Vorfreude an. Doch ihr könnt mir gerne einmal schreiben, wie ihr den Gameplay-Reveal erlebt habt und was Superlativen bei euch auslösen.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.