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Call of Duty Vanguard im Test: Gewohnte Ballerbude mit wenig Überraschungen

Bei der erneuten Rückkehr ins Zweite Weltkrieg-Setting besinnt sich Call of Duty auf alte Serienformeln, was sich stellenweise aber wie ein Rückschritt anfühlt.

von Tobias Veltin, Chris Werian,
09.11.2021 19:30 Uhr

Die Kampagne von Call of Duty Vanguard im Test. Die Kampagne von Call of Duty Vanguard im Test.

Jetzt auch mit Wertung
Mittlerweile haben wir unsere Eindrücke zum Multiplayer und zum Zombies-Modus ergänzt und vergeben auch eine finale Wertung für Call of Duty Vanguard.

Call of Duty und Zweiter Weltkrieg-Setting, das war bislang eine ziemliche On-Off-Beziehung. Nach der ausgiebigen und intensiven Anfangsphase mit den ersten drei Teilen schmiss sich die Serie zunächst für lange Zeit der modernen Kriegsführung an den Hals, bevor es im Jahr 2017 mit CoD WW2 ein kurzes Weltkriegs-Comeback gab. Nach erneuten drei Jahren Pause kehrt die Reihe mit Call of Duty Vanguard jetzt - mal wieder - zu ihren Wurzeln zurück. 

In der Kampagne geht es um die namensgebende Vanguard-Einheit. Dieser Trupp von Soldat*innen verschiedener Nationen soll gegen Ende des Krieges das “Projekt Phönix” aufdecken und vereiteln. Verantwortlich für den mysteriösen Geheimplan der Nazis ist der fiktive Hinrich Friesinger, der zugleich auch als der Oberschurke des Spiels fungiert und den Vanguard-Trupp recht früh zu Beginn mit seinen Schergen in seine Gewalt bringen kann.

Die Verhöre im Berliner Gestapo-Hauptquartier durch Friesingers Handlanger Jannick Richter bilden in Vanguard die grobe Rahmenhandlung, spielbare Rückblenden bringen uns dann die einzelnen Teammitglieder näher.

Klage gegen Activision Blizzard: Auch im Test zu CoD Vanguard soll nicht unerwähnt bleiben, dass aktuell eine Klage wegen sexueller Diskriminierung gegen Activision Blizzard als Publisher des Spiels im Gange ist. Alle Infos zu den Vorwürfen gegen Activision Blizzard haben wir für euch in einem ausführlichen Artikel zusammengefasst. Einen Kommentar von GamePro-Chefredakteurin Rae Grimm bezüglich unserer Berichterstattung zum Thema haben wir euch ebenfalls verlinkt

Abwechslungsreicher Krieg

Und diese Rückblenden sind dann auch direkt das große Highlight der Kampagne, denn insbesondere in Sachen Abwechslung rollt CoD Vanguard die ganz dicken Geschütze ran. Mit Truppführer Arthur Kingsley springen wir während Operation Tonga über der Normandie ab und räuchern Abwehrgeschütze an der Atlantikküste aus. Scharfschützin Polina nimmt die deutschen Soldaten in ihrer Heimatstadt Stalingrad aufs Korn, Fliegerass Wade Jackson wirft während der Schlacht um Midway Bomben auf japanische Kriegsschiffe und Lucas Briggs spuckt Wüstenfuchs Rommel und seinen Panzern in Afrika in die staubige Suppe.

Schauplätze: Normandie Arthur Kingsley kämpft sich hier unter anderem durch Schützengräben.

Stalingrad In der zerbombten russischen Stadt sind wir mit Polina Petrova unterwegs.

Pazifik Hier tobt unter anderem die Schlacht um Midway.

Afrika In der Wüste erleben wir die Schlacht um El Alamein mit.

Die gewählten Schauplätze sind dabei ohne Ausnahme sehr schick gestaltet und gefallen vor allem mit vielen plastischen Texturen und atmosphärischen Lichteffekten. In der Normandie etwa schicken feuernde Flaks zuckende Lichtblitze durch einen düsteren Wald und in der libyschen Wüste kündet ein Schein am Horizont von einem deutschen Lager. 

Spielerisch wagt Vanguard keine großen Experimente, sondern setzt auf die über viele Jahre bewährte CoD-Formel. Wir bewegen uns mit Kingsley, Polina und Co. also durch perfekt durchchoreographierte und streng lineare Ballerbuden und schicken dabei ganze Armeen von Gegnern ins virtuelle Jenseits. Dabei streut Vanguard glücklicherweise aber auch immer wieder ruhigere Schleichpassagen sowie Fahr- und Flugzeugabschnitte ein, was für angenehme Abwechslung sorgt. 

Ebenso übrigens wie die unterschiedlichen Fähigkeiten der Charaktere. Scharfschützin Polina kann zum Beispiel an manchen Stellen Wände erklimmen, Arthur Kingsley rudimentäre Befehle geben und Wade Jackson für kurze Zeit Gegner in der Umgebung sichtbar machen. Das wirkt zwar hier und da etwas aufgesetzt, fügt sich als spielerische Komponente aber dennoch sehr gut ein.

Fette Explosionen gehören natürlich auch bei Vanguard wieder zum Programm. Fette Explosionen gehören natürlich auch bei Vanguard wieder zum Programm.

An der Steuerung haben wir ebenfalls nichts zu mäkeln, die geht serientypisch sehr präzise von der Hand und lässt sich im Optionsmenü noch vielfältig anpassen, insgesamt spielt sich auch dieses Call of Duty wieder sehr gefällig und hat im Laufe der Kampagne auch einige echte Highlights zu bieten, darunter das Katz- und Mausspiel mit einem deutschen Kommandeur am Ende der zweiten Stalingrad-Mission. 

Deutsche Version uncut
Die deutsche Fassung von Call of Duty Vanguard erscheint ungeschnitten und mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren. Neben teils sehr expliziter Gewaltdarstellung sind in der Kampagne auch nationalsozialistische Symbole (z.B. Hakenkreuze) enthalten. Möglich ist dies aufgrund der sogenannten Sozialadäquanzklausel, die seit 2018 auch für Videospiele angewendet werden kann. Mehr dazu erfahrt ihr hier

Schlimme Nazi-KI

Ohne Fehl und Tadel ist die Kampagne von Vanguard natürlich nicht. Im Gegenteil, die Gegner-KI hat uns gleich mehrfach vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen. Wir haben ja mittlerweile schon einige CoDs gespielt und deshalb wahrlich keine Super-Genies erwartet. Aber während unseres Tests sind derart viele Feinde entweder stumpf an uns vorbeigerannt, haben in gänzlich andere Richtungen geschossen oder sind einfach stehengeblieben (!), dass wir uns gleich mehrfach die Frage gestellt haben, wie diese Bande von KI-Idioten die virtuelle halbe Welt erobern konnte.

In solchen Schlachtszenen ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Wie gut, dass die meisten KI-Gegner ziemlich doof sind. In solchen Schlachtszenen ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Wie gut, dass die meisten KI-Gegner ziemlich doof sind.

Dieser Mangel an Gegnergrips bedeutet übrigens nicht, dass Vanguard zu einem leichten Spiel wird. Manche Passagen sind wegen ungünstig gesetzter Rücksetzpunkte, schlecht zu erkennenden Gegnern und Feuer von allen Seiten sogar schon auf dem zweiten von vier Schwierigkeitsgraden ziemlich herausfordernd. Zumal es einige Gegnertypen gibt (Hunde, Bajonettstürmer), die uns mit einem Treffer erledigen können. Unschaffbar oder unfair wird Vanguard aber nie, sondern erfordert nur hier und da etwas Geduld. 

Und wenn wir jetzt schon mal beim Moppern sind: Das Waffengefühl in der Vanguard-Kampagne hat uns nicht hundertprozentig überzeugt. Während manche Waffen wie etwa die Scharfschützengewehre in den Polina-Missionen richtig tollen Wumms haben, erwecken andere, darunter einige Sturmgewehre, eher den Eindruck, als würden wir mit Wattekügelchen auf die anstürmenden Gegner feuern.

Dass die Knarren darüber hinaus teilweise wie aufgemotzte Spielzeugpistolen klingen, macht das nicht wirklich besser. Immerhin können wir die Argumentationsverstärker aber regelmäßig wechseln, Vanguard liefert ein ziemlich üppiges Waffenarsenal samt dicker Brocken wie dem Panzerschreck oder Flammenwerfern.

Call of Duty Vanguard - Der Launch-Trailer stimmt auf den Release ein 0:30 Call of Duty Vanguard - Der Launch-Trailer stimmt auf den Release ein

Tolle Technik, öde Story

Technisch lässt CoD Vanguard in der von uns getesteten PS5-Version an einigen Stellen die Muskeln spielen, etwa bei den bereits erwähnten Texturen und Lichtstimmungen. Aber auch die Feuer- und Wettereffekte können sich sehen lassen, die Animationen von Freund und Feind wirken hier und da allerdings etwas unbeholfen.

Der wuchtige Sound versetzt uns abgesehen von manchen Waffengeräuschen und der stellenweise holprigen deutschen Synchronisation mit seinen satten Effekten sowie dem toll getimten Musikeinsatz mitten in die Schlachten und sollte am besten mit Kopfhörern oder einer entsprechenden Surround-Anlage genossen werden.

Die Lichteffekte wie hier auf Bougainville sind extrem atmosphärisch. Die Lichteffekte wie hier auf Bougainville sind extrem atmosphärisch.

Und was kann jetzt die doch eigentlich recht vielversprechend klingende Geschichte? Leider nicht wirklich viel. Dafür bleibt die Story von Vanguard nämlich über die gesamte Spielzeit zu vorhersehbar und ohne wirkliche Überraschungen, die dank der schicken Rendersequenzen immerhin toll anzuschauende Geschichte tröpfelt stetig vor sich hin. 

Nach fünf bis sechs Spielstunden mündet das Ganze dann in einem zwar brachial inszenierten, aber spielerisch doch recht plumpen Finale. Kingsley, Polina, Riggs und Jackson kommen dabei leider nie über starre Klischees hinaus, was Vanguard zusammen mit dem merkbar überzeichneten Naziboss Friesinger mehr zu einem B-Movie wie “Ein Haufen verwegener Hunde” als zu einem hochwertigen “Band of Brothers” macht.

Verpasste Chancen für weniger Mief

Dass das so ist, liegt auch daran, wie Vanguard mit der Weltkriegsthematik umgeht. Denn anders als beispielsweise CoD WW2 blendet Vanguard unangenehme Themen nahezu komplett aus, stattdessen rotzen die eigenen Teammitglieder die Gegner meist jovial brüllend gleich im Dutzend zusammen. Das passt zwar zum grundsätzlichen Popcorn-Ansatz des Spiels, hinterlässt bei manchen Szenen - etwa solchen, in denen Gegner verbrennen - aber trotzdem ein seltsames Gefühl im Bauch. Zudem lässt Entwickler Sledgehammer auch einige Story-Chancen ungenutzt. Wir hätten beispielsweise zu gern erfahren, wie genau sich die Vanguard-Truppe zusammengerauft hat, verraten wird das im Spiel leider nicht. 

Polinas Scharfschützen-Missionen gehören zu den Highlights der Kampagne. Polinas Scharfschützen-Missionen gehören zu den Highlights der Kampagne.

Letztendlich macht die Kampagne von Vanguard also genau das, was Call of Duty immer schon am besten konnte. Es zündet ein Krachbumm-Actionfeuerwerk, das vor allem über seine Inszenierung und Spielbarkeit funktioniert und genau deswegen auch wieder viele Fans finden wird.

Dass es aber mittlerweile auch weitaus origineller und unkonventioneller geht, hat erst im letzten Jahr die Kampagne von Call of Duty Black Ops: Cold War bewiesen. Die bot nämlich die ein oder andere Überraschung und sorgte genau deswegen für frischen Durchzug im doch manchmal recht miefigen CoD-Kabuff. Vanguard schafft das nicht, hebt sich diese Stoßlüftung vielleicht für einen möglichen zweiten Teil auf - das Ende hält sich einen solchen nämlich offen. 

Der Multiplayer: Rush! Rush! Rush!

Im Gegensatz zum Vorgänger Black Ops: Cold War wagt Sledgehammer beim Mehrspieler-Part von Vanguard abseits der in Modern Warfare etablierten Formel kaum Experimente: Wir ballern uns einfach in altbekannten Spielmodi im Eiltempo über den Haufen. 

Die Time to Kill ist sehr niedrig, selbst kleine Maschinenpistolen befördern Feinde mit drei Treffern ins Nirvana. In Cold War zogen sich Kämpfe dagegen deutlicher in die Länge und waren unserem Empfinden nach sowohl spannender als auch herausfordernder. In Vanguard liegen die Core-Varianten von Team Deathmatch, Herrschaft, Stellung und co. sehr nah bei ihren Hardcore-Pendants.

Im Multipalyer geht es pausenlos zur Sache. Im Multipalyer geht es pausenlos zur Sache.

Schnell, schneller, Vanguard

Call of Duty war schon immer für sein actionreiches Gameplay bekannt, Vanguard dreht das Spieltempo aber bis zum Anschlag auf. Eigentlich sollen neue Voreinstellungen die Zeitspanne, in der wir auf Gegner treffen, regulieren, in der Praxis ist allerdings bereits die niedrigste, als “Taktikmodus” bezeichnete Einstellung gewohnt schnell. Auf “Angriff” bzw. “Blitz” regieren dann nur noch Chaos und Hektik, wenn mehr als dreißig Teilnehmer*innen über das Schlachtfeld hetzen.

Aufgrund der durchweg geringen Kartengröße werden wir ständig in den Respawn befördert, Struktur lässt sich dann kaum noch erkennen. Eigentlich schade, denn die 16 verfügbaren Maps ließen locker mehrere Spielstile zu. Sie sind übersichtlich gestaltet und belohnen cleveres Stellungsspiel. Wir müssen uns über jede Positionierung Gedanken machen, selbst höher gelegene Ebenen sind mit Nachteilen verbunden, etwa kugeldurchlässige Wände oder ein eingeschränktes Sichtfeld.

Map: Bocage Das Layout des kleinen Bauernhofs ermöglicht blitzschnelle Spielzüge, wir gelangen innerhalb weniger Sekunden an wichtige Positionen, auch in der Höhe.

Tuscan Lange Gänge zerren das Spielgeschehen auseinander, wir können Feinde aber auch über Seitengassen hen aber auch das Flankieren. Bei kleineren Spielerzahlen ist die Wahl des Laufweges entscheidend - bis zum Zielobjekt müsst ihr große Distanzen überbrücken.

Überfordertes Respawn-System: In Vanguard ist die Chance hoch, nach dem virtuellen Ableben im Rücken des Feindes wieder einzusteigen. Teilweise sogar mitten in Gegnertrauben. Bei hohen Personenzahlen erzielt das Respawn-System kaum noch eine Lenkwirkung, Willkür übernimmt das Ruder und kostet uns gern mal eine Sekunde nach dem Spawnen wieder das Leben.

CoD Vanguard: 10 Minuten reines Gameplay aus dem Multiplayer 10:20 CoD Vanguard: 10 Minuten reines Gameplay aus dem Multiplayer

Nur zwei neue Spielmodi

In “Champion Hill” finden wir uns in Zweier- oder Dreiergruppen zusammen und duellieren uns abwechselnd mit einem weiteren Team auf winzig kleinen Maps. Unserem Trupp stehen insgesamt nur zwölf Respawns zur Verfügung, sind diese aufgebraucht, fliegen wir raus.

Zu Beginn und nach jeweils drei Runden können wir uns Ausrüstung oder Waffen kaufen. Die notwendigen Ressourcen erhalten wir für Abschüsse, zusätzlich sind auf den Maps kleine Geldpakete und zusätzliche Leben verstreut. Innerhalb der Runden lässt sich einzig unsere Bewaffnung aufwerten, das Spiel weist uns Aufsätze automatisch zu, weshalb die Partien sehr ausgeglichen sind. Uns hat der Modus gut gefallen, da er die einzige Abwechslung im Vanguard-Alltag darstellt und ein wenig Ruhe hineinbringt. 

Direkte Konfrontationen sind in Champion Hill eher die Ausnahme. Der Modus spielt sich deutlich langsamer als der klassische Multiplayer. Direkte Konfrontationen sind in Champion Hill eher die Ausnahme. Der Modus spielt sich deutlich langsamer als der klassische Multiplayer.

Patrouille gesellt sich zu den Klassikern: Vanguard fokussiert sich zum Launch vornehmlich auf Variationen von Team Deathmatch und King of the Hill. In diese Kerbe schlägt auch Patrouille, in dem sich ein Hügel langsam über die Map bewegt. Das war es leider auch schon, die Modi fühlen sich aktuell noch sehr gleichförmig an. Klassiker wie Capture the Flag, Sprengkommando oder VIP könnten für ein wenig Auflockerung sorgen, bisher fehlt davon aber jede Spur.

Waffen-Meta mit klaren Favoriten

In unseren Test-Sessions dominierten vor allem Maschinenpistolen und Sturmgewehre mit mittlerer bis hoher Feuerrate das Meta-Game. Besonders die MP40 und das STG44 sind sehr beliebt und das aus gutem Grund: Das Spieltempo ist enorm, Flankenläufe fallen leicht, da Granatenexplosionen und Hintergrundgeräusche Laufschritte übertönen. Beide Waffen töten mit maximal drei Kugeln aus nächster Nähe, gleichzeitig leisten wir uns auf der geringen Distanz kaum Fehlschüsse.

Wie sich das Meta-Game in den nächsten Wochen entwickelt, ist aber noch völlig offen. Einige Knarren für mittlere Distanz konnten wir für uns entdecken, etwa die vollautomatische “Roboter”, die mit einer hohen Feuerrate und trotzdem perfekter Stabilität auf weiter Distanz glänzt, oder die “Itra Burst”, mit welcher ihr zielsicher tödliche Salven verschießt.

Der Klasseneditor gleicht nahezu exakt dem aus Modern Warfare, unter den Perks finden wir keine Überraschungen. Ninja, das unsere Schrittgeräusche dämpft oder Leichtgewicht, das unser Bewegungstempo erhöht, kennen wir auch schon aus den Vorgängern. Der Klasseneditor gleicht nahezu exakt dem aus Modern Warfare, unter den Perks finden wir keine Überraschungen. 'Ninja', das unsere Schrittgeräusche dämpft oder 'Leichtgewicht', das unser Bewegungstempo erhöht, kennen wir auch schon aus den Vorgängern.

Dass die MP40 und STG44 als Startwaffen so nützlich sind, ist aber eine feine Sache, wir müssen uns nicht erst lange hochleveln, um an der Spitze zu performen.

Killstreaks statt Scorestreaks: Unglücklicherweise belohnt Vanguard mal wieder nur Kill-Folgen, was Spieler*innen dazu verleitet, sich eine feste Position zu suchen und von dort auf die Jagd zu gehen, egal ob gerade ein objektbasierter Modus gespielt wird oder nicht. Eine logische Entwicklung, stürzt man sich bspw. auf einen Hügel, bleibt die Belohnung komplett aus. 

Aufklärungsflieger, Bomber und schwere Waffen dominieren die Auswahl verfügbarer Belohnungen. Regelrecht nervig ist der Einsatz von Kampfhunden, sie sind nur schwer zu treffen und halten unzählige Kugeln aus, bevor sie zu Boden gehen. Aufklärungsflieger, Bomber und schwere Waffen dominieren die Auswahl verfügbarer Belohnungen. Regelrecht nervig ist der Einsatz von Kampfhunden, sie sind nur schwer zu treffen und halten unzählige Kugeln aus, bevor sie zu Boden gehen.

Technisch sauber

Grafisch beeindruckt Call of Duty: Vanguard im Multiplayer nur mäßig. Die schicke Lichtstimmung der Einzelspielerkampagne bleibt erhalten, die Qualität der Texturen und Objekte wurde jedoch deutlich reduziert.

Viele Objekte im Spiel sind arm an Polygonen und wirken dadurch eckig, Texturen fallen zum Teil matschig aus. Viele Objekte im Spiel sind arm an Polygonen und wirken dadurch eckig, Texturen fallen zum Teil matschig aus.

Dafür spielt sich der Titel auf der PS5 sehr flüssig. Die Framerate bleibt stets stabil, sogar im 120-Hz-Modus entdeckten wir keine Framedrops in unseren Aufnahmen. Schüsse werden ebenfalls gut registriert, unsere Ping-Anzeige bewegte sich stets in einem Rahmen von 40 bis 70 ms. Gänzlich fair ist damit allerdings auch das aktuelle Call of Duty nicht, einige Male wurden wir Opfer von geringen Verzögerungen, solltet ihr näher am Spiel-Server wohnen, seid ihr auch in Vanguard im Vorteil.

Framerate PS5: 60 Hz In der Standardeinstellung liefert Vanguard durchgängig 60 Bilder pro Sekunde und dazu native 4K.

120 Hz Auch im 120-Hz-Modus bleibt die Framerate einhundertprozentig stabil. Die interne Auflösung wird dann auf ungefähr 1584p reduziert.

Verbindungsfehler zum Launch: Die ersten Release-Tage überstand Call of Duty: Vanguard ohne größere Probleme, wir flogen lediglich einige Male aus der Party-Lobby heraus. Es ließ sich ein Zusammenhang mit der Nutzung des Ausrüstungs-Editors herleiten, blieben alle Gruppenmitglieder diesem fern, fanden wir viel schneller das nächste Match und die Party verhielt sich einhundertprozentig stabil.

Framedrops auf der Last Gen

Ein paar Runden auf der PS4 verdeutlichen den Vorsprung der neuen Generation. Stürmen wir über die Map oder bekommen viele Raucheffekte zu Gesicht, ruckelt es sofort. In einigen Situationen blieben neue Bildinformationen bis zu drei Frames hintereinander aus – ein spürbarer Nachteil in dynamischen Situationen.

Die PS4-Version ist durchweg ruckelig, vereinzelte Framedrops machen Kämpfe leider nahezu unkontrollierbar. Die PS4-Version ist durchweg ruckelig, vereinzelte Framedrops machen Kämpfe leider nahezu unkontrollierbar.

Viele Einstellungsmöglichkeiten: Bereits mit den vorherigen Titeln wurden zig Individualisierungsmöglichkeiten für die Spielerfahrung eingeführt, in Vanguard bestehen diese fort. Neben offensichtlichen Grafikanpassungen, etwa für die Bewegungsunschärfe oder das Sichtfeld, können wir noch die Empfindlichkeiten für die einzelnen Zoom-Stufen festlegen und ganz wichtig: Das Kamerawackeln runterdrehen. Es rüttelt permanent, große Staubwolken werden aufgewirbelt. Die zusätzliche Übersicht ist ein klares Muss.

Der Zombie-Modus: Simple Highscore-Jagd

“Der Anfang” ist eine erneute Persiflage auf die okkulten Untersuchungen der Nationalsozialisten. Diese wurden mit dem Versuch unternommen, das Blatt im zweiten Weltkrieg doch noch zu wenden. In Vanguard fruchtet das Vorhaben, nach der vernichtenden Niederlage in Stalingrad kommen die Nazis in den Besitz eines Artefakts, das die Toten zum Leben erweckt. Wir dienen in der Folge als Marionetten in einer Fehde zwischen alten Göttern und müssen die Invasion der Zombies verhindern.

Vanguard greift denselben Handlungsfaden auf, der alle Zombie-Karten miteinander verbindet, und gibt sich dabei unglaublich geschwätzig. Ständig hat irgendjemand irgendwas Fieses und Herausforderndes zu sagen, das Gequassel verpufft jedoch völlig, da der Titel auf eine Hauptquest oder ein kompliziertes Easter-Egg, für die der Modus eigentlich berühmt ist, verzichtet. Ein entsprechendes Update soll erst Ende des Jahres bzw. Anfang 2022 folgen.

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Wir können uns daher momentan lediglich daran versuchen, so lange wie möglich zu überleben und in den Bestenlisten vorzurücken. 

Deutlich einfachere Struktur

In einem verschneiten Hub-Areal finden wir bekannte Stationen, etwa den Pack-A-Punch-Automaten, mit dem wir unsere Waffe verbessern können, oder die Werkbank, an der wir Schutzrüstung und Granaten herstellen können.

Im Hauptareal sind es nur wenige Meter zwischen allen wichtigen Stationen des Zombie-Modus. Im Hauptareal sind es nur wenige Meter zwischen allen wichtigen Stationen des Zombie-Modus.

Neu ist lediglich ein Brunnen, an dem wir Pakte abschließen können, die uns zusätzliche Boni verleihen; unter Anderem lässt sich damit zusätzlicher Schaden bei betäubten oder eingefrorenen Untoten anrichten. Damit wir uns diese Spezialfähigkeiten aneignen können, benötigen wir “Herzen”. Diese bekommen wir für den Abschluss kleinerer Mini-Missionen, die wir über Portale betreten. 

Dort eskortieren wir in winzigen Arealen eine glänzende Kugel, aktivieren Runensteine oder überleben einen vorgegebenen Zeitraum. Mit Abschluss dieser Aufgaben rücken wir außerdem in die nächste Welle vor und öffnen neue Bereiche im Hub-Areal. Wir kaufen uns den Weg also nicht mehr frei, Geld geben wir vorrangig für Waffenupgrades aus.

Hier müssen wir eine Kugel eskortieren, um zur nächsten Welle zu gelangen. Hier müssen wir eine Kugel eskortieren, um zur nächsten Welle zu gelangen.

Faszination der Vorgänger geht verloren: Da eine übergeordnete Quest fehlt, viele Sandbox-Elemente gestrichen wurden und sich weder Perks noch unsere ultimativen Fähigkeiten wie in Cold War aufleveln lassen, kommt schnell Langeweile auf. Für Veteranen bietet Vanguard im Zombie-Modus kaum Futter, die kleine Karte ist in kürzester Zeit ausgereizt. Da wir ständig dieselben drei Aufgabentypen für den Übergang zur nächsten Welle abschließen, ödet der Modus aber auch Einsteiger schnell an. Es gibt nichts zu entdecken, eine funktionierende Strategie ist innerhalb weniger Stunden erschlossen. Zum launigen nebenbei zocken und mit Freund*innen quatschen lohnt sich das Zombieschnetzeln aber trotzdem ziemlich gut. 

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