Was ist eigentlich die “richtige” Art, Crimson Desert zu spielen? Das wurde schon viel diskutiert – auch in unserem Team. Ich war mir über viele Spielstunden hinweg sicher, die richtige Antwort für mich persönlich gefunden zu haben. Und die lautete: mich treiben lassen und jeden Winkel der Spielwelt erkunden.
Dass ich Kliffs Geschichte dabei über 70 Stunden nur sporadisch vorangetrieben habe, bereue ich jetzt aber doch ein wenig. Denn im späteren Verlauf der Story schalte ich immer mehr richtig coole Dinge frei, dank denen die Reise durch Pywel noch einmal deutlich spaßiger wird.
Wichtige Charakter-Fähigkeiten und die Befreiung eines Gebiets lassen lange auf sich warten
Sogar der CEO von Entwickler Pearl Abyss hat zugegeben, dass die Hauptgeschichte von Crimson Desert nicht der große Wurf ist. Kein Wunder also, dass mich Kliffs Geschichte nicht so richtig packt.
Ganz anders geht es mir mit der Open World. Überall in Pywel entdecke ich spektakuläre Panoramen oder spannende Geheimnisse. Mein Playthrough ist daher bisher vor allem eines: langsam, gemütlich – und etwas ineffizient.
Nach und nach wird mir immer bewusster, dass es viele Vorteile hat, die Hauptgeschichte zügiger voranzutreiben und Pywel erst danach ausgiebig zu erkunden. Frage ich mich nämlich, wie oder wann ich ein nützliches Feature oder sogar eine ganz neue Region freischalte, dann lautet die Antwort meist: später!
Ein paar Beispiele: Im siebten von zwölf Kapiteln habe ich endlich Oongka als spielbaren Charakter freigeschaltet. Der endete aber erst mal als Matsch unter einer Klippe, als ich versuchte, mit ihm so zu schweben wie mit Kliff und Damiane. Folglich wollte ich wissen, wie ich ihm das Fliegen beibringe: Antwort: Erst mal Kapitel acht beenden.
Als Nächstes habe ich mich gefragt, wie der Ork den sehr praktischen vertikalen Flug lernt. Antwort: Das geht erst in Kapitel 11. Dann habe ich recherchiert, wann ich endlich die größte Stadt im Spiel – Demeniss – betreten darf, ohne direkt verdroschen zu werden. Antwort: nach Abschluss der Story!
Mit Oongka, Damiane, Kliff und schönen Haaren macht es noch mehr Spaß
Außerdem habe ich ganz aktuell sogar noch deutlich mehr Spaß bei meinem Abenteuer, da ich erst seit Kurzem frei zwischen allen drei Charakteren wechseln und sogar ihr Aussehen anpassen kann. Auch das ist erst im letzten Drittel der Hauptstory und mit einiger möglich.
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Crimson Desert Character Customization im Graumähnen Camp: Wir machen aus Kliff Geralts kleinen Bruder
Oongka und Damiane finde ich nicht nur spannender als Kliff, ihre Kampfstile bringen auch wesentlich mehr Abwechslung ins Geschehen. Dass ich den Charakteren auch noch ein Styling verpassen darf, ist für mich in einem so sandboxigen Spiel die Kirsche auf der Torte.
Ich bin daher sehr froh, dass es immer noch genug zu entdecken gibt und ich die Map noch nicht leergeräumt habe. Rückblickend würde ich sogar sagen: Ich hätte mir noch viel mehr aufheben sollen und auch das Gefühl, dass Pearl Abyss das so intendiert hat. Nach der Hauptstory bleibt schließlich neben dem Befreien neu besetzter Basen fast nur noch Erkundung.
Trotzdem würde ich niemandem empfehlen, zu sehr durch Pywel zu hetzen, denn eines steht fest: Alles im Spiel dauert seine Zeit und wer sich darauf nicht einlässt, hat keinen Spaß. Aber ich hätte mich mit meinem jetzigen Wissen dennoch zunächst viel stärker auf die Hauptgeschichte, die wichtigsten Fraktionen in Hernand und das Graumähnen-Camp fokussiert, anstatt erst einmal bis zu den entlegensten Winkeln der Karte zu reiten.
Wie spielt ihr Crimson Desert bislang: Lasst ihr euch auch eher gemütlich treiben oder zieht ihr erst mal die Story durch und erkundet später alles?
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