Entwickler verschenkt sein 8 Jahre altes RPG, weil er eigentlich nur den Nachfolger ankündigen will - Leute feiern es so sehr, dass er trotzdem 200.000 Euro einnimmt

Eigentlich sollte die Aktion einfach die Werbetrommel für die Fortsetzung rühren. Und hat dabei besser funktioniert als gedacht.

Besser hätte die Ankündigung des neuen Spiels für diesen Indie-Entwickler wohl nicht laufen können. Besser hätte die Ankündigung des neuen Spiels für diesen Indie-Entwickler wohl nicht laufen können.

Wie heißt es doch so schön, das beste Marketing ist kostenloses Marketing. Was oft nur für die Werbetreibenden gilt, dürften in diesem Falle auch die meisten Leute so sehen, die durch die Aktion ein kostenloses Spiel abgestaubt haben. Denn das kam offensichtlich ziemlich gut an.

"Das ist ein sehr glücklicher Freitag"

Spiele werden natürlich nur in den allerwenigsten Fällen aus purer Nächstenliebe verschenkt. In der Regel steckt dahinter eine Strategie, etwa um stattdessen mit Mikrotransaktionen Einnahmen zu generieren, die Spielerzahlen zu steigern oder Reviews und Sichtbarkeit zu pushen.

Im Falle von Graveyard Keeper wollte der Publisher tinyBuild vor allem Aufmerksamkeit für die frisch angekündigte Fortsetzung generieren und hat das Spiel deshalb vom 9. bis 13. April kostenlos auf Steam angeboten.

So sieht die RPG-Sim aus, in der ihr einen Friedhof ähnlich der Farm aus Stardew Valley aufbaut und managt:

Video starten 3:28 Graveyard Keeper - Trailer: Die Friedhof-Antwort auf Stardew Valley ist jetzt da

Eine Werbestrategie, die offensichtlich gleich doppelt aufging: Nicht nur haben 450.000 Leute die Fortsetzung Graveyard Keeper 2 innerhalb dieses Zeitraums auf die Wunschliste gesetzt. Auch monetär hat sich das offensichtlich geloht.

Wie tinyBuild-CEO Alex Nichiporchik nämlich auf seinem X/Twitter-Account ganz offen verrät, landete Graveyard Keeper in der Zeit nicht nur auf Platz 39 der meistgespielten Titel auf Steam, sondern hat allein auf der Plattform auch fast 250.000 US-Dollar (rund 211.000 Euro) durch den Verkauf von DLCs eingenommen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum Twitter-Inhalt

Ein Blick auf die Steam-Seite des Spiels zeigt, dass es sich dabei nicht etwa um Mikrotransaktionen, sondern um Erweiterungen mit neuen Inhalten und Story handelt.

In einem weiteren Tweet schlüsselt Nichiporchik auch noch auf, was für eine Strategie eigentlich dahinter steckt und warum sie funktioniert hat:

"Es geht nicht wirklich um das Giveaway selbst. Es geht um die 100% Rabatt auf Steam. Das schickt eine Benachrichtigung an jeden, der es auf der Wunschliste hat. Ein kostenloses Probe-Wochenende tut das nicht. Deswegen ist das Spiel so hart und so schnell hochgeschossen. [...]

Danke an Lazy Bear Games, dass ihr uns mit dieser unorthodoxen Herangehensweise für die Enthüllung einer Fortsetzung vertraut habt."

Einer der Gründe für die satten Einnahmen durch die DLCs dürfte natürlich auch sein, dass die cozy RPG-Sim schlicht gut ankommt. Immerhin 92 Prozent der 1.981 deutschen Rezensionen sind positiv.

Am Ende handelt es sich natürlich trotzdem um eine Marketing-Strategie, aber in diesem Falle dürften wohl beide Seiten damit glücklich werden. Des Einen erfolgreiche Werbung ist eben des Anderen Gratis-Spiel.

Graveyard Keeper 2 hat bislang noch kein Releasedatum.

Was denkt ihr: Habt ihr auch bei der Gratis-Action zugeschlagen und Graveyard Keeper gespielt?


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.