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Fazit: Far Cry 6 im Test - Ein Actionfest, das nicht weiß, was es will

Fazit

Annika Bavendiek
@annika908

Das Setting von Far Cry 6 rief in mir direkt Far Cry 3-Vibes hervor. Jedoch wird das Spiel diesmal dem ernste Grundton der Geschichte nicht gerecht. Nicht nur, dass wir es zu sehr mit hippen Charakteren zu tun bekommen, auch sind Kontext, Gefühle und Reflexion Mangelware, während Ubisoft uns das Leid der Menschen stumpf vorhält. Bis zu einem gewissen Grad kann ich da zwar darüber hinwegsehen, unterm Strich störte es mich aber doch. Da hat mich Far Cry 3 mit Jason Brody mehr mitgenommen und überzeugt.

Dieses Problem ließ mich dann auch ohne nachvollziehbare Motivation zurück, mich wirklich mit allem was ich habe gegen Antón Castillo in den Krieg zu stürzen. Den yaranischen Diktator halte ich im Übrigen für einen interessanten Bösewicht, der jedoch hinter meinen Erwartungen bleibt, da zu wenig mit dem Charakter gemacht wurde. Dani und die Tierbegleiter wiederum wuchsen mir schnell ans Herz, was dadurch verstärkt wurde, dass der männliche Dani auf Deutsch die mir vertraute Stimme von Alexios aus Assassin’s Creed Odyssey besitzt. Das war ein wenig wie Heim kommen.

Aber auch wenn Far Cry 6 bei der Erzählung und Balance Potential verschenkt, die Action macht trotzdem viel Spaß und das steht für viele Far Cry-Fans im Mittelpunkt. Während ich dabei anfangs noch etwas Probleme hatte gegen die militärische Übermacht anzukommen, drehte sich der Spieß mit der richtige Ausrüstung schnell um. Dadurch wurde das Spiel zwar zu leicht, aber letztendlich wüte ich trotzdem immer wieder vergnügt mit Chicharrón und Dani durch gegnerische Basen und mische in meinem aufgemotzten Wagen die FND-Soldaten auf, während im Radio Ricky Martin ein Liedchen singt. Und genau das ist es, was mir am Ende des Tages freudig in Erinnerung bleibt.

Markus Schwerdtel
@Kargbier

Mein Name ist Markus und ich habe bisher jedes Far Cry durchgespielt. Nicht, weil das alles durchweg tolle Spiele waren. Sondern einfach, weil die Mischung aus Open World, Nebenaufgaben und Bösewichterjagd all meine Knöpfe drückt. Das ist bei Far Cry 6 nicht anders, und doch habe ich kleinere Schmerzen mit dem Spiel. So sehr ich das tropische Diktatoren-Szenario mag, hier passt es für mich nicht so recht zum serientypischen fröhlichen Ballern. Ein wenig ernster hätte es für mich schon sein dürfen. 

Auf der anderen Seite gibt’s eben wieder die klassische Action, die sich auch nicht mit aufgesetzten Fertigkeitsbäumen und langatmigen Jagdausflügen aufhält. Ja, auch diesmal kann ich auf die Pirsch gehen, aber es ist nicht mehr unbedingt nötig, um die beste Ausrüstung zu bekommen. Die hat man ohnehin schon früh im Spiel und wird dadurch schnell übermächtig, erst recht in Kombination mit dem passenden Tierbegleiter. 

Far Cry 6 ist schneller, zugänglicher und, nunja, leichtfüßiger als sein direkter Vorgänger. Das erhöht die Sogwirkung und sorgt dafür, dass ich auch diesen Teil wieder durchspielen werde. Allerdings kann ich nicht garantieren, dass ich mich in einem halben Jahr noch daran erinnere. Daran kann auch der – etwas farblose – Edelwidersacher Castillo nichts ändern.

Linda Sprenger
@lindalomaniac

Das klischee-amerikanische Montana-Setting von Far Cry 5 konnte mich überhaupt nicht überzeugen, weshalb ich das Spiel samt Spin-Off New Dawn Axel zuckend übersprungen habe. Exotische Insel-Schauplätze passen nach meinem Empfinden einfach viel besser zum abgefahrenen, nicht ganz erst gemeinten Shooter-Konzept der Reihe, weshalb Far Cry 6 direkt wieder bei mir punkten konnte.

Als Guerilla-Kämpferin ein Feindeslager nach dem nächsten freiräumen, zwischendrin ein paar Hahnenkämpfe bestreiten und dann irgendwann vielleicht Castillo stürzen? Natürlich klingt das nach der “Mutter aller Ubisoft-Formeln”. Aber wisst ihr was? Ich bin gerade in der richtigen Stimmung dafür. Her mit der stumpfen Action, her mit den repetitiven, albernen Nebenaufgaben. Manchmal spiele ich eben sehr gerne einfach nur einen stupiden Shooter, weil sich mein Hirn im Alltag schon zur Genüge mit komplexen und anstrengenden Dingen herumschlagen muss. Tagsüber kämpfe ich gegen schlechte Nachrichten und Papierkram, und abends gegen brennende Hühner. Wunderbar.

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