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Ghost Recon: Breakpoint im Test - Enttäuschende Wildlands-Fortsetzung

Ghost Recon: Breakpoint soll ein besseres Wildlands sein. Im Test erklären wir, warum das Spiel an diesen Ansprüchen scheitert.

von Tobias Veltin,
08.10.2019 18:00 Uhr

Ghost Recon: Breakpoint im Test für PS4 und Xbox One.Ghost Recon: Breakpoint im Test für PS4 und Xbox One.

Mit Ghost Recon: Breakpoint verfolgt Ubisoft ein ambitioniertes Ziel. Denn das Action-Spiel soll ein noch besseres Ghost Recon: Wildlands sein, das, wir erinnern uns, vor knapp zweieinhalb Jahren die bei vielen Fans beliebte Taktik-Shooter-Serie wachküsste und in ein Open World-Szenario verpflanzte. Breakpoint setzt auf ein ähnliches Konzept, will aber mit neuen Mechaniken in jedem Bereich noch eine Schippe drauflegen. Im Test zeigt sich allerdings, dass das nicht so richtig funktioniert.

Das liegt nicht an der Story-Prämisse, denn die ist deutlich interessanter als der lahme Kartell-Plot von Wildlands. Als Elitesoldat Nomad sollen wir mit unserem Ghost-Trupp das Verschwinden eines Schiffs in der Nähe des Auroa-Archipels untersuchen, werden dabei allerdings abgeschossen und müssen uns auf dem riesigen Eiland mit übellaunigen Söldnern unter der Leitung von Cole D. Walker herumschlagen, der von Punisher-Darsteller Jon Bernthal verkörpert wird.

Jon Bernthal gefällt als charismatischer und skrupelloser Ex-Ghost Cole Walker.Jon Bernthal gefällt als charismatischer und skrupelloser Ex-Ghost Cole Walker.

Walker war selbst mal ein Ghost-Soldat, entschied sich aber aus anfangs noch nicht nachvollziehbaren Gründen für die böse Seite. Auch wenn die Story diese Anfangsspannung später nicht mehr halten kann - zum Beispiel wegen der blassen Nebencharaktere - sorgt sie dennoch dafür, dass wir stets wissen wollen, wie es weitergeht.

Spaßige Kämpfe trotz dummer KI

Und auch das Kern-Gameplay des Spiels kann sich durchaus sehen - und spielen - lassen. Als Elitesoldat durchs Unterholz der Open World Auroa zu schleichen, feindliche Basen auszuspähen und dann gezielt zuzuschlagen - entweder leise und bedächtig oder mit ratternder Waffengewalt - das macht auch in Breakpoint enorm Laune. Insbesondere dann, wenn wir mit bis zu drei anderen Kollegen im Koop losziehen und Fahrzeuge wie Jeeps oder Helikopter mit von der Partie sind.

Dass die Kämpfe so viel Spaß machen liegt unter anderem am tollen Waffengefühl und den sehr guten und satten Sounds, weniger an der Gegner-KI. Denn die lässt oft zu wünschen übrig: Mehrfach standen Wachen teilnahmslos in der Gegend herum, selbst wenn wir direkt neben ihnen einen Kollegen erledigten. Abhilfe schafft da der Wechsel auf einen höheren der vier Schwierigkeitsgrade. Das macht die KI zwar nicht unbedingt klüger, aber immerhin gnadenloser und erfordert eine entsprechende Vorausplanung.

Die Kämpfe sind dank des guten Gunplays ein Highlight von Breakpoint.Die Kämpfe sind dank des guten Gunplays ein Highlight von Breakpoint.

Die Aufgaben selbst sind abseits der Story leider weniger der Rede wert, denn oft sind wird lediglich als Bote unterwegs, um irgendetwas zu zerstören, zu retten oder zu aktivieren. Das wird auf Dauer ziemlich eintönig, aber wie gesagt, die Kämpfe selbst reißen da einiges raus.

Survival-Augenwischerei

Dass Ghost Recon: Breakpoint an seinem ambitionierten Vorhaben scheitert, hat andere Gründe. Der im Vorfeld immer wieder betonte Survival- und Realismus-Charakter ist etwa nicht mehr als bloße Augenwischerei. Dass wir uns beispielsweise nun in den Matsch legen und damit zur Tarnung einreiben können, sieht optisch zwar nett aus, benutzt haben wir es im Spiel allerdings nie, weil es schlicht nicht notwendig ist.

Erlittene Verletzungen lassen sich meist im Handumdrehen dank Medikit-Überfluss behandeln und ob es so realistisch ist, dass ein Elitesoldat ungeschickt fast jeden Hügel herunterkullert, wagen wir einfach mal zu bezweifeln.

In Biwaks können wir kurzzeitig Attribute wie Schadensresistenz boosten. Mit Survival hat das nicht allzuviel zu tun.In Biwaks können wir kurzzeitig Attribute wie Schadensresistenz boosten. Mit Survival hat das nicht allzuviel zu tun.

Auroa als Spielwelt finden wir ebenso wie die Story grundsätzlich interessant - schließlich handelt es sich um einen recht mysteriösen Archipel, auf dem Wissenschaftler und Selbstversorger leben -, allerdings macht das Spiel aus diesen guten Ansätzen zu wenig. Hintergründe zum Eiland und der fiktiven Geschichte dahinter gibt es zwar, diese finden wir aber nur sporadisch. Und auch wenn uns die Naturpanoramen der Insel gut gefallen, wirkt Auroa grundsätzlich ziemlich leblos und tot. Wir haben hier natürlich keine Touristenhorden oder Ausflügler erwartet, ein bisschen mehr als sporadisch auftauchende Gegnergruppen hätten es aber durchaus sein dürfen.

Dieser Loot tut nicht gut

Was uns allerdings am meisten stört ist die Tatsache, dass Ubisoft mit Breakpoint aus Ghost Recon offenbar mit allen Mitteln ein Service-Spiel zu machen versucht. Das ist prinzipiell nicht verwerflich, allerdings gibt es zahlreiche Elemente im Spiel, die sich stark mit der klassischen Ghost Recon-DNA beißen. Die Lootshooter-Mechanik beispielsweise. Überall in Auroa finden wir Beutekisten, die entweder Rüstungsteile oder Waffen enthalten, die dann wiederum unseren Gear Score verbessern und uns bessere Chancen in Gebieten mit "besseren" Gegnern geben.

Waffen und Ausrüstung haben bestimmte Gear Score-Werte. Auswirkungen haben die aber nur bedingt. Waffen und Ausrüstung haben bestimmte Gear Score-Werte. Auswirkungen haben die aber nur bedingt.

Nur: Bessere Waffen sind grundsätzlich witzlos, weil zumindest bei menschlichen Feinden ein Kopfschuss ausreicht, um sie zu erledigen - so realistisch ist Breakpoint dann glücklicherweise geblieben. Es macht also kaum einen Unterschied, eine bessere Version einer bestimmten Waffe zu finden. Um dieses System dann aber doch noch zu legitimieren, treffen wir immer wieder auf Drohnen, die dann die üblichen Kugelsiebe sind und mehrere Magazine einstecken, bis sie explodieren. Das fühlt sich dann aber eher nach The Division an - mit dem Unterschied, dass es dort einfach besser passt hat.

So gut war der Vorgänger
Ghost Recon: Wildlands im GamePro-Test

Ein Service-Game mit Leib und Seele

Und auch ansonsten quillt Breakpoint der Service Game-Charakter aus allen Poren. Es gibt einen Social Hub, in dem wir Aufträge annehmen und mit anderen Spielern interagieren können, verschiedene Freischaltsysteme, Upgrades und sogar einen Battle Pass für Fraktionsbelohnungen.

Das reine Aufleveln macht dabei durchaus Laune, denn die Wahl der unterschiedlichen Klassen (etwa Scharfschütze oder Feldsanitäter) und der etlichen dafür verfügbaren Boni hat durchaus einen Einfluss darauf, wie ihr Breakpoint spielen könnt. Vieles andere wie etwa die Beutesuche fühlt sich dagegen nach reiner Spielzeitstreckung an, was das generelle Spieldesign arg verwässert.

Fußmärsche können in Auroa ziemlich lange dauern. Wohl dem, der ein Auto oder einen Heli unter dem Hintern hat.Fußmärsche können in Auroa ziemlich lange dauern. Wohl dem, der ein Auto oder einen Heli unter dem Hintern hat.

In technischer Hinsicht ist Breakpoint sicher kein absoluter Vorzeigetitel, dennoch sind allein die Größe von Auroa und die Naturdarstellung an vielen Stellen ziemlich beeindruckend, und auch die deutsche Vertonung sowie die satten Waffensounds haben uns gut gefallen. Der ansonsten gelungene Eindruck wird allerdings von einigen Bugs und Glitches getrübt. Wir haben bei unserem Test beispielsweise schwebende NPCs oder in den Boden glitchende Fahrzeuge gesehen, außerdem wurden Missionsmarker stellenweise nicht richtig angezeigt.

Gut möglich, dass Ubisoft diese Fehler in Zukunft behebt, ohnehin wird der Publisher Breakpoint in den kommenden Monaten ganz Service-Game-typisch mit zahlreichen neuen Inhalten ausstatten. Bei Wildlands sorgte das für merkbare Verbesserungen, bei Breakpoint gilt es die Entwicklung erst einmal abzuwarten.

Der PvP-Modus
Neben dem obligatorischen Koop gibt es in Breakpoint auch noch einen 4-gegen-4-PvP-Modus, der sich angenehm taktisch spielt. Denn hier beißt man bei Unvorsichtigkeit schnell ins Gras, Gegner sind auf den großen Maps nicht leicht auszumachen. Obwohl das Spielfeld nach einiger Zeit immer kleiner wird, konnten wir in unseren Test-Matches trotzdem unerfreulich viele Camper ausmachen. Nichtsdestotrotz hatten wir in den Partien unseren Spaß.

Ghost Recon: Breakpoint - Actionreicher Gameplay-Trailer von der E3 2019 1:50 Ghost Recon: Breakpoint - Actionreicher Gameplay-Trailer von der E3 2019

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