Große Gefühle - Das sind die Spiele, bei denen uns die Tränen kamen

Ja, wir geben es gern zu: Videospiele bringen uns hin und wieder zum Weinen. Und welche Titel uns ganz besonders nahe gegangen sind, verraten wir euch in diesem Artikel.

von Hannes Rossow,
30.06.2018 12:53 Uhr

Jeder hat diese eine Spiel, wo wir unseren Gefühlen freien Lauf ließen.Jeder hat diese eine Spiel, wo wir unseren Gefühlen freien Lauf ließen.

Nicht viele Videospiele legen es darauf an, mit ihren Geschichten auch wirklich echte Emotionen bei den Spielern hervorzurufen. Es gibt sie aber und fast jeder von uns hatte da schon dieses eine Videospiel, bei dem alle Dämme brachen und Tränen nicht mehr zurückgehalten werden konnten.

Wir berichten euch von diesen Spielen und warum sie uns so nahe gegangen sind. Und wer glaubt, dass Action-RPGs keine Gefühle auslösen können, hat sich ganz gehörig geschnitten.

Vorsicht: In diesem Artikel können wir den ein oder anderen Spoiler nicht vermeiden

Linda hatte feuchte Augen bei ... Valiant Hearts

Valiant Hearts - Launch-Trailer zum Kriegs-Adventure 1:42 Valiant Hearts - Launch-Trailer zum Kriegs-Adventure

Kein großer Blockbuster, kein aufwendig produziertes Spiel mit Mo-Cap ins Leben gerufenen Charakteren hat mich je zum Weinen gebracht, sondern das kleine 2D-Adventure Valiant Hearts: The Great War.

Das handgezeichnete Spiel von Ubisoft Montpellier dreht sich um vier Charaktere, die wir durch die Schrecken des ersten Weltkrieges begleiten. Kein anderes Kriegsspiel der letzten Jahre hat mich je so betroffen gemacht wie Valiant Hearts, weil die Geschichte eben nicht nur die Schlachten des Ersten Weltkrieges beleuchtet, sondern auch - und vor allem - deren Folgen.

Entsprechend mitgenommen haben mich die Schicksale der einzelnen Charaktere, die ich im Laufe des Spiels durch Schützengräben, Giftgaswolken und die Trümmer ihrer Heimatstädte begleitete. Warum mir während des Spielens die Tränen kamen, möchte ich aber nicht verraten. Denn falls ihr das Adventure noch nicht gespielt habt, solltet ihr es auf jeden Fall nachholen.

Hannes kamen die Tränen bei ... Shadow of the Colossus

Shadow of the Colossus - Story-Trailer bereitet uns auf das melancholische PS4-Remake vor 2:08 Shadow of the Colossus - Story-Trailer bereitet uns auf das melancholische PS4-Remake vor

Es wird oft darüber geredet, dass das Niederstrecken der stillen Titanen aus Shadow of the Colossus viele Spieler irgendwie traurig gestimmt hat. Und ja, wer sich wirklich auf die Kolosse einlässt, muss mit leichten Schuldgefühlen rechnen, wenn die Riesen in die Knie gehen und dann leblos auf den Boden krachen. Tränen kamen mir in diesen Momenten aber noch nicht, wirklich erwischt hatte mich Shadow of the Colossus nämlich erst ganz am Ende.

Schon das gesamte Spiel über ist zu spüren, dass der Plan von Wander nicht so funktionieren wird, wie er sich das vielleicht vorstellt. Ich möchte euch hier und jetzt nicht verraten, wie es mit Momo, Dormin und Wander ausgeht, aber das Finale ist derart aufwühlend, dass sich die angesammelte Traurigkeit der 16 toten Kolosse in einer emotionalen Achterbahnfahrt entlädt.

Obwohl Wander kaum ein Wort verliert und Shadow of the Colossus seine Geschichte ohnehin eher kryptisch erzählt, hat Fumito Ueda am Ende doch geschafft, mich allein durch seine Bildsprache zu berühren. Und ja, als dann DIESE EINE Sache passiert ist, rollten die Tränen unaufhaltsam die Wangen hinunter. Solltet ihr das Shadow of the Colossus-Remake noch vor euch haben, solltet ihr also Taschentücher zur Hand haben.

Lea wurde mehr als traurig bei ... Dark Souls

Draufhauen, sterben, stärker draufhauen & irgendwann ruhmreich den Boss niederstrecken - als Dark Souls-Spieler gewöhnt man sich irgendwann an eine gewisse Formel. Wo das From Software-Spiel allerdings besonders glänzt? Wenn es die eigenen Regeln unterwandert.

Als ich das erste Mal auf den riesigen Wolf Sif traf, wusste ich sofort, dass dieser Sieg alles andere als befriedigend werden würde. Ich wollte gar nicht gegen ein so majestätisches Tier kämpfen. Doch als der Bossfight getriggert wurde, war es zu spät… ich verfiel der alten Souls-Formel. Was folgte, war der ultimative Stich ins Herz: Der einst so stolze Wolf begann nach einigen Hits merklich zu humpeln. Normalerweise wäre ein leidender Dark Souls-Boss Grund zur Freude und Motivation gewesen, hier war es eher Anlass den Todesqualen ein Ende zu bereiten. Tränen begannen meine Augen zu füllen, aber was waren meine Optionen? Ich hatte die Wahl, das Spiel komplett abzubrechen oder die Sache durchzuziehen, also... zog ich es durch.

Der letztendliche Sieg fühlte sich alles andere als richtig an, insbesondere mit Sifs Hintergrundgeschichte vor Augen - als Artorias' treuer Begleiter beschütze er dessen Grab bis zu seinem letzten Atemzug, eine andere Agenda besaß Sif nicht. Was soll ich sagen? Es tut mir bis heute leid. Sif, bitte verzeih mir und den anderen Dark Souls-Spielern dieser Welt. Du hast etwas besseres verdient.

AK musste weinen bei ... Final Fantasy 8

Das erste Mal, dass ich mich wirklich an Tränen in den Augen erinnern kann, war bei Final Fantasy 8. Und nein, es war nicht (nur) wegen der Liebesgeschichte zwischen Squall und Rinoa. Auch wenn mich die Idee von einem Mann, der seine erste große Liebe über einen halben Kontinent und ins Weltall trägt, um sie zu retten, damals natürlich voll in mein Teenager-Herz getroffen hat.

Was mich aber wirklich berührt hat, ist Squalls Entwicklung. Wie er langsam lernt, anderen Menschen zu vertrauen und entdeckt, dass auch er nicht dazu bestimmt ist allein zu bleiben, sondern Freunde, eine neue Familie und sogar Liebe finden kann. Beziehungen, freundschaftlich und partnerschaftlich, sind für mich das Kernthema des Spiels und deswegen kamen mir nicht nur die Tränen, als Squall am Ende in Rinoas Armen aufwacht, sondern zum Beispiel auch, als Cifer wieder mit seinen Freunden vereint wird oder Laguna an Raines Grab steht.

Zu großen Teilen mache ich übrigens auch die wunderschöne Musik von Komponist Nobuo Uematsu verantwortlich, die mir bei rührenden Szenen jedes Mal den Rest gibt. Hach.

Nasti schluchzte bei ... Metroid Fusion ("Irgendwelche Einwände, Lady?")

Metroid Fusion ist nicht gerade für seine komplexe Story bekannt. Eher steht in dem Game Boy Advance-Spiel wie schon in den Vorgängern das Erkunden und Kämpfen gegen Alien-Parasiten im Vordergrund. Eine emotionale Cutscene hat mir beim Durchspielen als Teenie aber trotzdem Gänsehaut bereitet und mich auch ein kleines Tränchen verdrücken lassen.

"Irgendwelche Einwände, Lady?", das hat Samus' Commander und enger Vertrauter Adam Malkovich sie nach jedem Missions-Briefing gefragt. Schnell lernen wir in Metroid Fusion allerdings, dass er mittlerweile verstorben ist. In Erinnerung an ihren Freund nennt Samus die Computer-KI auf der Raumstation, auf der Fusion spielt, in ihren Gedanken kurzerhand "Adam". Computer-Adam ist allerdings emotionslos und einfach nur "eine Maschine, die besessen von ihrer Aufgabe" ist - so scheint es zumindest bis zum Spielende.

An einer entscheidenden Stelle, in der das Überleben der gesamten Galaxis auf der Kippe steht, löst Samus einen Wandel in der KI aus. Der Computer adressiert sie plötzlich mit "du" statt wie vorher mit "Sie". Er gibt ihr Zugang zu abgesperrten Gebieten und bricht so mit seiner Programmierung. Spätestens, als die Maschine Samus' finalen Auftrag mit der Frage "Irgendwelche Einwände, Lady?" beendet, wird deutlich, dass das Bewusstsein von Adam die Kontrolle über den Computer übernommen hat und Samus' Freund sie sogar über den Tod hinaus unterstützt.

Dennis flennte bei ... Journey

Journey - Ingame-Trailer zur PlayStation-4-Version 2:06 Journey - Ingame-Trailer zur PlayStation-4-Version

Vorsicht, hier wird gespoilert!

Viele Spieler verbinden die Reise ins Unbekannte aus Journey mit ihren schönsten Erinnerungen in der Welt der Videospiele. Und ja, das knapp zweistündige Abenteuer ist etwas ganz besonderes.Journey schickt euch ohne Vorwissen mitten in eine, dem Anschein nach, leere Sandwüste.

Alles was ihr zu Beginn in der Ferne seht, ein Berg, das Ziel eurer Reise. Ohne groß nachzudenken steuert ihr darauf zu. Doch nicht nur als einsame Erfahrung könnt ihr Journey genießen. Für mich war es das gemeinsame Erlebnis mit einem mir völlig unbekannten Spieler, der das Meisterwerk von Thatgamecompany für alle Zeiten tief in mein Herz geschlossen hat.

Lediglich durch euer Verhalten und kurze Laute verständigt ihr euch. Worte per Chat oder gar die Stimme eures neuen Freundes, Fehlanzeige!Am Ende eurer Reise erreicht ihr mit letzter Kraft den Gipfel des Berges und schreitet Seite an Seite dem hellen Licht entgegen. Ende. Ihr verschwindet, euer Partner verschwindet und eure Reise beginnt von vorn.

Nicht die Trauer über diesen Moment war es, die mich gerührt hat. Es war der Moment, als mich kurze Zeit später eine Nachricht von meinem Begleiter erreichte. Sie ging in etwa so:

""Vielen Dank, dass ich diese Reise mit dir zusammen erleben durfte. Ich kenne dich nicht, du kennst mich nicht, doch was wir gerade gemeinsam erlebt haben, das werde ich nie vergessen." "

Welche Spielen haben euch zu Tränen gerührt?


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