Microsoft findet, nicht jedes Spiel braucht Live Service und verspricht Offline-Singleplayer-Titel

Für Microsoft sind Live-Service-Games nur ein Teil des Xbox-Puzzles. Das Xbox-Team baut auch weiterhin auf Singleplayer-Games ohne Live-Service-Elemente.

von Jonathan Harsch,
15.07.2021 12:34 Uhr

Spiele mit klassicher Kampagne wie Tell Me Why sollen Live-Games à la Sea of Thieves ausbalancieren. Spiele mit klassicher Kampagne wie Tell Me Why sollen Live-Games à la Sea of Thieves ausbalancieren.

Der industrieweite Trend hin zu langanhaltenden Videospielen mit Seasons und zahllosen Updates bereitet einigen Gamern Sorgen. Auch Microsoft hat mit (kommenden) Titeln wie Halo Infinite, Sea of Thieves und Forza Horizon 5 Live-Games im Portfolio. Laut Xbox Game Studios-Chef Matt Booty wird intern aber kein Druck auf die First-Party-Studios ausgeübt, mehr solcher Spiele zu produzieren.

Studios können selbst entscheiden

"Es gibt bei uns keine Vorgabe und keinen Erlass, die besagen, dass jedes Spiel ewig unterstützt werden muss", erklärt Booty in einem Interview mit The Guardian. Als Beispiel nennt er Psychonauts: "Es könnte ein Psychonauts 3 geben, aber ich werde Tim Schafer nicht sagen, dass er es produzieren soll."

Abwechslung ist wichtig: Matt Booty nennt Sea of Thieves und den Mehrspieler-Modus von Halo Infinite als Beispiele für Titel mit langem Atem und mehreren Seasons. Aber Singleplayer-Games ohne Live-Service Elemente sind für das Xbox-Team genauso wichtig:

"Compulsion Games, unser Studio in Montreal, wurde nicht gesagt, dass sie etwas entwickeln müssen, das Seasons oder sechs DLCs haben muss. Und Tell Me Why war für uns eine wichtige Geschichte, aber es gibt keine Vorgabe, dass sie irgendwie Seasons für das Spiel auf die Beine stellen müssen."

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Viele sehen das anders

Der Grund, weshalb sich Microsoft überhaupt genötigt sieht diese Dinge klar zu stellen, liegt nicht einmal unbedingt beim Unternehmen selbst. Allerdings bewegen sich viele andere große Publisher in genau diese Richtung. Allen voran Ubisoft, die bekannt gaben, dass sie in Zukunft vermehrt auf Service-Games und Free2Play setzen wollen. Die Frequenz von AAA-Spielen soll im Gegenzug heruntergesetzt werden.

Assassin's Creed Infinity macht den Anfang: Mit der Ankündigung von Assassin's Creed Infinity hat Ubisoft ein klares Zeichen gesetzt, in welche Richtung es in Zukunft gehen soll. Anstatt regelmäßig neue seperate Ableger zu veröffentlichen, wird das Franchise zu einer Plattform ausgebaut, die konstant mit Updates versorgt werden soll. Gut möglich, dass bald viele bekannte Spielereihen folgen werden.

Es geht auch anders herum: EA hat mit Bioware jedoch bereits erlebt, dass ein solches Vorgehen auch nach hinten losgehen kann. Anthem kam bei Kritikern und Fans nicht gut an. Der Live-Titel wurde eingestampft und das Studio darf jetzt wieder an ihren Fan-Lieblingen Dragon Age und Mass Effect arbeiten.

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Im selben Interview äußerten sich Phil Spencer und Matt Booty auch zum Thema Studio-Shopping. Dass Microsoft auch in Zukunft Entwickler aufkaufen will, ist kein großes Geheimnis. Einige dieser Unternehmen könnten aber aus Regionen kommen, die sich bisher in Sachen Game-Development wenig hervortaten. Namentlich werden Indien, Südamerika und Afrika genannt.

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