Seit Jahren bin ich von Pokémon nur noch enttäuscht - jetzt habe ich mir für Pokopia eine Switch 2 gekauft und bereue nichts

Myki hatte die Liebe zu Pokémon längst verloren und auch der Nintendo Switch 2 ist sie lange Zeit aus dem Weg gegangen – bis zum Release des neuesten Pokémon-Spiels.

Dass mir einmal ein schlafendes Lahmus aus einem Pokémon-Spiel solche Freude bereitet, habe ich nicht erwartet. (© Nintendo) Dass mir einmal ein schlafendes Lahmus aus einem Pokémon-Spiel solche Freude bereitet, habe ich nicht erwartet. (© Nintendo)

Mit Pokémon verbinde ich schon lange keine richtige Freude mehr. Mit jedem neuen Release der Hauptspiele kam eher Enttäuschung als Freude auf – ich habe schlicht die Liebe zum Detail und die interessante Lore aus den älteren Spielen vermisst.

Irgendwann habe ich sogar meine Nintendo Switch verkauft. Pokémon war für mich vorbei – dachte ich zumindest, bis Pokémon Pokopia erschienen ist. 

Plötzlich war ich in den Sozialen Medien komplett umzingelt von Videos, Guides und Bildern zum Spiel. Der niedliche Look und wie die Pokémon sich unterhalten hat mich sofort angesprochen – nicht zu schweigen vom Gameplay, da ich eine gewisse Schwäche für solche Dekorations- und Life-Sim-Spiele habe. 

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Spätestens als ich mir abends um 21 Uhr aus reiner Neugier eine Bauanleitung für eine kleine Hafenstadt in Pokopia auf YouTube angeschaut habe, war es um mich geschehen. 

Um 22 Uhr abends: MediaMarkt-Seite geöffnet, Switch 2 und Spiel in den Warenkorb gepackt und nach Hause liefern lassen. Mein erster Gedanke war: Klasse Aktion, Myki. Bist ja doch bei einem Pokémon-Spiel eingeknickt. 

Pokopia ließ die Zeit wie im Fluge vergehen

Der Kauf einer Nintendo Switch 2 und Pokémon Pokopias am späten Abend mag vielleicht impulsiv gewesen sein, aber ich hatte zumindest einen Notfallplan parat, falls die Reue doch zuschlagen sollte: Würden mir das Spiel und die Konsole keine Freude bereiten, hätte ich sie einfach zurückgeben oder weiterverkaufen können – es gab für mich also kein großes Risiko.

Meine Sorgen stellten sich jedoch eh schnell als völlig unbegründet heraus. Kaum war die Switch eingerichtet und Pokopia gestartet, verflogen meine Zweifel im Nu und ich hatte einfach nur riesigen Spaß mit dem neuen Pokémon-Abenteuer.

Die Umgangssprache in Pokopia ist einfach nur witzig. (© Nintendo) Die Umgangssprache in Pokopia ist einfach nur witzig. (© Nintendo)

Als großer Fan der Animal Crossing- und der Dragon Quest Builders-Spiele ist Pokopia für mich der perfekte “spirituelle Nachfolger“. Durch die angenehme Atmosphäre, das Entdecken der vielen Pokémon, das Gestalten der unterschiedlichen Habitate – und nicht zu vergessen die witzige deutsche Übersetzung – habe ich die Zeit um mich herum komplett vergessen.

Die Pokémon und Lore in Pokopia haben es mir angetan

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich für Pokémon selbst wieder so interessieren würde – besonders für mein damaliges Starter-Pokémon aus Kindertagen: Bisasam. Die niedlichen Persönlichkeiten der Pokémon und das, was sie manchmal zu erzählen haben oder ihre Pokédex-Einträge haben mich total bezaubert.

Mein absolutes Highlight – abseits des Bauens der Habite und der Existenz eines Dittos – ist jedoch die Lore. Bei jedem Tagebucheintrag oder Zeitungsartikel im Spiel wollte ich wissen, was eigentlich passiert ist, weshalb es nur noch Pokémon auf der Welt gibt und keine Menschen anzutreffen sind.

Nicht, dass ich mich beschweren würde, die könnten meinetwegen auch ewig wegbleiben. Ich wäre mit zukünftigen Pokémon-Spielen, in denen es weiterhin ausschließlich Pokémon gibt, sehr glücklich.

Myki Trieu
Myki Trieu

Obwohl sie alle Pokémon-Spiele bis Schwarz und Weiß 2 sehr geliebt hat, haben Myki die Nachfolger nicht mehr gefallen und so hatte sie der Marke eigentlich abgeschworen – wäre sie nicht über die ganzen Inhalte von Pokopia gestolpert. Dadurch hat sie Pokémon doch noch eine Chance gegeben und es nicht bereut.

Es waren nie die Pokémon selbst, sondern etwas anderes

Pokopia hat mich realisieren lassen, dass meine langjährige Abneigung gegenüber der Marke gar nicht an den Pokémon selbst, sondern hauptsächlich an den Hauptspielen lag. 

Durch die oft schlechte Performance, das wenig innovative Gameplay – abseits von Z-A, das sich etwas anderes traut, wo aber der visuelle Aspekt zu wünschen übrig lässt – und die immer wieder gleiche Prämisse eines jungen Trainers oder einer Trainerin, der/die in die Welt hinauszieht und eine weitere böse Organisation bekämpft, wurde mir die Reihe einfach zu fad. 

Ich habe die interessanten Geschichten, Lore oder ungewöhnliche Gameplay-Elemente (Beerenkekse für Pokémon backen, Tränke mischen, an Schönheitswettbewerben teilnehmen und so weiter) aus den vorherigen Teilen bis Schwarz und Weiß 2 einfach vermisst. 

Ich hatte das Gefühl, als hätten die neueren Spiele die Leidenschaft und die Essenz der Marke aus den Augen verloren – zum Glück fühlt sich Pokopia für mich nach dem genauen Gegenteil an.

Aber wie sieht es mit euch aus? Seid ihr auch dem Charme von Pokopia verfallen und habt euch eine Nintendo Switch 2 geholt oder interessiert euch die Konsole und das Spiel gar nicht?


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