Resident Evil Requiem will es allen recht machen - und das funktioniert besser, als ich gedacht hätte!

Eleen konnte in Resident Evil: Requiem erstmals Leon spielen und fühlt sich als RE4-Fan direkt zu Hause. Wie gut der Mix aus Horror und Action funktioniert, erfahrt ihr in der spoilerfreien Preview.

Resident Evil Requiem in der Preview. Resident Evil Requiem in der Preview.

Resident Evil: Requiem will es mit seinen beiden Hauptcharakteren irgendwie allen Fans recht machen. Einerseits kehrt es mit der neuen Protagonistin Grace zu den Survival-Horror-Wurzeln der Reihe zurück, andererseits sollen Action-Fans als Serien-Veteran Leon auf ihre Kosten kommen.

Ich habe einige Wochen vor Release auf einem dreistündigen Anspielevent jetzt das Gameplay von beiden ausprobiert und kann sagen: Es könnte unterschiedlicher kaum sein – und passt trotzdem besser zusammen, als ich es erwartet hatte!

Das konnte ich spielen: Während der dreistündigen Anspielsession habe ich etwa eine Stunde als Leon und zwei Stunden als Grace gespielt, wobei sich die Gameplay-Abschnitte der beiden abwechseln.

Wo Leon auftaucht, steht kein Zombie mehr

Capcom hatte vorab lange damit hinterm Berg gehalten, dass wir neben Grace Ashcroft auch Urgestein Leon S. Kennedy spielen werden. Vermutlich, damit er der neuen Protagonistin nicht die Show stiehlt – was in meiner Anspielsession ein bisschen passiert ist. Was soll ich sagen, ich freue mich als großer Fan von Resi 4 einfach über ein Wiedersehen mit Leon!

Video starten 0:58 Resident Evil Requiem will es ALLEN recht machen! Doch funktioniert das?

Wo sich die Abschnitte mit Grace stark an den Survival-Horror-Ansatz von Resi 7 halten (dazu später mehr), zocke ich mit Leon ein echtes Action-Fest, das stark an das Resident Evil 4 Remake erinnert. 

Das fällt schon beim HUD auf: Statt der minimalistischen Anzeige der letzten beiden Teile, die bei Grace zum Einsatz kommt, gibt’s bei Leon die Ansicht aus dem vierten und fünften Ableger, die mir stets meine genaue Lebensanzeige durchgibt. Erfahrungsgemäß lassen sich die HUDs in Resi aber auch individualisieren.

Third-Person Standardmäßig spielen wir mit Leon in der Third-Person-Perspektive ...

First-Person ... können aber auch jederzeit im Menü in die First-Person wechseln.

Zwar ist Leon seit seinem letzten Auftritt in Resident Evil 6 sichtbar gealtert und hat inzwischen deutliche Falten im Gesicht. Aber er ist noch immer ein Actionheld wie eh und je. 

In den ersten Spielminuten kommt Leon bei dem Anwesen an, in dem wir schon Spielszenen mit Grace sehen konnten. Anders als bei ihr, geht es hier aber nicht ans Schleichen oder um das Lösen von Rätseln. Stattdessen dauert es keine fünf Minuten, ehe ich von einem Zombie-Doktor mit einer Kettensäge verfolgt werde – auch hier lässt Resident Evil 4 grüßen.

Leon nimmt das natürlich gelassen. Neben einer Pistole ist er auch mit einem Beil ausgestattet, dem Messer-Äquivalent in Requiem. Heißt, damit kann ich nicht nur Schleichangriffe ausführen und taumelnde Gegner erledigen, sondern auch Kettensägen parieren.

Wer das Resident Evil 4 Remake gespielt hat, erkennt das Parieren direkt wieder. Damit die Axt scharf bleibt, kann Leon sie zwischendrin wetzen. Wer das Resident Evil 4 Remake gespielt hat, erkennt das Parieren direkt wieder. Damit die Axt scharf bleibt, kann Leon sie zwischendrin wetzen.

Und habe ich den Doktor einmal erledigt, schnappe ich mir einfach dessen Kettensäge und mähe die restlichen Zombies weg. Nur behalten darf ich sie leider nicht, da Leon sie am Ende des Kampfes wegschmeißt.

Gegen Ende der Anspielsession erlebe ich dann noch einen weiteren Abschnitt mit Leon und liefere mir einen Bosskampf mit einem gigantischen Verfolger-Feind, vor dem Grace bislang nur weglaufen konnte. Das Spiel drückt mir hier einfach eine Schrotflinte in die Hand und ich mache kurzen Prozess mit dem Viech.

All das ist spaßige, kurzweilige Action. Wer das (sehr gute) Resident Evil 4 Remake gespielt hat, wird sich hier direkt zu Hause fühlen. Und ja, auch Leons herrlich billige Sprüche sind wieder dabei!

Wenig überraschend geht es in Leons Abschnitten auch ganz schön blutig zur Sache. Wenig überraschend geht es in Leons Abschnitten auch ganz schön blutig zur Sache.

Deutsche Sprachausgabe: Resident Evil: Requiem bietet neben Untertiteln auch eine deutsche Sprachausgabe, die mich beim Anspielevent voll und ganz überzeugt hat. Und das, obwohl ich normalerweise immer auf Englisch spiele.

Und plötzlich bin ich in einem Survival-Horror-Spiel

Zwischen den beiden Abschnitten mit Leon schlüpfe ich aber auch in die Rolle von Grace – und habe direkt das Gefühl, in einem anderen Spiel zu landen. Nicht nur, weil ich automatisch von Leons Third-Person in die Ego-Perspektive wechsle, was ich übrigens jederzeit im Menü ändern kann.

Accessibility: Neben dem freien Wechsel der Kameraperspektive bietet Resident Evil: Requiem auch diverse Barrierefreiheitsoptionen, etwa zum Anpassen der Untertitel und Schriftgröße, Ein- und Ausschalten der Vibration/Adaptiven Trigger, Aim-Assist oder Ausschalten der Kameraschwankung. Zum Spielstart sind zudem drei Schwierigkeitsgrade verfügbar.

Einstellungen etwa für Farbfehlsichtigkeit fehlten allerdings in meiner Preview-Version. 

Zwar bekomme ich auch mit Grace ziemlich schnell eine Pistole in die Hand. Aber Munition ist stets knapp und sobald ich mehr als einem Zombie gleichzeitig gegenüber stehe, wird es schnell brenzlig. 

Inventar Grace Grace bekommt ein ziemlich limitiertes Inventar und muss oft überlegen, was sie mitnehmen kann. Später lässt es sich noch erweitern.

Inventar Leon Leon startet hingegen direkt mit ordentlich Platz für Waffen und Co. Dafür haben verschiedene Items bei ihm auch unterschiedliche Größen.

Grace ist nämlich auch körperlich deutlich schwächer. Wo Leon einen taumelnden Feind mit einem Finisher ausschaltet, kann Grace die Ekelviecher lediglich schubsen, um sich ein paar Sekunden Verschnaufpause zu verschaffen.

Sogar beim Laufen ist sie merklich langsamer, steuert sich sogar etwas träge. Zuletzt muss sie sich auch immer wieder mit unverwundbaren Verfolgern rumschlagen – das war in der Anspielsession nicht unbedingt gruselig, sorgt aber durchaus für Stress und Anspannung.

Grace ist aber nicht komplett wehrlos, sondern muss nur klüger vorgehen. Eine Neuerung bei den Zombies ist nämlich, dass viele von ihnen auf Aktivitäten aus ihrem früheren Leben fixiert sind.

Ein Untoter murmelt etwa die ganze Zeit vor sich hin, dass er das Licht ausschalten muss. Ich verstehe den Wink mit dem Zaunpfahl und locke ihn weg, indem ich den Gang runter das Licht anschalte. Und schon habe ich Munition gespart.

Grace kann selbst mutierte Zombies heimlich ausschalten, braucht dafür aber ein Item, das sie nur einmal nutzen kann. Grace kann selbst mutierte Zombies heimlich ausschalten, braucht dafür aber ein Item, das sie nur einmal nutzen kann.

Daneben kann Grace auch nützliche Items craften. So etwa eine Spritze, mit der sich Zombies nicht nur lautlos ausschalten lassen, sondern die auch dafür sorgt, dass sie nicht zu gefährlicheren Formen mutieren können. 

Der Nachteil: Diese Spritzen lassen sich nur ein einziges Mal nutzen und verbrauchen wertvolle Ressourcen wie Zombieblut. An das komme ich hauptsächlich, indem ich Untote ausschalte – was mich natürlich wieder wertvolle Munition kostet.

All das sorgt dafür, dass hier deutlich mehr Survival-Horror-Feeling aufkommt. Dazu trägt auch bei, dass Grace schlicht langsamer vorankommt. Nicht nur schleiche ich viel, ich muss in der Villa auch immer wieder von A nach B laufen, um Rätsel zu lösen und etwa an Schlüsselkarten oder Wappen zu kommen, mit denen sich die nächste Tür öffnen lässt.

Diese Lady hier ist ein Spezial-Zombie und mag keine lauten Geräusche – weshalb sie uns so laut anschreit, dass wir davon Schaden nehmen. Diese Lady hier ist ein Spezial-Zombie und mag keine lauten Geräusche – weshalb sie uns so laut anschreit, dass wir davon Schaden nehmen.

So gut funktioniert der Spagat in Resident Evil: Requiem wirklich

Eleen Reinke
@ottadice.bsky

Der Unterschied zwischen den Abschnitten von Grace und Leon ist so stark, dass sie sich regelrecht wie zwei komplett verschiedene Spiele anfühlen.

Hier kommt tatsächlich der Eindruck auf, als wolle Capcom es möglichst allen Fans recht machen und dabei mehr auf ein “Best-of” als auf Neuerungen setzt: klassischer Survival-Horror à la Resident Evil 2, Action-Gameplay wie in Resident Evil 4, eine neue Protagonistin und ein alter Fan-Liebling als spielbare Charaktere gleichzeitig. Diesmal ist wirklich alles dabei. 

Das mag erstmal negativ klingen, aber zumindest in meiner Anspielsession hat dieser Mix dann doch erstaunlich gut harmoniert. 

Nachdem ich mich mit Grace angespannt zwei Stunden lang durchgeschlichen und -geknobelt habe, ist Leons kurzweiliges Geballer ein angenehmer Durchatmer. Besonders wenn ich dann endlich den Verfolger zerschroten darf, der Grace bis dahin das Leben schwer gemacht hat. Hach, Katharsis!

Natürlich muss sich noch zeigen, ob Resident Evil: Requiem dieses Gleichgewicht auch über die gesamte Spielzeit halten kann oder sich das ständige Hin und Her doch irgendwann ausleiert. Ich für meinen Teil kann es aber kaum abwarten, die Geschichten von Grace und Leon weiterzuspielen.

Resident Evil: Requiem erscheint am 27. Februar 2026 für PS5, Xbox Series, Nintendo Switch 2 und PC.


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