Sony sagt: Game Pass-Modell für PS Plus würde Qualität der Spiele senken

Laut Sony müssten die Budgets ihrer First-Party-Spiele drastisch gesenkt werden, damit sich eine Veröffentlichung in einem Abo-Service am Erscheinungstag lohnen würde.

von Jonathan Harsch,
11.05.2022 13:31 Uhr

AAA-Spiele zum Launch bei PS Plus? Laut Sony wäre das zu teuer. AAA-Spiele zum Launch bei PS Plus? Laut Sony wäre das zu teuer.

PS Plus wird bei uns am 22. Juni umgestellt. Dann gibt es neben dem bisherigen Modell zwei weitere Stufen, mittels derer wir für eine monatliche Gebühr hunderte PlayStation-Spiele streamen und herunterladen können.

Aber entspricht das nicht einem Game Pass-Modell? Einerseits ja, die Services stehen durchaus in Konkurrenz zueinander, andererseits aber auch nicht, denn Sony baut eher auf die umfassende PlayStation-Bibliothek und wird ihre großen Eigenproduktionen nicht zum Launch bei PS Plus veröffentlichen. Jetzt äußerte sich das Unternehmen noch einmal zu den Hintergründen dieser Entscheidung.

Day-One-Releases bei PS Plus hätten laut Sony dauerhafte negative Auswirkungen

Während eines Investoren-Meetings äußerte sich Sonys Finanzchef Hiroki Totoki zu den Plänen mit dem neuen PS Plus (via Genki). Sony gebe laut Totoki viel Geld für die Spielentwicklung und Forschung aus, und das wirke sich langfristig positiv auf die Geschäfte aus. Sollten Sonys AAA-Spiele in Zukunft am Erscheinungstag bei PS Plus veröffentlicht werden, müssten diese Kosten gesenkt werden, was wiederum negative Auswirkungen hätte:

Wenn wir AAA-Spiele auf der PS5 in einem Abo-Service veröffentlichen würden, müssten wir die Investitionen senken, wodurch sich die Qualität der First-Party-Spiele verschlechtern würde – das ist unsere Sorge. Deshalb wollen wir sicher gehen, dass unserer Projekte genügend Budget haben und auf dem richtigen Weg vertrieben werden.

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Totoki bekommt Zustimmung: Sonys ehemaliger Worldwide Studios-Chef Shawn Layden pflichtet den Aussagen auf Twitter bei. Layden sprach schon in der Vergangenheit über explodierende Entwicklungskosten in der AAA-Industrie. Sollten die Spiele simultan in einem Abo-Service veröffentlicht werden, wären diese laut dem Geschäftsmann nicht mehr tragbar.

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Seitenhieb gegen Microsoft: Totoki sagte, er wolle sich nicht zur Konkurrenz äußern, doch seine Aussagen zeigen eine klare Haltung gegenüber Microsofts Game Pass. Denn wenn Sony die Qualität senken müsste, wäre das bei der Konkurrenz ja bereits der Fall.

Allerdings beweisen schon jetzt Spiele wie Forza Horizon 5 und Halo Infinite das Gegenteil. Da sich Microsoft mit Zahlen zu ihrem Service jedoch zurück hält, können wir nicht sagen, wie weit sich der Game Pass finanziell auch wirklich lohnt.

Hättet ihr die First-Party-Spiele gern auch mit niedrigerer Qualität direkt im neuen PS Plus oder zahlt ihr dann doch lieber den Vollpreis?

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