Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel Kopfzerbrechen mir der Umstieg auf Windows 11 im vergangenen Jahr bereitet hat. Nicht nur, weil er aufgrund von Hardware-Restriktionen recht umständlich war, sondern auch, weil ich dabei so ziemlich jeden Stolperstein mitgenommen habe, den es gab.
Gut neun Monate später muss ich aber sagen, dass ich eigentlich verdammtes Glück hatte. Ich habe mich nämlich kurzerhand aufgrund eines nervtötenden Fehlers zu einem Hardware-Upgrade entschieden, das mich in diesen Tagen ungefähr 500 Euro mehr gekostet hätte.
Ein fehlgeschlagenes Update hat mich vor eine Wahl gestellt, die ich eigentlich gar nicht treffen wollte
Das ist die Ausgangslage: Im vergangenen Herbst ist der Support für Windows 10 ausgelaufen. Leider, denn ich war mit dem Betriebssystem so zufrieden wie seit Windows 7 nicht mehr. Es gab zwar die Möglichkeit, Sicherheits-Updates per Abo noch ein Jahr länger zu erhalten, aber ich schiebe ungern Dinge auf.
Nun gab es aber ein Problem bei der ganzen Sache: Die X470-Platine, die das Fundament meines PCs bildete, war eigentlich schon zum Anschaffungszeitpunkt im Mai 2019 ein altes Eisen, hatte stets Probleme beim Speichern von Änderungen im BIOS und kam ohne standardmäßig aktivierte fTPM-Funktion.
Und ohne TPM geht bei einer Windows 11-Installation bekanntlich nix, sofern nicht spezielle Workarounds genutzt werden. Auch einige Sicherheits-Features, etwa der Login-PIN, bleiben ohne TPM verschlossen.
Die Lösung sollte es per BIOS-Update auf eine neuere Version geben, in der fTPM dann grundsätzlich eingeschaltet gewesen wäre und selbst bei einem Einstellungs-Reset den Rechner hätte booten lassen. Was ich aber nicht wusste: Die zu dem Zeitpunkt aktuellen BIOS-Updates für das spezifische Mainboard waren verbuggte Beta-Versionen, die nicht als solche deklariert wurden.
Die Folge: Das Update schlug krachend fehl, weshalb sich das BIOS auf eine richtig alte Version zurücksetzte. Da diese Version meine CPU nicht mehr unterstützte, kam es beim Booten zu einem Blackscreen, der mich auch mehr ins BIOS ließ.
39:01
3.000€ für eine Grafikkarte? Die Hardware-Krise ist zurück – und sie ist schlimmer!
Lange Rede kurzer Sinn: Da mein PC primär für die Arbeit genutzt wird und das vermaledeite Mainboard für unheimlich viel Frust gesorgt hat, habe ich mich parallel zu meiner Ursachenforschung zu einem zeitgemäßen Hardware-Upgrade entschlossen. Das bestand aus einem Ryzen 9900X, in Kombination mit einem X870E-Mainboard eines anderen Herstellers und 48 Gigabyte DDR5-8000-RAM.
Und jetzt kommt's: Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Gewissensbisse ich beim Kauf des Arbeitsspeichers hatte! „So UNMENSCHLICH viel Geld kann man doch eigentlich nicht für RAM ausgeben!“ habe ich mir gedacht. Dabei ging es um aus heutiger Sicht lumpige 230 Euro.
Nur sechs Monate später ist die Wut über das ungeplante Upgrade verflogen
In den Monaten danach war ich zwar froh über das Upgrade, da das Performance-Plus deutlich spürbar war, jedoch hätte ich mir lieber selbst den Kaufzeitpunkt ausgesucht, statt indirekt dazu gezwungen worden zu sein.
Dass es aber eigentlich nicht besser hätte kommen können, ist mir erst mit Beginn des neuen Jahres so richtig klar geworden. RAM wird für Privatnutzer*innen aufgrund des KI-Hypes teurer und teurer, zum Teil müssen wir richtig tief in die Tasche greifen.
Zum Vergleich: Für das oben genannte 48 GB-Kit hätte ich Stand heute locker-flockige 750 Euro gelatzt. Also mehr als das Dreifache (!).
Daher muss ich wohl oder übel zugeben, dass ich mittlerweile ziemlich froh darüber bin, dass ich damals upgraden "musste". An so viel flotten RAM komme ich aktuell nicht mehr zu Preisen, die ich vor mir rechtfertigen könnte.
Und ein Ende des KI-Booms ist ja auch noch nicht in Sicht. Bis ins Jahr 2027 sollen die Speicherengpässen anhalten und sogar SSDs und Grafikkarten betreffen. Der ungewollte Glücksgriff könnte sich also über mehrere Monate oder womöglich sogar Jahre hinweg bezahlbar machen.
Habt ihr euch vielleicht sogar ebenfalls vor der RAM-Krise für ein neues RAM-Kit entschieden? Oder müsst ihr warten, bis die Preise wieder fallen?



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