Fazit der Redaktion
Dennis Müller
Resident Evil 9 ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass der Spruch “willst du es allen recht machen, machst du es am Ende niemandem recht” zumindest für Horrorspiele von Capcom nicht zutrifft. Was die spielerische Abwechslung zwischen Survival-Horror und Action anbelangt, die ihr zudem in der von euch bevorzugten First- oder wahlweise Third-Person genießen könnt, macht Requiem nämlich verdammt viel richtig.
Optisch schaut das Spiel mit Abstrichen beim Raytracing auf der von mir gespielten PS5 Pro-Version toll aus und kommt zudem in einem technisch sehr guten Zustand daher.
Dass Requiem trotz seiner spielerischen Klasse nicht zu meinen drei liebsten Resis (2, 7 und 8) zählt, liegt zum einen an den wenig einfallsreichen Schauplätzen. Und zum anderen daran, dass Capcom in Requiem offenbar der Mut für Neues abhandengekommen ist. Ein Bereich, der mir nicht wohlig vertraut vorkommt und wie zuletzt in Village das Vampir-Setting der Reihe einen komplett frischen Anstrich verleiht.
Beide Punkte sollen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr hier ein verdammt gutes AAA-Spiel bekommt.
Samara Summer
Keine Frage: Resident Evil Requiem ist ein gelungenes AAA-Survivalhorror-Spiel, aber es ist trotzdem weit davon weg, mein Lieblings-Resi zu sein. Mit dem Grace-Part bin ich gerade zu Beginn nicht richtig warm geworden, weil er sich für mich sehr langsam anfühlte – insbesondere im Vergleich zu den actionreichen Intermezzos mit Leon.
Zwar bin ich für die langsamere Sorte Horror durchaus zu haben, der funktioniert für mich aber nur, wenn mich das Setting voll abholt und/oder ich Gänsehaut verspüre, wie das beispielsweise im Baker-Haus bei RE7 der Fall war. Die Atmosphäre im Sanatorium und in späteren Schauplätzen hat mich nicht ganz so gepackt, und der Wechsel zwischen beiden Figuren hat es mir schwerer gemacht, mich voll auf Grace einzulassen.
Leons Abschnitte haben mir spielerisch dafür so richtig viel Spaß gemacht. In seinen Passagen, und auch in manchen späteren Szenen mit Grace, gab es dann eben genau die überdrehte Gruselshow, die ich mir von der Reihe wünsche. Die volle Nostalgie-Packung mit Anspielungen und Easter Eggs zu alten Spielen hat mich außerdem als Fan mehr berührt, als ich euch je verraten würde.
Insgesamt haben mir Resident Evil 7 und 8 mit ihren einzigartigen Schauplätzen besser gefallen, oder auch das pure Trash-Action-Feuerwerk aus dem Remake von Resident Evil 4. Vieles daran ist aber eine Geschmacksfrage und unterm Strich hatte ich eine gute Zeit, auch wenn ich ausnahmsweise nicht direkt den zweiten Durchlauf starte.
Tobias Veltin
Auch wenn ich sowohl die Survival-Horror- als auch die Action-Resis mag, würde ich mich eher der ersten Fraktion zuordnen. Dementsprechend habe ich in Requiem besonders den Sanatorium-Teil mit Grace genossen. Das Spielgefühl ist hier einfach auf den Punkt und ich hatte großen Spaß daran, das verwinkelte Gemäuer nach und nach unter einer angenehmen Anspannung zu erkunden.
Die Leon-Parts spielten sich für mich dagegen etwas routinierter und abseits von ein paar guten Ideen und dem herrlichen Gefühl, es den Zombies jetzt endlich mit entsprechender Feuerkraft heimzahlen zu können, hat mir dieser Teil des Spiels nicht so viel gegeben.
Dennoch ist es erfrischend, beide Seiten im Spiel zu erleben, und da speziell das Kern-Gameplay ohne großen Fehl und Tadel ist, gibt es hier für mich nur wenig zu meckern. Resident Evil 9 ist ein tolles Spiel, mit dem ich fast durchgehend eine gute Zeit hatte.
Im Vergleich mit den Teilen 7 und 8 reiht sich Requiem für mich persönlich allerdings nur auf dem dritten Platz ein. Mir geht das Spiel nämlich zu sehr auf Nummer sicher und feiert quasi ein Best-of der Serie ab, was ich auch total nachvollziehen kann und was wie erwähnt auch gut funktioniert. Mir sind allerdings die Schauplätze zu dröge und die eigenen Ideen zu marginal, weswegen ich zukünftig verhaltener auf Requiem zurückblicken werde als auf Resi 7 und Village.
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