Saros ist genau das, was ich mir als PlayStation-Fan von Sony wünsche

Dennis konnte das neue PS5-Actionspiel von Entwickler Housemarque bereits 3 Stunden anspielen und ist begeistert.

Saros ist wieder ein PS5-Exclusive ganz nach meinem Geschmack. Saros ist wieder ein PS5-Exclusive ganz nach meinem Geschmack.

Hatte ich in den vergangenen Monaten Kolumnen über Sony geschrieben, ging es meist um eingestellte Live-Service-Spiele, es ging um Studioschließungen wie die von Bluepoint oder um einen an und für sich tollen Multiplayer-Shooter wie Marathon, der allerdings bislang zu wenige Bungie-Fans vor den Bildschirm gelockt hat.

Daher ist es umso schöner, dass ich vor wenigen Tagen beim dreistündigen Anspielen von Saros so etwas wie einen Hauch des Aufschwungs gespürt habe. Eine Rückbesinnung zum Singleplayer. Ein AAA-Actionspiel, das spielerisch und technisch in der obersten Liga mitspielt und das weit zugänglicher ist, als noch das erbarmungslose Returnal. 

Das konnte ich spielen: Auf Einladung von Sony konnte ich in Frankfurt die ersten drei Stunden der englischen Version von Saros vom Start weg spielen und hab mich dabei durchs erste Biom bis hin zum Boss geballert. 

Saros fühlt sich so unfassbar gut an

Manchmal nimmt man den Controller in die Hand, spürt wie zuletzt in Astro Bot das erste haptische Feedback des DualSense, läuft ein paar Schritte und weiß, dass die nächsten Stunden einfach nur bocken werden. Saros ist genau so ein Spiel!

Video starten 55:41 Michi konnte Saros auch schon zocken und war ebenfalls überaus angetan.

Was Housemarque hier aus technischer Sicht auf den Bildschirm zaubert, darauf könnt ihr euch freuen. Flüssiges und präzises 60 fps-Gameplay, knackig scharfe 4K-Bilder, eine hervorragende (zum Release auch deutsche) Synchro und eine brutal gute Audio-Mische aus wummerndem Geballer und einem treibenden Soundtrack. 

Und an der Stelle sei angemerkt, dass ich auf der Standard-PS5 gezockt habe. Was auf der Pro noch möglich ist, erfahrt ihr dann in wenigen Tagen im GamePro-Test von Kevin. 

Saros’ mysteriöse Geschichte ist mehr ein Drumherum

Dass Saros kein Roguelike, sondern jetzt ein weit zugänglicheres und für viele motivierendes Roguelite ist, habt ihr sicher mitbekommen. Warum das cool ist und die Hardcore-Schwitzer ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, dazu gleich mehr. 

Vorab aber noch ein paar Worte zur Story. 

Gespielt wird Arjun, der als Teil eines Rettungstrupps auf den unwirtlichen Planeten Carcosa geschickt wird, um die Mitglieder einer vermissten Expedition zu finden. Carcosa ist dabei ein Ort, an dem nicht nur eine permanente Sonnenfinsternis herrscht, sondern auf dem Gefallene nach dem Tod wiedergeboren werden und danach stets eine Welt vorfinden, die sich von ihrem Aufbau her gewandelt hat. 

Im Hub sprecht ihr mit euren Crew-Mitgliedern und treibt die Story voran. Im Hub sprecht ihr mit euren Crew-Mitgliedern und treibt die Story voran.

Vorangetrieben wird die Story ähnlich Hades in einem zentralen Hub, wo Arjun mit Crew-Mitgliedern spricht. Allerhand Audio- und Text-Logs sind zudem in den Biomen verstreut. 

Das alles wirkte samt dem H.R. Giger-esken Look von Carcosa mysteriös genug, um mir Lust auf mehr zu machen. Komplett gepackt hat mich der Part von Saros und das oft auf Log-Einträge ausgelagerte Storytelling allerdings noch nicht, was mich aber auch gewundert hätte. Spiele von Housemarque stehen vorrangig für ihr sehr gutes Gameplay – und das bekommt ihr! 

Feinste Actionkost, für die mir noch etwas Übung fehlt

Der Gameplay-Aufbau von Saros erinnert stark an Returnal. Ihr ballert euch durch Biome, sammelt währenddessen Perks für beispielsweise mehr Gesundheit ein, legt den Boss und dann geht’s ab ins nächste Areal. 

Die Schießereien aus der Third-Person gegen allerlei fiese Tentakel-Aliens fühlen sich dabei gewohnt wuchtig an. Mit Arjun dasht ihr flink zwischen den Feinden hin und her, weicht schädlichen Kugeln aus und haut dem Ungeziefer im Nahkampf eins auf die Mütze. Und an der Stelle sei nochmal betont, dass sich die Steuerung und generell das actionlastige Gekämpfe einfach sehr, sehr rund anfühlt. 

Die größte Neuerung zu Returnal ist dabei ein Schild, der Arjun durch Druck auf R1 umgibt und der ihn nicht nur vor eingehenden Projektilen schützt. Lade ich es durch das automatische Absorbieren von blauen Kugeln auf, kann ich eine extra starke Attacke freisetzen. 

Der richtige Umgang mit dem Schild ist für die knackigen Kämpfe essenziell. Der richtige Umgang mit dem Schild ist für die knackigen Kämpfe essenziell.

Der alternative Feuermodus durch leichtes Drücken von L2 ist übrigens für alle Waffen ebenfalls zurück, genauso wie das schnelle Nachladen durch einen gut getimten Druck auf R2.  

Housemarque selbst nennt das Gameplay ein Kugelballett, da ihr wild durch die Reihen tanzt und alles wegballert, was sich euch in den Weg stellt. Und kurzum, das macht einfach viel Spaß. 

Womit ich allerdings noch nicht ganz warm geworden bin, ist der so wichtige Schild, der quasi der Kern des Gameplays ist und das ständige Ausweichen aus Returnal ablöst. Ob es nur an der fehlenden Übung lag oder mir der Stil generell nicht taugt, kann ich aber noch nicht absehen.

Jedenfalls hab ich für meinen Geschmack zu viel auf die Mütze bekommen. Das muss besser werden!

Warum Saros schon jetzt besser ist als Returnal

Ich weiß, die Aussage aus der Überschrift ist nach dreistündigem Spielen a bisserl gewagt. Sie wird für euch jedoch hoffentlich klarer, wenn ich euch erzähle, dass mich Returnal nach wenigen Stunden ausgespuckt hat, wie einen nassen Lappen. 

So sehr das Gameplay des letzten Titels von Housemarque gebockt hat, so demotivierend fand ich die Progression und zum Release den Punkt, dass ich noch nicht einmal im Run speichern kann. 

Doch mit Saros wird (fast) alles besser! 

Um euch den klaren Schwung hin zu deutlich mehr Zugänglichkeit einmal zu veranschaulichen, hier stichwortartig die wichtigsten Neuerungen: 

  • Die Runs gehen nur noch ca. 30 Minuten und beim Boss aus dem ersten Biom war ich dank freigeschalteter Abkürzung bereits voll ausgerüstet nach gut 10 Minuten. 
  • Während der Runs und außerhalb von Bosskämpfen könnt ihr dank der Auto-Save-Funktion einfach Saros schließen und beim Neustart an Ort und Stelle weiterspielen.
  • In den Runs wird Lucenit, die Währung von Saros, gesammelt und nach jedem Run könnt ihr Arjun aufwerten. Mehr Leben, ein besserer Schild, ein Extraleben und, und, und. 
  • Ihr könnt im Skilltree auch das Basislevel eurer Waffen permanent erhöhen, sodass ihr nicht mehr mit einer Level 1-Wumme startet, sondern mit einer Level 5-Wumme, die deutlich stärker ist. 
  • Habt ihr den Boss gelegt, könnt ihr euch an den Eingang des neu freigeschalteten Bioms teleportieren und müsst nicht alles nochmal ablaufen. 

Nicht falsch verstehen, Saros ist weiterhin ein knackiges Actionspiel, das ihr lernen müsst, um dem Kugelhagel der Feinde zu entkommen. Aber es ist jetzt ein Roguelite, das euch trotz des dazugehörenden Scheiterns stets eine kleine Karotte vor die Nase hält.

Saros bietet also exakt das, was mir im grundsätzlich tollen Returnal gefehlt hat. 

Shift Berührt ihr die Hände, verändert sich der Planet. Das Ganze ist mit einem "High risk, high reward"-System gekoppelt.

Skilltree Saros ist im Gegensatz zu Returnal ein RogueLITE und ihr könnt Arjun stetig aufwerten.

Und für die Hardcore-Recken unter euch: Saros kommt mit einem sehr coolen “High risk, high reward”-System daher. So führt ihr während der Runs an einer Art Brunnen, aus dem eklige Dämonenhände ragen, einen Planeten-Shift durch, wodurch fortan einzig Perks mit sowohl positiven als auch negativen Attributen spawnen. Die könnt ihr dann entweder ignorieren oder ihr holt euch mehr Leben, bekommt aber auch Fallschaden reingedrückt oder macht kaum noch Schaden, wenn ihr beim Ballern stillsteht. 

Und falls ihr jetzt immer noch sagt “Buh, viel zu leicht”. Na dann packt euch halt optionale Modifikatoren auf die Runs, die Saros zur knüppelharten Herausforderung machen. Das geht nämlich laut Housemarque auch. Selbst testen konnte ich die aber noch nicht – und ganz ehrlich, mir reicht der jetzige Schwierigkeitsgrad auch vollkommen. 

Saros muss einfach gut werden

Klammer ich die bislang eher okaye Story einmal aus, hab ich hier ein Actionspiel gezockt, dass den Namen PlayStation-Exclusive mehr als verdient hat und das die laue PS5-Konsolengeneration aufwertet. 

Saros erinnert zurück an die tolle PS4-Ära, wo Singleplayer-Exklusives in regelmäßigen Abständen erschienen sind und wo ich von Bloodborne bis Ghost of Tsushima gefühlt bedenkenlos zugreifen konnte. So muss das, Sony. 

Am 30. April geht’s los mit Saros. Kribbelt’s bei euch schon in den Fingern oder macht ihr um das Actionspiel einen großen Bogen?


Kommentare(4)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.