Farming Sims erscheinen mittlerweile ziemlich regelmäßig und aus der Masse hervorstechen, gelingt neben den großen Platzhirschen nur wenigen Spielen. Starsand Island hat es als Early Access-Release mit schicker Anime-Optik und ein paar guten Ideen jedoch geschafft und kommt mit 86 Prozent positiven Steam-Wertungen gerade ziemlich gut an.
Das kann ich auch verstehen, allerdings solltet ihr euch trotzdem noch auf ein paar spürbare Einschränkungen gefasst machen.
Was ist Starsand Island?
Grundsätzlich erfindet Starsand Island das Cozy-Rad nicht neu und setzt auf bekannte Muster. Meine selbst erstellte Spielfigur kehrt nach 10 Jahren in die ländliche Heimat zurück und baut sich dort auf einer zunächst heruntergekommenen Farm ein neues Leben auf. Dafür werden Möbel hergestellt, Pflanzen gegossen und mit NPCs gequatscht, was das Zeug hält.
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Starsand Island: Neuer Trailer verrät das Release-Datum im Februar im Early Access
Vieles davon ist gewohnter, guter Genre-Standard, allerdings fühlt sich das Spiel des chinesischen Entwicklers Seed Sparkle von Anfang an trotzdem eigenständig an. Das liegt in meinen Augen vor allem an zwei wichtigen Elementen: Der Open-World-Erkundung und dem Baumodus.
Die idyllische Urlaubsinsel mit einer kleinen Küstenstadt und grünen Wäldern sieht nicht nur schick aus, es macht auch Spaß neue Gebiete zu entdecken. Schon sehr früh bekomme ich etwa die Gelegenheit, Motorroller zu fahren und darf mir in einer der ersten Quests sogar ein Skateboard aus selbst gesammeltem Holz bauen.
Später im Spiel gibt es noch wesentlich mehr Fortbewegungsmittel, etwa Inline-Skater, Reittiere und sogar ein Holo-Board. Dadurch ändert sich das Spielgefühl im Vergleich zu Stardew Valley und Co. zwar nicht drastisch, es fühlt sich aber absolut logisch an, eine größere Auswahl an Fahrzeugen zu haben.
Belohnt werde ich mit versteckten Kisten, Ressourcen, Geheimnissen und nicht selten auch mit wirklich schönen, idyllischen Aussichten. Gleichzeitig muss ich passend zum entspannten Cozy-Genre nie lange suchen. Wichtige Orte und NPCs werden nämlich immer auf der Map angezeigt.
Bauen wie in Die Sims
Außerdem sticht der Baumodus deutlich aus der Konkurrenz hervor. In Starsand Island könnt ihr nicht einfach nur fertige Gebäude und Deko platzieren, sondern eure Kreationen haargenau anpassen.
Möbel und Objekte lassen sich frei platzieren und drehen, ohne an das (trotzdem vorhandene) Schachbrett-Raster gebunden zu sein. Vor allem kann ich aber Wände, Dächer und Böden so ziehen, wie ich es möchte und habe deswegen extrem viel kreativen Spielraum.
Für den richtigen Style lassen sich verschiedene Sets mit den entsprechenden Anleitungen für Mauern, Tapeten und mehr freischalten. Je nachdem ob ich zum Beispiel ein schickes altes Anwesen haben möchte, das von Efeu überwuchert ist, moderne Designer-Villen mein Ding sind oder ich chinesische Architektur bevorzuge – all das ist möglich. Sogar Hausboote lassen sich später gestalten!
Damit erinnert das Bauen eher an Spiele wie Die Sims oder dedizierte Einrichtungstitel wie Small Spaces und die Möglichkeiten sind bereits jetzt wirklich beeindruckend. Falls ihr euch eine Farming Sim mit einem krassen Grundstücks-Editor gewünscht habt: Hier ist sie!
Abseits von Erkundung und Bauen hat die Early Access-Version zudem schon viel Inhalt zu bieten. Ihr könnt bereits Farmtiere halten, Romanzen mit ausgewählten NPCs aufbauen, Haustiere freischalten, an Arcade-Automaten verschiedene Spiele spielen, etliche Quests erledigen, viel Zeit mit der Pflege eurer Pflanzen verbringen und sogar ein paar simple Kämpfe gegen Bossmonster mit dem Bogen in der Open World bestreiten.
Wie auch ein Blick auf die Steam-Reviews zeigt, steckt schon viel Content in der bisherigen Version. Nach etwa einer Woche sitzt die Lifesim auf 86 Prozent positiven Ratings von über 3.000 Fans, die teils bereits dutzende Stunden investiert haben.
Kurz nach Release gab es offenbar auch Probleme mit positiven Bot-Reviews auf Steam, zu denen Seed Sparkle sich bereits kritisch äußerte (via Eurogamer). Wie das Entwicklerteam gegenüber der YouTuberin Moon Sugar Cake mitteilte, sollten diese aber mittlerweile gelöscht sein.
Trotzdem ist noch viel zu tun
Es liegt dennoch viel Arbeit vor Seed Sparkle. Wirklich rund fühlt sich Starsand Island zum jetzigen Zeitpunkt nämlich noch nicht an. Das ist für einen Early Access-Release auch nicht ungewöhnlich, doch für einen regulären Preis von knapp 40 Euro sollte euch das bewusst sein, bevor ihr eine Kaufentscheidung trefft.
Das fängt zum Beispiel mit verschmerzbaren Kleinigkeiten an, wie etwa der Tatsache, dass die schöne Grafik durch unschön aufploppende Objekte getrübt wird. Auch sehen einige Animationen sehr hakelig aus. Besonders beim Skaten wirkt das manchmal noch unfreiwillig komisch. Die Performance war mit einer GeForce RTX 3080 TI auf hohen Details ebenfalls holprig.
Auch die Controllerunterstützung ist noch unausgereift. Im Baumodus wurde etwa mein Steuerkreuz an zwei Gamepads nicht erkannt, weswegen ich hier zwangsläufig auf die Tastatur wechseln musste. Außerdem wirkt es merkwürdig, dass ich standardmäßig zwei Controller-Tasten drücken muss, nur um die Items in der Schnellwahlleiste zu wechseln – obwohl dieses Feature bereits in vielen vergleichbaren Spielen einfacher zu bedienen ist.
Bugs sind ebenfalls keine Seltenheit. Während einige Fehler wie ineinander clippende Objekte nicht weiter ins Gewicht fallen, konnte ich auch eine Quest an zwei Ingame-Tagen nicht abschließen, weil der Questmarker falsch gesetzt und der entsprechende NPC nicht aufzufinden war.
Auf eine Story oder tiefergehende persönliche Romanzen-Questlines solltet ihr im Moment auch verzichten können. Im Moment ist es lediglich möglich, euren auserwählten Charakteren Geschenke zu machen und ein bisschen zu quatschen.
Keine Katastrophe, nur die Erwartungshaltung muss stimmen
Versteht mich nicht falsch: Starsand Island ist kein Technik-Debakel und lässt sich auch jetzt bereits insgesamt ausreichend gut spielen. Dennoch merke ich dem Cozy-Game seinen Early Access-Status noch deutlich an und der Release der Vollversion ist schon für Sommer 2026 geplant.
Das ist nicht mehr viel Zeit, bis neben PC und Xbox auch die Versionen für PS5 und Nintendo Switch 2 nachrücken sollen. Ich würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn der 1.0 Release noch etwas verschoben wird.
Bis dahin soll einiges geschehen, wie die Devs in einer offiziellen Roadmap verkündet haben. In den kommenden Monaten sollen nicht nur Bugs gefixt werden, sondern auch neue Inhalte dazu kommen. Dazu gehört auch ein ausgebautes Dating-System, Mod-Support oder Online-Koop für alle, die gemeinsam losziehen wollen.
Falls ihr es kaum abwarten könnt und gerne mit Starsand Island loslegen möchtet, könnt ihr das mit der richtigen Erwartungshaltung an den Early Access-Release schon jetzt tun und euren Spaß haben. Das gilt vor allem, wenn ihr den Game Pass Ultimate abonniert habt, in dem Starsand Island bereits enthalten ist.
Allen anderen würde ich empfehlen, noch ein paar Patches abzuwarten, bis die gröbsten Ungereimtheiten aus der Welt geschafft sind. Zwar gibt es bis zum 25. Februar 30 Prozent Rabatt bei Steam, aber der reguläre Preis von knapp 40 Euro will eben gut überlegt sein.
Wenn Entwickler Seed Sparkle dran bleibt, steht Starsand Island voraussichtlich eine sonnige Zukunft bevor. Die überwiegend positiven Fan-Stimmen kann ich gut verstehen, denn es steckt viel Gutes in der neuen Farming Sim – vor allem wenn euch der Look, die freie Erkundung und das coole Bausystem ansprechen.
Was denkt ihr: Habt ihr Interesse an Starsand Island oder wartet ihr lieber erstmal noch ein bisschen ab?
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