Nach einem verpassten Launch konnte ich mir den Steam Controller dann doch noch vormerken und jetzt letztendlich auch bestellen. Für 100 Euro liefert Valve so einige coole Funktionen und eine nahezu perfekte Ergonomie, aber das PC-only-Gamepad hat auch zwei gravierende Nachteile, die mich am Weiterspielen hindern.
Der Steam Controller liegt perfekt in meiner Hand, aber nur, solang ich nicht damit spiele
Als ich Valves neuen Steam Controller zum ersten Mal in die Hände genommen habe, dachte ich, ich hätte das perfekte Spielgerät für mich gefunden. Wie auch schon die Griffe des Steam Deck, liegt der Steam Controller perfekt in meinen Händen, fast so, als wäre sein Gehäuse extra für mich gegossen worden.
Okay, ich weiß, das klingt jetzt ganz schön überschwänglich, aber ich kann mich an keinen Controller erinnern, der sich so »richtig« in meinen Händen anfühlte.
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GameStar-Redakteur Linh packt den Steam Controller aus: Eine verdammt gute Mischung aus Steam Deck und PS5-Controller
Zudem liegen die Bedienelemente sehr nah beieinander und sind damit flott erreichbar. Der Weg vom Stick zu den Aktionstasten ist beispielsweise richtig schön kurz, in schnellen Action-Spielen müssen Spieler*innen also nicht lange die Kamera ungesteuert lassen, um mit ihren virtuellen Protagonisten zu springen oder nachzuladen.
Wobei die Finger für so etwas im Grunde nicht für einmal vom Stick genommen werden müssen, da der Steam Controller über vier Rücktasten verfügt, die per Mittel- und Ringfinger bedienbar sind. Sie werden über einen optimal austarierten Druckpunkt ausgelöst, der bei mir bisher nicht zu Fehleingaben führte.
Nun aber zu meinem Problem: Der Controller lässt sich großartig mit einem Standardgriff bedienen, also mit beiden Daumen an den Sticks und dem Zeigefinger auf den Triggern.
Ich spiele aber grundsätzlich mit einer Klaue, sprich, ich habe es mir vor knapp 25 Jahren in Halo 1 angewöhnt, die Aktionstasten von Controllern per Zeigefinger zu bedienen, während der rechte Daumen durchgängig am Stick bleibt. Trigger und Schultertasten werden hingegen mit dem Mittelfinger getätigt.
In vielen tausend Stunden Gears of War und Dark Souls hat sich die Spielweise dann so sehr in meinem Muskelgedächtnis verewigt, dass sich ein Standardgriff für mich unangenehm und unnatürlich anfühlt. Dabei ist die Klauenhaltung gar nicht mal so ungewöhnlich, wenn man mit den entsprechenden Spielen aufgewachsen ist.
Aufgrund von komfortableren Steuerungsschemata und Rücktasten ist sie heutzutage einfach nur weitgehend ausgestorben.
Ich habe es zwar immer mal probiert, mich anzupassen, aber was soll ich sagen: Einem alten Hund bringt man einfach keine neuen Tricks bei. Zumal ich auch noch viel auf Retro-Konsolen spiele und es dort so gut wie nie moderne Steuerungsalternativen oder frei belegbare Tasten gibt.
Spielt ihr ebenfalls mit einer "Klauenhand", kann es mit dem Steam Controller ganz schön knifflig werden. Denn der Zeigefinger muss stark angewinkelt werden, um die Aktionstasten zu treffen, was wiederum den Weg verlängert, den der Daumen bis zum Stick zurücklegen muss. Und das fühlt sich maximal unangenehm an, da mein Handgelenk dabei stark beansprucht wird.
Aber gut, ich dachte mir, dass ich den Controller ja immer noch für 2D-Spiele wie Mina The Hollower nutzen kann. Immerhin kann ich dort auch ganz gut ohne zweiten Stick im Standardgriff spielen. Jedoch gibt es auch in der Hinsicht für mich eine Hürde…
Ich möchte das Steuerkreuz des Steam Controllers mögen, aber es fällt mir schwer − wortwörtlich
Das Steuerkreuz des Steam Controllers gleicht dem D-Pad des Steam Deck in nahezu allen Belangen. Es fühlt sich also von der Form her sehr gut an und ist auch extrem präzise.
Allerdings habe ich innerhalb kurzer Zeit festgestellt, dass mein linker Daumen recht schnell erschöpft, und dann einmal nachgemessen, wie stark sich der Druckpunkt des Steam Controller-Steuerkreuz im Vergleich zu anderen Controllern unterscheidet.
Dabei bin ich auf folgende Werte gekommen:
- Steam Controller: 1,8 Newton
- Steam Deck: 1,7 Newton
- DualSense: 1,1 Newton
- Xbox Elite Series 2 Core: 1,2 Newton
- Switch 2 Pro-Controller: 1,4 Newton
- GuliKit ES Pro: 1,4 Newton
- Razer Raiju V3 Pro: 1,6 Newton
- DualSense mit taktilen Tasten: 2,0 Newton
Newton gibt als Einheit an, wie viel Kraft aufgewendet werden muss, bis der Druckpunkt des Steuerkreuzes überwunden und die Tasteneingabe erkannt wird.
Das D-Pad des Steam-Controllers ist damit vergleichsweise schwergängig und rangiert eher in den Größenordnungen von taktilen Micro-Switches, also Schaltern mit starken Klick-Feedback. Die bevorzuge ich bei Shootern zwar grundsätzlich, allerdings drücke ich sie dort auch viel seltener, weshalb der zusätzliche Widerstand nicht so stark auffällt.
Über viele Stunden hinweg fordernde 2D-Titel wie Shovel Knight, Super Meat Boy oder Hollow Knight mit dem Steam Controller zu spielen, fühlt sich hingegen relativ anstrengend an, weshalb ich dort weiterhin lieber zum DualSense, Xbox Elite oder GuliKit ES Pro greife. Die bieten nämlich allesamt ein leichtgängiges Steuerkreuz, ohne dabei allzu stark an Präzision einzubüßen.
Preis und Verfügbarkeit
- Preis: 99 Euro
- Verfügbarkeit: seit 4. Mai 2026 erhältlich
- exklusiv auf Steam
Gewicht
- Controller: 299 Gramm
- Puck: 15 Gramm
Eingabemethoden
- Symmetrische TMR-Sticks mit Berührungssensorik
- ABXY-Aktionsknöpfe
- Vier-Wege-D-Pad
- Analoge Trigger
- Zwei Schultertasten
- Ansicht- und Menü-Tasten
- Steam-Taste zum Ein- und Ausschalten und das Steam-Menü im Big Picture-Modus
- Schnellzugriff für die Sidebar im Big Picture-Modus
- Quadratische Trackpads mit haptischem Feedback
- 6-Achsen-Gyroskop
Rumble
- ein magnetischer Aktuator in jedem Griff
Konnektivität
- Steam Puck als 2,4 GHz-Dongle (bis zu vier Controller pro Puck)
- USB-C-Kabel
- Bluetooth 4.2 oder höher
Akku
- 8,39 Wattstunden für circa 35 Stunden Spielzeit
Kollege Linh von der GameStar hat sich, als absoluter Fighting Game-Profi, zusätzlich auch noch einmal die diagonale Eingabeerfassung des Steam Controller-Steuerkreuzes angeschaut und ist davon in seinem ausführlichen Test nicht sonderlich begeistert:
Dennoch liefert der Steam Controller für knapp 100 Euro richtig ordentlich ab
Dass es zwischen mir und dem Steam Controller aufgrund der beiden angesprochenen Punkte nicht so wirklich funkt, ist echt schade, denn das Valve-Pad bringt richtig tolle Funktionen mit, die ich in der Form bei keinem anderen Controllern bekomme:
- Viel Eingabevarianz: Neben den Standard-Tasten wurden am Steam Controller zwei Touchpads verbaut, die ich regelmäßig nutze. Selten als Mausersatz − davon bin ich auch bei Notebooks kein Fan − dafür aber unheimlich gern für Shortcuts.
In Frostpunk habe ich mir zum Beispiel Untermenüs auf das Touchpad gepackt und kann sie mit einem spürbaren Klick anwählen:
- Perfekte Steam-Integration: Da der Steam Controller dieselbe Eingabefunktionalität wie das Steam Deck mitbringt, sind auch alle Steuerungsprofile des Handhelds mit dem neuen Gamepad einhundertprozentig kompatibel.
Über die Controller-Einstellungen kann ich mir also eines der zigtausenden Profile schnappen, die von der Community erstellt wurden, oder die herunterladen, die ich mir selbst für das Steam Deck kreiert habe. Und das ist mal verdammt komfortabel!
- Bequemes Laden per Puck: Der Steam Controller kommt mit einem latenzarmen Sender, der über das mitgelieferte, circa 1,5 Meter lange USB-C-auf-USB-A-Kabel am PC oder allen anderen Steam-fähigen Geräten angeschlossen werden kann. Also theoretisch sogar auf einer PS5, auf der Linux per Mod installiert wurde.
Wird der Puck über Magneten an der Rückseite des Controllers befestigt, lädt er das Gamepad außerdem auf, ich muss also nicht nach Kabeln kramen. Vorausgesetzt, die Strippe zum Puck ist auch lang genug.
Hinzu kommt ein praktischer Gyrosensor, falls ihr Shooter mit Bewegungssteuerung bevorzugt, TMR-Sticks für geringen Verschleiß und eine hohe Akkulaufzeit von 30 bis 35 Stunden.
Auch ist wieder haptisches Feedback wie beim DualSense und dem Switch-Pro-Controller von Nintendo verbaut, Valves magnetische Aktuatoren werden aktuell allerdings nur von gerade einmal einer Handvoll Spielen unterstützt, da sie auf Software-Ebene anders angebunden sind als ihre Sony- und Nintendo-Pendants. Daran ändert sich mit der Zeit hoffentlich noch ein bisschen was!
So richtig negativ sind mir im Grunde nur die Trigger des Steam Controllers aufgefallen, denn die fallen ohne spürbaren Widerstand eher lasch und klapprig aus. Auch unterstützt der Steam Controller nur Steam Input.
Schließt ihr ihn an Geräten ohne Steam an, verbindet er sich als Tastatur-Maus-Kombo, was euch an Konsolen wie der Xbox oder PS5 nicht viel bringt. Zudem müssen andere Launcher als Steam erst dort als Steam-fremde Applikation hinzugefügt und darüber gestartet werden, um den Controller damit zu nutzen.
- liegt extrem gut in den Händen
- Trackpads liefern mehr Eingabevielfalt
- herausragende Steam-Integration
- haptisches Feedback mit an Bord...
- niedrige Latenz über 2,4 GHz-Verbindung
- TMR-Sticks gegen Verschleiß
- magnetischer Sender zum Aufladen geeignet
- vier frei belegbare Rücktasten
- hohe Akkulaufzeit
- Gyroskop vorhanden
- schwergängiges Steuerkreuz
- beschränkt auf Steam Input
- kaum Trigger-Widerstand
- ... es wird aber kaum von Spielen genutzt
- spielt ihr nur Klaue, wird es ungemütlich
Fazit: Für mich wird der Controller erst mit einer neuen Konsole relevant
Habt ihr euch auch einen Steam Controller gekauft? Wie zufrieden seid ihr mit ihm?
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