The Callisto Protocol im Test: Große Enttäuschung statt Horror-Highlight

Frischer SciFi-Horror aus der Third-Person mit einer großen Portion Gore im Stil von Dead Space, was soll da schon schiefgehen? Die Antwort wird euch nicht gefallen.

The Callisto Protocol im GamePro-Test. The Callisto Protocol im GamePro-Test.

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14 Jahre nach Dead Space zeigen uns Isaac-Mitschöpfer Glen Schofield und sein Team Striking Distance Studios, wie spratziger SciFi-Horror aus der Third-Person im Jahr 2022 aussieht. Zwar standen uns vor Release keine Versionen für die Last-Gen zur Verfügung, optisch und atmosphärisch kann The Callisto Protocol aber zumindest auf PS5 und Xbox Series X/S voll und ganz überzeugen.

In allen anderen Bereichen jedoch, allen voran beim nahkampflastigen Gameplay, kann das Horrorspiel seinem offensichtlichen Vorbild nicht ansatzweise das Wasser reichen und leistet sich darüber hinaus teils eklatante Schwächen, die den Spielspaß nicht selten ins Bodenlose stampfen. So kommen wir nicht drumherum euch zu erzählen, dass der Begriff “Grafikblender“ mehr als nur einmal durch unsere Gedanken huschte. Warum ein solcher über die Spieldauer von gut zehn bis zwölf Stunden aber dennoch in kleinen Portionen unterhalten kann, lest ihr im folgenden Test.       

Epilepsie-Warnung: An dieser Stelle möchten wir eine deutliche Warnung vor Photosensitivität aussprechen und auf die Menüeinstellung aufmerksam machen, mit der ihr blinkende Lichter abschwächen könnt. Es empfiehlt sich zudem, bei Unwohlsein das HDR-Feature zu deaktivieren. 

Begib dich direkt ins Gefängnis, gehe nicht über Los

Die Geschichte von The Callisto Protocol handelt vom mit Abstand miesesten Tag, den sich Transportpilot Jacob Lee hätte ausmalen können. Erst stürzt sein Weltraumfrachter auf dem eisigen und von dickem Schnee bedeckten Jupitermond Callisto ab, dann wird der Gute aus nicht ersichtlichen Gründen rüde ins Gefängnis geschmissen und wäre das nicht schon schlimm genug, bricht nur wenige Sekunden nach seiner Ankunft im Knast auch noch wortwörtlich die Hölle los: Der imposante Stahltrakt steht in Flammen, Wärter liegen zerstückelt in Blutlachen am Boden, Insassen laufen panisch um ihr Leben und zu allem Überfluss schlendern mutierte Ekelviecher durch die Gänge. 

Zwar ist Callisto recht linear, auf alternativen Pfaden finden wir aber beispielsweise Audio-Logs für nette Hintergrundinfos. Zwar ist Callisto recht linear, auf alternativen Pfaden finden wir aber beispielsweise Audio-Logs für nette Hintergrundinfos.

Zwei Dinge stehen daher ab sofort auf Jacobs To-Do-Liste: Unbeschadet aus dem Gefängnis fliehen und bestenfalls dabei herausfinden, was zum Teufel hier vor sich geht. Ohne mehr von der Geschichte vorwegzunehmen, können wir euch verraten, dass die Story nicht über ein nettes Grundrauschen im Stile eines B-Movies hinausgeht.

Zwar wollten wir stets wissen, was auf dem Mond vor sich geht, mehr als ein leichtes Schulterzucken konnte uns die Auflösung dann aber letzten Endes nicht entlocken. Mit sammelbaren Audio-Logs erfahren wir zwar noch ein paar Hintergrundinfos, mehr als das Prädikat “nett” können wir hier aber auch nicht verteilen.

Ihr braucht ein Testvideo zu The Callisto Protocol? Bitte sehr!

The Callisto Protocol - Testvideo zum gescheiterten Dead Space-Killer 14:17 The Callisto Protocol - Testvideo zum gescheiterten Dead Space-Killer

Horror-Atmo vom Feinsten

Alles andere als nett sind jedoch der optische Eindruck und die Atmosphäre des Horrorspiels – und das im überaus positiven Sinne. Callisto sieht mit seinen stimmigen Licht- und Schatteneffekten, lebensechten Charakteranimationen, von Nebelschwaden umhüllten, düsteren Gängen und blutigen Splatter-Effekten nämlich ganz fantastisch aus.

Wir gehen sogar so weit und sagen, dass wir 2022 kein atmosphärisch stimmigeres Spiel erlebt haben. Wir können uns gut vorstellen, dass allein aufgrund der Präsentation viele von euch ihren Spaß mit dem Horror-Abenteuer haben könnten. 

The Callisto Protocol sieht nicht nur stimmig aus, auch die Horror-Atmo überzeugt. The Callisto Protocol sieht nicht nur stimmig aus, auch die Horror-Atmo überzeugt.

Ein riesen Lob heimst neben der sinnvollen Einbindung des DualSense, mit dem wir durch das haptische Feedback beispielsweise ratternde Rotorblätter spüren, auch das (3D-)Audiodesign ein, das speziell mit Kopfhörern enorm zur beklemmenden Atmosphäre beiträgt: Klackert und wuselt es unheilvoll im Schacht neben uns, während leise zischend Dampf aus Ventilen strömt, schalten die Herzen von uns Horror-Fans schnell mal einen Gang rauf.

Allerdings gibt es beim Sound auch Grund zu kritteln. Nicht nur vermischen sich immer wieder die größtenteils gute deutsche und englische Synchro, auch sind die Dialoge enorm schlecht abgemischt. Das führt dazu, dass wir NPCs ohne die Lautstärke stark aufzudrehen nur sehr schwer verstehen können. Hier muss dringend mit einem Patch nachgeholfen werden. 

So steht es um die Technik auf PS5 und Xbox Series X: 
Aus technischer Sicht haben wir auf beiden Konsolen einen durchweg guten, wenn auch nicht fehlerfreien Zustand vorgefunden. Lediglich die oben angesprochenen Audio-Bugs sind auf Dauer immens störend aufgefallen. The Callisto Protocol lässt uns dabei auf PS5 und Xbox Series X/S die Wahl zwischen einem 30- und einem 60 fps-Modus.

Wie Kollege und Tech-Experte Chris das Spiel auf der PS5 im Detail einschätzt, erfahrt ihr jetzt:

Chris Werian: Auf Sonys aktueller Konsole läuft The Callisto Protocol mit weitgehend 30 fps, in vereinzelten Situationen kommt es aber zu kleinen Rucklern. Etwa wenn im Hintergrund der nächste Levelabschnitt geladen wird oder sobald zahlreiche Partikeleffekte (wie zerspratzende Schrothülsen, zersplitterndes Glas oder Blitze) über den Bildschirm fliegen.

Dieser Trend setzt sich im Performance-Modus fort, der zwar größtenteils mit 60 fps läuft, aber an denselben Stellen Bilder auslässt. Habt ihr variable Bildfrequenzen (VRR) aktiviert, sollte das geringfügige Stottern jedoch nicht auffallen. Die Technik wird übrigens nur im Performance-Modus aktiv, da dem Titel eine Unterstützung von 120 Hz-Displays fehlt.

Grafische Unterschiede zwischen den beiden Modi: Im Performance-Modus wird die Auflösung von nativen 2160p (4K) auf immer noch hohe 1800p gedrückt. Die Bildausgabe ist also nur unwesentlich unschärfer, dafür wirken die Animationen dank der höheren Framerate viel lebendiger. 

Größere Einschnitte fanden wir allerdings in anderen Bereichen: So ist die Schattendarstellung gegenüber dem Standardmodus deutlich unpräziser und neigt zum Flimmern. Zusätzlich müssen wir auf authentische Reflexionen auf Basis von Ray-Tracing verzichten. Da die aber ohnehin nur extrem selten zu sehen sind, empfehlen wir klar den Performance-Modus. 

Überhaupt nimmt die grafische Qualität mit 60 fps kaum ab, wir bekommen weiterhin die großartigen Lichtstimmungen, detaillierten Gegnermodelle und plastischen Texturen im Verbund mit einer ordentlichen Bildschärfe zu sehen.

Transparenzhinweis: Die Messungen wurden mit Version 1.03 vorgenommen und mit Version 1.04 gegengeprüft.

Optionen für Barrierefreiheit: Vor Spielbeginn könnt ihr aus dem Hauptmenü heraus unter anderem folgende Einstellungen vornehmen: Auto-Zielen, Auto-Ausweichen, Nahkampf-Unterstützung und Quick-Time-Events anpassen. Hochkontrast-Anzeigen könnt ihr zudem beliebig farblich konfigurieren, wodurch Jacob, Gegner und Items hervorgehoben werden.

Die Kämpfe: Brachial, monoton und frustig

Bislang sieht The Callisto Protocol also mit seiner seichten, aber keinesfalls uninteressanten Geschichte und seiner größtenteils hervorragenden Präsentation ganz nach einem zumindest sehr guten Gruselhappen zur Weihnachtszeit aus. 

So sehr es uns aber als Dead Space-Fans und Liebhaber von Horrorspielen in der Seele schmerzt, dieses Qualitätslevel wird aufgrund des Gameplays und haarsträubender Spieldesign-Entscheidungen in den kommenden Absätzen zerbröseln wie das Gesicht von Jacob, nachdem er ungebremst in einen Häcksler gerutscht ist.

Kommen wir zum Gameplay. Hätten wir diesen Test nach rund einer Spielstunde geschrieben, hätte unser Fazit in etwa so ausgesehen: Callisto trieft Dead Space aus allen Poren, beim Kampfsystem haben sich Schofield und Co. allerdings einen erfrischenden Spin ausgedacht. 

Gekämpft wird nämlich größtenteils im Nahkampf, indem wir Schlägen wie ein Boxer nach rechts oder links ausweichen, Angriffe mit unserem Elektroknüppel blocken und mit selbigem leichte und schwere Hiebe austeilen. Das Ganze wirkt dank abfallender Gliedmaßen und Unmengen an Blut unglaublich wuchtig. Gewöhnliche Fernkampfwaffen gibt es zwar auch, die anfängliche Pistole und spätere Waffen, wie eine Shotgun oder MP, dienen aber mehr als Support, um beispielsweise eine Nahkampfkombo zu verlängern. Eine Telekinese-Alternative hat es in Form des GRP auch ins Spiel geschafft. Mit dem Armmodul ziehen wir Gegner an uns heran und schleudern sie für befriedigenden Splatter in Stachelwände oder Ventilatoren.  

Nahkampf Mehr auf den Nahkampf zu setzen, ist keine schlechte Idee, lediglich an der Umsetzung hapert es gewaltig.

3D-Drucker An 3D-Druckern verbessern wir unseren Elektroknüppel, das GRP und unser Arsenal an Waffen.

Schön und motivierend ist, dass wir mit gesammelten Credits an 3D-Druckern unsere Nahkampfkombo erweitern, die Ladung des GRP erhöhen und Waffen-Upgrades für mehr Schaden oder Stabilität erwerben können. Munition, die wie sämtliche Ressourcen mit ein wenig Erkundung zwar nicht super knapp bemessen ist, gibt’s ebenfalls für Bares, verschwenderisch dürfen wir aber nicht sein. Echtes Survival-Feeling eben, das grundsätzlich Laune macht. 

Klingt doch eigentlich ziemlich gut …

An dieser Stelle müssen wir einen kleinen Wutanfall unterdrücken und für eine sachliche Schreibe zwei Minuten zur körperlichen und geistigen Entspannung auf die Yogamatte. 

Was sich in den ersten beiden Stunden im Vergleich zu Dead Space noch recht frisch spielt, ist spätestens ab der Mitte des Spiels an Monotonie und Einfallslosigkeit nur schwer zu überbieten. Nach wenigen Stunden hat uns das redaktionsintern liebevoll “Calippo” genannte Actionspiel mit seinen frustigen Momenten stellenweise sogar so sehr zur Weißglut getrieben, dass wir uns erst einmal mit einem entsprechenden Quetscheis abkühlen mussten.

Coole Angriffskombos gibt es nicht und neue Nahkampfwaffen haben wir ebenfalls vergeblich gesucht. Befinden wir uns im Kampf gegen mehrere Gegner, geht dank fehlender Aufschaltfunktion jegliche Übersicht verloren und das strategische Abtrennen von Gliedmaßen wurde durch eine Zufallskomponente ersetzt. Dass sich Jacob trotz leichter Häftlingskleidung wie ein Panzer auf zwei Beinen steuert und abseits der Ausweichbewegungen jegliche Agilität vermissen lässt, sodass wir aufgrund seiner Unbeweglichkeit gegen hinter uns spawnende Feinde oft machtlos sind, kommt dann noch erschwerend hinzu.

Mit dem GRP schleudern wir Gegner in Stachelwände. Wirklich rund fühlt sie die Mechanik aber nicht an. Mit dem GRP schleudern wir Gegner in Stachelwände. Wirklich rund fühlt sie die Mechanik aber nicht an.

Selbst das GRP funktioniert mit dem Controller oft mehr schlecht als recht. Halten wir beispielsweise einen Gegner vor uns in der Schwebe und wollen uns mit ihm am Haken bewegen, ruckelt sich Jacob einen zurecht und lässt sein Opfer nicht selten einfach fallen. Mit Spielspaß hat das nichts zu tun. Vielmehr bekommen wir ein leckeres Ballisto (ihr versteht?) vor die Nase gehalten, das sich beim Zubeißen als ranzige Leberwurst entpuppt. Und wir haben mit der Meckerei tatsächlich gerade erst angefangen.  

Ein weiterer fetter Minuspunkt, der die Kämpfe noch repetitiver macht, ist die mangelnde Vielfalt an Gegnern. Die meist zweibeinigen Ekelviecher sehen zwar klasse aus und werden im späteren Verlauf des Spiels dank plötzlich auftretender Mutationen zu ernstzunehmenden Schrecken, sie zu bekämpfen ist auf Dauer aber viel zu eintönig. 

Das hat es mit den Mutationen auf sich: Hier sprießen Gegnern Tentakel aus den Eingeweiden. Schießen wir die nicht schnell genug ab, verwandeln sich die Viecher in stärkere Formen, die weit zäher sind und Jacob mit ein bis zwei Schlägen töten können. 

Und auch bei den Bosskämpfen können wir euch nichts Positives berichten. Im gesamten Spiel gibt es deren vier, wobei wir allerdings dreimal (!) gegen den gleichen Doppelkopf-Willie kämpfen, der lediglich durch variierende Monstermobs unterstützt wird. Dass diese vier Kämpfe, in denen wir übrigens nach nur einem Treffer sterben, zu den spielerisch schlechtesten zählen, die wir je in einem Third Person-Spiel erlebt haben, macht die Sache nicht besser.  

Es ist wirklich schade. The Callisto Protocol bietet beim Kampfsystem einen wunderbar frischen Ansatz und die optisch imposanten Scharmützel machen dank ihrer Wucht für kurze Zeit auch immer wieder Spaß. Der verfliegt allerdings recht schnell und zurück bleiben Monotonie sowie frustige und auch unfaire Momente, wenn uns beispielsweise bei niedrigem Leben ein Glibberkäfer aus einer Lootkiste anspringt, mit dem wir aber schlicht nicht rechnen konnten. Wie kommt man in einem Survival-Spiel, in dem jedes Fitzelchen Leben zählt, auf so eine Idee? In Dark Souls erkennen wir zumindest noch an der Kette der Kiste, ob sich im Innern eine tödliche Mimic versteckt. 

Design-Sünden aus der Hölle

Doch nicht nur das Kampfsystem enttäuscht. Einige weitere Punkte führen dazu, dass wir ab und an kurz davor waren, den Controller mit Überschallgeschwindigkeit in den Fernseher zu donnern. Und glaubt uns, solch einen Zorn beim Spielen kennen wir sonst nur aus FIFA, wenn in der Nachspielzeit beim Stand von 1:0 der gegnerische 30m-Schuss unter die Latte kracht. An dieser Stelle beschränken wir uns auf die größten Design-Klopper.

Vielleicht habt ihr God of War Ragnarök gespielt und euch sind die Durchquetschpassagen unschön aufgefallen. Meist werden diese Szenen seitens der Entwickler zum Kaschieren von Ladezeiten genutzt. Callisto treibt dieses Element in seiner Häufigkeit allerdings auf die Spitze, was wir uns bei einem so linearen Action-Adventure nur als Notlösung im Zuge der gleichzeitigen Veröffentlichung für die Last-Gen erklären können. 

Ladezeiten Die Anzahl an Durchquetschpassagen ist in Callisto selbst im Vergleich zu God of War absurd hoch.

Mimic Speziell im letzten Spieldrittel befindet sich in jeder zweiten Kiste ein Monster. In welcher genau, ist nicht ersichtlich.

Was uns vor Wut aber regelrecht die Tränen in die Augen getrieben hat, sind die absurd schlecht platzierten Rücksetzpunkte. In Callisto werdet ihr nämlich auch auf dem mittleren von drei Schwierigkeitsgraden häufig sterben, darauf geben wir euch Brief und Siegel.

Überaus problematisch ist, dass das Spiel einen nicht nur weit zurückwirft und wir alle Items neu einsammeln müssen. Es gibt sogar richtig knifflige Stellen, an denen wir im Fall des Scheiterns direkt wieder vor eine verdammte, zehnsekündige Durchquetschpassage gesetzt werden. Ok, sch*** auf die Yogaübungen, what the f***!?

eine zehnminütige Achtsamkeitsübung später.

Entschuldigt die verbale Entgleisung, wir geloben für die letzten Zeilen Besserung und hoffen, ihr seht es uns ein wenig nach. An dieser Stelle können wir mit der Meckerei allerdings noch immer nicht aufhören. Calippo hat unsere Nerven echt zum “Fizzeln” gebracht … Ja, schon gut. Keine weiteren Calippo- oder Ballisto-Jokes.

Die nächste Design-Sünde führt uns nämlich zu den spratzigen Todesanimationen. Die sehen an und für sich schön übertrieben und blutig aus, doch wer in den letzten Tagen aufmerksam unsere News gelesen hat, der weiß, was jetzt kommt. Es gibt insgesamt sowohl für Jacob und erst recht für seine Gegner zu wenig davon. Aber hey, die bekommen wir ja dann für einen entsprechenden Aufpreis mit dem Season Pass nachgeliefert. 

Kaum Wiederspielwert: In unserer Testversion konnten wir weder einen New Game Plus-Modus (der laut Entwickler Anfang 2023 kostenlos ergänzt wird) entdecken, noch alternative Pfade gegen Ende des Spiels, die laut Striking Distance Studios vorhanden sein sollen. Wollt ihr jedoch alle Waffen-Upgrades ausprobieren, müsst ihr aufgrund des Fehlens einer Respec-Funktion einen neuen Durchgang starten. 

Bevor der Puls wieder durch die Decke schießt, kommen wir zum letzten Ärgernis, das allerdings mehr eine verpasste Chance ist. The Callisto Protocol ist ein überaus lineares Spiel, das uns aber durchaus in optionalen Gängen Raum zur Erkundung lässt und sogar ein paar Geheimräume bietet, die Hinweise zum Mysterium auf der Mondbasis liefern.

Spielerisch gibt es jedoch abseits zweierlei Ausnahmen, in denen wir beispielsweise einen Abwasserkanal herunterrutschen und tödlichen Hindernissen ausweichen müssen, keine Auflockerung. Kleine Rätsel, die wir mit dem GRP meistern müssten, gibt es nicht und auch sonst kämpfen wir uns lediglich von einem Abschnitt zum nächsten und erleben alle halbe Stunde eine Cutscene, welche die Geschichte vorantreibt. 

Wie wir weiter oben bereits geschrieben haben, wird dieser “Horror-Prison Break” von Glen Schofield (Schofield … Prison Break … na, wer hat den verstanden?) und seinem Striking Distance Studio sicher einige von euch allein durch die Optik und den Gore-Faktor bei Laune halten. Spielt ihr Callisto in kleinen Häppchen und genießt den Horror, könnt ihr eventuell auf eure Kosten kommen. Aber senkt eure Erwartungen an den Rest, der uns wie kein zweites Spiel der letzten Jahre auf die Palme gebracht hat.     

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