Dieses ungewöhnliche Zelda-Like hat mich kalt erwischt - und ist bislang mein liebstes Spiel des Jahres

Tobi wollte Minishoot Adventures eigentlich nur kurz ausprobieren - und war dann von dem Indie-Titel so gefesselt wie schon lange nicht mehr.

Das charmante Minishoot Adventures hat sich vom Fleck weg in Tobis Herz gespielt. Das charmante Minishoot Adventures hat sich vom Fleck weg in Tobis Herz gespielt.

Minishoot Adventures ist eigentlich schon ein alter Hut – zumindest auf dem PC. Dort erschien das Spiel nämlich bereits vor zwei Jahren, aber das ist vermutlich auch der Grund, warum ich den Titel bislang übersehen hatte.

Nachdem ich Minishoot Adventures jetzt auf der Xbox Series X/S durchgespielt habe (Konsolen-Release war Anfang März), schäme ich mich fast ein bisschen. Nämlich dafür, dass dieses absolute Indie-Perle so lange unter meinem Radar geflogen ist. Und rate euch dringend, mal einen Blick zu riskieren.

Video starten 1:04 Minishoot Adventures: Den Zelda-Like-Twinstick-Shooter-Mix gibt es jetzt auch für Konsolen!

Zelda-Like meets Twinstick-Shooter

Der Pitch von Minishoot-Adventures ist simpel, denn es mixt ein klassisches Action-Adventure im Stile der älteren The Legend of Zelda-Teile mit einem Twinstick/Bullethell-Shooter.

Ihr steuert ein putziges Raumschiff durch eine Spielwelt, erkundet Dungeons, bekämpft Gegner und schaltet nach und nach zusätzliche Fähigkeiten frei, mit denen ihr dann wiederum in weitere Bereiche der Spielwelt gelangen könnt.

Dass dieses sehr bewährte Konzept hier absolut fantastisch funktioniert, hat mehrere Gründe. Zum einen wäre da die herausragend gute Steuerung. Das knuffige Raumschiff lässt sich pixelgenau zwischen gegnerischen Geschossen hindurchmanövrieren, schon nach kurzer Zeit tänzelt man um Feinde herum und nimmt sich mit dem rechten Stick unter Feuer, flinkeren Gegnern weicht man mit einem kurzen Boost aus.

Dank der nahezu perfekten Steuerung hat man das kleine Raumschiff auch in kritischen Situationen immer unter Kontrolle. Dank der nahezu perfekten Steuerung hat man das kleine Raumschiff auch in kritischen Situationen immer unter Kontrolle.

Das Move-Repertoire erweitere ich in den Dungeons nach und nach unter anderem mit einer schnellen Rolle, um über Abgründe zu kommen oder der Fähigkeit, auf Wasserflächen zu schweben. Außerdem kann ich einzelne Fähigkeiten verbessern (u.a. Schussfrequenz oder -Reichweite) oder mit gesammelten Münzen meinen Blaster aufwerten, was enorm motivierend ist.

Das gilt übrigens ganz ausdrücklich auch für die Erkundung der Spielwelt. Die bietet zwar die klassischen Bereiche/Biome – Wald, Wüste etc. – aber ködert mich immer wieder sehr geschickt. Beispielsweise mit überall verteilten Höhlen, in denen Geheimnisse warten. Zum Beispiel Lebensenergie-Upgrades, die zunächst unerreichbar scheinen. Aber die ich mit etwas Überlegung dann eben doch erreichen kann.

Tobias Veltin
Tobias Veltin

Die GamePro begleitet Tobi schon über die Hälfte seines Lebens. Als Leser von der ersten Ausgabe an absolvierte er zunächst im Jahr 2006 während seines Studiums ein halbjähriges Praktikum, bevor er Anfang 2009 fest zum Team stieß. Wenn er sich mal nicht mit Videospielen beschäftigt, frönt Tobi seiner Brettspiel-(Sammel)Leidenschaft.

Ein "Sogspiel" mit nur kleinen Kritikpunkten

Durch die vielen kleinen Belohnungseffekte und das stetige Fortschrittsgefühl entwickelt Minishoot Adventures einen unheimlichen Sog, den ich beim besten Willen nicht habe kommen sehen. Am ersten Abend wollte ich beispielsweise nur kurz reinspielen – und war dann knapp zwei Stunden später verwundert, dass so viel Zeit vergangen war. Mittlerweile bin ich bei knapp 10 Spielstunden und habe immer noch nicht alles im Spiel entdeckt.

Sehr angenehm finde ich auch, dass mich Minishoot Adventures meinen Erkundungsdrang ausleben lässt und mich nicht zu sehr an die Hand nimmt. Es ist beispielweise zwar klar, dass ich nach und nach vier größere Dungeons abklappern muss, wie ich allerdings dahin komme, bindet mir das Spiel nicht auf die Nase.

Mit Tipps hält sich das Spiel zudem zurück und kann deswegen auch bei manchen Kämpfen ziemlich unerbittlich sein. Frustig wird es allerdings nie, aufgrund der drei sehr gut austarierten Schwierigkeitsgrade und der bereits erwähnten Top-Steuerung.

Auch Bosskämpfe stehen auf dem Plan und die erfordern volle Konzentration. Auch Bosskämpfe stehen auf dem Plan und die erfordern volle Konzentration.

Bei aller Begeisterung habe ich aber auch ein paar Kritikpunkte. Der Sound ist beispielsweise etwas seltsam abgemischt, manchmal überdeckt die Hintergrundmusik die Schusseffekte.

Und auch grafisch hat mich Minishoot Adventures nicht vom Hocker gehauen. Ja, alles sieht ganz nett aus und durch den minimalistischen Stil bleibt das Geschehen auch stets übersichtlich, aber insbesondere bei den Abschusseffekten hätte es für meinen Geschmack noch ein bisschen mehr "knallen" dürfen.

Kollege Max hat kürzlich ebenfalls ein Zelda-Like vorgestellt – unten erfahrt ihr mehr:

Ich liebe es – und ihr vielleicht auch

An meinem Urteil und meiner Empfehlung rütteln die oben genannten Negativpunkte aber nicht. Denn mit seiner ganzen charmanten und dennoch fordernden Art hat sich Minishoot Adventures vom Fleck weg in mein Herz gespielt. Und gerade, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte, ist das Indie-Spiel damit bislang mein liebstes Spiel des Jahres.

Wenn ihr in Zelda-Likes also nicht zwangsläufig einen Helden und klassische Gegenstände wie Schwert und Enterhaken braucht, dann schaut euch Minishoot Adventures unbedingt mal an – vielleicht kann es euch ja genauso begeistern wie mich.

Minishoot Adventures ist für die PlayStation 5, Xbox Series X/S, die Nintendo Switch 2 und den PC erhältlich. Auf der Xbox ist der Titel im Game Pass (ab der Premium-Stufe) enthalten.


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