Xbox One - Analyst erklärt, wieso Microsoft so wenig First Party-Exklusivtitel hat

Microsoft und die Xbox One haben wenig Glück, wenn es um Exklusivtitel, neue Marken und First Party-Spiele geht. Der IDC-Marktanalyst Lewis Ward spricht über die Schwierigkeiten mit dem Mangel an neuen IPs und Singleplayer-Spielen.

von David Molke,
10.01.2018 10:41 Uhr

Auch Microsofts Xbox One S muss im direkten Vergleich zur Konkurrenz mit deutlich weniger Exklusivtiteln auskommen.Auch Microsofts Xbox One S muss im direkten Vergleich zur Konkurrenz mit deutlich weniger Exklusivtiteln auskommen.

Während Sony zum Beispiel mit Horizon Zero Dawn aufgetrumpft hat und Nintendo sowohl Zelda: Breath of the Wild als auch Super Mario Odyssey in petto hatte, sieht es bei Microsoft deutlich finsterer aus. Zumindest, was große First Party-Spiele, Exklusivtitel und neue IPs angeht. Scalebound und Fable Legends wurden eingestampft, Halo und Gears of War besitzen nicht mehr so viel Zugkraft wie früher und neue Marken wie Quantum Break oder Sunset Overdrive bleiben hinter den Erwartungen zurück. Gamingbolt hat beim IDC-Research Director für Gaming und VR/AR – Lewis Ward – nachgefragt, woran das liegt. Der Analyst antwortet folgendermaßen:

"Microsoft hat nicht so ein großes Spieleentwicklungs-Studioteam im Haus wie Sony oder Nintendo und hat auch nicht so eine lange Geschichte beim Produzieren von First Party-Entertainment-Produkten und -Services. Sie haben ein paar massive Franchises wie Halo und Gears of War und Minecraft und so weiter, aber Microsofts Strategie war für lange Zeit, Indie-Studios zu suchen und mit großen Third Party-Studios zusammen zu arbeiten, um exklusiven Content zu erhalten."

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Microsoft sei aggressiver als Nintendo oder Sony vorgegangen, wenn es darum gehe, passende Spiele von außerhalb zu finden. Zum Beispiel Titel, die eigentlich aus einem PC- oder Mobile-Hintergrund stammen, auch auf Heimkonsolen und den Fernseher zu bringen. Wenn alles passt, kaufe Microsoft auch oft die kleineren Studios oder deren Marken. Als Beispiele nennt Lewis Ward Ryse, World of Tanks oder zuletzt Blueholes Playerunknown's Battlegrounds.

"Weil Microsoft ein kleineres internes Entwicklungsteam besitzt, müssen sie kreativer werden, um exklusiven Content zu erhalten und ich nehme an, dass sich dieser Trend fortsetzt. Es hat sich bisher weitestgehend für sie ausgezahlt."

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Microsoft scheint seinen Fokus allgemein weniger auf AAA-Singleplayer-Spiele zu legen, wie es die Konkurrenz teilweise tut. Wieso Microsoft kaum Spiele wie Zelda: BOTW oder Horizon Zero Dawn entwickelt, erklärt Lewis Ward ebenfalls:

"Diese Spiele dauern lange in der Entwicklung und sind sehr teuer. [...] Vielleicht hätte das eingestellte Fable-Spiel dieses Verlangen gestillt oder vielleicht wird das neue Crackdown ein Monster – es sah auf der E3 auf jeden Fall gut aus. Am Ende des Tages kann ich es Microsoft nicht verübeln, dass sie sich auf Partnerschaften fokussieren, die Multiplayer involvieren, wie PUBG. "

"Das ist, wo die eSports-Welle hingeht und das ist es, wo der Monetarisierungs-Schweif für viele Jahre erhalten bleiben kann. Singleplayer-Spiele sind großartig, aber ihr Stern sinkt auf breiter Front, einfach weil sie eine riskantere Wette darstellen. Wenn sie direkt floppen, kann das ein Studio zerstören."

Was sagt ihr dazu: Stimmt ihr den Einschätzungen zu? Hat sich Microsofts Strategie ausgezahlt?

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