Die schlechten Nachrichten reißen einfach nicht ab, es tut mir wirklich leid. Aber selbst wenn ihr ein Traditions-Entwicklerstudio seid, das eigenhändig eine Traditionsmarke wiederbelebt und frischen Wind ins Shooter-Genre gebracht hat, gibt es kein Entkommen vor Microsofts Rotstift. Die Entlassungen haben auch id Software getroffen, und zwar massiv.
Doom-Entwickler sind nach Microsoft-Entlassungen "nicht überzeugt, dass es noch weitergehen kann"
Ein neuer Bericht zeichnet ein düsteres, herzzerreißendes Bild davon, was bei den Machern von Doom, Doom Eternal und Doom: The Dark Ages los ist. Über die Hälfte der Angestellten wurden entlassen, und dass, obwohl die drei Releases überaus erfolgreich waren und prestigeträchtig sind. Niemand scheint mehr sicher und die Betroffenen haben es nicht kommen sehen.
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Revelations macht DOOM zur Speerspitze der Singleplayer-Shooter! | Preview
Der große Xbox-Reset umfasst bekanntermaßen bereits diverse Schließungen, Massen-Entlassungen und das Abstoßen von Indie-Studios wie Double Fine. Aber dass auch die bei Microsoft verbliebenen Studios so stark betroffen sein würden, hatten wohl nur die Wenigsten erwartet.
Gegenüber GamesBeat haben jetzt diverse Devs davon berichtet, wie hart es das Doom-Studio id Software getroffen hat. Mindestens 92 von nur 185 Angestellten sollen entlassen worden sein, anderswo kursieren sogar Zahlen von über 130 Entlassungen. Das bedeutet, dass deutlich mehr als die Hälfte des bewusst klein gehaltenen Studios einfach gefeuert wurde.
"Es ist ein Blutbad. Ich wurde total kalt davon erwischt. Das Ausmaß davon."
Die Entlassungen kommen zu einer denkbar ungünstigen Zeit: Die Menschen bei id Software haben gerade erst die Arbeit am Doom: The Dark Ages-DLC Revelations beendet und befinden sich in einer Phase zwischen großen Spielen. Momentan soll an verschiedenen Ideen herumprobiert worden sein, unter anderem ein Perfect Dark-Spiel, ein Action-Titel im Stil der John Wick-Filme und ein Multiplayer-/Koop-Doom.
Ob irgendetwas davon jetzt überhaupt noch weiterverfolgt werden kann, bleibt völlig unklar. Es sieht eher nicht danach aus. UI-Artist Daniel Gagne schreibt auf LinkedIn:
"Freunde und Kollegen ihre Jobs verlieren zu sehen, die über zwei Jahrzehnte ihres Lebens id Software gewidmet haben, bricht mir das Herz. Das AAA-Ökosystem muss sich verändern, das aktuelle Modell ist unhaltbar für die Leute, die diese Welten erschaffen."
In dem GamesBeat-Bericht heißt es, dass id Software wohl lieber verkauft worden wäre, wenn die Betroffenen gewusst hätten, was auf sie zukommt. Dem Studiochef sollen die Tränen gekommen sein, als er seinen Angestellten sagen musste, dass es nicht an ihren Fähigkeiten liegt, dass sie entlassen werden.
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PlayStation und Xbox werden nie wieder dasselbe sein
Es gibt auch viel Kritik an der Strategie und Kommunikation von Microsoft. Ein ehemaliger Studiochef hat gegenüber GamesBeat erklärt, es sei einfach unklar, was Microsoft von den eigenen Studios erwartet habe. Wenn sie früher gewusst hätten, dass es anscheinend nur um Umsatz und Profit geht, hätten sie vielleicht Liveservice-Spiele oder Multiplayer-Modi entwickelt.
Stattdessen habe man sich absichtlich auf Singleplayer-Shooter konzentriert. Auch, um die Studiogröße und die Zahl der Angestellten kleinzuhalten. Das sei ein gigantischer Kommunikationsvorteil gewesen, auch wenn es so oft zu Crunch-Zeiten und längeren Entwicklungs-Zeiträumen gekommen sei.
Ob das Studio in Zukunft überhaupt noch Spiele selbst entwickeln kann, steht in den Sternen. Womöglich muss es sich zu einem Support-Studio wandeln, wie es jetzt auch schon bei Obsidian und Fallout der Fall ist. Die verbliebenen id Software-Angestellten blicken jedenfalls nicht gerade optimistisch in die Zukunft:
"Ich bin nicht überzeugt, dass es noch weitergehen kann."
Der ehemalige VFX-Artist Derek Best schreibt Folgendes (via VGC):
"Tolle Arbeit, Microsoft. Nichts sagt Business-Erfolg wie ein Team dem Erdboden gleichzumachen und es auf Supportstudio-Größe zu schrumpfen, während man gleichzeitig massive technische Errungenschaften wegschmeißt."
Womit natürlich die hauseigene Grafik-Engine von id Software gemeint ist, auf der alle neuen Doom-Spiele laufen. Sie ist immer weiter verbessert worden und eignet sich ganz hervorragend, um damit First Person-Shooter zu machen. Es gibt wenig Spiele, die so gut optimiert sind und trotz absoluter Grafikpracht so astrein laufen, wie es zum Beispiel bei Doom Eternal der Fall war.
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