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Call of Duty: Modern Warfare im Test – Fast wie früher

Mit Call of Duty: Modern Warfare belebt Infinity Ward eine Shooter-Legende wieder. Und macht einiges, aber längst nicht alles richtig.

von Tobias Veltin,
30.10.2019 09:01 Uhr

Call of Duty: Modern Warfare - Test-Video zu Solo-Kampagne und Multiplayer 17:06 Call of Duty: Modern Warfare - Test-Video zu Solo-Kampagne und Multiplayer

Update: Jetzt mit Wertung
Mittlerweile haben wir den Multiplayer-Modus sowie den Spec Ops-Koop-Modus gespielt, alle Eindrücke und Infos dazu findet ihr auf der zweiten Seite dieses Tests. Außerdem haben wir Modern Warfare nun eine Wertung gegeben.

Call of Duty: Modern Warfare - ein Name wie Donnerhall. Viele Shooter-Fans erinnern sich mit wohligem Gefühl im Bauch an die wahrscheinlich beliebteste Call of Duty-Unterserie. Ab dem Jahr 2007 warf die den angestaubten Zweite Weltkrieg Setting-Ballast ab und ballerte sich mit insgesamt drei Teilen dank viel Action-Bombast und erinnerungswürdigen Charakteren in der Shooter-Historie fest. Jetzt beleben Activision und Infinity Ward die Serie wieder - allerdings nicht mit einer Fortsetzung, sondern einem Reboot, das aber die alten Tugenden der Serie nicht vergessen will.

Wolfsjagd

Anders als Call of Duty: Black Ops 4 im letzten Jahr bietet Modern Warfare eine Solo-Kampagne, aber das verwundert nicht, immerhin war die stets ein Kernelement der Serie. Und ganz in alter Call of Duty-Tradition wird darin ein fiktives Gut-Böse-Szenario gezeichnet, das aber bewusst in einigen Punkten an aktuelle Geschehnisse angelehnt ist.

Als die Terrororganisation Al-Qatala gefährliche chemische Waffen entwendet und mit einem Anschlag am Piccadilly Circus in London für Chaos sorgt, beginnt für die westlichen Mächte ein Wettlauf gegen die Zeit. In den Uniformen von CIA-Kämpfer "Alex" und SAS-Agent Kyle Garrick müssen wir nicht nur die Biowaffen und Al-Qatalas Boss "Der Wolf" finden, sondern geraten dabei auch in die Wirren im Nahost-Staat Urzikstan, in dem der brutale abtrünnige Russen-General Barkov mit seinen Einheiten die örtliche Bevölkerung unterdrückt.

Die Modern Warfare-"Gang": Alex, Price, Kyle und Farah. Die Modern Warfare-"Gang": Alex, Price, Kyle und Farah.

Unterstützung bekommen die beiden dabei von Farah Karim, Kommandantin der urzikischen Liberationsfront, die wir in zwei Rückblicken auch selbst spielen, sowie Captain Price. Der ist neben einem später auftauchenden Charakter die einzige wirkliche Verbindung zu den ersten drei Teilen der Reihe und wird im Spiel als derjenige charakterisiert, den man anruft, wenn es brennt.

Bemerkenswert: Karim und Price als Begleitpersonen wirken deutlich charismatischer als Alex und Garrick, auch weil wir später im Spiel mehr über ihre Hintergründe erfahren. Die beiden Spec-Ops-Soldaten bleiben dagegen bis auf wenige Ausnahmen, in denen Kyle beispielsweise sein Handeln hinterfragt, über die gesamte Spielzeit blass.

In einer bedrückenden Rückblende erleben wir als kleine Farah mit, wie russische Soldaten unser Dorf angreifen. In einer bedrückenden Rückblende erleben wir als kleine Farah mit, wie russische Soldaten unser Dorf angreifen.

Die Geschichte selbst ist abseits der typischen Schwarz-Weiß-Zeichnung auf einem soliden Niveau, auch wenn Call of Duty-Veteranen wirkliche Überraschungen vermissen werden. Es gibt pompös inszenierte Höhepunkte, den obligatorischen Verrat und ein Finale, das Kennern der ersten drei Teile ein Lächeln aufs Gesicht zaubern dürfte. Die Spielzeit der Kampagne ist dagegen keine Überraschung und fällt überschaubar aus: Die insgesamt 14 Missionen haben wir auf dem normalen Schwierigkeitsgrad in unter fünf Stunden durchgespielt.

Meinung zur Spielzeit
Call of Duty: Modern Warfare wird kurz & das finde ich super

Ballerbude mit wenigen Überraschungen

Spielerisch setzt Modern Warfare wenig überraschend auf das klassische CoD-Prinzip, ist also größtenteils die bekannte und leider immer noch sehr lineare Schießbude, in der wir aus der Ego-Perspektive zahlenmäßig überlegene Gegner mit einem ganzen Sammelsurium von Waffen erledigen. Immerhin gibt es glücklicherweise bei den Settings genügend Abwechslung, auch wenn hier nicht die Variation eines Modern Warfare 2 erreicht wird. Wir kämpfen uns unter anderem durch Waffenfabriken, die amerikanische Botschaft in Urzikstan, einen Flughafen, die Innenstadt von Sankt Petersburg und sind bei einem Anschlag in London dabei.

Eine der späteren Missionen führt uns auf die Straßen von Sankt Petersburg. Eine der späteren Missionen führt uns auf die Straßen von Sankt Petersburg.

Wenn wir uns nicht gerade durch eine Schießbude kämpfen, markieren wir unter anderem mit einem Laser Ziele für Luftangriffe, steuern Drohnen mit angeklebten Bomben in angreifende Kampfhelikopter oder entschärfen Stolperdrahtfallen. Und natürlich darf auch eine Sniper-Mission - bei der dieses Mal sogar Wind und Distanz mit einberechnet werden müssen - nicht fehlen.

Für Veteranen interessant ist dabei, dass Modern Warfare hier und da in die Richtung seiner drei Vorgänger nickt - etwa dann, wenn wir unter einem LKW entlangkriechen müssen oder aus einem Gunship schemenhaft hervorgehobene Soldaten und Panzer angreifen.

Gameplay-Beispiel 1 In Urzikstan nutzen wir uns für unsere Pistole einen Autoschlauch als Schalldämpfer.

Gameplay-Beispiel 2 An anderer Stelle markieren wir mit einem Laser Ziele für Luftangriffe.

Gameplay-Beispiel 3 Hier müssen wir eine Frau wohlbehalten durch ein Büro lotsen.

Gameplay-Beispiel 4 Und hier Lenkflugzeuge in angreifende Helikopter steuern.

In Deckung!

Auffällig und angenehm ist, dass in Modern Warfare anders als in vielen anderen Serienteilen nicht ganze Armeen von Gegnern den Bildschirm überrennen, sondern uns oft nur eine Handvoll Gegner entgegengeschickt wird. Dass sich die Kämpfe in diesem CoD besonders intensiv anfühlen, liegt aber nicht an der geringen Zahl oder gar einer verbesserten KI - die ist weiterhin bestenfalls Durchschnitt - sondern an der Tatsache, dass wir selbst auf dem zweiten der insgesamt fünf Schwierigkeitsgrade gerade mal ein paar Treffer einstecken dürfen, bevor wir das Zeitliche segnen.

Das Aufstützen an Kanten und Ecken erweist sich als sehr effektiv. Das Aufstützen an Kanten und Ecken erweist sich als sehr effektiv.

Dieser Umstand zwingt uns regelmäßig hinter Deckungen und sorgt beim Spielen für einen angenehmen Druck. Besonders die neue Möglichkeit, sich an Kanten und Ecken aufzustützen und vorsichtig um die Ecke zu lugen, hat sich beim Test hervorragend bewährt. In den höheren Schwierigkeitsgraden wird das Ganze dann nochmal herausfordernder; was bleibt, ist die hervorragend präzise Steuerung mit dem bewährten "Trigger-halb-durchdrücken-um-auf-nahe-Gegner-zu-schalten"-Prinzip.

Doof: Dadurch, dass das Spiel Gegner teilweise auch von der Seite oder hinter uns anrücken lässt und an manchen Stellen bestimmte Dinge von uns verlangt, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind (Bösewicht entkommt oder wir dürfen eine bestimmte Passage nur mit einem bestimmten Objekt passieren) gibt es im Laufe der Kampagne einige wenige Trial-and-Error-Passagen, die wir erst im zweiten oder dritten Anlauf meisterten.

Eine Sniper-Mission darf in CoD traditionell nicht fehlen. Eine Sniper-Mission darf in CoD traditionell nicht fehlen.

Immerhin: Das Spiel setzt regelmäßig faire Checkpunkte. Außerdem empfanden wir als etwas störend, dass es in der Hektik eines Gefechtes nicht einfach ist, feindliche und verbündete Einheiten auseinanderzuhalten, was insbesondere an der ähnlichen Farbe ihrer Kleidung bzw. Uniformen liegt.

Nächtliche Highlights

Mehr als andere Teile nimmt Modern Warfare an vielen Stellen bewusst die Luft raus und reduziert das Tempo, um uns ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen zu geben. Bei unserem ersten Treffen mit Farah in Urzikstan müssen wir uns beispielsweise unter Arbeiter mischen und Steine schleppen, um nicht aufzufallen. An anderer Stelle lotsen wir die Assistentin eines Botschafters per Überwachungskameras zwischen feindlichen Patrouillen hindurch.

Die Nachteinsätze sind intensiv und beklemmend inszeniert. Die Nachteinsätze sind intensiv und beklemmend inszeniert.

Als echte Highlights entpuppen sich allerdings die Nachteinsätze, in denen wir zum Beispiel als Kyle mit unserer Einheit ein kleines Haus in Camden Town infiltrieren, um dort Informationen über den Wolf zu finden. In den engen Gängen und Zimmern des Hauses lauern bewaffnete Terroristen und überraschen uns teilweise mit ihrem Verhalten, in dem sie sich beispielsweise unter einem Bett verstecken oder Frauen als Schutzschild benutzen. In diesen Momenten ist Call of Duty: Modern Warfare besonders beklemmend inszeniert.

Nicht für jeden

Apropos beklemmend. Call of Duty: Modern Warfare geizt nicht mit Szenen, die an die Nieren gehen. Der Bombenangriff in London etwa, bei dem schreiende Zivilisten panisch durcheinander rennen und erschossen werden. Brennende Söldner, denen mit einem lapidaren "die haben wohl mit dem Feuer gespielt" der Rest gegeben wird, oder die leidende Zivilbevölkerung in Urzikstan. Wenn euch solche Szenen stören, solltet ihr euch den Kauf des Spiels gut überlegen.

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Zumal es auch noch drastischere Szenen gibt: In einem spielbaren Rückblick müsst ihr als kleine Farah ansehen, wie euer Vater ermordet wird, und flüchtet später mit Gasmaske durch ein in grünes Giftgas gehülltes Dorf, in dem Menschen und Tiere röchelnd auf den Straßen verenden. Außerdem gibt es eine Waterboarding-Folterszene in der Ego-Perspektive sowie eine Szene, in der Frau und Kind eines Terroristen als Druckmittel gegen ihn benutzt werden. Bei Letzterem könnt ihr euch aber vorher bewusst dagegen entscheiden.

Eine der bedrückenden Szenen: Dieser Mann trägt eine Bombenweste und ruft nach seinen Töchtern. Eine der bedrückenden Szenen: Dieser Mann trägt eine Bombenweste und ruft nach seinen Töchtern.

Auch wenn wir das Gefühl haben, in bestimmten Bereichen vielleicht etwas abgestumpft zu sein, mussten wir dennoch an ein paar Stellen ordentlich schlucken. Das ist natürlich von Seiten Infinity Ward und Activision bewusst so geplant und inszeniert, wie sie bereits in der Vorberichterstattung deutlich zu verstehen gegeben haben. Obwohl einige Szenen die Fragen aufwerfen, ob wir solche Situationen in Modern Warfare tatsächlich brauchen, kommt keine an das Niveau (oder besser das Kontroversen-Potenzial) der berüchtigten "No Russian"-Mission aus Modern Warfare 2 heran.

Das bislang hübscheste Modern Warfare

Modern Warfare hat eine neue Engine spendiert bekommen, und die lässt beim Test auf unserer Xbox One X ordentlich die Muskeln spielen. Angefangen bei den geschmeidigen Animationen und den hervorragenden Lichteffekten (etwa, wenn Mondlicht durch die Bäume eines nächtlichen Waldes scheint) bis hin zum Detailgrad der Umgebungen sieht Modern Warfare eine ganze Ecke besser aus als beispielsweise Call of Duty: WW2 oder auch das letztjährige Black Ops 4.

Die Engine von Modern Warfare lässt insbesondere bei Licht- und Schatteneffekten ihre Muskeln spielen. Die Engine von Modern Warfare lässt insbesondere bei Licht- und Schatteneffekten ihre Muskeln spielen.

Der Sound bewegt sich mit seinen wuchtigen Waffensounds, direktionalen Effekten und guter deutscher Sprachausgabe sogar auf Referenzniveau - auch wenn sich viele Sprachsamples wiederholen. In diesem Punkt ist die Kampagne des "neuen" Modern Warfare also tatsächlich ein Donnerhall - auch wenn sie die Klasse der ersten Trilogie nicht erreicht.

Call of Duty: Modern Warfare - Der bombastische Trailer wirft einen Blick auf die Story 1:45 Call of Duty: Modern Warfare - Der bombastische Trailer wirft einen Blick auf die Story

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