Crackdown 3 - Cloud-Multiplayer war zu ambitioniert für die Xbox One

Ein neuer Bericht liefert die wahren Gründe für die Release-Verschiebungen: Crackdown 3 war von Anfang an zu ambitioniert für die Xbox One.

von Mirco Kämpfer,
17.07.2018 14:49 Uhr

Crackdown 3 war von Anfang an zu ambitioniert.Crackdown 3 war von Anfang an zu ambitioniert.

Offenbar hat sich Microsoft mit Crackdown 3 zu viel vorgenommen, die Cloud-basierten Zerstörungen der Spielwelt im Multiplayer sollen die Xbox One überfordert haben.

Das soll einer der Hauptgründe für die zahlreichen Verschiebungen sein, wie Eurogamer auf Berufung anonymer Quellen berichtet. Die Entwicklung von Crackdown 3 wurde immer wieder von Problemen gebeutelt.

Das war 2015 geplant: Crackdown 3 wurde erstmals auf der Gamescom 2015 mit einer beeindruckenden Pre Alpha-Demo gezeigt. Serienschöpfer Dave Jones versprach "100 Prozent zerstörbare Umgebungen" im Multiplayer. Die dafür nötige Rechenpower sollte aus der Cloud kommen, bis zu 20 mal mehr Leistung als eine Xbox One-Konsole sollten die Zerstörungsorgie von Crackdown 3 befeuern. Zumindest auf dem Papier.

So ist der Stand heute: Drei Jahre nach der Ankündigung ist Crackdown 3 immer noch nicht erschienen. Der Release wurde erst für Herbst 2018 angepeilt, dann aber auf Februar 2019 verschoben. Auf der Gamescom 2017 zeigte Microsoft neue Gameplay-Szenen, aber nicht den vielversprechenden Multiplayer-Modus.

Was ist passiert? Es gab mehrere Probleme. Entwickler wechselten, Serienschöpfer Dave Jones verließ das Projekt, die Technik machte Probleme. Und die Cloud-Technologie, das Haupt-Feature des Spiels, entpuppte sich als Schnapsidee.

Crackdown 3 war von Anfang an zu ambitioniert für die Xbox One

Crackdown 3 - Reveal-Trailer zeigt Gameplay in neuer Celshading-Optik 2:48 Crackdown 3 - Reveal-Trailer zeigt Gameplay in neuer Celshading-Optik

Demnach sollen Jones' Vorstellungen für das Spiel zu unrealistisch gewesen sein, um sie auf der Xbox One zum Laufen zu bringen.

Falsche Vorstellungen: Die im Jahr 2015 gezeigte Demo mit den imposanten Zerstörungen sei von Anfang an dafür gedacht gewesen, das Potenzial der Cloud zu demonstrieren. Sie sei jedoch nie gezeigt worden, um eine echte Spielerfahrung zu repräsentieren.

"Das war ein Beispiel für die Dinge, für die du die Cloud nutzen könntest. Es war keine Vaporware. Es ist da. Es ist echt. Daher sage ich, dass ich glaube, die Cloud spielt in der Zukunft immer weiterhin eine wichtige Rolle."

So sah der Multiplayer 2017 aus: Letztes Jahr gab es tatsächlich einen spielbaren Mehrspielermodus, der jedoch stark zurechtgestutzt wurde. Statt einer 100 Prozent zerstörbaren Open World gab es nur noch eine PvP-Arena für maximal 10-Spieler.

Der Modus hieß "Wrecking Zone" und sollte 20-30 Minuten lange Matches bieten, in denen es darum ging, innerhalb des Zeitlimits den Turm des Gegnerteams zu zerstören.

Cloud-Einsatz weiter unklar: Microsoft zufolge soll die Cloud-Technologie "das Fundament" des Wrecking Zone-Multiplayers sein. Trotzdem ist noch unklar, ob die Cloud beim fertigen Spiel überhaupt zum Einsatz kommt.

Dave Jones kommentierte:

"Das ist letztlich Microsofts Entscheidung. Das hängt aber von den Kosten ab - es gibt viele Faktoren. Ich war wirklich nur da, um das Potenzial der Cloud zu zeigen."

Crackdown 3 soll nicht erneut verschoben werden

Doch es gibt Probleme: Aktuell steht der Februar 2019 als angepeilter Release-Termin für Crackdown 3 fest - unter anderem, um dem von Battlefield 5, Black Ops 4, Red Dead Redemption 2 & Co. heiß umkämpften Herbst 2018 zu entgehen.

Blöderweise sieht es für Anfang 2019 nicht besser aus, im Februar erscheinen The Division 2 und Sonys PS4-Exclusive Days Gone. Auch Anthem steht in den Startlöchern. Da Microsoft Crackdown 3 nicht erneut verschieben möchte, bleibt es spannend zu sehen, wie sich das ambitionierte Actionspiel letztendlich schlägt.

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