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Crash Bandicoot 4: It’s About Time im Test - Neue Tricks & alter Spielspaß

Wer braucht schon Remakes, wenn er auch etwas ganz Neues haben kann? Crash Bandicoot 4: It’s About Time baut auf den Stärken der Reihe auf und hat dabei jede Menge eigene Ideen im Gepäck.

von Hannes Rossow,
01.10.2020 16:22 Uhr

Crash Bandicoot 4 - Test-Video zum Jump-&-Run-Hit für PS4 & Xbox One 10:35 Crash Bandicoot 4 - Test-Video zum Jump-&-Run-Hit für PS4 & Xbox One

Nach dem gefeierten Comeback in Remake-Form will Activision es nun wirklich noch einmal wissen. Kann Crash Bandicoot auch mit einem neuen Spiel überzeugen? Ganz ohne den Nostalgiefaktor der originalen PS1-Trilogie? Mit Crash Bandicoot 4: It's About Time steht ein echter Nachfolger an, der neue Level, frische Ideen und sogar einen veränderten Look bietet. Und das Ergebnis macht so viel Spaß, wie wir es vom Beuteldachs gewohnt sind.

Wer von einem neuen Crash Bandicoot-Ableger, der im Jahre 2020 erscheint, ein komplett anderes Spielkonzept erwartet, täuscht sich. Crash 4 ist im Kern erneut ein kunterbuntes, herausforderndes Jump&Run, das uns durch abwechslungsreiche aber lineare 2,5D-Level schickt. Keine ausschweifenden Erkundungstouren durch halboffene Welten und keine Neuerfindung der Crash Bandicoot-Marke. Zum Glück, denn die alten Stärken funktionieren auch heute noch prächtig.

Auf dem ersten Blick wirkt alles wie beim Alten - aber Crash Bandicoot 4 hat viele neue Ideen. Auf dem ersten Blick wirkt alles wie beim Alten - aber Crash Bandicoot 4 hat viele neue Ideen.

Das wurde aber auch mal Zeit

Crash Bandicoot 4: It's About Time setzt nach den Ereignissen von Crash Bandicoot 3: Warped ein und ignoriert storytechnisch sämtliche Ableger, die nicht vom ursprünglichen Serienentwickler Naughty Dog stammen. Die Bösewichte N. Tropy, Dr. Neo Cortex, N. Gin, Uka-Uka und N. Brio befreien sich aus ihrem "Dimensionsgefängnis" und reißen dabei klaffende Lücken in das Raum-Zeit-Kontinuum. Nun liegt es erneut an Crash und seiner Schwester Coco, die Fieslinge aufzuhalten und die Risse wieder zu schließen.

Kleine Info zum Multiplayer
Im Kern ist Crash Bandicoot 4: It's About Time ein Einzelspielererlebnis. Wer möchte, darf sich aber an ein paar Multiplayer-Modi probieren. Ein Splitscreen-Feature braucht ihr aber nicht erwarten. Stattdessen setzen die Entwickler auf Hot Seat-Mechaniken: Wir müssen also den Controller weiterreichen, damit jeder mal an der Reihe sein darf. Zwei Spielarten stehen zur Auswahl:

Bandicoot Battle: 2 bis 4 Spieler treten nacheinander in Checkpoint-Wettrennen an oder sammeln Highscores, indem unter Zeitdruck Kisten zerstört werden müssen.

Pass N. Play: 2 bis 4 Spieler wechseln sich wahlweise nach jedem Tod oder jedem Checkpoint ab, während das Spiel im Hintergrund festhält, wer besser gespielt hat.

Die Idee hinter den Oldschool-Multiplayerkonzepten ist zwar nett, doch mehr als eine Dreingabe sind Bandicoot Battle und Pass N. Play nicht.

Zugegeben, der Spannungsbogen von Crash Bandicoot 4: It's About Time wird niemanden dazu bewegen, vor Aufregung an den Fingernägeln zu kauen. Dennoch überrascht die Story mit ein paar Zeitreisekniffen und wirklich witzigen, gut geschriebenen Dialogen. Tatsächlich kommen die Zwischensequenzen, vor allem angesichts des breiten Casts, sogar etwas zu kurz. Über ein paar freche Sprüche mehr hätte ich mich jedenfalls gefreut.

Über eine Übersichtskarte springen wir zwischen den Dimensionen und Zeitebenen hin und her. Über eine Übersichtskarte springen wir zwischen den Dimensionen und Zeitebenen hin und her.

Die Raum-Zeit-Thematik zieht sich dabei nicht nur durch die Story, auch in Sachen Level-Setting setzt Crash Bandicoot 4: It's About Time auf Dimensionen und Zeitebenen. So bereisen wir beispielsweise Welten unterschiedlichster Epochen: eine dystopische Postapokalypse in 2084, eine karibische Piratenwelt in 1717 oder auch eine eisige Forschungseinrichtung in 1954. Alle Abschnitte haben ihren eigenen Charme und viele liebevolle Details.

Was Spielern der N.Sane Trilogy dabei sofort auffallen dürfte, ist das neue Art-Design von Crash Bandicoot. Wo das Remake eher auf starre Formen gesetzt hat, wirken die Welt und die Charaktere nun deutlich gummiartiger, als wäre das einstige PlayStation-Maskottchen direkt aus einem Cartoon entsprungen. Kein Wunder, denn im Gespräch mit GamePro.de betonten die Entwickler, dass Animationsserien wie Looney Tunes die Inspiration für den (deutlich passenderen) Look gaben.

Jump & Run & Zeitmanipulation & Staubsaugerbomben & ...

In Sachen Level-Design und Spielmechanik trumpft Crash Bandicoot 4 aber am stärksten auf. Kein Level ähnelt dem anderen und ständig werden die Jump&Run-Elemente durchrotiert. Mal hüpfen wir durch komplexe Platforming-Passagen, mal düsen wir auf Fahrzeugen durch die Gegend, mal sind wir vor Dinosauriern auf der Flucht. Und dann gibt es da auch noch die neuen "Quantum-Masken", die uns zeitweise mit besonderen Fähigkeiten ausstatten und sich in den Leveln einsammeln lassen.

Quantum-Masken

  • Lani-Loli: Auf Knopfdruck wechseln wir die Dimension, was manche Objekte in der Umgebung durchlässig oder fest werden lässt. Timing ist hier alles.
  • Kupuna-Wa: Hiermit können wir die Zeit verlangsamen, um rasende Plattformen für einen Moment begehbar zu machen.
  • Ika Ika: Die Schwerkraft lässt sich auf Wunsch umdrehen und wir laufen plötzlich an der Decke.
  • 'Akano: Ermöglicht lange Drehungen und lässt uns zu weit entfernten Plattformen schweben.

Ebenfalls mit von der Partie sind die spielbaren Gastcharaktere, die wiederum ihre eigenen Fertigkeiten besitzen. Anders als Crash oder Coco steuern wir diese Figuren nur in ausgewählten Leveln, die dafür aber komplett auf ihre individuellen Fertigkeiten zugeschnitten sind.

Dingodile verlässt sich voll und ganz auf seinen Staubsauger. Dingodile verlässt sich voll und ganz auf seinen Staubsauger.

Spielbare Gast-Charaktere

  • Tawna kann ordentlich zutreten, ist deutlich größer als Crash oder Coco und kann vor allem ihren Greifhaken einsetzen, um weit entfernte Kisten zu zerstören oder Plattformen zu erreichen.
  • Dingodile ist langsam und behäbig, kann dafür aber mit seinem übergroßen Staubsauger explosive Fässer ansaugen und sie auf Gegner schießen. Gleichzeitig dient der Sauger aber auch als Werkzeug, das Dingodile über weite Abgründe schweben lässt.
  • Dr. Neo Cortex hat keinen Doppelsprung, dafür aber einen Dash nach vorn, den er auch in der Luft einsetzen kann. Mit seiner Laserpistole kann er zudem Gegner in starre oder federnde Plattformen verwandeln.

Während das Kerngameplay mit Crash und Coco ganz an die knackigen Jump&Runs der 90er-Jahre erinnern, bringen die Quantum-Masken und die Gastcharaktere jeweils eigene Puzzle-Elemente ins Spiel. In den jeweiligen Abschnitten ist dann neben der Geschicklichkeit auch das Mitdenken erfordert. Denn wenn wir unter Zeitdruck zwischen Dimensionen springen und die Schwerkraft umdrehen, wird unsere volle Konzentration gefordert.

Zum Glück steht uns hier die Steuerung nicht im Weg. Die funktioniert nämlich wunderbar, auch wenn es je nach Kameraperspektive schwer sein kann, Sprünge genau zu platzieren. Zwar gibt es den Schatten von Crash/Coco, der uns grob signalisiert, wo wir uns gerade befinden, beim Laufen auf die Kamera zu oder von ihr weg kann es aber schnell zu unnötigen Fehlern kommen.

Zusätzlich ist jedes Level in Crash 4 auch in einer alternativen "N.VERTED"-Variante spielbar, die grafisch alles auf dem Kopf stellt. Beispielsweise müssen wir in bester Echolot-Manier regelmäßig Geräusche machen, um überhaupt sehen zu können, wo es weitergeht. Das ist nicht nur abgedreht, sondern verpasst selbst bekannten Leveln einen ungewohnten Twist.

(Fast) so schwer wie damals

So schön die Level in Crash 4 aber aussehen, so knackig schwer sind sie auch. Hier bleiben die Entwickler*innen von Toys for Bob (Spyro: Reignited Trilogy) der Vorlage treu: schon kleinste Fehler führen dazu, dass wir in den Abgrund stürzen, aufgespießt werden oder von Gegnern gefressen werden. 20 bis 30 Tode in einem Level sind gerade im späteren Spielverlauf völlig normal. Glücklicherweise stehen aber zwei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Auswahl.

Im Retro-Modus bleibt alles wie gehabt. Wir besitzen eine vorgegebene Menge an Leben und sobald diese aufgebraucht sind, werden wir an den Levelanfang zurückgesetzt. Der neue Modern-Modus entspannt die Sache, denn hier werden wir bei jedem Tod einfach nur an den letzten (fair platzierten) Checkpoint zurückgesetzt. Begrenzte Leben gibt es hier nicht. Wie oft wir gestorben sind, erfahren wir aber auch hier, denn das fließt in die Wertung mit ein, die wir nach dem Abschließen eines Levels erhalten.

Wer sich die Mühe macht, alle Level-Herausforderungen zu meistern, wir mit Skins belohnt. Wer sich die Mühe macht, alle Level-Herausforderungen zu meistern, wir mit Skins belohnt.

Pro Level gibt es nämlich verschiedenste Herausforderungen zu meistern, um am Ende mit einem Spielfortschritt von 100 Prozent (oder sogar mehr) dazustehen. Beispielsweise müssen wirkliche ALLE Kisten gefunden und zerstört, 80 Prozent der Wumpafrüchte gesammelt und das Level mit maximal drei Toden abgeschlossen werden. Gelingt es uns, alle Herausforderungen abzuschließen, winkt ein besonderer Skin für Crash oder Coco als Belohnung. Mikrotransaktionen, um diese Skins einfach gegen Echtgeld zu kaufen, gibt es glücklicherweise nicht.

Ein Endgame voller Sammelfieber

Der Wiederspielwert der Level ist durch die vielen Ziele recht hoch und es erfordert zudem einiges an Geduld, die komplexen Level derart zu meistern, dass wir die Anforderungen auch erfüllen. Und genau in diesem Wiederspielwert liegt der große Anreiz von Crash Bandicoot 4's Endgame. Nach Abschluss der Story ist nämlich noch lange nicht Schluss. Die vielen Level auf dem Weg zum finalen Boss (ja, es gibt auch sehr unterhaltsame Bosskämpfe) einfach nur durchzuspielen, ist nämlich nur die halbe Miete.

Die echte Vielfalt des Level-Designs und die großen Herausforderungen des Spiels treten erst dann zutage, wenn wir jeden Winkel erkunden und alle Geheimnisse und Verstecke aufstöbern. Selbst wer alle Früchte gesammelt und alle Kisten zerstört hat, darf sich dann an die Zeitherausforderungen machen, die uns Speedrun-artig durch die Welten huschen lassen. Und selbst dann gibt es da noch die angesprochenen N.Verted-Level sowie die besonders knackigen Flashback-Tapes.

Auch an Bossen mangelt es dem Spiel nicht. Hier geht es gerade gegen einen Guitar Hero-Hard Rock-Roboter zur Sache. Auch an Bossen mangelt es dem Spiel nicht. Hier geht es gerade gegen einen Guitar Hero-Hard Rock-Roboter zur Sache.

Letztere müssen erst einmal entdeckt und freigeschaltet werden. Dann dürfen wir besonders schwere Abschnitte meistern, die uns in die Zeit vor dem allerersten Crash Bandicoot-Spiel zurückwerfen und in denen die Plattformen fast ausschließlich aus zerbrechlichen Kisten bestehen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr Crash Bandicoot 4: It's About Time zu einfach findet, bekommt ihr ausreichend Hardcore-Content, der euch an eure Grenzen bringt. Versprochen.

Mehr als würdiger Nachfolger

Crash Bandicoot 4: It's About Time ist der Beweis, dass die jüngeren Comebacks so mancher 90er-Jahre-Klassiker nicht einfach nur über ihre Nostalgie funktionieren. Mit zahlreichen neuen Ideen und jeder Menge Umfang bekommen wir hier ein vollwertiges Jump&Run geboten, dass für sich selbst steht und sich nicht auf den Lorbeeren von einst ausruht. Zum Glück für alle Fans bleibt der Charme der Reihe aber dennoch erhalten.

Ja, manche Sprungpassagen sind frustrierender als sie es sein müssten, der Multiplayer-Zusatz ist vergessenswert und vielleicht hätte die Story noch etwas mehr Screentime verdient. Trotzdem darf sich Crash Bandicoot 4 ganz selbstbewusst als würdiger Nachfolger der kultigen PS1-Trilogie bezeichnen. Und es wird ganz sicher einige Fans geben, die den neuesten Ableger für den bisherigen Höhepunkt von Crash Bandicoot halten werden.

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