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Das perfekte Spielezimmer - Teil 2 - Voll aufs Ohr

Nach dem optimalen Fernseher widmen wir uns dem Sound: Was macht ein gutes Headset aus? Worauf kommt es bei Lautsprechern an? Wozu dient ein AV-Receiver? Wir geben Antworten.

von Rüdiger Steidle,
19.12.2014 10:00 Uhr

Guter Sound im Spielzimmer scheint zunächst ein weniger dringendes Anliegen zu sein als der richtige Fernseher. Kein Wunder, schließlich besitzen die meisten Mattscheiben bereits eingebaute Lautsprecher. Der Ton ist »mit dabei« - warum also zusätzlich investieren? Weil jeder, der schon mal ein Spiel mit einer ordentlichen Raumklanganlage oder einem hochwertigen Kopfhörer genießen durfte, niemals freiwillig wieder zurück zum dünnen TV-Ton oder dem Billig-Headset geht.

Der qualitative Unterschied ist genauso groß wie der zwischen einem uralten Röhrenfernseher und einem modernen Flachbildmodell. Nur mit einem guten Soundsystem werden Blockbuster-Titel wie Advanced Warfare oder Assassin's Creed: Unity zu einem wirklich kinoreifen Erlebnis.

Hörsprechgarnitur

Die Frage nach dem richtigen Sound fürs Spielzimmer gestaltet sich etwas komplizierter als die nach dem passenden Fernseher, einfach weil sie so viele verschiedene Aspekte umfasst. Da wäre zunächst die grundsätzliche Entscheidung zwischen einer Kopfhörer-Mikro-Kombination, landläufig Headset genannt (zu Deutsch reichlich holprig »Hörsprechgarnitur«), und einer fest installierten, externen Lautsprecheranlage. Wobei: »Entweder … oder« stimmt nicht ganz, zum Chatten wird ohnehin ein Mikro benötigt - dafür reicht aber zur Not das mitgelieferte aus. Beide Lösungen weisen jedenfalls Vor- und Nachteile auf. Die großen Pluspunkte von Headsets: Sie sind günstiger als Boxen vergleichbarer Qualität und brauchen praktisch keinen Platz, denn wenn man sie nicht gerade trägt, verschwinden sie einfach in der Schublade.

Lautsprechersysteme beanspruchen dagegen einigen Raum und kosten tendenziell mehr, versprechen dafür aber noch besseren Sound sowie realistische Surround-Effekte, die man nicht nur hören, sondern auch fühlen kann. Zudem werten gute Lautsprecher den Filmgenuss auf. Wer schaut schon mit einem Kopfhörer fern? Außerdem arbeitet eine Boxenanlage mittels Receiver mit mehreren Konsolensystemen zusammen; bei Headsets kann es ohne Adapter eng werden. Wer es sich leisten und den Platz dafür erübrigen kann, greift also vorzugsweise zu einer Lautsprecheranlage. Trotzdem werden wir uns zuerst den Kopfhörern widmen - schlicht weil sie schneller abzuhandeln sind.

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Reine Kopfsache

Das wichtigste Kaufkriterium für ein Headset ist der Tragekomfort. Wer schon einmal einen ganzen Nachmittag mit dem Gamepad in der Hand verdaddelt hat, der weiß, dass ein schlecht sitzender Kopfhörer mit der Zeit richtig unangenehm werden kann: Der Bügel kneift, die Polster drücken, die Ohren schwitzen. Auf Tests kann man sich diesbezüglich nur eingeschränkt stützen, schließlich ist der Kopf bei jedem anders geformt. Was der eine als bequem empfindet, mag für den anderen zu groß, zu klein oder zu eng ausfallen, auch wenn die meisten Modelle verstellbare Bügel aufweisen.

Wer wirklich sichergehen will, dass das Objekt der Begierde passt, sollte den Gang zum Händler wagen und es dort ausprobieren. In Flächenmärkten wie Saturn und Media Markt geht das eher selten, kleinere Fachgeschäfte haben aber mitunter Vorführmodelle vorrätig. Wer lieber online ordert, sollte sich nicht scheuen, vom Rückgaberecht Gebrauch zu machen, wenn der Neuerwerb nichts taugt.

Zur Bequemlichkeit zählt freilich nicht nur der Tragekomfort, auch eine einfache Bedienung gestaltet den Zockeralltag angenehmer. Sämtliche Steuerelemente wie Lautstärkeregelung und Stummschalter sollten leicht erreichbar sein und sich »blind« identifizieren lassen. Ob man nun eine Kabelfernbedienung oder eher Tasten an den Ohrschalen bevorzugt, ist Geschmackssache. Nicht zuletzt kommt es bei einem Headset natürlich auch auf die Klangqualität an. Dazu gehört nicht nur die Wiedergabe des Spielsounds, sondern für Mehrspielerpartien ebenso das Mikro - schließlich sollen unsere Teamkameraden unsere Schimpftiraden einwandfrei verstehen.

Ein gut abgeschirmtes Mikrofon, das Umgebungsgeräusche möglichst ausfiltert, aber unsere Stimme klar überträgt, ist essenziell. Apropos Mikro: Ein flexibler, eventuell ausziehbarer Arm für das Aufnahmeteil ist Gold wert. Was die Wiedergabe anbelangt, genügt uns bei Headsets Stereoton. Es gibt zwar einige Varianten, die Surround-Effekte erzeugen, allerdings keine wirklich guten. Drei Kaufempfehlungen für taugliche Gaming-Kopfhörer führen wir in einem Extrakasten auf. Doch wie beschrieben: Nichts geht über eine persönliche Anprobe!

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