Digimon hat 2025 ein starkes Comeback gefeiert! Im Oktober brachte Bandai Namco uns mit Digimon Story: Time Stranger frischen JRPG-Nachschub, und fast zeitgleich veröffentlichte Toei Animation mit Digimon Beatbreak eine brandneue Anime-Serie.
Und genau diese Serie will ich heute mit euch etwas genauer unter die Lupe nehmen – denn Beatbreak zeigt eine KI-gesteuerte Realität, in der ich erschreckende Parallelen zur möglichen Zukunft unserer “echten” Realität sehe.
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Digimon Beatbreak in erstem Trailer enthüllt brandneue Digimon und Protagonisten
Eine Welt, in der KI alles bestimmt
Gleich zu Beginn der Serie wird uns eines der wichtigsten Elemente von Beatbreak vorgestellt: Sapotamas, kleine eierförmige Geräte, die komplett von einer KI gesteuert werden. Die Sapotamas sind vergleichbar mit unseren Smartphones, mit denen wir Nachrichten lesen, Videos schauen oder die eingebaute KI um Rat fragen.
Der Großteil der Menschen in der Welt von Digimon Beatbreak verlässt sich nahezu blind auf diese Sapotamas – fast genauso wie wir uns eine Welt ohne Smartphones nicht mehr vorstellen können. Im Vergleich dazu schreiben die Sapotamas den Menschen jedoch unter anderem ihre Ernährung, Karriere-Auswahl und sogar, wie sie sich fühlen sollen, vor.
Passend dazu funktionieren Sapotamas basierend auf den Emotionen der Menschen, dem sogenannten E-Pulse. Ohne menschliche Emotionen kann ein Sapotama also nicht funktionieren – genau wie die KI ohne von Menschen erstellte Daten aus dem Netz nicht vernünftig existieren kann.
Und hier gibt es die erste Parallele zu unserer Welt. Denn obwohl es glücklicherweise noch nicht bis zu einem kritischen Punkt wie in der Serie gekommen ist, gibt es viele Beispiele dafür, dass sich viele Menschen auch heute schon bei der Suche nach Informationen komplett auf KIs wie ChatGPT, Grok oder Gemini verlassen – teilweise sogar bereits bei Gefühlsangelegenheiten.
Was die KI sagt, wird oftmals für bare Münze genommen und einfach akzeptiert – fast schon wie in Beatbreak, wo etliche Menschen die Vorschriften und Entscheidungen der Sapotamas nicht weiter hinterfragen und blind darauf vertrauen.
Ich finde die Vorstellung erschreckend, mein Leben in die Hand einer KI zu geben, die mir womöglich nicht nur in Gefühlslagen “falsch” zur Seite steht und ungesunde Muster bestärkt, mich durch Falschinformationen aus dem Netz in Lebensgefahr bringen könnte und mir auch noch vorschreibt, wie ich zu Leben habe und, was ich theoretisch wert bin.
Beatbreak zeigt die Gefahren, die KI auf die Individualität und Kreativität haben kann
Im Laufe der Geschichte von Digimon Beatbreak wird auch die Beziehung des Hauptprotagonisten Tomoro zu den Sapotamas beleuchtet. Dabei wird deutlich, dass er bereits in jungen Jahren Probleme mit seinem eigenen Sapotama hatte.
Im Musikunterricht wollte sich der junge Tomoro lieber austoben und seine eigene Melodie spielen, anstatt die vorgegebenen Noten und Rhythmen zu beachten. In meinen Augen ein Anzeichen für die blühende, gesunde Fantasie eines Jungen, der gerade seine Leidenschaft für Musik entdeckt hat.
Sein Sapotama hielt “seinen” Beat jedoch für falsch und wollte ihn korrigieren. Es forderte ihn sogar auf, den “richtigen und vorgeschriebenen” Beat zu spielen – dabei war die aus Tomoros Kreativität entstandene Melodie keineswegs falsch, sondern eben nur anders.
Das Sapotama hätte also womöglich Tomoros Kreativität und musikalisches Gespür in jungen Jahren eher unterdrückt oder zurückgehalten als gefördert – etwas, das auch in unserer Zeit durch die Nutzung von KI im kreativen Bereich durchaus passieren kann oder schon passiert.
Denn es gibt jetzt bereits viele Menschen, die Kunst nicht mehr mit eigenen Händen oder ihrem Geist schaffen und es lieber einer KI überlassen. Eine Tätigkeit, die mich als digitale Hobby-Künstlerin, die bereits seit Jahren aus Liebe zur Kunst zeichnet und das auch als Ausdruck von Individualität sieht, absolut stört.
Jede Art von echter Kunst ist in meinen Augen ein Zeichen von Selbstausdruck. Sei es Musik, Illustrationen, Geschichten, Gedichte oder jegliche andere Form.
So etwas Persönliches einer KI komplett zu überlassen, die ohnehin keine Individualität besitzt und sich bei Datenbanken aus bereits existenten Zeichnungen, Musikstücken und Quellen bedient, hat rein gar nichts mit Kreativität oder sogar individuellem Denken zu tun.
Eine Realität, die uns in Zukunft blühen könnte, wenn wir nicht aufpassen
Dass KI aber nicht nur Teufelswerk und gefährlich sein muss, zeigt Beatbreak ebenfalls – in Form der Digimon. Kann ein Sapotama mit den überwältigenden Emotionen seines Besitzers nicht umgehen und überlädt sich, kann daraus in einigen Fällen ein Digimon entstehen – ein digitales Monster mit einer eigenen Persönlichkeit, also im Grunde eine empfindungsfähige KI.
Natürlich kommt es in der Serie auch zu Kämpfen zwischen den digitalen Wesen und ihren menschlichen Partner*innen. Doch wenn man sich mit seinem Digimon versteht und seine Stärken sowie Schwächen kennt, ist ein friedliches Zusammenleben möglich – genau wie es auch beim richtigen Einsatz von KIs der Fall wäre.
KIs sollten meiner Meinung nach unser Leben ergänzen und darin als Hilfsmittel und Werkzeuge dienen – nicht als 100%-Lösung für all unsere Probleme oder Fragen und schon gar nicht Menschenkontakt ersetzen. Nur so ist sichergestellt, dass wir trotz KI auf Dauer unsere Individualität und Kreativität behalten.
Bei zu viel Verlass auf KI laufen wir Menschen die Gefahr, dass wir das, was uns ausmacht, aus den Augen verlieren: Unsere Fähigkeit, selbstkritisch zu denken und Dinge mit unseren eigenen Händen zu schaffen.
Stellt euch mal vor, wie unheimlich es wäre, wenn wir nicht mehr miteinander sprechen würden, ohne die KI vorerst gefragt zu haben, welches Gesprächsthema angeschnitten werden sollte, was wir essen und trinken sollen oder schlicht: so zu leben, wie die KI es vorschreibt.
Das wäre auf jeden Fall kein Leben für mich und eine nahezu dystopische Vorstellung unserer Welt, in der wir Robotern ähnlicher wären als Menschen. Und genau diesen Gedanken greift auch Beatbreak auf, das ich euch allein schon deswegen auf jeden Fall ans Herz legen kann.
Wo zieht ihr die Grenzen in der Nutzung von KI und wie seht ihr die Entwicklung in den kommenden 5 Jahren?
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