Fallout 76 - PvP ist nicht so schlimm, wie ihr denkt

Im Vorfeld fragten sich besorgte Fans vor allem eines: Stört PvP den Spielspaß? Nach circa zehn Stunden in der Beta kann ich aber Entwarnung geben.

von Linda Sprenger,
05.11.2018 16:55 Uhr

Nur Mord und Todschlag in Fallout 76? Nicht nach meinen Erfahrungen. Nur Mord und Todschlag in Fallout 76? Nicht nach meinen Erfahrungen.

Fallout 76 ist keine reine Koop-Erfahrung, sondern bringt außerdem PvP-Kämpfe mit sich. Obwohl Bethesda bereits mehrmals versuchte, die Community zu beruhigen, und mit der "Anti-Arschloch-Mechanik" umfassende Einschränkungen fürs PvP-Feature vorstellte, zeigen sich nach wie vor einige Spieler besorgt.

Verständlich, schließlich will niemand auf seinen Erkundungstouren durchs Ödland von lästigen Unruhestiftern gestört werden, die einen hinterlistig in den Rücken schießen und schadenfroh lachend von Dannen ziehen.

Nach circa zehn Stunden in der Beta von Fallout 76 kann ich aber Entwarnung geben: PvP ist kein Problem. Andere Spieler stören überhaupt nicht.


Linda Sprenger
@lindalomaniac

Linda stand dem PvP-Feature von Fallout 76 zunächst ebenfalls skeptisch gegenüber, ist nun nach einigen Stunden im Ödland aber beruhigt. PvP spielt hier keine große Rolle. Zum Glück: Das Kämpfen gegen andere Spieler passt ihrer Meinung nach einfach nicht zu Fallout. Hier ist das Erkunden und Erschließen der Spielwelt einfach viel wichtiger.

Grund 1: Große Map, wenig Spielerbegegnungen

Wir wissen bereits schon länger, dass die Map von Fallout 76 viermal größer ist als die des Singleplayer-Vorgängers Fallout 4.

Daher war schon im Vorfeld klar, dass bei maximal 24 Spielern gleichzeitig auf einem Servern die Chance eher gering sein dürfte, auf Solo- oder Koop-Streifzügen fremden Ödlandwanderern zu begegnen.

Das kann ich nach dem Anspielen bestätigen. Auf meinem bisher zehn Stunden langen Abenteuer in Appalachia bin ich nur sehr selten auf andere Spielern gestoßen, hatte nur meine Koop-Mitspieler vor der Nase (und etliche garstige Kreaturen um mich herum).

Die Spielwelt ist riesig. Hier einen anderen Spieler zu treffen, kommt eher selten vor. Die Spielwelt ist riesig. Hier einen anderen Spieler zu treffen, kommt eher selten vor.

Wenn mir dann doch mal jemand vor die Füße lief, dann nur bei Ingame-Events oder während ich gerade eine Quest der Hauptstory verfolgte und mich in entsprechenden Zielgebieten aufhielt, die logischerweise bevölkerter sind als ein beliebiger Ort auf der Karte. Und selbst dann verliefen all meine bisherigen Spielerbegegnungen friedlich.

Grund 2: Freundliche Community

Niemand wollte mir an die Gurgel, niemand forderte mich zu einem Match heraus. Im Gegenteil. Bislang zeigte sich die Community sehr freundlich und hilfsbereit.

Als ich beispielsweise im Anfangsgebiet Flatwoods über eine Mitspielerin stolperte, begrüßte sie mich mit dem Wink-Emote und lud mich zum Handeln ein. Ein anderer Spieler zeigte mir den Weg zu einem Questziel, nachdem er mich verwirrt in einem verwinkelten Terminal eines zerstörten Flughafens umherirren sah.

Die Fallout 76-Community zeigte sich bei mir bislang nur von einer äußerst positiven Seite. Die Fallout 76-Community zeigte sich bei mir bislang nur von einer äußerst positiven Seite.

Natürlich sind das nur einzelne Fallbeispiele und es dürfte sicherlich einige Spieler geben, die bereits negative Erfahrungen gemacht haben.

Meine bisheriger Eindruck stimmt mich aber positiv und lässt mich mit dem guten Glauben zurück, dass ich mich während meines gesamten Abenteuers im finalen Spiel nur selten mit Griefern, Trollen und anderen Nervensägen herumschlagen muss.

Grund 3: PvP-Mechanik mit erheblichen Einschränkungen

Dass PvP in Fallout 76 eine geringere Rolle spielt als zunächst vermutet, dürfte nicht zuletzt am strengen Regelwerk liegen, mit dem Bethesda potenzielle Trolle abschreckt und virtuelle Mörder hart bestraft.

Fassen wir noch einmal zusammen, wie genau PvP funktioniert und wie Bethesda in Fallout 76 mit "Arschlöchern" umgeht.

So funktioniert PvP:

  • Spieler unter Level 5 sind komplett vor PvP geschützt
  • PvP ist einvernehmlich: Wenn ein Spieler einen anderen Spieler angreift, verursachen seine Waffen zunächst nur geringen Schaden. Der wirkliche PvP-Kampf beginnt erst, wenn sich der andere darauf einlässt und zurückschießt.
  • Level und Ausrüstung spielen im PvP nur eine geringe Rolle. Die Ausrüstung der beiden Kontrahenten wird angepasst, heißt: Stärkere Waffen werden geringfügig schwächer, schwächere Waffen werden geringfügig stärker
  • tötet ihr einen PvP-Gegner, werdet ihr mit Kronkorken belohnt
  • werdet ihr hingegen getötet, behaltet ihr eure gesamte Ausrüstung. Ihr verliert lediglich euren Schrott, den ihr fürs Bauen und Craften braucht
  • ihr könnt euren Schrott aber wieder zurückholen, sollte sich nicht bereits schon ein anderer Spieler die Papiertüte mit euren Habseligkeiten, die ihr im Tod verliert, unter den Nagel gerissen haben

Fallout 76 - Trailer: Multiplayer bietet mehr als brutales Ballern 2:14 Fallout 76 - Trailer: Multiplayer bietet mehr als brutales Ballern

So werden Mörder bestraft:

  • ihr könnt PvP-Kämpfen zwar aus dem Weg gehen, sollte euch ein Spieler aber dennoch mit verringertem Schaden töten, wird er mit erheblichen Einschränkungen bestraft
  • Mörder haben keine Vorteile und erhalten keine Belohnung, wenn sie andere Spieler töten, obwohl sie sich nicht auf ein PvP-Match eingelassen haben
  • stattdessen wird ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt, das von ihren eigenen Kronkorken bezahlt wird.
  • alle anderen Spieler bekommen den Mörder mit einem roten Kronkorken auf der Karte angezeigt, der den ungefähren Aufenthaltsort verrät
  • der Mörder wiederum sieht keine anderen Spieler mehr auf der Karte

Sollte es also doch dazu kommen, dass ihr angegriffen werdet, braucht ihr euch schon alleine wegen des PvP-Regelwerks keine großen Sorgen machen. PvP ist rein optional, den Verlust wertvoller Ausrüstung und andere Nachteile braucht ihr nach dem virtuellen Ableben nicht befürchten.

Alles halb so wild: Solltet ihr außerhalb eines Matches trotzdem getötet werden, dann macht Fallout 76 Mörder zur Spielmechanik und lädt auf einen Rachefeldzug ein, der Genugtuung verspricht. Nichtsdestotrotz sollte das recht selten vorkommen. Zumal ihr außerdem die Möglichkeit habt, Nervensägen einfach zu blocken, die euch dann nicht mehr auf der Map sehen können.

Es geht ums Erkunden & Bauen, nicht ums Kämpfen

Hier geht es um das Miteinander, nicht um das Gegeneinander. Hier geht es um das Miteinander, nicht um das Gegeneinander.

Fallout 76 ist klar auf Erkundung, Crafting und das Errichten von Camps ausgelegt, was wir entweder solo oder noch besser im Koop mit Freunden angehen. Hier geht es nicht darum, gegen andere Spieler zu kämpfen, sie zu nerven, ihnen hinterlistig in den Rücken zu schießen.

Im Fokus des Spiels steht die Spielwelt von Appalachia, die vielen kleinen Geschichten, die sie birgt und der viele Schrott der gesammelt, verarbeitet und zu heimeligen Bauten zusammengezimmert werden will. Das Ödland soll (gemeinsam) wieder aufgebaut werden, nicht im Chaos versinken.

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Übrigens ist die Beta zu Fallout 76 noch nicht vorbei: Bethesda hat neue Beta-Zeiten für PS4 und Xbox One verkündet.

Fallout 76 erscheint am 14. November 2018 für PS4, Xbox One und PC.

Was sind eure PvP-Erfahrungen, die ihr während eurer Beta-Sessions gemacht habt?

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