Google Stadia - In der Zukunft gibt es keine Konsolen & ich freue mich drauf

Wenn es nach Google geht, dann gibt es in der Zukunft keine Konsolen mehr - nur noch Streaming-Dienste. Warum auch Hannes von dieser Zukunft träumt, erfahrt ihr hier.

Google Stadia ist ambitioniert, zeigt aber einen vernünftigen Weg in die Zukunft. Google Stadia ist ambitioniert, zeigt aber einen vernünftigen Weg in die Zukunft.

Google Stadia ist die Zukunft des Gamings. So sieht es zumindest Google selbst, die gestern Abend im Rahmen der GDC ihr großes Streaming-Projekt enthüllt haben. In Zukunft sollen Videospiele nur noch einen Bildschirm brauchen, um ihr Publikum zu finden. Jede Rechenleistung - selbst bei 4K-Auflösung und 60fps - wird einfach in die Cloud ausgelagert.

Gaming ohne (Hardware-)Grenzen

Die Idee dahinter ist klar: Wenn Google im Gaming-Business wirklich mitmischen möchte, ist eine eigene Heimkonsole keine Lösung. Stattdessen wird versucht, die Hardware-Konkurrenz von Sony, Microsoft und Nintendo obsolet zu machen. Und so sehr ich meine PS4 auch mag und so oft ich meine Nintendo Switch auch in die Arme schließe - ich hoffe sehr, dass Google endlich das Ende der Konsolen-Ära einläuten kann.

Google Stadia - Trailer: Stadia ist eine Idee, keine Heimkonsole Video starten 2:04 Google Stadia - Trailer: Stadia ist eine Idee, keine Heimkonsole

Ich bin nicht grundsätzlich unzufrieden damit, wie der Konsolenmarkt aufgeteilt ist. Aber Dinge wie Crossplay, Exklusiv-Deals, lange Lebenszyklen von Konsolen und hohe Anschaffungskosten sorgen dafür, dass das Medium Videospiel vergleichsweise unzugänglich bleibt. Egal ob Literatur, Musik, Film oder Fernsehen, der Weg hin zu Inhalten der großen Unterhaltungsmedien ist dank Spotify, Netflix und Co. recht kurz.

Mehr Spieler durch weniger Konsolen?

Wer aber einfach nur mal God of War spielen möchte, weil alle Freunde gerade davon reden, muss deutlich mehr investieren. Und wer sich wirklich eine PS4 zugelegt hat, muss doppelt schlucken, wenn plötzlich die Lust auf Forza Horizon 4 da ist. Die großen Plattformen sind Enklaven, die alles tun, um Spieler an sich zu binden und dort zu halten. Ein Hardware-befreiter Streaming-Dienst könnte das ändern.

Exklusivspiele wie God of War sind ein beliebtes Mittel, um Spieler an eine Konsole zu binden. Für eine zweite Konsole ist dann oft kein Geld da. Exklusivspiele wie God of War sind ein beliebtes Mittel, um Spieler an eine Konsole zu binden. Für eine zweite Konsole ist dann oft kein Geld da.

Ob es nun der Google Stadia-Service sein wird, der das Streamen von Videospielen salonfähig macht, wissen wir nicht. Dafür gibt es noch zu viele Variablen und unbekannte Kostenfaktoren.

Aber die Idee dahinter ist erstrebenswert.

Wer in Zukunft spielen möchte, darf alles spielen und das auch noch überall. Und das käme vor allem den Menschen zu Gute, die bisher keinen Zugang zu Videospielen gefunden haben.

Wenn denn irgendwann die einmaligen aber deftigen Anschaffungspreise für neue Konsolen entfallen, können auch Spieler, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, die neuesten Videospiele ausprobieren. Auch Länder, in denen hohe Zollgebühren die Einfuhr von Konsolen erschweren, profitieren von einem Streaming-Dienst der auf allen möglichen Display-Geräten verfügbar ist.

Die nächste Evolutionstufe der Videospiele

Durch diesen Schritt in das Cloud-basierte Gaming könnte sich das Medium Videospiel weiter entfalten und den Gaming-Markt diverser und nutzerfreundlicher gestalten. Aber auch Konsolen-Liebhaber und eiserne Verfechter von PlayStation oder Xbox sollten Streaming-Projekte wie Google Stadia oder auch Microsofts Project xCloud nicht als Teufelswerk abtun.

Google sind nicht die einzigen, die mit Streaming-Technologien experimentieren. Auch Microsoft steckt mit Project xCloud die Fühler aus. Google sind nicht die einzigen, die mit Streaming-Technologien experimentieren. Auch Microsoft steckt mit Project xCloud die Fühler aus.

Mit dem Wegfall der Konsolenzyklen wäre nämlich auch das Problem der stagnierenden Systemleistungen der Konsolengenerationen passé. Entwickler müssten nicht sieben Jahre lang mit der immergleichen Hardware arbeiten, sondern könnten technische Fortschritte bei jedem neuen Projekt erreichen. Vor allem in den letzten Monaten einer Konsole sind die Ideen von Entwicklern oftmals ambitionierter als es die 7 Jahre alte Technik eigentlich zulässt.

Bis zu dieser Zukunft, die Google gestern auf der GDC-Bühne heraufbeschworen hat, ist es noch ein langer Weg. Immerhin ist ein fehlender Ausbau des Breitbandnetzes für viele Spieler eine ebenso unüberwindliche Barriere wie teure Heimkonsolen. Ein ewiger Fortbestand von klassischen Videospielkonsolen kann ich mir aber dennoch nicht vorstellen.

Das hat man auch bei Sony erkannt, wenn wir den Aussagen von Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios-Chairman Shawn Layden Glauben schenken können. Der träumt nämlich von einer Post-Konsolen-Welt, in der reine Plattformen keine allzu große Rolle spielen werden. Auch bei Microsoft werden aktuell alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die eigenen Inhalte auch auf anderen Geräten und Services neben der Xbox-Familie anbieten zu können.

Doom Eternal und Assassin's Creed Odyssey sind für Google Stadia bereits bestätigt. Ob Google noch mehr Publisher von sich überzeugen kann? Doom Eternal und Assassin's Creed Odyssey sind für Google Stadia bereits bestätigt. Ob Google noch mehr Publisher von sich überzeugen kann?

Die natürliche Angst vor dem Streaming

So verlockend die Streaming-Zukunft aber auch sein kann, sie kann auch für Unsicherheiten sorgen. Gibt es in der Google Stadia-Ära überhaupt noch Besitz und Eigentum von Videospielen? Oder werden wir alles immer nur leihweise spielen, wie es bei Netflix und Amazon Prime schon gang und gäbe ist? Wie sieht es mit der Archivierung von Videospielen aus, wenn alles nur noch in der Cloud stattfindet und keine physischen Datenträger mehr im Umlauf ist?

Aber dennoch bleibt die Entwicklung spannend. Und auch wenn Google in zwei Jahren die Segel streichen sollte und Stadia den Weg von Google+ geht - Streaming findet immer einen Weg. Das haben wir alle von Jurassic Park gelernt.

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