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Seite 2: Kingdom Come: Deliverance im Test - Gespaltenes Königreich

Mittelalterromantik

Kingdom Come sieht mit seinen dichten Wäldern, Burgen und mittelalterlichen Dörfern sehr authentisch und atmosphärisch aus. Kingdom Come sieht mit seinen dichten Wäldern, Burgen und mittelalterlichen Dörfern sehr authentisch und atmosphärisch aus.

Die circa 30- bis 40-stündige Kampagne ist mit aufwendigen Zwischensequenzen inszeniert und wartet gerade in den letzten zehn Stunden mit einigen Höhepunkten wie packenden Gefechten auf. Auch die Orte, die wir besuchen, machen ordentlich etwas her. Wie versprochen haben sich die Entwickler um eine authentische Gestaltung bei der Mittelalterwelt bemüht. Sie fühlt sich so extrem glaubwürdig und realistisch an.

Egal ob wir beim Jagen durch dichte Wälder voller Rehe und Hasen streifen, in der Abendsonne über Felder reiten oder in Dörfern das Treiben der Bevölkerung beobachten, die ihrem Tagesablauf nachgeht: Die Welt von Kingdom Come strotzt an jeder Ecke nur so vor Details und Leben.

Untermalt wird das Ganze zudem von einem mittelalterlich anmutenden Soundtrack, der gekonnt flotte Stücke mit getragenen mischt. Bei einer so dichten Atmosphäre stört auch nicht sonderlich, dass die Texturen eher altbacken wirken und sich Objekte öfter mal wiederholen, vor allem in Innenräumen. Der Gesamteindruck stimmt aber trotzdem.

Glitches und andere Technikfehler trüben das Bild der sonst stimmungsvollen Welt. Glitches und andere Technikfehler trüben das Bild der sonst stimmungsvollen Welt.

Warum werten wir ab?

Kingdom Come hatte auf unserer Test-PS4 (normal, nicht PS4 Pro) mit zahlreichen Technikproblemen zu kämpfen. Deshalb haben wir uns für eine Abwertung um 5 Punkte entschieden, bis die Fehler behoben sind. Hier die wichtigsten im Überblick:

Glitches und nachladende Texturen: Optische Fehler haben zwar keinen spielerischen Einfluss, stören aber die Atmosphäre. Uns fielen regelmäßig nachladende und aus der Ferne vollkommen unscharfe Texturen oder gar Gegenstände und Gebäude auf, die plötzlich aufploppen. Außerdem konnten wir häufig in Objekte glitchende Personen beobachten.

Audiobugs: In Zwischensequenzen brachen Dialogzeilen oft verfrüht ab oder waren schlecht abgemischt. Obwohl wir Deutsch als Sprache eingestellt hatten, sprachen die Figuren zwischendurch manchmal auf Englisch oder Tschechisch.

Framerate-Einbrüche: Gerade in wuseligen Schlachtszenen kam es immer wieder zu Framerate-Einbrüchen und starken Rucklern.

Questbugs: Vereinzelt kamen uns Questbugs unter. Die ließen sich allesamt durch Neustarts beheben, sorgten zwischenzeitlich aber für Frust.

Abstürze: Einige Male hat sich Kingdom Come so aufgehängt, dass wir es beenden mussten, oder es ist gleich abgestürzt. Das Problem tritt vor allem in den langen Ladebildschirmen auf.

Unterschiede zwischen PS4, PS4 Pro, Xbox One und Xbox One X?

Mit den oben genannten Problemen haben alle Konsolenversionen zu kämpfen, die Texturen profitieren auf der PS4 Pro und Xbox One X aber von der höheren Auflösung und laden seltener nach. Auf der Xbox One X beträgt die Auflösung eigentlich 1440p, hier kommt Downsampling zum Tragen, während die PS4 Pro über 1080p verfügt. Gerade Kanten und filigrane Objekte wie Gräser profitieren von den zusätzlichen Pixeln. Allerdings besteht auch bei der neuen Konsolengeneration das Problem, dass weit entfernte Texturen unscharf dargestellt werden und Objekte regelmäßig nachladen.

Day-One-Patch

Für den Test stand uns der 23 GB große Day-One-Patch noch nicht zur Verfügung. Wir konnten seinen Inhalt aber mithilfe der PC-Version überprüfen und mit unseren Problemen im Spiel abgleichen. Sollte der Patch wider Erwarten auf der PS4 einen Großteil der Technikfehler beheben, werten wir natürlich wieder auf.

Kingdom Come: Deliverance - Der bisher beste Trailer zum Mittelalter-RPG sorgt für Gänsehaut 2:05 Kingdom Come: Deliverance - Der bisher beste Trailer zum Mittelalter-RPG sorgt für Gänsehaut

Game Over gibt es (fast) nicht

Spielerisch überzeugt Kingdom Come vor allem durch die zahlreichen Möglichkeiten, die es bietet. Bei fast allen Aufgaben herrscht enorme Entscheidungsfreiheit. Hier bekommen wir lediglich ein Ziel gesetzt, wie wir es erreichen, bleibt uns überlassen. Dabei können wir sogar Questschritte auslassen oder versagen, es geht aber trotzdem weiter.

Recht früh im Spiel wollen wir zum Beispiel die Burg Talmberg verlassen, um nach Skalitz zurückzukehren. Der Burgherr verbietet uns das allerdings, es einfach noch zu gefährlich außerhalb der Mauern. Wir befragen also die Leute in der Befestigungsanlage und finden heraus, dass wir uns mit einer Soldatenuniform am Torwächter vorbeischleichen könnten. Wir versuchen so eine Uniform zu stehlen und besorgen uns deshalb einen Dietrich, um das Schloss einer Truhe im Wachenquartier zu knacken. Dabei werden wir allerdings erwischt und in den Kerker geworfen.

Das bedeutet aber nicht das Ende: Als Verbrecher müssen wir anschließend die Stadt verlassen - mit einem ordentlichen Malus auf Ausdauer und Kraft, schließlich ist so ein Knastaufenthalt auszehrend. Kein sonderlich eleganter Weg aus Talmberg hinaus, aber wir haben trotzdem unser Ziel erreicht. Alternativ hätten wir auch einfach von der Zugbrücke springen können, dann wären uns allerdings auf dem Weg nach Skalitz die Wachen auf den Fersen gewesen.

Kingdom Come: Deliverance - 16 Minuten Gameplay erklären Schwertkampf, Diebstahl, Tagesabläufe und viel mehr 16:21 Kingdom Come: Deliverance - 16 Minuten Gameplay erklären Schwertkampf, Diebstahl, Tagesabläufe und viel mehr

Moral? Egal!

Diese spielerische Freiheit ist eine große Stärke von Kingdom Come. Schafft man einen Kampf nicht, kann man ihn in der Regel umgehen. Hat man einen bestimmten Queststrang ignoriert, geht es trotzdem weiter.

Bei Story-Entscheidungen vermissen wir dafür etwas Tiefgang. Wir können im Rahmen der Handlung zwar Entscheidungen treffen, die haben aber fast nur spielerischen Einfluss. Dafür, dass wir über so viel Freiheit bei unserem Vorgehen verfügen, hätten wir uns auch stärkere erzählerische Folgen gewünscht.

Gefängnisaufenthalte, zerrissene Kleidung, Angriffe auf unschuldige Bürger - all das hat spielerische Folgen. Wir werden als Bandit gejagt oder müssen auf einen Teil unserer Stärke oder Ausdauer verzichten, weil wir im Gefängnis heruntergehungert sind. Moralische Folgen im Rahmen der Erzählung haben unsere Entscheidungen aber kaum. Selbst wenn wir uns wie die Axt im Walde benehmen, saufen, unsere Liebste betrügen oder das Haus eines Sigismund-Sympathisanten mit Dung bewerfen, hat das in der Geschichte gar keine oder kaum eine Folge. Im letzten Fall maßregelt Heinrichs Vater uns kurz, aber das war es auch schon.

Kingdom Come schneidet selbst ernste Themen wie Hexenverfolgung und -verbrennung an. In einen moralischen Kontext gesetzt oder vertieft, werden sie aber nicht. Dabei wäre es spannend gewesen, hier die modernen Ansichten des Spielers auf die abergläubischen der Dorfbevölkerung prallen zu lassen.

Kingdom Come: Deliverance - Unboxing-Video: Collector's Edition mit Henry-Statue ausgepackt 4:59 Kingdom Come: Deliverance - Unboxing-Video: Collector's Edition mit Henry-Statue ausgepackt

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