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Seite 4: Kingdom Come: Deliverance im Test - Gespaltenes Königreich

(K)ein Paradebeispiel

Fast jede dieser Aufgaben spielt sich momentan allerdings angenehmer als die Kämpfe. Dabei sollten die wahrscheinlich zu einem Highlight des Rollenspiels werden. Das komplexe Kampfsystem deutet zumindest an, wie viel Mühe und Überlegung hineingeflossen ist. Wir kämpfen mit dem Bogen, unseren Fäusten oder Stich- und Schlagwaffen wie Schwertern.

Dabei können wir unsere Gegner nicht nur aus unterschiedlichen Richtungen anvisieren, sondern auch blocken, ausweichen oder perfekte Paraden ausführen. Beim Bogen müssen wir beim Spannen unsere Ausdauer im Blick behalten und ohne Zielkreuz nach Augemaß schießen.

In Kämpfen erscheint ein Sternsymbol auf unserem Gegner, das die Schlagrichtung angibt. In Kämpfen erscheint ein Sternsymbol auf unserem Gegner, das die Schlagrichtung angibt.

Das klingt realistisch und durchdacht, überzeugt spielerisch aber nicht unbedingt. Schuld daran ist, dass die Gegner über das gleiche Angriffs-Repertoire wie Heinrich verfügen und uns mit wenigen Schlägen außer Gefecht setzen können. Das wirkt schön authentisch, ist aber ein Fallstrick. Denn haufenweise taktische Möglichkeiten helfen wenig, wenn fast jeder Angriff geblockt wird und man kaum eine Chance hat, irgendeine Kombo auszuführen.

Im Zweikampf scheinen eher die Kampfwerte und Glück zu entscheiden, als die Fähigkeiten des Spielers. Bei einfachen Gegnern wartet man so am besten auf eine zufällige Gelegenheit, um doch mal einen Schlag zu landen. Immerhin kann man normale Feinde dann mit wenigen Schlägen oder Hieben ausschalten.

Nur mit einer perfekten Parade haben wir überhaupt eine Chance gegen unsere Gegner - blöd, wenn der Feind dann unseren Konterschlag seinerseits block. Nur mit einer perfekten Parade haben wir überhaupt eine Chance gegen unsere Gegner - blöd, wenn der Feind dann unseren Konterschlag seinerseits block.

Das Kampfsystem

Die Kämpfe in Kingdom Come muten extrem realistisch an und lassen sich kaum mit anderen Spielen vergleichen. Wir hämmern nicht wie gewohnt auf unsere Gegner ein und starten Kombos, sondern müssen Unmengen an Kleinigkeiten berücksichtigen.

Schalten wir mit R3 auf unseren Gegner auf erscheint ein Stern, über den wir die Richtung unserer Angriffe bestimmten dürfen. Wir können zudem mit R1 einen leichten und mit R2 einen schweren Angriff ausführen. Über L1 blocken wir, über L2 treten wir. Auch schnelles Ausweichen in verschiedene Richtungen ist möglich.

Um Schaden anzurichten, müssen wir die einzelnen Elemente geschickt nacheinander ausführen und kombinieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine perfekte Parade: Wir müssen genau beobachten, in welche Richtung der Gegner seinen Angriff ausführt, ihn blocken und dabei die Bewegung mit unserer Waffe weiterführen. So entsteht eine Öffnung, über die wir kontern können. Das System erfordert Präzision, Geduld und Übung, da unser Gegenüber unsere Angriffe ebenfalls blocken und eine Parade ausführen kann.

Endgegner-Frust

Problematisch wird es aber bei den Bosskämpfen. Es gibt zwei größere im Spiel, die uns in eine Arena werfen und zum Zweikampf zwingen. Das frustriert, weil man den anderen Kämpfen sonst durch kluge Entscheidungen größtenteils aus dem Weg gehen konnte. Während man vorher Soldaten um Hilfe gebeten hat oder einfach geflohen ist, muss man sich hier mühsam durchbeißen.

Besonders ärgerlich ist das beim ersten großen Boss: Hier haben wir uns davor durch eine Schlacht gekämpft. Mit halber Gesundheit und ohne Pfeile im Köcher (um den Gegner auf Abstand zu halten), hat man hier so gut wie keine Chance mehr. Es bleibt dann nur, einen früheren Speicherstand zu laden und zu versuchen, die vorhergehende Schlacht noch einmal besser zu absolvieren.

In großen Schlachten zeigt sich zudem die KI regelmäßig überfordert. Zwischendurch stehen Soldaten immer wieder planlos herum, während wir irgendwie versuchen, den nächsten Questschritt auszulösen. Dabei entsehen mitunter absurde Szenen, bei denen uns Gegner jagen, während Soldaten ratlos daneben sitzen.

Trotz Technikproblemen wie Rucklern und KI-Aussetzern gehören die Schlachten zu den atmosphärischen Highlights von Kingdom Come. Trotz Technikproblemen wie Rucklern und KI-Aussetzern gehören die Schlachten zu den atmosphärischen Highlights von Kingdom Come.

Zeitfresser mit Seele

Zum Glück gibt es mit dem Retterschnaps eine Art freie Speicherfunktion, mit der wir uns vor besonders brenzligen Situationen absichern können. Der Schneppes kostet zwar (vor allem zu Beginn des Spiels) verhältnismäßig viel Geld, durch eine automatische Speicherfunktion und die Möglichkeit, an Betten zu speichern, kommt man aber in der Regel aber gut zurecht.

Kingdom Come verlangt mit all seinen komplexen Mechaniken fast noch mehr Zeit als andere Open-World-Spiele. Es geht nämlich nicht nur um konkrete Spielzeit, sondern auch die nötige Einarbeitung.

Wir müssen jede Fähigkeit erst mühsam meistern, das schwierige Kampfsystem verstehen, und uns die Welt nach und nach erschließen. Das Rollenspiel schenkt uns nichts und macht es einem durch die Technikprobleme aktuell sogar noch schwerer, einen Zugang zu finden. Hat man sich durchgebissen, eröffnet sich aber eine malerische Welt, für die sich all die Mühe gelohnt hat. So spaltet Kingdom Come allerdings nicht nur ein Köngreich, sondern wahrscheinlich auch die Spieler.

Kingdom Come: Deliverance - Trailer: So funktionieren die Schwertkämpfe 5:16 Kingdom Come: Deliverance - Trailer: So funktionieren die Schwertkämpfe

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