Im 3. Anlauf durchgespielt: Meine Gedanken zu Zelda: Breath of the Wild und warum ich 9 Jahre gebraucht habe

Im "Was zockt ihr"-Spezial verrät euch Dennis, ob ihn Breath of the Wild im Jahr 2026 noch begeistern konnte.

Breath of the Wild hat Dennis über den ganzen Jahreswechsel hinweg begleitet. Breath of the Wild hat Dennis über den ganzen Jahreswechsel hinweg begleitet.

Ein frohes Neues, ihr Lieben! Ich hoffe, ihr seid alle gesund und munter ins neue Jahr gestartet. Da die Redaktion rund um den Jahreswechsel super dünn besetzt war und aufgrund der Urlaubszeit auch kein "Was zockt ihr"-Artikel erschienen ist, habe ich mir heute ein kleines Special überlegt.

Eines, in dem ich ein paar Gedanken zu Zelda: Breath of the Wild mit euch teile, das ich im dritten Anlauf rund um die Weihnachtszeit nun endlich durchgespielt habe und echt gespannt bin, wie ihr meine Punkte zum Open World-Spiel seht. Und war BotW noch nie euer Ding, kein Problem, dann verratet mir doch gerne, welches Spiel euch den Jahreswechsel versüßt hat oder welches ihr zuletzt nachgeholt habt.

3 Anläufe für BotW? Was war denn da los?

Erinnert ihr euch noch grob an die Anfänge von 2017, dem Gaming-Jahr, in dem binnen weniger Wochen echte Spielzeit-Klopper wie Breath of the Wild, Nier Automata, Horizon Zero Dawn oder Nioh erschienen sind?

Als damals großer Soulslike-Fan war Nioh im Februar natürlich ein absolutes Muss. Genauso wie Nier Automata im März, das ich als riesengroßer Fan des Vorgängers einfach sofort spielen musste. Da BotW allerdings freche vier Tage vor Automata erschienen ist und mit seiner Metascore-Wertung von 97 Punkten in aller Munde war, musste ich da natürlich ran – allerdings mit einer Prämisse!

Entweder BotW packt mich sofort oder es wird für Automata pausiert.

Video starten 4:16 Die bisher besten Spiele 2017 - Video: Keine Angst vor dem Sommerloch - Video: Keine Angst vor dem Sommerloch

Und wie es so kommen musste, ist die Auswahl – wie bei Gaming-Abos – zu groß, ist man recht schnell geneigt zum nächsten Spiel zu wechseln, selbst wenn einem nur Kleinigkeiten nicht gefallen.

Und wenn ich mich recht erinnere, hatte damals schon das Zerbrechen der Waffen und die nicht ganz so dolle Technik auf der Switch 1 ausgereicht, um mal eben (für die nächsten 50 Stunden) in Nier Automata zu lunzen.

Und wie es dann oft so ist. Es erscheinen im Verlauf des Jahres immer mehr tolle Spiele und generell bin ich kein Typ, der einmal abgebrochene Spiele weiterspielt. Kurzum: Breath of the Wild war erst einmal weg vom Fenster.

Mein Titanen-Fluch

Als es dann 2020 mit der Pandemie losging und man außer zocken, Serien schauen und ungelenken Home Workouts nichts zu tun hatte, wanderte dann auch wieder Breath of the Wild in die Switch.

Diesmal sogar für stolze 20 Stunden, in denen dutzende Schreine gemeistert wurden und ich dann irgendwann bei den Zoras und auch dem Elefanten-Titanen gelandet bin.

Vah Ruta ist für viele der erste Titan, auf den man trifft. Vah Ruta ist für viele der erste Titan, auf den man trifft.

Und bei Vah Ruta war die Reise dann für mich beendet und das "warum" ist simpel: Ich habe einfach nicht verstanden, was ich hier tun soll.

Vielleicht war es einer dieser dummen Momente, die wir alle mal haben. Vielleicht ist es aber auch einfach kein allzu dolles Spieldesign und eine kurzer Infotext wäre hilfreich gewesen. Vielleicht gibt es den und ich habe ihn überlesen. Who knows!

Die Erklärung packe ich vorsichtshalber in eine Spoiler-Box:

Spoiler anzeigen

Ich bin über Stunden durch den ollen Elefanten gelatscht, um zu verstehen, wie man an den Knotenpunkt im großen Wasserrad kommt. Dass man dafür den Rüssel auf der Karte bewegen muss, ich bin einfach nicht darauf gekommen.

Und so hab ich dann irgendwann ernüchtert das Spiel zum zweiten Mal abgebrochen. Jetzt hätte ich auch einfach in einem Guide die Lösung nachschlagen können, doch das ist in Rätselspielen für mich ein absolutes No-Go. Entweder ich packs oder ich hab halt Pech gehabt. Ich weiß, wirklich clever ist vielleicht auch das nicht, aber so bin ich nun mal. Frei nach dem Motto "ganz oder gar nicht".

Dann aber ENDLICH!

Rund um Weihnachten und das Neujahr beginnt für mich dann für gewöhnlich die Zeit, in der ich noch nicht gespielte Indie-Highlights nachhole. Da ich 2025 aber generell von Baby Steps über Blue Prince bis Bye Sweet Carole super viele Indies gezockt habe, wurde die "muss ich endlich beenden"-Liste rausgekramt – und Breath of the Wild bekam seine allerletzte Chance.

Diesmal habe ich mir mit meiner Frau allerdings Support an die Seite geholt bzw. BotW mit ihr zusammen gespielt. Und siehe da, meine bessere Hälfte war dann auch clever genug, um das Rätsel im Elefanten-Titanen ohne Guide zu entschlüsseln.

Falls ihr ein kleines Rätselpiel im oldschool Disney-Look sucht, schaut euch mal Bye Sweet Carole an. Falls ihr ein kleines Rätselpiel im oldschool Disney-Look sucht, schaut euch mal Bye Sweet Carole an.

Breath of the Wild ist ein Meisterwerk, dem man seine Macken gerne verzeiht

Ihr lest es bereits in der Überschrift. Breath of the Wild hat mich ganze neun Jahre nach seinem Release begeistert. Mehr noch. Wenn ich künftig meine liebsten Open World-Erlebnisse aufliste, taucht das Nintendo-Exclusive irgendwo hinter den ersten beiden Gothics, Red Dead Redemption und Elden Ring auf.

Ohne jetzt auf jede vielfach diskutierte Stärke von BotW einzugehen, vier Gründe, warum es mich dann im 3. Anlauf doch komplett gepackt hat.

  • Die spannende, ungezwungene Erkundung: Neben Elden Ring, das offensichtlich von BotW inspiriert wurde, habe ich noch kein Open World-Spiel erlebt, das mich so zügellos die Spielwelt erkunden lässt – und das, ohne mich mit dutzenden Questmarkern und Symbolen direkt zu Spielbeginn an die Hand zu nehmen. Sich Hyrule Stück für Stück selbst zu erschließen und dabei immer wieder über Spannendes zu stolpern, ist unglaublich motivierend.
  • BotW ist pure Entspannung: Viele Open World-Spiele tendieren dazu, mich mit all ihren Aufgaben oder häufigen Feind-Begegnungen zu stressen. Zwar ploppen in Botw gerade nachts auch allerhand Feinde aus dem Boden, doch das Spiel wirkt oft so friedlich und ich kann sehr gut abschätzen, wo Gefahr auf mich lauert oder einfach vor ihr weglaufen. Auch die schöne Optik – ich hab's übrigens auf der Switch 2 gespielt – und die oft reduzierte Musik haben dazu beigetragen, dass ich mich in Hyrule einfach wohlgefühlt habe.
  • Das Parasegel: Mit dem Gleiter von hoch oben über die Landschaft zu segeln macht einfach Bock.
  • Ich liebe die Bögen: Mich an Gegner heranzuschleichen und sie aus der Ferne mit dem Bogen abzuschießen hat mir so gut gefallen, dass ich wahrscheinlich keine 50 Feinde im Nahkampf besiegt habe. Vom Trefferfeedback bis zum herrlichen Gefühl, wenn man mit dem Feuerpfeil ein explosives Fass in die Luft jagt und so eine ganze Gruppe an Feinden ausradiert, ist das Bogen-Gameplay aus BotW eine glatte 10 von 10.

Natürlich könnte ich an der Stelle auch all die coolen kleinen Rätsel aufführen oder über das Gefühl sprechen, dass man zumindest gefühlt komplett unkonventionell auf viele Lösungen kommt, doch die Punkte wurden schon oft genug vollkommen zu Recht gelobt.

Diese Punkte an BotW sind dennoch etwas Banane

So gut BotW auch ist, über einige größere Macken bin ich dennoch gestolpert, so zum Beispiel über die Story. Zwar laufen in Hyrule einige coole Charaktere wie Forscherin Purah umher, dass die Hauptgeschichte rund um die Verheerung Ganon in zerstückelten Rückblenden erzählt wird und Nintendo-typisch mal wieder auf ein Post-it passt, fand ich dennoch recht ernüchternd.

Einige Dialoge mit wichtigen NPCs hätten auch gerne komplett vertont sein können. Warum Nintendo so oft an Vertonungen spart, ist mir weiterhin ein Rätsel.

Die Schreine wurde mir irgendwann auch zu viel des Guten. Die Schreine wurde mir irgendwann auch zu viel des Guten.

Die 120 Schreine hätte es für mich auch nicht zwingend gebraucht bzw. waren mir schlicht zu viel des Guten. Hier hätte ich es deutlich cooler gefunden, wenn große Rätsel-Dungeons mehr im Fokus gestanden hätten, wo es dann abseits Ausdauer- und Herz-Container nochmal wichtige neue Gadgets gibt. Die vier Titanen wirkten da mehr wie ein halbgarer Ersatz.

Und die zerbrechenden Waffen? Ganz ehrlich. Ein großer Fan von dem Feature bin ich zwar nach wie vor nicht, da ich aber so viel neuen Kram gefunden und größtenteils mit dem Bogen gekämpft habe, ist mir der Punkt kaum störend aufgefallen. Ich glaube sogar, dass er viele dazu einlädt, etwas zu experimentieren.

Absolut gar nicht zu mosern gibt's übrigens bei der Switch 2-Version – zumindest, nachdem ich das grausige HDR der Konsole mit Einstellungen am TV in den Griff bekommen habe.

Ich habe jedenfalls zu keiner Sekunde bereut, BotW noch eine letzte Chance gegeben zu haben. Andernfalls hätte ich eines der besten Open World-Spiele verpasst.

Also dann, das waren meine späten Gedanken zum Spiel und wer weiß, vielleicht lest ihr im kommenden Jahr an selber Stelle, wie mir Baldur's Gate 3 gefallen hat. Das habe ich nämlich ebenfalls schon zweimal abgebrochen.

Und jetzt verratet mir: Welches Spiel begeistert euch aktuell oder habt ihr zuletzt nachgeholt? Und wie habt ihr BotW erlebt?


Kommentare(38)
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