Als Kind der 90er bin ich natürlich nicht um LEGO Bionicle herumgekommen, die ab 2001 in meinem Umfeld zum absoluten Phänomen wurden. Das lag nicht nur an den coolen Sets mit den mechanischen Action-Figuren, die anfangs in runden Sammeldosen kamen. Sondern auch daran, dass die Marke eine Zeit lang quasi allgegenwärtig war und man quasi überall über die Bionicles stolperte.
Es gab sogar mal ein kleines Videospiel, das Cornflakes-Packungen beilag – aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel. Heute möchte ich mit euch über die Filme reden!
Moment mal, es gab Bionicle-Filme?
Oh ja! Insgesamt hat LEGO vier Animationsfilme veröffentlicht, die zwischen 2003 und 2009 erschienen sind und die Welt von Bionicle für mich zum Leben erweckten. Der Gedanke war auch naheliegend, denn anders als mit vielen anderen LEGO-Sets bekamen die maskierten Roboter etwas, das heute in vielen Franchises und Marken viel selbstverständlicher ist: Lore.
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Über kleine Hefte, Comics und die damals noch aufregende neue Website gab es zu den Figuren kleine Hintergrundgeschichten, durch die sich die Welt langsam in meinem Kinderhirn manifestieren konnte.
Kurze Erinnerung: Die erste Generation der “Toa” genannten Heldentruppe schützt die Bevölkerung der Insel Mata Nui vor dem bösen Makuta. Dafür nutzen sie ihre elementaren Kräfte aus Feuer, Wasser, Luft, Eis, Stein und Erde, die von ihren Masken gestärkt werden.
Eine Geschichte mitzuliefern, hatte gleich zwei Vorteile: Im Kinderzimmer ließen sich die Abenteuer der sechs Toa einerseits wunderbar nachspielen und erweitern. Und andererseits fühlte sich Bionicle für mich damals dadurch nach etwas deutlich Größerem an, als “nur eine Reihe LEGO-Roboter”.
Als ich dann vom ersten LEGO Bionicle-Film “Die Maske des Lichts” erfuhr, war sofort klar, dass ich ihn sehen musste. Die Geschichte von Tahu (der Feuer-Dude), Gali (die Wasser-Heldin mit den coolen Haken-Händen!) und Co. in Bewegung zu sehen, war ein No-Brainer für mich.
Den ersten Film hatten meine Eltern damals noch auf VHS-Kassette ergattert. Dementsprechend gibt es hier den originalen Trailer in VHS-Qualität, weil's so schön ist:
Link zum YouTube-Inhalt
Darum geht’s im ersten Film
Bevor ich Die Maske des Lichts das erste Mal in den VHS-Rekorder gelegt habe, gab es aber erst einmal eine kleine Enttäuschung: Die Story des Films spielt in der Zeit der Toa Nuva. Hier hat sich die Heldentruppe um Tahu und Co. also bereits weiterentwickelt und glänzt mit neuen Designs.
Das bedeutete für LEGO vor allem natürlich neue Sets mit detaillierten und mächtig aussehenden Rüstungen. Die waren auch cool und heiß begehrt, aber ich war schon damals eher Fan der originalen Toa Mata.
Macht aber nichts, denn es hat trotzdem nicht lange gedauert, bis ich vor dem Röhrenfernseher in der Bionicle-Welt versunken war.
Im ersten Film folgt die Handlung den beiden Matoranern Jaller und Takua. Die beiden kleinen Normalsterblichen finden durch Zufall die mystische Maske des Lichts, die einem legendären siebten Toa gehören soll. Also macht sich das Duo auf den Weg, um eben jenen Toa des Lichts zu finden, damit er dem finsteren Makuta endlich ein Ende setzen kann.
Auf dem Weg begegnen sie dabei natürlich den anderen sechs Toa Nuva und müssen sich gemeinsam vor den Schergen Makutas in Acht nehmen. Sie werden nämlich von einer Gruppe Rahkshi verfolgt – von denen ich natürlich auch die echten Sets haben wollte.
Besonders schön fand ich, wie kleine Details das Universum lebendiger wirken ließen. Im ersten Film ist etwa ein Match der fiktiven Sportart Kolhii zu sehen, in denen drei Duos gegeneinander antreten und mit Lacrosse-ähnlichen Schlägern Tore schießen müssen.
So ging die Reise weiter
Die nächsten Filme Bionicle 2: Die Legenden von Metru Nui (2004) und Bionicle 3: Im Netz der Schatten (2005) erzählen die Vorgeschichte von Die Maske des Lichts, wodurch die Trilogie eine recht umfangreiche, zusammenhängende Mythologie aufbaut.
Der vierte Film Bionicle: Die Legende erwacht (2009) steht dagegen für sich allein und ist für mich der deutlich schwächste Teil der Reihe. Womöglich auch, weil mein Bionicle-Hype zu diesem Zeitpunkt bereits abgeklungen war. Nur ein Jahr später hat LEGO die gesamte Marke auf Eis gelegt.
Nachdem der große Erfolg von Bionicle ab 2001 dem Konzern noch aus einer wirtschaftlichen Krise half, waren die Verkaufszahlen knapp ein Jahrzehnt später nicht mehr zufriedenstellend und 2010 wurde das Licht ausgeknipst.
Seitdem sind 2015 noch einmal neue Reboot-Sets des Klemmbaustein-Herstellers erschienen, aber der legendäre Status von Anfang der 2000er kam nicht mehr zurück – weder im Kinderzimmer noch auf dem Bildschirm.
Technik von Damals
Nun war meine Wahrnehmung als Kind natürlich eine komplett andere als heute. Die CGI-Effekte aus der Zeit sind allgemein berüchtigt dafür, nicht wirklich gut zu altern und das trifft auf jeden Fall auch auf die Bionicle-Filme zu.
Die deutsche Synchronisation kann sich dagegen auch heute noch hören lassen. Sogar die Stimme des mittlerweile verstorbenen Joachim Höppner ist als Erzähler dabei – ihr kennt ihn unter anderem als deutsche Stimme von Ian McKellen und dessen wohl berühmteste Rolle Gandalf in der Herr der Ringe-Trilogie.
Optisch wirken die Bewegungen der Charaktere allerdings ruckelig und vor allem die Umgebungen sind teilweise detailarm, leblos und karg. Außerdem kann man sich bestimmt an den simplen Gut-Gegen-Böse-Geschichten stören, aber wisst ihr, was das Schöne ist?
All das hat mich als Kind überhaupt nicht interessiert. 2003 wollte ich einfach nur meine geliebten Bionicle-Figuren in Action sehen und mich in ihrer Welt verlieren, die ich dann nach dem Abspann im Kinderzimmer oder mit Freunden weitergesponnen habe.
Die Bionicle-Filme sind objektiv vielleicht keine Meisterwerke, aber mir bedeuten sie immer noch viel. Vermutlich habe ich mir deswegen mit dem Aussterben von VHS-Rekordern die Filme auf DVD gekauft. Die vier Discs stehen bis heute in meinem Regal und genau da werden sie auch bleiben.
Jetzt bin ich aber auf eure Meinungen gespannt: Habt ihr damals auch Bionicle gesammelt und sogar die Filme oder Videospiele gekannt? Wie steht ihr zu alten Verfilmungen wie dieser Reihe hier?
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