LEGO Bionicle mag tot sein, aber die offiziellen Filme von damals lassen die Reihe für mich weiterleben

Bionicle hat nicht nur coole LEGO-Sets hervorgebracht, sondern auch vier Animationsfilme, die bei Max bis heute als DVD im Schrank stehen.

Erinnert ihr euch noch an die LEGO Bionicle-Filme von 2003? Erinnert ihr euch noch an die LEGO Bionicle-Filme von 2003?

Als Kind der 90er bin ich natürlich nicht um LEGO Bionicle herumgekommen, die ab 2001 in meinem Umfeld zum absoluten Phänomen wurden. Das lag nicht nur an den coolen Sets mit den mechanischen Action-Figuren, die anfangs in runden Sammeldosen kamen. Sondern auch daran, dass die Marke eine Zeit lang quasi allgegenwärtig war und man quasi überall über die Bionicles stolperte.

Es gab sogar mal ein kleines Videospiel, das Cornflakes-Packungen beilag – aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel. Heute möchte ich mit euch über die Filme reden!

Maximilian Franke
Maximilian Franke

LEGO hat in der Kindheit von Max immer eine große Rolle gespielt. Von Duplo über Polizeistationen und den ersten Star Wars X-Wing zu Weihnachten war alles dabei. In den frühen 2000ern hat ihn das Bionicle-Fieber gepackt, genau wie viele andere Kinder im Freundeskreis. Die Sets haben sich seitdem zwar verflüchtigt, aber trotzdem ist die mittlerweile eingestellte Marke bis heute im Wohnzimmer präsent: als DVDs.

Moment mal, es gab Bionicle-Filme?

Oh ja! Insgesamt hat LEGO vier Animationsfilme veröffentlicht, die zwischen 2003 und 2009 erschienen sind und die Welt von Bionicle für mich zum Leben erweckten. Der Gedanke war auch naheliegend, denn anders als mit vielen anderen LEGO-Sets bekamen die maskierten Roboter etwas, das heute in vielen Franchises und Marken viel selbstverständlicher ist: Lore.

Video starten 0:45 Wir haben das LEGO-Evoli gebaut und stellen euch das neue Pokémon-Set vor

Über kleine Hefte, Comics und die damals noch aufregende neue Website gab es zu den Figuren kleine Hintergrundgeschichten, durch die sich die Welt langsam in meinem  Kinderhirn manifestieren konnte.

Kurze Erinnerung: Die erste Generation der “Toa” genannten Heldentruppe schützt die Bevölkerung der Insel Mata Nui vor dem bösen Makuta. Dafür nutzen sie ihre elementaren Kräfte aus Feuer, Wasser, Luft, Eis, Stein und Erde, die von ihren Masken gestärkt werden.

Mit den Toa Mata nahm alles seinen Anfang und sie sind immer noch die coolsten, wenn ihr mich fragt (Bild © LEGO) Mit den Toa Mata nahm alles seinen Anfang und sie sind immer noch die coolsten, wenn ihr mich fragt (Bild © LEGO)

Eine Geschichte mitzuliefern, hatte gleich zwei Vorteile: Im Kinderzimmer ließen sich die Abenteuer der sechs Toa einerseits wunderbar nachspielen und erweitern. Und andererseits fühlte sich Bionicle für mich damals dadurch nach etwas deutlich Größerem an, als “nur eine Reihe LEGO-Roboter”.

Als ich dann vom ersten LEGO Bionicle-Film “Die Maske des Lichts” erfuhr, war sofort klar, dass ich ihn sehen musste. Die Geschichte von Tahu (der Feuer-Dude), Gali (die Wasser-Heldin mit den coolen Haken-Händen!) und Co. in Bewegung zu sehen, war ein No-Brainer für mich.

Den ersten Film hatten meine Eltern damals noch auf VHS-Kassette ergattert. Dementsprechend gibt es hier den originalen Trailer in VHS-Qualität, weil's so schön ist:

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Darum geht’s im ersten Film

Bevor ich Die Maske des Lichts das erste Mal in den VHS-Rekorder gelegt habe, gab es aber erst einmal eine kleine Enttäuschung: Die Story des Films spielt in der Zeit der Toa Nuva. Hier hat sich die Heldentruppe um Tahu und Co. also bereits weiterentwickelt und glänzt mit neuen Designs.

Das bedeutete für LEGO vor allem natürlich neue Sets mit detaillierten und mächtig aussehenden Rüstungen. Die waren auch cool und heiß begehrt, aber ich war schon damals eher Fan der originalen Toa Mata.

In Die Maske des Lichts sind die Toa Nuva am Start, also die weiterentwickelten Formen der ersten Generation (Bild © Buena Vista Home Entertainment). In Die Maske des Lichts sind die Toa Nuva am Start, also die weiterentwickelten Formen der ersten Generation (Bild © Buena Vista Home Entertainment).

Macht aber nichts, denn es hat trotzdem nicht lange gedauert, bis ich vor dem Röhrenfernseher in der Bionicle-Welt versunken war.

Im ersten Film folgt die Handlung den beiden Matoranern Jaller und Takua. Die beiden kleinen Normalsterblichen finden durch Zufall die mystische Maske des Lichts, die einem legendären siebten Toa gehören soll. Also macht sich das Duo auf den Weg, um eben jenen Toa des Lichts zu finden, damit er dem finsteren Makuta endlich ein Ende setzen kann.

Auf dem Weg begegnen sie dabei natürlich den anderen sechs Toa Nuva und müssen sich gemeinsam vor den Schergen Makutas in Acht nehmen. Sie werden nämlich von einer Gruppe Rahkshi verfolgt – von denen ich natürlich auch die echten Sets haben wollte.

Rahkshi im Film Die Käfer-artigen Rahkshi waren damals ziemlich bedrohlich ... (Bild © Buena Vista Home Entertainment).

Rahkshi als LEGO-Set ... auch als echte Sets (Bild © LEGO)

Besonders schön fand ich, wie kleine Details das Universum lebendiger wirken ließen. Im ersten Film ist etwa ein Match der fiktiven Sportart Kolhii zu sehen, in denen drei Duos gegeneinander antreten und mit Lacrosse-ähnlichen Schlägern Tore schießen müssen.

So ging die Reise weiter

Die nächsten Filme Bionicle 2: Die Legenden von Metru Nui (2004) und Bionicle 3: Im Netz der Schatten (2005) erzählen die Vorgeschichte von Die Maske des Lichts, wodurch die Trilogie eine recht umfangreiche, zusammenhängende Mythologie aufbaut.

Der vierte Film Bionicle: Die Legende erwacht (2009) steht dagegen für sich allein und ist für mich der deutlich schwächste Teil der Reihe. Womöglich auch, weil mein Bionicle-Hype zu diesem Zeitpunkt bereits abgeklungen war. Nur ein Jahr später hat LEGO die gesamte Marke auf Eis gelegt.

Die beiden Helden Jaller und Takua reisen durch die verschiedenen Biome von Mata Nui und treffen dabei auch die jeweiligen Toa Nuva (Bild © Buena Vista Home Entertainment). Die beiden Helden Jaller und Takua reisen durch die verschiedenen Biome von Mata Nui und treffen dabei auch die jeweiligen Toa Nuva (Bild © Buena Vista Home Entertainment).

Nachdem der große Erfolg von Bionicle ab 2001 dem Konzern noch aus einer wirtschaftlichen Krise half, waren die Verkaufszahlen knapp ein Jahrzehnt später nicht mehr zufriedenstellend und 2010 wurde das Licht ausgeknipst.

Seitdem sind 2015 noch einmal neue Reboot-Sets des Klemmbaustein-Herstellers erschienen, aber der legendäre Status von Anfang der 2000er kam nicht mehr zurück – weder im Kinderzimmer noch auf dem Bildschirm.

Der zweite und dritte Film erzählen die Vorgeschichte von Die Maske des Lichts und zeigen dementsprechend die Toa Metru als Heldentruppe (Bild © Buena Vista Home Entertainment). Der zweite und dritte Film erzählen die Vorgeschichte von Die Maske des Lichts und zeigen dementsprechend die Toa Metru als Heldentruppe (Bild © Buena Vista Home Entertainment).

Technik von Damals

Nun war meine Wahrnehmung als Kind natürlich eine komplett andere als heute. Die CGI-Effekte aus der Zeit sind allgemein berüchtigt dafür, nicht wirklich gut zu altern und das trifft auf jeden Fall auch auf die Bionicle-Filme zu.

Die deutsche Synchronisation kann sich dagegen auch heute noch hören lassen. Sogar die Stimme des mittlerweile verstorbenen Joachim Höppner ist als Erzähler dabei – ihr kennt ihn unter anderem als deutsche Stimme von Ian McKellen und dessen wohl berühmteste Rolle Gandalf in der Herr der Ringe-Trilogie.

Sind die nicht wunderschön? :) Sind die nicht wunderschön? :')

Optisch wirken die Bewegungen der Charaktere allerdings ruckelig und vor allem die Umgebungen sind teilweise detailarm, leblos und karg. Außerdem kann man sich bestimmt an den simplen Gut-Gegen-Böse-Geschichten stören, aber wisst ihr, was das Schöne ist?

All das hat mich als Kind überhaupt nicht interessiert. 2003 wollte ich einfach nur meine geliebten Bionicle-Figuren in Action sehen und mich in ihrer Welt verlieren, die ich dann nach dem Abspann im Kinderzimmer oder mit Freunden weitergesponnen habe.

Die Bionicle-Filme sind objektiv vielleicht keine Meisterwerke, aber mir bedeuten sie immer noch viel. Vermutlich habe ich mir deswegen mit dem Aussterben von VHS-Rekordern die Filme auf DVD gekauft.  Die vier Discs stehen bis heute in meinem Regal und genau da werden sie auch bleiben.

Jetzt bin ich aber auf eure Meinungen gespannt: Habt ihr damals auch Bionicle gesammelt und sogar die Filme oder Videospiele gekannt? Wie steht ihr zu alten Verfilmungen wie dieser Reihe hier?


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