Ich hab das LEGO Pikachu gebaut und es ist nicht nur von außen eine Katastrophe, sondern auch von innen

Basti durfte bereits das LEGO-Pikachu bauen und wurde noch nie so sehr von einem Set enttäuscht wie von der Elektromaus.

Mit diesem LEGO Pikachu startet der dänische Klemmbausteinhersteller die Koop mit den Taschenmonstern. Mit diesem LEGO Pikachu startet der dänische Klemmbausteinhersteller die Koop mit den Taschenmonstern.

LEGO und Nintendo machen schon länger gemeinsame Sache und jetzt steigt auch die Pokémon Company mit ein. Den Start machen dabei drei Sets, die vor allem die Nostalgie von erwachsenen Fans anzapfen sollen.

Neben einem 60 Euro teuren Evoli und einem großen 650 Euro-Set der Kanto-Starter kommt auch ein Display-Modell des wahrscheinlich beliebtesten Pokémons auf den Markt: Pikachu. Und gerade Ashs Partner-Taschenmonster wurde im Vorfeld für das Design und der UVP von 200 Euro kontrovers in der Community diskutiert. Trotzdem bin ich unvoreingenommen an das Pikachu-Set herangegangen – und wurde am Ende doch sehr enttäuscht!

Video starten 1:01 Wir haben das LEGO Pikachu gebaut und sind von der Elektromaus in Klemmbausteinform enttäuscht

Lücken, bunte Farben und Instabilität

Das bekommt ihr für 200 Euro: Aus den 2050 Teilen entstehen am Ende ein Pikachu, ein Pokéball, sowie ein Ständer in Blitzform mit einigen Blitzen drumherum. Das Pikachu sowie der Pokéball können so auf den Ständer gesetzt werden, dass es so aussieht, als wäre die Elektromaus gerade für den Kampf aus dem Ball geworfen worden. Eigentlich eine sehr coole Pose für ein Display-Modell – wäre da nicht das Pikachu an sich.

Die Eckdaten zum LEGO Pikachu-Set:

  • Bauzeit: 5 bis 6 Stunden
  • Teile: 2050
  • Release: 27. Februar 2026
  • Preis: 199,99 Euro
  • Maße gesamt (B x H x T): 16,5 cm x 34 cm x 35 cm
  • Maße nur Pikachu (B x H x T): 11cm x 30 x 28 cm

Denn das große Problem liegt wirklich an Pikachu selbst. Schon beim ersten Schritt war ich doch überrascht davon, wie bunt die einzelnen Bauabschnitte ausfallen werden:

Der erste Bauschritt gibt schon die Richtung an, wie die anderen Schritte aussehen werden. Der erste Bauschritt gibt schon die Richtung an, wie die anderen Schritte aussehen werden.

Und das Problem zieht sich durch den gesamten Bau des Modells. Der gesamte Körper und Kopf des Pikachus wird mit allen erdenklichen Farben zusammengebaut. Normalerweise habe ich mit der oft zitierten “Farbseuche” auch kein Problem, weil sich das Set trotz einiger schwierigeren Schritte mit Technic-Elementen an Einsteiger richtet. Und ein buntes Innere kann den Aufbau für Neulinge im LEGO-Kosmos erleichtern. Für mich wird es aber dann zum Problem, wenn ich diese bunten Stellen eindeutig im fertigen Set sehen kann. Denn das Klemmbaustein-Pikachu ist voller Lücken, durch die ich egal in welcher Position schauen kann.

Loch am Kopf Gerade unter dem Kopf ist es am Auffälligsten, wie bunt die Löcher am Pikachu sind

Loch am Bein Auch hier gucken bunte Steine raus.

Loch von unten Von unten gibt es ein Loch, das zwar für den Standfuß benötigt wird, aber auch sehr bunt ist.

Es gibt aber auch Positives zu berichten: Das Pikachu kommt komplett ohne Sticker aus, weshalb die Augen, der Mund und die Nase bedruckte Steine sind. Zudem wurden einzelne Bauteile extra neu eingefärbt. Vor allem die runden Kugelgelenke, auf denen die Ohren platziert sind, sind normalerweise bei LEGO in nur wenigen Farben erhältlich und liegen oft in Grau bei. Für das Pikachu wurden diese aber komplett in Gelb eingefärbt und fügen sich dadurch perfekt in das Gesamtbild ein. Leider fallen genau durch solche positiven Lichtblicke die bunten Lücken im Set so viel ärgerlicher aus.

Sebastian Zeitz
Sebastian Zeitz

Basti ist als Kind der 90er genau zur Zeit des großen Pokémon-Booms aufgewachsen und hat alles mitgemacht: Spiele, Anime, Stickeralben, Plüschtiere. Wenn es etwas mit Pummeluff, Relaxo, Lapras und Co. gab, dann wollte er es immer haben. Auch 30 Jahre später ist er den Taschenmonstern nicht abgeneigt und hofft, dass die Kollaboration zwischen LEGO und Pokémon noch coole Sets hervorbringen wird – denn das Pikachu hat mal so gar nicht bei ihm gezündet.

Zudem ist das Set nicht ganz stabil: Bei einem Set zum Ausstellen kann es schon manchmal sein, dass ich es nur vorsichtig hochnehmen kann – es ist also nichts Neues, wenn mir das Taschenmonster mal ein bisschen auseinanderfällt. Aber beim Bau gab es immer wieder Momente, wo ich mich wirklich gefragt habe, warum manche Teile an so wenigen Noppen hängen. Ein Teil des Hinterkopfes zum Beispiel hängt an drei Noppen, wovon eine sich mit etwas Druck leicht lösen lässt und dann im Inneren des Kopfes landen kann. Solche groben Bauschritte habe ich bei LEGO bisher nicht erlebt.

Manche Steine hängen nur an wenigen Noppen fest, wodurch Teile immer wieder abfallen können. Manche Steine hängen nur an wenigen Noppen fest, wodurch Teile immer wieder abfallen können.

Beim Aufstecken des Kopfes haben sich die Arme, mehrere Teile des Körpers sowie ein Fuß verabschiedet. Auch die Konstruktion des Schwanzes hält eher durch viel Willens- statt Klemmkraft. Das sind alles kleine Probleme, die zwar schnell behoben sind, aber am Ende des Tages dafür sorgen, dass ich immer wieder frustriert den Bau pausieren und etwas reparieren muss.

Der Standfuß des Sets ist wichtiger, als ich am Anfang dachte

Auch wenn ich mit dem Pikachu selbst sehr unzufrieden bin, hat mich der Ständer dann doch positiv überrascht. Eigentlich wollte ich Pikachu und den Pokéball einfach so ins Regal stellen. Auf den ersten Produktbildern hab ich mich noch gefragt, warum die Platte in Blitzform überhaupt dabei ist. Der ganze Bereich wirkte zunächst unnötig und so, als wolle LEGO hier einzig den ohnehin schon happigen Preis weiter in die Höhe treiben. Aber der Bau ist durch die Modularität schön kurzweilig und am Ende sieht es cool aus, wenn Pikachu in einer Action-Pose mit transparenten, blauen Blitzen aus dem Pokéball springt. 

Unschön wiederum ist die Position von Pikachu, wenn ich das Modell einfach so in den Schrank stelle. Denn auch wenn das Pokémon aufrecht stehen kann, so ist der Kopf starr in einer Position und schaut die ganze Zeit nach oben. Das ist zwar ganz niedlich, aber schränkt die Ausstellungsmöglichkeit ein, denn ich muss die Elektromaus immer weit unter der Sichtlinie platzieren. Mach ich das nicht, dann schaut Pikachu in die Luft und ich gucke nur auf den Hals.

Das Pikachu kann immer nur nach oben schauen, wenn es nicht auf dem Standfuß steht. Das Pikachu kann immer nur nach oben schauen, wenn es nicht auf dem Standfuß steht.

Ich hätte mir einfach zwei mögliche Positionen für den Kopf gewünscht. Das Pikachu sieht süß aus, wenn es auf dem Tisch steht und einen hoffnungsvoll anschaut. Aber in allen anderen Situationen bevorzuge ich dann doch die Action-Pose auf dem Standfuß, auf den ich vor dem Bau sogar am liebsten verzichtet hätte.

Teure Nostalgiereise für ein Modell mit offensichtlichen Mängel

LEGO Pikachu wird dadurch am Ende für mich eher zu einem sehr durchwachsenen Erlebnis. Das Bauerlebnis ist dank den wenig komplexen Schritten sehr einsteigerfreundlich, aber der Preis ist eine schon sehr hoch angesetzte Einstiegshürde. Vor allem für ein Modell, das aufgebaut nicht komplett überzeugen kann. Wenn ihr LEGO Pokémon eine Chance geben wollt, dann startet am besten mit dem Evoli-Set, das Kollegin Eleen hier vorstellt:

Insgesamt ist gerade das Pikachu ein eher schwacher Einstieg von LEGO in die Pokémon-Welt. Es wird spannend zu sehen sein, was in den kommenden Monaten vor allem bei den gemunkelten Spielsets mit Smart Brick noch nachgeliefert wird. 

In der aktuellen Form ist es eine teure Nostalgie-Reise, die einen kurzweiligen Bauspaß mit einigen positiven Lichtblicken bietet, wie dem Standfuß, dem Pokéball sowie den bedruckten Teilen. Aber durch die offensichtlichen Mängel wie den Lücken, dem sehr bunten Inneren, das auch von außen klar erkennbar ist, und der mangelhaften Stabilität, überwiegt am Ende leider meine Enttäuschung über das Pikachu-Modell.

Freut ihr euch auf die LEGO Pokémon-Sets und für welches Modell werdet ihr euch entscheiden?


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