Ich hab 60 Minuten Outbound gespielt und geb euch einen Tipp: Ihr solltet das auch tun!

Das Indie-Spiel steht bei über einer Million Menschen auf der Steam-Wishlist und jetzt weiß ich, dass es da völlig zu Recht steht.

Ich habe Outbound gespielt und ihr solltet das auch tun! Ich habe Outbound gespielt und ihr solltet das auch tun!

Im Rahmen des Steam Next Fests ist erstmals eine öffentliche Demo für Outbound erschienen. Das Spiel hat es sich schon seit Monaten auf Platz 1 der Cozy-Wishlists auf Steam gemütlich gemacht. Ich habe eine Runde mit dem VW-Bus durch wunderschöne Landschaften gedreht und bin bereits nach einer Stunde Spielzeit ziemlich sicher, dass uns zum vollen Release hier ein spannender Cozy-Titel erwartet.

Was ist Outbound?

Im gemütlichen Adventure mit seichten Survival-Elementen fliehe ich vor dem lauten, modernen Leben und fahre mit einem Campervan in die Wildnis. Dort erkunde ich mehrere offene Areale, muss mir einen Weg durch unwegsames Gelände bahnen und baue meinen Bus nach und nach weiter aus. Dafür kann ich jederzeit aussteigen, ein Lager errichten und Ressourcen sammeln, bevor es weitergeht.

Video starten 1:00 Das Open World-Spiel mit dem VW-Bus Outbound zeigt endlich mehr Gameplay mit Wäldern und Wüsten

Es gibt zwar Questziele, aber eine übergeordnete Geschichte solltet ihr nicht erwarten. Stattdessen versprüht Outbound einen sehr angenehmen Vibe mit einer Mischung aus Entspannung, Erkunden, Sammeln und belohnendem Fortschritt – entweder solo oder im Online-Koop mit bis zu vier Leuten.

Zu Beginn der Demo-Version lerne ich auf den ersten Metern die übersichtliche Steuerung und stoße bereits auf den ersten Sendemast. Die sind überall in der Spielwelt verteilt und lassen mich neue Anleitungen für Werkzeuge oder nützliche Crafting-Stationen freischalten. 

Schon bald finde ich eine kaputte Brücke, die mir die Weiterfahrt nach Norden blockiert. Um sie zu reparieren, brauche ich Bretter, für die ich wiederum eine kleine Sägemühle brauche. Habe ich deren Anleitung an einem Sendemast freigeschaltet und gebaut, kann ich aus gesammeltem Holz die gewünschten Bretter herstellen, die Brücke reparieren und weiterfahren.

Was steckt in der Demo?

Die kostenlose Probe-Version ist im Rahmen des Steam Next Fests auf Steam erhältlich. In der Demo ist ungefähr ein Drittel der ersten Open World mit einem Fahrzeug frei befahrbar. Die fertige Version soll vier offene Gebiete und mehrere Automodelle mitbringen. Wie viel Zeit ihr für die Demo einplanen könnt, hängt sehr von eurem Spielstil ab. In 1 bis 2 Stunden solltet ihr aber das meiste gesehen haben.

Ich bin in der Demo auch auf kleine “Rätsel” gestoßen. An den Anführungszeichen merkt ihr aber schon, dass ihr keine Kopfnüsse erwarten solltet. Stattdessen verlangt etwa ein Terminal drei Items, die ganz in der Nähe versteckt sind, bevor es seine Geheimnisse preisgibt.

In etwas über einer Stunde Spielzeit hat mich die Erkundung durch nützliche Freischaltungen, neue Weg und die idyllischen Landschaften bereits voll in ihren Bann gezogen. 

Ich kann mich zwar an Questmarkierungen auf der Karte orientieren, muss es aber nicht. Stattdessen bin ich sehr gut damit gefahren, einfach in meinem Tempo die Welt zu entdecken und zu schauen, was mir an Aufgaben und kleinen Herausforderungen vor die Räder fällt. In der Erkundung steckt die große Stärke von Outbound!

Brücke kaputt :( Brücke repariert! :) Brücke kaputt :( Brücke repariert! :)

Mit der Zeit öffnet sich die Welt immer mehr, wenn ihr Hindernisse beseitigt oder kaputte Straßen repariert.

Survival-light in der idyllischen Wildnis

Der Fokus liegt zwar auf entspannten Roadtrips, allerdings muss ich mich auch um Körper und Fahrzeug kümmern. Der Akku des E-Campers leert sich mit der Zeit und kann dank eines praktischen Bio-Brenners mit Holz und Pflanzenresten aufgeladen werden.

Später wird es auch bequemere Möglichkeiten zum Befüllen geben, etwa Ladesäulen an Campingplätzen oder Solarzellen, die sich auf dem Dach anbringen lassen.

Meine Spielfigur wird zudem nachts müde und bekommt Hunger, den ich mit gesammelten Beeren und Pilzen stille. Wenn mein Magen komplett leer ist, verliere ich Lebensenergie, bis ich umkippe und am nächsten Tag wieder bei meinem Van aufwache.

Auch die Temperatur wird eine Rolle spielen, wenn es etwa in Wüsten- oder Schneegebiete geht. In der Demo konnte ich die Thermometer-Anzeige dank des milden Klimas allerdings noch ignorieren.

Auto: 3rd Person Zu Fuß bin ich immer in der Ego-Perspektive unterwegs. Im Auto kann ich per Knopfdruck wechseln.

Auto: 1st Person Zu Fuß bin ich immer in der Ego-Perspektive unterwegs. Im Auto kann ich auch Knopfdruck wechseln.

Zu Fuß: 1st Person Zu Fuß bin ich immer in der Ego-Perspektive unterwegs. Im Auto kann ich auch Knopfdruck wechseln.

Die Hungerleiste leert sich recht langsam und ist leicht zu füllen. Große Probleme ergeben sich dadurch also nicht. Trotzdem hätte es eine “Todes-Mechanik” mit klassischen Lebenspunkten in diesem Spiel nicht gebraucht, wenn ihr mich fragt, weil sie nicht so ganz in den ansonsten friedlichen Vibe des Spiels passt und im Zweifel eher für Stress und Zeitdruck sorgt.

Das gilt auch für den Fallschaden, denn während ich zu Fuß nicht von Klippen springen sollte, bin ich im unzerstörbaren Van zu 100 Prozent sicher. Das Auto kann sich nicht die kleinste Schramme einfahren – ich habe alles versucht.

Mit den Survival-Mechaniken bekommt die chillige Aussteiger-Sim etwas mehr Anspruch und viele der Upgrades werden durch sie erst so richtig nützlich und belohnend. Sie sind also auf jeden Fall sinnvoll. Ich hoffe nur, dass die Vollversion mit Temperatur, Hunger und K.O.-System nicht zu viel Wert auf diese Features legt, damit die beruhigende Naturstimmung nicht darunter leidet und ich mich hauptsächlich aufs Fahren konzentrieren kann – also den Part, der richtig viel Spaß macht.

Geräte wie diese kleine Sägemühle oder eine Recycle-Anlage platziere ich direkt in meinem Van. Geräte wie diese kleine Sägemühle oder eine Recycle-Anlage platziere ich direkt in meinem Van.

Ein Van, der alles tragen kann

An besonderen Sehenswürdigkeiten wie Aussichtstürmen oder einem riesigen Baumhaus finde ich weitere Upgrades und Anleitungen für Möbel oder Deko, die ich in meinem Van platzieren kann. Dazu gehört auch in der Demo die Möglichkeit, mein Dach auszubauen und ganze Gewächshäuser für Pflanzenanbau oder Räume für mehr Platz auf dem Fahrzeug zu schaffen. 

Egal wie komplex meine Konstruktion wird, die Weiterfahrt ist nie ein Problem. Wenn ich mein Lager abbreche, wird nämlich alles automatisch in ein paar Koffern verstaut, die Mary Poppins neidisch machen würden, und es kann direkt wieder auf die Straße gehen – super coole Idee!

Mit Upgrades wird mein Akku effizienter und der Motor stärker. Das ist auch nötig, denn es gibt keine Schnellreise und anfangs tuckert der Wagen nur sehr gemächlich über die Piste oder tut sich schwer, steile Wege hinaufzufahren.

Die Fahrphysik hat mir passend dazu sehr gut gefallen. Outbound ist sicher keine Offroad-Simulation, aber steile Straßen oder unebene Wege sind für meinen anfangs schwach motorisierten Van durchaus eine kleine Herausforderung. Dabei trifft das Spiel in meinen Augen genau die richtige Mischung aus “Ich muss etwas aufpassen, wo ich lang fahre" und “ganz so wichtig ist das alles aber auch nicht”.

Mit der Zeit wird der Akku größer und der Motor kräftiger. Mit der Zeit wird der Akku größer und der Motor kräftiger.

Outbound ist eine Wonne für die Augen

Euch wird wahrscheinlich schon aufgefallen sein, dass Outbound ein sehr schönes Spiel ist. Der stark stilisierte Artstyle erinnert eindeutig an das Adventure Firewatch – das ihr übrigens unbedingt spielen solltet – und zaubert zu jeder Tageszeit traumhafte Landschaften auf den Bildschirm.

Einzig beim Charakterdesign geht der detailarme Comic-Look in meinen Augen nicht auf und sorgt für eher befremdlich aussehende Figuren. Das ist aber auch nicht schlimm, denn zu Fuß bin ich immer in der Ego-Perspektive unterwegs. Virtuelle Gesichter sehe ich daher nur am Steuer in der Third-Person-Kamera oder im Koop-Modus. NPCs konnte ich in der Demo nicht entdecken.

Wunderschöne Aussicht An Aussichtspunkten wie hier erinnert Outbound stark an das Adventure Firewatch.

Charaktere Die Spielfigur lässt sich anpassen, allerdings stößt der reduzierte Artstyle bei Menschen an seine Grenzen.

Außerdem möchte ich an der Stelle das Sounddesign loben. Das beruhigende Surren des Elektromotors oder das sanfte Geräusch, das die Reifen auf Schotterwegen machen, ziehen mich erfolgreich in die gemütliche Atmosphäre des Spiels, die nur selten unterbrochen wird.

Meistens aber dann, wenn mein Charakter den Mund aufmacht. Wie sich herausstellt, sind beide potenziellen Spielfiguren (weiblich und männlich) nämlich auf Englisch vertont und kommentieren in einer Tour gefühlt jede Aktion, die ich mache, was mir schon nach wenigen Minuten zu viel wurde.

Dankenswerterweise lässt sich die Sprachausgabe in den Optionen abschalten. Ich würde mir aber noch die Möglichkeit wünschen, nur die Häufigkeit der Kommentare zu reduzieren und sie nicht ganz abzuwürgen. Die Synchro ist nämlich insgesamt gut und gegen ein paar laute Gedanken meiner Spielfigur habe ich auch überhaupt nichts – aber die Dosis macht das Gift.

An diesem wunderschönen Plätzchen würde ich auch in echt sofort campen wollen! An diesem wunderschönen Plätzchen würde ich auch in echt sofort campen wollen!

Steck den Schnipsel doch in deine Hosentasche?

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt sind Vouchers. Dahinter verstecken sich Papier-Gutscheine, die ich an den besagten Sendemasten gegen neue Anleitungen tauschen kann. Genau wie Holz oder Steine zählen Vouchers als Items, die in meinem Rucksack jeweils einen von 20 Slots einnehmen.

Wenn ich auf Ressourcen-Jagd gehe, kann ich meinen gesamten Rucksackinhalt per Tastendruck in den unendlich großen Kofferraum meines Vans schmeißen – sehr praktisch! Leider werden dabei aber auch automatisch die Gutscheine verstaut.

Ich muss vor jedem Sendemast also erst zum Kofferraum und die Gutscheine per Hand rausangeln, denn während Ressourcen zum Bauen aus dem Lager berücksichtigt werden, muss ich die Vouchers tatsächlich bis zum Sendemast schleppen.

Daher stand ich mehrfach vor einem Terminal – ohne Vouchers – und musste mit gesenktem Haupt wieder zurück zum Parkplatz kriechen, um die vermaledeiten Dinger zu holen. Hier wäre es deutlich angenehmer, wenn mein Charakter die kleinen Zettel einfach immer in die Hosentasche steckt und sie nicht ins Item-Raster fallen.

Papperlapapp, da kommt was richtig Gutes auf uns zu!

Letztlich ändern solche kleinen Unannehmlichkeiten aber kaum etwas am positiven Gesamteindruck, den mir die Demo gegeben hat. Es hat mir schon viel Spaß gemacht in gemächlichem Tempo die Natur zu erkunden und zu sammeln, bevor ich abends ein schönes Plätzchen suche und im Lagerfeuerschein neue Upgrades zusammenschraube, damit es am nächsten Tag weitergehen kann.

Outbound ist in der aktuellen Demo wunderschön, motivierend und strahlt auf mich genau die Tiefenentspannung aus, die ich mir erhofft hatte. Ich freu mich jetzt jedenfalls umso mehr auf die Vollversion, die im Q2 2026 für PS5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch und PC erscheinen soll!

Was denkt ihr: Klingt Outbound nach was für euch oder hättet ihr euch etwas anderes darunter vorgestellt?


Kommentare(1)
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