Dass das Pokémon-Franchise zu den größten Marken auf diesem Planeten gehört, merkt man den Spielen vor allem durch ihre oft schwache Grafik nur bedingt an. Nun hat die Pokémon Company während des Superbowls in den USA einen 60-sekündigen Werbeclip gezeigt, und der macht deutlich, wie der Hase für das Unternehmen läuft.
Pokémon liefert eine teure Superbowl-Show ab
Pokémon feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum. Zu diesem Anlass hat sich die Pokémon Company nicht lumpen lassen und einen Spot in der legendären und begehrten Halbzeitpause des Superbowls gebucht. Das gigantische Sport-Event in den USA wird weltweit aufmerksam verfolgt und das bedeutet: Superbowl-Werbung ist richtig teuer.
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Medienberichten zufolge haben Unternehmen in diesem Jahr stolze acht bis zehn Millionen US-Dollar für 30 Sekunden Werbezeit geblecht. Da der Pokémon-Clip eine Minute lang ist, haben hier also schätzungsweise um die 16 bis 20 Millionen US-Dollar den Besitzer gewechselt – nur für den Platz in der Werbepause.
Ein Blick in den Jubiläums-Trailer zeigt, dass die Dreharbeiten und Produktionskosten ebenfalls hoch gewesen sein dürften. Die Aufnahmen sehen nicht nur hochwertig aus, es sind vor allem mehrere weltberühmte Stars zu sehen, darunter Sängerin Lady Gaga oder Fußballprofi Lamine Yamal, die ein paar Worte über ihre liebsten Pokémon verlieren. Auf die 16 bis 20 Millionen dürfte also sehr wahrscheinlich noch einmal eine ganze Schippe obendrauf kommen.
Falls ihr den Clip noch nicht gesehen habt, könnt ihr hier einen Blick riskieren:
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Pokémon-Fans verstehen die Welt nicht mehr
Nun sind teure Werbeclips in der Welt der Megakonzerne nichts Besonderes, aber in der Pokémon-Community sorgt der Spot trotzdem für Stirnrunzler (via Reddit). Der immense Preis liegt nämlich höher als die mutmaßlichen Entwicklungskosten der letzten Pokémon-Spiele.
Laut des sogenannten Tera-Leaks vom letzten Jahr sind Dokumente an die Öffentlichkeit gelangt, die nahelegen, dass die Entwicklung von Pokémon: Legenden Z-A rund 13 Millionen US-Dollar gekostet haben könnte. Karmesin und Purpur wären demnach für etwa 22 Millionen US-Dollar umgesetzt worden.
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Im Vergleich zu AAA-Spielen ist das ziemlich wenig. Die niedrigen Produktionskosten dürften einer der Gründe sein, warum die jüngeren Spiele technisch so wenig auf dem Kasten haben, obwohl es der Pokémon Company eigentlich nicht an Geld mangeln dürfte. Allein 2024 wurden milliardenschwere Rekordgewinne eingefahren.
Sollte der Wert stimmen, hat alleine der 60-sekündige Superbowl-Clip mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr gekostet, als das aktuelle Spiel der Reihe. Diese durchaus denkbare Möglichkeit sorgt bei den Fans für Unmut, die sich gerne mehr Einsatz für die RPGs wünschen würden, um vor allem die angestaubte Grafik von Legenden Z-A und Co. auf ein modernes Level anzuheben.
Warum die Pokémon-Spiele technisch so hinterherhinken, lässt sich laut Redditor stridered aber auch gut erklären: “Vergesst niemals, dass die Spiele im Wesentlichen nur Marketing für das neue Merchandise sind, genau wie der Anime”. An anderer Stelle heißt es: “Die Zahlen in den Kontext zu setzen tut meiner Seele etwas weh, wenn ich ehrlich bin”.
Teures Marketing ist keine Seltenheit
Extrem hohe Ausgaben für Marketing sind in der Welt von Videospielen oder Filmen keine seltenen Erscheinungen. Es ist nicht unüblich, dass mehr Geld für Werbung ausgegeben wird, als für die eigentlichen Entwicklungskosten eines Spiels.
Dennoch ist die Gegenüberstellung der Ausgaben für einen wenige Sekunden langen Clip mit den mutmaßlichen Entwicklungskosten eines ganzen Spiels eine gute Erinnerung daran, wo die Prioritäten bei der Pokémon Company liegen.
Ob sich das für die nächste RPG-Generation ändert, könnten wir vielleicht schon bald erfahren. Am 27. Februar findet der Pokémon Day statt. Mit etwas Glück werden im Rahmen dessen auch die nächsten Hauptteile enthüllt.
Was denkt ihr: Seid ihr von dem Kostenvergleich überrascht oder habt ihr mit nichts anderem gerechnet?
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