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Seite 3: Red Dead Redemption 2 im Test - High Noon für Superlative

Wenn ein Lager zur Heimat wird

Anders als in GTA 5 könnt ihr euch in Red Dead Redemption 2 keine Immobilien mieten oder kaufen. Als stetiger Anlaufpunkt dient stattdessen das Lager der Bande, das im Laufe des Spiels mehrmals auf der Karte umzieht. Das dient natürlich einerseits der Atmosphäre, weil ihr jederzeit mit den Bandenkollegen reden,Karten kloppen oder auch schlafen könnt, um die Zeit schneller verstreichen zu lassen.

Außerdem dürft ihr hier Arthurs Bart rasieren oder kleinere Aufgaben erledigen, wie etwa Holz hacken, Heuballen zu den Tieren schleppen oder den Wascheimer ausleeren. Das passt natürlich thematisch zum Campleben, gibt euch aber zudem auch einen kleinen Boost für eure Dead Eye-Fähigkeit.

Erbeutetes Geld könnt ihr entweder für euch selbst behalten oder in die Lagerkasse einzahlen. Habt ihr genug angespart, dürft ihr Lager-Upgrades kaufen, zum Beispiel eine Vorratskiste für Munition. Außerdem werdet ihr auch gebeten, euch um Nachschub für das Lager zu kümmern. Lager-Koch Pearson beispielsweise verlangt regelmäßig nach Fleisch für die Gemeinschaft. Keine Sorge, auch das ist wie alle Nebentätigkeiten von Red Dead Redemption 2 rein optional. Das Schlimmste was euch passieren kann, wenn ihr längere Zeit die Vorräte nicht auffüllt, ist eine leichte Stimmungsverschlechterung im Lager, die aber nur atmosphärische Auswirkungen hat.

Das Lager fungiert in RDR2 als Hub und zieht im Verlauf der Story mehrmals um. Das Lager fungiert in RDR2 als Hub und zieht im Verlauf der Story mehrmals um.

Außerdem könnt ihr die Vorräte auch einfach gegen harte Dollar wieder auffüllen, von denen ihr später mehr als genug in der Tasche habt. Ingame-Dollar wohlgemerkt, im Solo-Modus von RDR2 gibt es keinerlei Mikrotransaktionen. Auch, oder gerade weil die Lagerpflege keine Pflicht ist, haben wir uns immer wieder dabei ertappt, freiwillig unseren Compagnons zur Hand zu gehen. Schlicht und ergreifend, weil sie uns wirklich am Herzen lagen. Alles andere als eine Selbstverständlichkeit bei fiktiven Figuren.

Ein weiteres Spielelement hat sich Rockstar offensichtlich beim hauseigenen L.A. Noire abgeschaut, denn ihr könnt nun in Gebäuden und Hütten zum Beispiel Schubladen und Schränke öffnen und findet dabei neben Materialien und Munition auch Briefe, Bilder oder sogar ganze Bücher, die ihr euch dann genauer anschauen könnt.

Das füllt die Welt mit Tiefe und Substanz, hat aber auch spielerische Relevanz, wenn ihr beispielsweise auf der Suche nach einem Schatz seid, und ein Hinweis darauf völlig unverhofft auf der Rückseite eines gefundenen Zettels vermerkt ist.

Wenn Statisten zu Hauptfiguren werden

Wesentlich unauffälliger - zumindest auf den ersten Blick - ist das neue Interaktionsmenü. Per Druck auf die Schultertaste könnt ihr nahezu jeden NPC zum Beispiel begrüßen, verärgern oder ausrauben. Und das sorgt tatsächlich für ein stärkeres Interaktionsgefühl, weil ihr stets mehrere Optionen habt, auch wenn sich beispielsweise die Begrüßungen auf ein paar Sätze reduzieren. Aber es hat schon was, einem NPC nach einem gewonnenen Wettrennen zu Pferd ein "Ein teures Pferd nützt nichts, wenn man ein schlechter Reiter ist" hinterherzurufen.

Es ist eine Neuerung, die sich ganz subtil einfügt und so wirkt, als wäre sie schon immer dagewesen - auch deswegen wird uns die Mechanik wahrscheinlich zukünftig in anderen Titeln fehlen. Denn während in deren Welten ein Großteil der Bevölkerung lediglich zur Kulisse gehört, behalten wir in Red Dead Redemption 2 selbst für die Handlung irrelevante Statisten in Erinnerung.

Aber Achtung: Trotz der stärkeren Interaktionen ist RDR2 kein Sandbox-Spiel wie etwa The Legend of Zelda: Breath of the Wild, denn Arthur Morgan kann weder Steine in der Landschaft herumrollen noch Bäume fällen und daraus Flöße bauen.

Vielen NPCs lassen sich in Gesprächen interessante Infos entlocken. Vielen NPCs lassen sich in Gesprächen interessante Infos entlocken.

Neben den Hauptmissionen gibt es in der Welt natürlich mehr als genug zu tun, und jede der Aktivitäten fügt sich nahtlos ins große Ganze des Spiels ein. Sei es nun eine Partie Domino oder Poker im Lager der Gang, Angeln oder die Jagd auf Tiere, um Fleisch und Häute zu erbeuten, der Gang ins Varietétheater, Schatzsuche, Aufklärung von Morden, Ausheben von Ganglagern, Entdecken und Erlegen von legendären Tieren, Modifizieren von Waffen, Anpassen eures Pferdes (von den Satteldetails bis hin zur Frisur) und etliches mehr. Wir garantieren, dass es euch in diesem Spiel auf sehr lange Sicht nicht langweilig werden wird.

Ein Highlight sind auch die sogenannten Fremden-Missionen. Ploppt ein Fragezeichen auf der Karte auf, lohnt es sich auf jeden Fall, dort vorbeizuschauen, denn es warten einige interessante Charaktere mit spannenden Aufgaben auf euch. Beispielsweise Saurierknochen finden oder entlaufene Zirkustiere einfangen.

Nebenaufgaben: Dominos Im Lager oder an anderen Orten in der Spielwelt könnt ihr Dominos spielen - sogar in verschiedenen Spielvarianten.

Angeln Angeln ist in RDR2 quasi ein Spiel im Spiel. Ihr könnt verschiedene Köder einsetzen, um unterschiedliche Fischsorten zu fangen.

Poker Auch Poker wird in RDR2 gespielt, natürlich ganz klassisch Texas Hold'em.

Varieté In Saint Denis gibt es ein Varietétheater mit voll vertonten und wirklich witzigen Aufführungen.

Das Gute daran: Red Dead Redemption 2 zwingt euch nichts auf, sondern lässt euch selbst entscheiden, ob ihr auf etwas Lust habt … und vor allem, wann. Sehr angenehm ist auch, dass Rockstar die Karte nicht im Ubi-Style mit Symbolen vollballert, sondern euch immer nur ein paar Brotkrumen hinwirft. Erledigt ihr etwa eine Haupt- oder Nebenmission, ploppen danach auf der Karte maximal drei neue Möglichkeiten auf. Vieles könnt und sollt ihr selbst entdecken, dadurch fühlt sich RDR2 trotz seiner gigantischen Dimensionen anders als etwa ein Assassin's Creed: Odyssey nie überfordernd oder anstrengend an.

Die perfekte Western-Illusion

All das verpackt RDR2 in einen nahezu perfekten technischen Rahmen, der aktuell seinesgleichen sucht und uns deswegen immer wieder verstohlen nachschauen lässt, ob da wirklich nur eine aktuelle Konsole steht. Buchstäblich alles in Red Dead Redemption 2 sieht fantastisch aus. Von der Spielwelt haben wir ja bereits geschwärmt, aber was Rockstar darüber hinaus in Sachen Lichtstimmung, Wettereffekten, Tag- und Nachtwechseln oder purer Detailverliebtheit rausfeuert, ist ohne Übertreibung der absolute Wahnsinn.

Bei der Lichtstimmung setzt Red Dead Redemption 2 neue Maßstäbe. Jeder Sonnenauf- und -untergang wird zum Erlebnis. Bei der Lichtstimmung setzt Red Dead Redemption 2 neue Maßstäbe. Jeder Sonnenauf- und -untergang wird zum Erlebnis.

Beeindruckend ist dabei insbesondere die Konsistenz der grafischen Qualität, denn egal ob ihr von einem Bergpass in die Ferne blickt, sich Nebel über die Szenerie legt und im Hintergrund Gewitterwolken den Himmel verdunkeln oder ihr Feinheiten wie die Gravuren auf der Waffe oder die Animationen der Pferde unter die Lupe nehmt.

An wirklich alles wurde gedacht, was letztendlich dazu führt, dass Red Dead Redemption 2 die perfekte Western-Illusion und eins der schönsten Spiele ist, die wir je gesehen haben. Die hohe Qualität setzt sich bei der Soundabmischung fort, denn an den Atmo-Geräuschen wie dem Rauschen der Bäume im Wind, Grillenzirpen, den Tiergeräuschen, den Waffensounds oder dem dynamischen Soundtrack gibt es absolut nichts zu meckern.

Hier und da merkt man allerdings, dass die technische Wucht dieses Spiels an die Substanz der Konsole geht. Denn die Framerate unserer PS4 Pro-Version fiel an vereinzelten Stellen unter die 30 Bilder pro Sekunde. Nicht über längere Zeit oder störend, aber doch merkbar. Die Xbox One X-Version ist insgesamt die beste Fassung, liefert unter anderem natives 4K und die stabilste Framerate. Alle Unterschiede zwischen PS4, Xbox One, PS4 Pro und Xbox One X-Versionen findet ihr hier.

Versionsvergleich
PS4 (Pro) vs. Xbox One (X): Auf welchem System sieht RDR2 am besten aus?

Mit der Dead Eye-Funktion lassen sich in Zeitlupe Gegner markieren, was besonders in brenzligen Situationen lebensrettend sein kann. Mit der Dead Eye-Funktion lassen sich in Zeitlupe Gegner markieren, was besonders in brenzligen Situationen lebensrettend sein kann.

Wenn wir überhaupt etwas an RDR2 zu bemängeln haben, sind es Details bei der Steuerung. Versteht uns nicht falsch, wir haben sowohl zu Fuß als auch zu Pferd alles unter Kontrolle, wenn man sich an das im Vergleich zu anderen Genrevertretern schwerfälligere virtuelle Körpergefühl gewöhnt hat, ein bisschen meckern müssen wir aber trotzdem.

Denn in Innenräumen kann es manchmal etwas hakelig sein, Objekte wie Schubladen anzuvisieren. Und auch die Tatsache, dass alle vier Schultertasten belegt sind, hat uns während des Tests mehrmals aus Versehen die Waffe ziehen lassen, was dann in Chaos und verzweifelten Hilferufen von NPCs endete.

Sind das Kleinigkeiten? Mit Sicherheit. Aber eben auch das einzige, was man unserer Meinung nach überhaupt an diesem Meisterwerk kritisieren kann. Mit Red Dead Redemption 2 hat Rockstar erneut einen qualitativen Maßstab gesetzt, an dem sich alle anderen Blockbuster messen lassen müssen. Diese Erschütterung der Videospielewelt werden wir noch jahrelang spüren.

RDR2: "Schlechter" als GTA5?
Wir vergeben für Red Dead Redemption 2 eine Spielspaßwertung von 96. Das ist die zweithöchste Wertung in der Geschichte der GamePro, GTA 5 bekam 2013 eine 97. In diesem Zusammenhang von "besser" oder "schlechter" zu sprechen ist natürlich grotesk, denn beide sind auf ihre Art exzellente Spiele und wir sehen die beiden Titel im Kontext ihres jeweiligen Erscheinungsjahrs in etwa auf einem Level. GTA 5 wirkte vor fünf Jahren mit seinen Sandbox-Elementen, den drei spielbaren Charakteren und der interaktiveren Spielwelt einen Tick innovativer. Deshalb der minimale Wertungsunterschied von einem Pünktchen.

Red Dead Redemption 2 - Video: Durchgespielt-Fazit (Spoilerfrei!) 10:02 Red Dead Redemption 2 - Video: Durchgespielt-Fazit (Spoilerfrei!)

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