The Devil in Me im Test - Feinster Horror mit Technik von der Resterampe

Mit The Devil in Me endet die erste Staffel der The Dark Pictures-Reihe zum Glück auf keinem gruseligen Tiefpunkt.

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Was wäre ein Spielejahr nur ohne einen neuen Teil der The Dark Pictures-Reihe? Während das eine Lager zynisch “deutlich unterhaltsamer” sagen könnte, haben die kurzen Horror-Episoden aber auch durchaus ihre Anhänger, die sich speziell mit dem launigen Online- und Couch-Koop zusammen mit ihren Liebsten einen schönen Abend machen. 

Gefällt euch das Konzept, könnt ihr euch auch mit The Devil in Me einen schönen Koop-Abend machen, das uns von allen vier Spielen bislang am ehesten getaugt hat und mit herrlichen Gruselmomenten daherkommt. Gerade aus technischer Sicht werden wir den Eindruck aber nicht los, dass hier mal wieder Supermassives B-Team an der Reihe war. 

Muss ich die Vorgänger gespielt haben? Das ist nicht nötig, da alle Teile der The Dark Pictures-Reihe für sich stehen und vielmehr kleine Gruselgeschichten mit einem frischen Cast an Charakteren erzählen.

Saw-Horror im Gruselhotel

Das Setting ist diesmal an eine True Crime-Story angelehnt und führt eine fünfköpfige Filmcrew in ein nachgebautes Luxushotel aus dem 19. Jahrhundert, das als durchaus atmosphärischer Schauplatz zu gefallen weiß. Im Original hat einst der US-amerikanische Serienmörder H. H. Holmes sein Unwesen getrieben und mit dessen Nachahmer bekommen wir es in The Devil in Me zu tun.

Zwar wollten die fünf Erwachsenen nur eine schaurige Kulisse für ihre Mystery-Show besuchen, finden sich aber recht schnell in den Fängen von Supermassives Jigsaw wieder, der die Fünf mit seinen schaurigen Spielchen in den Tod treiben möchte. 

Auf den Spuren von H.H. Holmes zieht es eine Filmcrew in ein Horror-Hotel. Auf den Spuren von H.H. Holmes zieht es eine Filmcrew in ein Horror-Hotel.

Zwar bietet die Hauptstory für Saw-Fans kaum neue Anreize, im Vergleich zu früheren The Dark Pictures-Spielen nimmt sich das Spiel aber etwas mehr Zeit für seine Figuren, die wir im Vergleich zu den Vorgängern weit lieber retten wollten – naja, zumindest einige von ihnen. Über dem Ganzen liegt zwar weiterhin der Mantel des Trashs, dank besserer Dialoge und Beziehungen der Figuren untereinander macht der aber weit mehr Spaß.   

Optik und Technik auf der PS5: Kennt ihr eines der The Dark Pictures-Spiele, wisst ihr, was euch in The Devil in Me erwartet: Optisch nette Schauplätze samt stimmigen Licht- und Schatteneffekten auf gutem Last-Gen-Niveau samt Figuren, deren (Gesichts-)Animationen nach wie vor der größte Horror im Spiel sind. 

Technisch hatten wir speziell im Online-Koop mit allerhand Problemen zu kämpfen und es erstaunt mittlerweile, dass Supermassive es nicht auf die Kette bekommt, zum Release ein sauberes Spiel zu liefern. Zu den Problemen gehören die seit Jahren in der deutschen Synchro bekannten Audio-Aussetzer, Bildfehler, T-Posen und viele weitere technische Schnitzer. Während solche Szenen nur leicht aus der Immersion reißen, sind manch andere Bugs schlichtweg nur noch nervig. So kam es vor, dass eine Figur trotz wiederholtem Neustart permanent wie von Geisterhand gesteuert rückwärts gelaufen und in einer Wand hängengeblieben ist. Einen Charaktertod konnten wir zudem nicht verhindern, da eine Szene komplett verbuggt war. Im lokalen Koop hatten wir hingegen mit weit weniger technischen Problemen zu kämpfen. 

Einstellungen zur Barrierefreiheit: Wie in den Vorgängern, könnt ihr unter anderem den Timer für Quick-Time-Events und Angriffe deaktivieren, die Größte der Untertiteln anpassen und deren Farbe ändern oder das Button-Mashing ausschalten.

Bug Welch romantischer Kuss, also in der Theorie. Es ist schade, dass Bugs wie dieser immer wieder aus der Story reißen.

Barrierefreiheit Alle Einstellungen zur Barrierefreiheit auf einen Blick.

Kleine Gameplay-Neuerungen

Rein vom Gameplay hat sich im direkten Vergleich zu House of Ashes diesmal nur wenig getan. Der Fokus liegt weiter auf gelegentlichen Quick-Time-Events und zu treffenden (Dialog-)Entscheidungen, die über Leben und Tod der Figuren bestimmen. Letztere sind nach wie vor das klare Highlight der Reihe, da sie den Fortgang der Geschichte nicht nur massiv beeinflussen, sondern dank zahlreicher Enden auch ein großer Wiederspielwert entsteht. 

Neu ist, dass ihr mit den Figuren aus der Third Person heraus jetzt auch springen und klettern könnt, wodurch etwas mehr Erkundung ins Spiel kommt. Auch können die Figuren nun gelegentlich Gegenstände wie einen Schalter einsammeln, die für spätere Entscheidungen von Belang sind. Wer sich umschaut, hat neben den QTEs und Dialogen also noch einen Weg, um die Figuren zu retten. 

An dieser Stelle war es das aber auch mit den Neuerungen und wer im Vorfeld etwas von einem Inventar gelesen und an Rätsel im Resident Evil-Stil gedacht hat, den müssen wir leider enttäuschen. Das Gameplay der Dark Pictures-Reihe ist weiterhin so dünn wie das Ouija-Board der Oma. 

So funktioniert der Online Koop:

  • zwei Spieler*innen, jeweils mit eigener Version des Spiels.
  • wir und unser Koop-Partner bzw. unsere Koop-Partnerin übernehmen abwechselnd die Rollen der Charaktere und erleben die Geschichte jeweils aus einer anderen Perspektive heraus.
  • einige Szenen erleben wir gemeinsam, nicht selten sind wir aber getrennt voneinander unterwegs, sodass Spieler*in A nicht weiß, was gerade bei Spieler*in B vor sich geht.

So funktioniert der Couch-Koop:

  • zwei bis fünf Spieler*innen mischen mit
  • zu Beginn wählt jeder von euch einen von insgesamt fünf Charakteren aus, den er oder sie bis zum Ende begleitet.
  • dabei wird nur ein einziger Controller herumgereicht. Es spielt also immer nur eine Person, die anderen müssen warten, bis sie an der Reihe sind.

Der bislang bester Horror-Mix der Reihe

Dass es The Devil in Me bei uns aber zum besten Ableger der Reihe geschafft hat, liegt zum Großteil am durchaus gelungenen Horror-Mix des gut fünf- bis sechsstündigen Adventures. Zwar ist der Einstieg recht höhepunktlos und gestreckt, hatten wir aber erst einmal einen Fuß ins Hotel gesetzt, kam der Horror gut in Fahrt. Schön ist, dass Jumpscares wie bereits in House of Ashes weit pointierter zum Einsatz kommen und nicht den Hauptteil des Grusels ausmachen. 

Weit schauriger sind nämlich die Passagen, in denen wir getrennt vom Koop-Partner durch die spärlich ausgeleuchteten Gänge des Hotels schleichen und nie wissen, welche Falle uns “Jigsaw” als nächstes serviert. Der große Horror dürfte das Spiel auch für all jene unter euch sein, denen beim Anblick gruseliger Schaufensterpuppen schon der Schweiß auf der Stirn steht. An die müsst ihr nämlich oftmals sehr nahe ran und … sagen wir es so: Zum ersten Mal haben wir in einem The Dark Pictures Spiel den Adrenalinkick gespürt, den Angst hervorruft. 

The Devil in Me hat richtig gruselige Passagen und setzt seine Jumpscares weit pointierter ein. The Devil in Me hat richtig gruselige Passagen und setzt seine Jumpscares weit pointierter ein.

Unterm Strich wurden wir daher durchaus durch die Figuren, den Body-Horror mit seinen mechanisch präparierten und entstellten Leichen und die Schocker unterhalten - zumindest in Phasen. Leider steht sich das Spiel mit seiner teils miesen Technik ab und an selbst im Weg und hat uns nicht nur einmal aus der Immersion gerissen. Speziell hier erwarten wir in der zweiten Staffel eine deutliche Besserung, möchte The Dark Pictures nicht weiter im Schatten von Spielen wie The Quarry oder Until Dawn existieren.  

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