Resident Evil-Top 10 der besten Bosse aller Zeiten

Die Resident Evil-Reihe hat über die Jahre eine ganze Menge an bemerkenswerten Bossen angehäuft. Wir verraten euch, welche zehn Endkämpfe uns am meisten beeindruckt haben.

von Jonathan Harsch,
26.02.2021 10:00 Uhr

Das sind unsere zehn liebsten Bosse aus 25 Jahren Resident Evil. Das sind unsere zehn liebsten Bosse aus 25 Jahren Resident Evil.

Resident Evil erschien 1996, vor 25 Jahren. Seitdem haben wir in der Serie dutzende Bosse besiegt. Capcom schafft es immer wieder, uns zu überraschen und auf verschiedene Arten zu fordern. Wir haben hier unsere zehn liebsten Endkämpfe der Resident Evil-Serie für euch zusammengetragen.

Das sind die Kriterien: Nicht jeder Boss in Resident Evil kann auch glänzen. Und um in die Top 10 zu kommen, muss schon vieles stimmen. Ein paar Spiele der Reihe haben es überhaupt nicht geschafft, wie etwa Resident Evil 0, Resident Evil Revelations und Revelations 2. Spin-Offs, die in ein anderes Genre fallen, haben wir komplett außen vor gelassen.

Folgende Dinge muss ein Boss mitbringen, um es in die Liste zu schaffen:

  • Lore: Nicht jeder Boss braucht eine Vorgeschichte, aber sie macht den Kampf deutlich spannender. Freut ihr euch nicht jetzt schon auf den Kampf gegen Lady Dimitrescu in Resident Evil 8?
  • Optik: Ein Boss steht über dem Pöbel und muss entsprechend aus der Menge hervorstechen. Egal ob muskulös, riesig, gut bewaffnet oder einfach nur gruselig, ohne einschüchterndes Auftreten kein guter Endkampf.
  • Schwierigkeit: Frustrieren sollte eine Auseinandersetzung nicht, aber wenn wir mit mehr Munition und Heilgegenständen aus ihr hervorgehen, als wir vorher hatten, ist irgendetwas falsch gelaufen.
  • Gameplay: Natürlich soll ein Kampf auch Spaß machen. Wenn wir nur mit der Wumme draufhalten können, ist das genauso nervig, wie wenn wir nebenbei ein unübersichtliches Puzzle lösen müssen.
  • Nur "echte" Bosse: Die Grenze zwischen Boss und Miniboss ist in Resident Evil häufig schwer zu ziehen. Wenn ein Gegner mehrmals vorkommt, ist das oft ein Hinweis, dass es sich um einen Nebenboss handelt. Oder wenn er sich in Gesellschaft anderer, "normaler" Gegner befindet (etwa Dr. Salvador oder der Executioner). Ein Endkampf bekommt immer eine eigene Arena und eine Zwischensequenz.

Und los geht's!

Die Top 10 Resident Evil-Bosse

Platz 10: Ustanak (Resident Evil 6)

Manche mögen überrascht sein, Resident Evil 6 auf dieser Liste zu finden. Aber wenn ihr nicht zu sehr darüber nachdenkt, in welche Richtung Capcom die Serie damals lenken wollte, ist Teil 6 eigentlich ein recht unterhaltsames Koop-Erlebnis. Und Ustanak schlägt genau in diese Kerbe. Mit etwas Glück können bis zu vier Spieler*innen an dem Kampf teilnehmen. Eine Erfahrung mit einer so großen Truppe bekommen wir sonst nirgendwo in der Reihe.

Zudem trefft ihr bereits zuvor in Jacks und Sherrys Kampagne auf das Monster. Im Gegensatz zu einigen anderen Mutationen besitzt Ustanak noch Ähnlichkeit zu einem Menschen, wodurch er ziemlich gruselig rüberkommt.

Platz 9: Del Lago (Resident Evil 4)

Manche hätten an dieser Stelle vermutlich lieber El Gigante gesehen, und wir können das nachvollziehen. Allerdings ist der Kampf gegen Del Lago so einzigartig, dass er einfach auf diese Liste muss.

Lange vor Assassin's Creed 4: Black Flag konnten wir hier mit einer Harpune auf Monsterjagd gehen. Dabei steuern wir ein kleines Boot über einen dreckigen Tümpel, bis das Fischmonster auftaucht. Passen wir nicht auf, landen wir im Wasser und müssen schnell zum Boot zurück, bevor Del Lago uns verschlingt. Episch!

Platz 8: Lisa Trevor (Resident Evil Remake)

Lisa Trevor ist eine der dramatischsten Figuren in Resident Evil. Lange vor dem Kampf erfahrt ihr von ihrem Schicksal. Entführt von Oswald Spencer, verbrachte sie 20 Jahre in den Untergrundlaboren von Umbrella. Erst als das Unternehmen keine Verwendung mehr für sie hatte, konnte sie ihre Kräfte nutzen, um in die Berge zu fliehen.

Lisas Schreie hallen durch das Anwesen, zu dem sie zurückgekehrte. Wenn ihr die ersten Male auf sie trefft, müsst ihr rennen, denn Waffen können ihr nichts anhaben. Wenn ihr das arme Ding letztendlich in den Abgrund stürzt, verspürt ihr vermutlich nichts als Mitleid.

Platz 7: Wesker und Jill (Resident Evil 5)

Für den Kampf gegen Wesker und Jill gilt dasselbe wie für Ustanak. Die Auseinandersetzung greift den besten Aspekt des Spiels auf: Koop. Dieser Kampf zwei gegen zwei wird euch alles abverlangen und ist extrem abwechslungsreich. Wer sich hier nicht gut koordiniert, hat gegen Wesker und seine Marionette in der großen Arena schnell das Nachsehen.

Platz 6: Alexia Ashford (Resident Evil: Code Veronica)

Code Veronica hat einige interessante Bosskämpfe, viele davon beruhen jedoch auf einem Gimmick (wie etwa Nosferatu, den wir bei schlechter Sicht aus der Distanz ins Fadenkreuz nehmen müssen).

Da loben wir uns doch einen echten Endkampf, in dem wir all unsere über das Spiel angesammelte Munition verbraten können. Alexia gibt den Spieler*innen immer wieder das Gefühl unwichtig zu sein. Schön, wenn wir den Spieß am Ende umdrehen können.

Platz 5: Yawn (Resident Evil)

Yawn mag gähnen bedeuten, die Auseinandersetzung mit der Riesenschlange ist aber alles andere als langweilig. Im Gegensatz zu den meisten Kämpfen auf dieser Liste, sind wir zu diesem Zeitpunkt im Spiel noch relativ schlecht ausgerüstet. Zudem warnt uns vorher schon ein Kollege, der mit den spitzen Zähnen von Yawn Bekanntschaft gemacht hat, wodurch die Spannung angeheizt wird.

Der Kampf selbst ist relativ statisch - weglaufen, ein oder zwei Schüsse abgeben und wieder weglaufen. So etwas wie Yawn hat man zuvor aber noch überhaupt nicht gesehen, weshalb das Monster bei der ersten Begegnung extrem einschüchternd ist.

Platz 4: William Birkin (Resident Evil 2 Remake)

William Birkin, oder G, ist einer dieser wiederkehrenden Bosse. Vielleicht ist er nicht ganz so einschüchternd wie Mr. X, aber dank der abwechslungsreicheren Kämpfe macht der Familienvater das Rennen. Die Konfrontation zwischen G und T-103 Tyrant am Ende von Resi 2 setzt dem ganzen die Krone auf.

William Birkin liefert in allen oben genannten Bereichen: Er hat eine Hintergrundgeschichte, sieht mit jeder neuen Mutation furchteinflößender aus und die Kämpfe gegen ihn sind spaßig und herausfordernd.

Platz 3: Marguerite Baker (Resident Evil 7)

Auch hier war es wieder eine Frage von entweder/oder: Entweder Marguerite Baker oder Jack Baker. Jack mag ikonischer sein, da euch der Patriarch durch die komplette Kampagne von Resident Evil 7 verfolgt, aber Marguerite bietet im Vergleich zu ihrem Mann einfach den besseren Kampf. Und einen der besten der Serie. Zunächst stalkt euch Marguerite eine Weile, bevor ihr sie auf sechs Beinen in einem Tunnel verschwinden seht. Die folgende Auseinandersetzung ist spaßig und gruselig zugleich.

Die zu einer Art Käfer mutierten Mutter der Bakerfamilie nutzt die große, über zwei Stockwerke reichende Arena, um immer wieder in Löchern zu verschwinden und euch anzuspringen, wenn ihr nicht aufpasst. Ethan muss sie mit einer Kombination aus Flammenwerfer und Patronen bearbeiten, während er nebenbei Insektennester beseitigt, die Marguerite immer wieder formt.

Platz 2: Verdugo (Resident Evil 4)

Verdugo (zu deutsch: der Henker) ist eigentlich nur ein Handlanger von Ramon Salazar. Der Kampf gegen Salazar ist zwar auch ziemlich cool, aber lange nicht so intensiv und abwechslungsreich wie der gegen Verdugo. Resident Evil 4 hat im Vergleich zu seinen Vorgängern den Vorteil, dass es deutlich mehr auf Action ausgelegt ist, wovon besonders die Bosskämpfe profitieren.

Wenn Leon Verdugo einige Male entkommen ist, muss er sich dem schnellen und tödlichen Monster letztendlich stellen. Zwar ist das Insektenwesen alleine mit Kugeln zu besiegen, aber das dauert lange. Besser ist es, ihn durch flüssiges Nitro einzufrieren und anschließend zu bearbeiten. Wenn Leon lange genug aushält, ist es sogar möglich, Verdugo zu entkommen, ganz ohne ihn zu töten.

Platz 1: Nemesis (Resident Evil 3)

Einer der schwächsten Teile der Serie hat den besten Boss. Nemesis ist ein so integraler Teil von Resident Evil 3, dass er sogar im Namen des Originals vorkommt. Das Biest stalkt Jill durch die komplette Kampagne und gibt den Spieler*innen so ein Gefühl, das Opfer einer Hetzjagd zu sein.

Dass Bosse immer wieder kommen, ist inzwischen ein Cliché der Reihe, aber kein Monster stand so oft wieder auf wie Nemesis. Wenn ihr ihn dann am Ende doch noch klein bekommt (wortwörtlich), fühlt sich das so gut an, wie bei keinem anderen Boss in Resident Evil.

Weitere nennenswerte Erwähnungen

Folgende Kämpfe sind uns im Gedächtnis geblieben - nicht wegen ihrer Qualität, sondern weil sie derart "cheesy" sind, dass der heiße Käse schon aus dem Pizzarand bricht und heruntertropft. Heißt: Die ohnehin in Resident Evil weit verbreitete B-Movie-Atmosphäre treibt es hier so weit, dass uns statt einem Bibbern ein Lachen über die Lippen kommt:

  • Steve Burnside (Resident Evil: Code Veronica): Dieser Kampf sollte die Spieler*innen wohl emotional werden lassen. Ein Charakter, der uns durch einen großen Teil des Spiels begleitet, wird unfreiwillig zum Monster, und wir müssen ihn erledigen. Leider ist Steve die wohl unsympathischste Figur der ganzen Reihe; ein kleiner, rotzfrecher Angeber mit kanadischem Akzent. Deshalb geht der Plan nach hinten los, und einige dürften erleichtert sein, dem Rotzbengel endlich den Mund zu stopfen.
  • Ricardo Irving (Resident Evil 5): Ricardo Irving verkörpert alles, was bei Resident Evil 5 falsch gelaufen ist. Sein extrovertiertes Auftreten ist ein Abklatsch von Ramon Salazar aus Teil 4, nur weniger bemerkenswert. Und der Kampf gegen ihn erinnert an die Schlacht mit Del Lago - aber mit montierten Maschinengewehren statt einer Harpune. Das Boot steuern wir auch nicht selbst, wodurch die Auseinandersetzung mit Irving genauso nervig und zum Augenrollen ist, wie der Charakter selbst.
  • Wesker (Resident Evil 5): Gleichzeitig einer der ikonischsten und schlechtesten abschließenden Kämpfe der Serie, begleitet von den kitschigen One-Linern des Bösewichts. Vor allem im Koop wird den meisten nicht direkt klar sein, was hier von ihnen verlangt wird. Dann schlägt Chris auch noch gegen einen Stein, um ihn in die Lava zu schubsen. Und zu guter Letzt folgt eine obligatorische Hubschrauber-Sequenz, bei der wir den Endboss noch einmal ins Visier nehmen müssen. Dutzende andere Action-Games lassen grüßen.

Resident Evil-Themenwoche auf GamePro

Die Tage vom 22. bis zum 28. Februar stehen bei uns ganz im Zeichen von Resident Evil. Von Montag bis Sonntag wird es je zwei Artikel über die beliebte Horror-Reihe von Entwickler Capcom auf GamePro.de geben, mit denen ihr euch schon ein wenig auf den Release von Village im Mai einstimmen könnt. Welche Artikel bereits erschienen sind, haben wir für euch in einer Übersicht zur Themenwoche aufgelistet.

Das waren unsere liebsten Bosse aus 25 Jahren Resident Evil. Doch wie schaut es bei euch aus, welcher Obermotz macht eurer Meinung nach das Rennen?

zu den Kommentaren (7)

Kommentare(7)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.