Assassin's Creed Black Flag Resynced angespielt - Das Remake ist eine echte Erleichterung für meine Nerven

Annika hat Ubisoft einen Besuch abgestattet und sich das Remake zu AC 4 Black Flag angeschaut. Jetzt kann sie den Release kaum erwarten.

Annika durfte schon mit Edward zurück in See stechen. Annika durfte schon mit Edward zurück in See stechen.

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Assassin’s Creed 4: Black Flag zählt seit seinem Release 2013 mit zu den besten Spielen der Reihe. Zwar macht es auch heute noch Spaß, mit Captain Edward Kenway durch die Karibik zu schippern, aber klar, die 13 Jahre haben natürlich am Piraten-Abenteuer genagt.

Die Technik ist überholt, das Game Design nicht mehr taufrisch, ja teils sogar richtig frustrierend – alleine, dass Edward nicht jederzeit schleichen kann, macht mich aus heutiger Sicht fertig. Spätestens nachdem ich Assassin’s Creed Black Flag Resynced bei Ubisoft in Paris anspielen konnte, wurde mir klar: Nostalgie schön und gut, aber ich brauche dieses Remake alleine schon für drei heute überfällige Anpassungen!

Was konnte ich spielen? Meine drei Spielstunden auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad (in 4K, 60 FPS auf einem PC mit PS5-Controller) waren in verschiedene Abschnitte aufgeteilt. Dazu zählte etwa eine Beschattungsmission in Havanna, aber natürlich habe ich auch das Meer auf dem Schiff unsicher gemacht. Ich ging mit Edward tauchen, Inseln erkunden und habe den neuen Charakter Lucy Baldwin etwas kennengelernt.

GameStar-Kollege Dimi war mit mir auch in Paris und hat seinen Eindruck in ein Video verpackt:

Video starten 14:09 So will Assassin's Creed Black Flag Resynced ein Meisterwerk noch besser machen

Das dürft ihr vom Black Flag-Remake erwarten

Ubisoft Singapur setzt den Fokus stark auf Edward Kenway, weshalb beispielsweise auch der Multiplayer und DLC nicht mit an Bord sind. Dafür gibt es neue Charaktere und Quests, die die sonst gleichbleibende Geschichte um gut 6 Spielstunden erweitert. Auf der Suche nach Reichtum und Ruhm stolpert der Pirat unfreiwillig in den Konflikt der Assassinen und Templer und greift so schließlich selbst zur versteckten Klinge.

Das Remake wurde in der neuesten Anvil-Engine komplett neu gebaut und damit technisch modernisiert – und das sah in der Demo schon richtig schick aus. Absolute High End-Grafik wie beispielsweise im Remake von Resident Evil 4 solltet ihr allerdings nicht erwarten.

Unser Freund Blackbeard ist natürlich auch wieder dabei – und sieht auch ein gutes Stück schicker aus. Unser Freund Blackbeard ist natürlich auch wieder dabei – und sieht auch ein gutes Stück schicker aus.

Aber auch spielerisch hat sich einiges getan, um sich aktuellen AC-Standards anzugleichen. Trotzdem soll es dem Geist des Originals treu bleiben. Resynced ist weiterhin ein Action-Adventure und blutet nach wie vor Piraten-Atmosphäre.

Falls ihr eine Auflistung der wichtigsten Verbesserungen/Neuerungen haben wollt, könnt ihr das noch einmal in unserer Reveal-News unten nachlesen. Jonas’ Vergleichvideo (oben) gibt euch zusätzlich einen guten Einblick. 

Ansonsten verrate ich euch jetzt in dieser Preview, welche Anpassungen mir schon jetzt positiv aufgefallen sind, aber eben auch, welche großen Fragen noch offen sind. Der eigentliche Test, in dem ich umfangreicher auf das Remake eingehe, folgt dann im Juli.

Das Ende des "Game Over"-Bildschirms

Beim Reveal hatte es Ubisoft bereits verraten: Die Beschattungsmissionen, bei denen wir Personen heimlich folgen und sie belauschen müssen, wurden angepasst. Während wir im Original auf keinen Fall entdeckt werden dürfen, da die Erinnerung sonst sofort desynchronisiert (= Game Over) wurde – was für viel Frust sorgte –, lässt uns das Remake einfach weiterspielen.

Was das genau heißt, konnte ich beim Anspielen selbst herausfinden: Als ich eine Zielperson verfolgen sollte, wurde ich entdeckt. Das Ziel floh daraufhin und hetzte mir Wachen auf den Hals. Jetzt konnte ich selbst entscheiden: Renne ich hinterher oder verstecke ich mich, um ihm später wieder aufzulauern? 

Scheitert eine Beschattungsmission, können wir wahlweise flüchten. Scheitert eine Beschattungsmission, können wir wahlweise flüchten.

Ich entschied mich für den aggressiven Weg. Wer jetzt aber denkt: “Hey, dann attackiere ich einfach jede Zielperson direkt und spare mir Stealth”, sollte aber vorsichtig sein. Es ist im Remake zwar möglich, diese Missionen durch Kämpfe zu lösen, aber ich wurde von geschätzt 40 Wachen so stark umzingelt, dass ich meine Mühe hatte, die Mission auf diese Weise abzuschließen. Der heimliche Weg war in diesem Fall also doch sinnvoller und damit motivierender.

In erster Linie bleiben diese Missionen Stealth-Herausforderungen. Das hat mir auch der Level Design Director Julien Koch im Interview bestätigt:  

Wenn sie weglaufen, kannst du entweder dein Werkzeug benutzen, um sie zu töten, oder du folgst ihnen einfach per Parkour und sie führen dich vielleicht zu einigen Gebieten. Es ist also nicht nur Schleichen und Kämpfen. Es könnte auch ein bisschen Erkundung dabei sein, indem man Hinweise bei ihnen findet, die einen zu einem Zwischenort führen könnten.

Durch diese Anpassung wurde ein erster Frustpunkt aus dem Original gekillt. Damit verbunden konnte ich direkt einen zweiten Frustpunkt ausmachen, der im Remake ebenfalls der Vergangenheit angehört: das Schleichen.

Edward kann sich endlich jederzeit hinhocken

Ich weiß nicht, wie es euch beim Original Black Flag erging, aber mich hat es immer gestört, dass Edward sich nur im Gebüsch oder in Feldern automatisch hingehockt hat, um stealthy unterwegs zu sein. Vor allem, als ich vor dem Resynced-Event das 2013er Black Flag noch einmal gespielt habe, machte es mich rasend, dass er nicht einfach jederzeit schleichen konnte, wie man es heutzutage einfach erwarten würde.

Den Göttern der Meere sei Dank, gibt es im Remake jetzt eine Duck-Taste (auf PS5: Viereck) und Edward geht in den Stealth-Modus über. Wie sichtbar er dabei ist, wird wie schon in AC Shadows durch die Lichtverhältnisse und das Wetter mitbestimmt – eine Anzeige gibt uns ein Gefühl dafür, wie “unsichtbar” er ist.

So sehr ich es feier, dass Edward nun endlich crouchen kann, so viel einfacher hat mir diese Änderung das Spiel gemacht. Aber dazu komme ich später noch.

Dreckige Piraten-Prügelei statt Konter-Spam

Das Kampfsystem an Land lebt im Original vor allem von gezielten Kontern und Ketten-Kills. Wirklich komplex ist das allerdings auf Dauer nicht und so kämpfen wir uns in der Version von 2013 nur so durch die Horden an Gegnern. 

Dank der Inszenierung und Attacken wie vier Pistolenschüsse hintereinander hat das alte System trotzdem seinen Reiz, aber selbst Richard Knight (Game Director) hat mir im Interview gesagt, dass es aus heutiger Sicht nicht mehr funktioniere. Daher wurde es jetzt für das Remake umgebaut.

Video starten 3:34 Assassin's Creed Black Flag: Das Remake des Piraten-Krachers zeigt euch überarbeitetes Gameplay zu Kämpfen, Parkour und Stealth

Statt Button-Mashing ist jetzt Skill gefragt: Das neue System setzt auf präzise Ausweichmanöver, Paraden, leichte/schwere Angriffe und Ketten-Takedowns. Den (Doppel-)Säbel und seine Pistolen müssen wir natürlich auch nicht missen. Eine neue Verteidigungsanzeige hilft zudem, Gegner wie den „Demolitionist“ – einen neuen Gegnertyp mit Granaten – besser einzuschätzen. Wer lieber mehr den Assassinen raushängen lassen möchte: Eine Rauchbombe, gefolgt von Insta-Kills, sind auch möglich.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat: Edward kämpft jetzt spürbar „dreckiger“. Er kann Feinden die Beine wegziehen oder sie kurzerhand von Docks und ins Feuer treten. Diese richtig fiesen Tricks fühlen sich herrlich befriedigend an und um Jack Sparrow aus Fluch der Karibik zu zitieren, als er von Will Turner des Schummelns bezichtigt wird: “Pirat!”

Damit ähnelt das Kampfsystem viel mehr dem aus AC Shadows – nur dass es keinen Skilltree, Level oder Waffen-Stats gibt. Durch Fähigkeiten wie Gegner mithilfe des Wurfpfeils (der jetzt kein Endgame-Tool mehr ist) heranzuziehen, die an einen Cooldown gebunden sind, fühlt es sich aber dennoch etwas danach an. Am Ende wird das neue Kampfsystem auch eine Frage des Geschmacks sein, aber in meinen Augen ist das der richtige Weg, um Edward in eine neue Zeit zu manövrieren.

Noch mehr Balsam für die Piraten-Seele

Ein paar weitere Verbesserungen, die noch dazu beitragen, dass sich Black Flag heute um einiges intuitiver und damit frustfreier anfühlt, möchte ich nicht unerwähnt lassen:

  • Das Parkour-System gibt uns dank der neuen Seilrutschen, manueller Sprünge sowie dem seitlichen und rückwärtigen Abstoßen mehr Freiheiten.
  • Wir können jetzt überall tauchen. Die Steuerung unter Wasser fühlte sich zudem deutlich kontrollierter an.
  • Der modernen Technik sei Dank ist es um einiges angenehmer, dass wir ohne Ladezeiten mal eben zwischen Städten und dem Schiff wechseln können.
  • Die Menüs wurden grundlegend überarbeitet und bieten so eine viel bessere Übersicht.

Ich konnte mich dank der überarbeiteten Steuerung und Technik Unterwasser direkt viel besser zurecht finden. Ich konnte mich dank der überarbeiteten Steuerung und Technik Unterwasser direkt viel besser zurecht finden.

Noch ist die Jackdaw nicht im sicheren Hafen

So positiv das hier auch klingen mag, konnten mir die 3 Spielstunden natürlich nicht genug Antworten liefern. Erst wenn ich das Testexemplar in den Händen halte, kann ich euch wirklich sagen, ob die Verbesserungen auch langfristig halten, was sie versprechen.

Bis dahin bin ich vor allem noch bei folgenden Punkten vorsichtig:

Schwierigkeitsgrad

Es gibt drei Stufen und wir können Combat, Stealth, Schiffskampf und Aktivitäten unabhängig voneinander einstellen. Allerdings konnte ich die Unterschiede nicht austesten und auf “Mittel” hatte ich bereits das Gefühl, dass Verbesserungen wie freies Schleichen, der frühe Wurfpfeil und die Combat-Takedowns das Spiel sehr einfach machen.

Gegenwarts-Story (Modern Day)

Für viele Spieler*innen (mich ausgenommen) waren die Ausflüge als gesichtsloser Mitarbeiter im Abstergo-Büro langweilig und störend. Im Remake gehört das der Vergangenheit an, denn Ubisoft hat die Abschnitte, wie wir sie kennen, rausgeschmissen und sie durch rein optionale “Was wäre wenn”-Inhalte ersetzt. Allerdings konnte ich von diesen sogenannten Rifts, die man in der Open World finden kann, noch nichts sehen.

Edwards Schiff, die Jackdaw

Der Schiffskampf war ein Highlight im Original, weshalb sich Ubisoft hier nur um ein paar Erweiterungen bemüht hat. Es gibt etwa neue, sekundäre Feuermodi und endlich können wir eine Katze oder einen Affen als Haustier mit auf die Jackdaw nehmen.

Das ist auch in meinen Augen ausreichend, aber über dem Grind steht für mich noch ein dickes Fragezeichen. Wer in AC 4 nicht genug Geld und Ressourcen durch Lagerhäuser oder das Entern von Schiffen gesammelt hatte, bekam in den Missionen später Probleme. Ich bin gespannt, ob sich das im Remake wiederholt.

Die Jackdaw ist wie gehabt unser zweites Zuhause. Die Jackdaw ist wie gehabt unser zweites Zuhause.

Neuer Story-Content

Neue Missionen klingen erst einmal gut, aber ob sie etwas taugen, kann ich noch nicht sagen. Ich habe lediglich den Anfang der neuen Lucy Baldwin-Quest erlebt, die mir durch einen Gefängnisausbruch und ihrem familiär motivierten Ziel zumindest schon Lust auf mehr gemacht hat. Allerdings lässt das kaum Rückschlüsse auf die Qualität der restlichen Quest und weiterer Story-Happen zu, die auch Figuren wie Blackbeard und Edwards Frau betreffen.

Lucy zählt übrigens zu den drei neuen Charakteren, die wir als Offizier mit individuellen Fähigkeiten für das Schiff freischalten können und eigene Missionen mitbringen. 

Lucy zählt zu den neuen Charakteren. Ihre Geschichte bekommen wir in einer extra Quest erzählt. Lucy zählt zu den neuen Charakteren. Ihre Geschichte bekommen wir in einer extra Quest erzählt.

Mehr zu den drei neuen Offizieren lest ihr hier:

Erkundung/Open World

Ubisoft hat zwar auch einzelne, handgefertigte Mini-Inseln hinzugefügt, die Welt detailreicher gestaltet und die Mini-Map durch den AC Shadows-Kompass ersetzt, aber wie motivierend die Erkundung 2026 ausfällt, bleibt eine Kernfrage für den Test. Schatztruhen öffnen und (neue) Shanty-Notenblätter sammeln, ist eher ein nostalgisches Relikt aus alten Tagen. 

Technischer Zustand

Beim Anspielen lief Resynced butterweich und mir sind auch abseits eines Clipping-Problems bei Edwards Kapuze keine Bugs untergekommen. Allerdings lief die Demo auch auf einem leistungsstarken PC mit einer NVidia RTX 5080 Grafikkarte. Wie sich das Spiel auf PS5 (Pro) und Xbox Series X/S schlägt, steht auf einem anderen Blatt.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced wird hauptverantwortlich von Ubisoft Singapur entwickelt und erscheint am 9. Juli 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC (Ubisoft Connect, Steam, Epic Games). Die Standard-Version kostet auf allen Plattformen 59,99 Euro.

Falls ihr jetzt noch Fragen zu Resynced habt, schreibt sie mir gerne in die Kommentare. Sofern es mir nach den 3 Spielstunden möglich ist, beantworte ich sie euch gerne.

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