Fazit: Gothic Remake im Test – Ein toller Nostalgietrip, wenn ihr schmerzresistent seid

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Fazit der Redaktion

Stephan Zielke
@GamingUndKatzen

Ich liebe die Gothic-Reihe über alles und kann den Spielen viel verzeihen. Daher habe ich aktuell mehr als nur Spaß mit dem Spiel. Es ist, als würde ich nach vielen Jahren einen alten Freund wieder treffen und man versteht sich wieder genau so gut wie damals.

In seinen besten Momenten lässt mich das Remake wirklich staunend zurück. Wenn ich zum Beispiel durch das neu designte Sumpflager laufe, während der Nebel zwischen den Baumhäusern wabert und der bekannte Soundtrack aus den Kopfhörern tönt, dann habe ich wirklich das Gefühl, wieder angekommen zu sein.

Doch wenn ich ehrlich mit mir bin und die Nostalgiebrille abnehme, dann kann ich das Remake einfach niemandem uneingeschränkt empfehlen. Denn im Kern ist auch das Gothic Remake immer noch 25 Jahre alt. Da ändert auch ein neues Schlösserknacken-Minispiel nichts.

Das muss man mögen oder eben nicht. Wenn das dann aber auch noch mit unsauberer Technik und Balancing-Problemen, und in Teilen unpassenden neuen Mechaniken, wie bei den Rüstungen und Zaubern, zusammenkommt, dann wird eine Empfehlung sogar noch schwieriger.

Ich kann über diese Schwächen hinwegsehen, spiele gerne weiter und habe mich mittlerweile an die neuen Eigenheiten gewöhnt. Aber ich bin auch äußerst schmerzresistent, wenn es um etwas unzugängliche Spiele und Balance-Probleme geht. Glaubt mir: Ich habe Gothic 3 damals ohne Patch durchgespielt. 

Aber ich kann auch jeden verstehen, der einfach nur die Flinte ins Korn wirft.

Kevin Itzinger

@aldred.bsky.social

Ach, wie schön. Nach dem Intro habe ich mich gefreut, wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Ich bekomme aufs Maul, Diego rettet mich und plötzlich sitze ich wieder in meinem Kinderzimmer vorm Röhrenmonitor und steuere den namenlosen Helden in die Richtung des alten Lagers.

Auch wenn das Remake keine grafische Offenbarung ist, schafft es die Neuauflage, mich mit detaillierten Umgebungen, der bekannten Musik und seinem rauen Ruhrpott-Charme erneut in seinen Bann zu ziehen.

Leider merke ich aber schnell, dass nicht alles so gut gealtert ist, wie die Atmosphäre des Spiels. Die Kämpfe fühlen sich zu Beginn etwa extrem altbacken an und während ich den Weg zum alten Lager zurücklege, darf ich nicht zu genau auf die Laufanimationen schauen. Und ja – auch im Original war nicht alles perfekt, das hat mich damals aber viel weniger gestört.

In mittlerweile 25 Jahren hat sich das Medium eben weiterentwickelt und ich hätte mir an einigen Stellen schlicht noch mehr Mut für eine zeitgemäße Modernisierung gewünscht, immerhin habe ich schon die Piranha Bytes-Originale nicht wegen, sondern trotz ihrer Macken so sehr geliebt.

Damit meine ich aber explizit nicht, dass ich plötzlich Questmarker und hunderte Tooltipps haben möchte oder dass ich es schlimm finde, anfangs auch gegen das kleinste Wildtier den Kürzeren zu ziehen und ständig bedroht zu werden. Diese Elemente sind für mich nämlich noch immer die große Stärke des Spiels. 

Im Bezug auf das rumpelige Kampfsystem, das oftmals frustrierende Balancing, altbackene Animation und eine Technik, die mit typischen UE5-Problemen selbst meine 4080 bei überschaubarer optischer Qualität ins Schwitzen bringt, sind meine Ausdauer und Frustresistenz aber einfach nicht mehr so hoch, wie damals 2001.

Dennoch werde ich weiter spielen und das nostalgische Gefühl so lange genießen, wie es noch anhält und ich denke, vielen Veteranen wird es ähnlich gehen. Mich würde es aber überraschen, wenn das Remake auch viele Leute begeistern kann, die vorher nichts mit Gothic am Hut hatten.

3 von 3



Kommentare(14)
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