Normalerweise ist ein Remake immer eine gute Gelegenheit, um in eine Serie einzusteigen – gerade wenn sie schon ein Vierteljahrhundert alt ist.
Doch bei Gothic solltet ihr vorsichtig sein.
Hart wie vor 25 Jahren
Selbst für Veteranen ist das Gothic Remake kein Spaziergang. Schon nach wenigen Stunden werden eure Quicksave- und Quickload-Taste (die es auch als Tastenkombination auf dem Controller gibt) glühen.
22:12
Das Gothic Remake macht's uns im Test nicht leicht!
Selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad ist zu Beginn fast jeder Gegner tödlich. Das ist vom Spiel genau so vorgesehen, denn ihr sollt euch anfangs schwach fühlen. Das kann allerdings auch schnell frustrierend werden, wenn ihr euch nicht darauf einstellt.
Außerdem nimmt euch Gothic nicht an die Hand. Bei eurem Charakter könnt ihr euch gnadenlos verskillen und wohin ihr für eine Quest müsst, wird euch nur umschrieben. Herausfinden müsst ihr alles selbst. Manche Quests könnt ihr euch sogar verbauen, wenn ihr andere Aufgaben erledigt.
Das Remake bietet im Gegensatz zum Original zwar drei verschiedene Schwierigkeitsgrade und ein Glosar, indem ihr nachlesen könnt, wo sich bereits entdecke NPCs aufhalten und was sie anbieten – trotzdem ist das Erlebnis auch noch immer über weite Strecken unbequem und gnadenlos.
Dazu kommt, dass technisch nicht alles rund läuft und einige Elemente, wie die steifen Animationen und die teilweise rumpelige Vertonung, immer wieder deutlich machen, dass es sich hier um ein 25 Jahre altes Spiel handelt. Darauf muss man eingestellt sein. Sonst fliegt das Spiel nach spätestens einer Stunde bei euch von der Platte. Garantiert.
Wertung
- Wertungstendenz: 70-76
“Das Gothic Remake wird alte Hardcore-Fans bestimmt abholen. Alle anderen sollten lieber Gothic 2 spielen”
- interessante neue Quests
- spannende Erkundung
- gut gemachte Welt
- motivierende Charakterentwicklung
- Nostalgiefaktor
- schwammiges Balancing
- neue Systeme fügen sich nicht gut ein
- sperriges Kampfsystem
- überfrachtete Steuerung
- unsaubere Technik
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