Das One Piece-Remaster auf Netflix macht mit der neuen, deutschen Synchro eine Sache endlich richtig - und trotzdem regt es mich auf

Der neue Netflix-Dub von One Piece unterscheidet sich in mehreren Punkten von der originalen RTL II-Fassung. Und das ist auch gut so. Mit einer Sache kann sich Annika aber einfach nicht anfreunden.

So wie RuffyLuffy hier aussieht, so fühlt sich Annika zwischendurch, wenn sie den Anime schaut. (Bild © Eiichiro Oda, Shueisha Toei Animation) So wie Ruffy/Luffy hier aussieht, so fühlt sich Annika zwischendurch, wenn sie den Anime schaut. (Bild © Eiichiro Oda, Shueisha / Toei Animation)

Als Netflix endlich die ersten Remaster-Folgen von One Piece veröffentlicht hat, war ich überglücklich. Endlich kann ich den Anime komplett von vorne mit deutscher Synchronisation genießen. Und auf dem Papier macht die Synchro für mich auch alles richtig. Doch bei einer Sache zieht sich bei mir immer direkt alles unschön zusammen: wenn sich einige Charaktere beim Namen rufen.

Annika Bavendiek
Annika Bavendiek

Annika ist mit den Animes der goldenen RTL II-Ära (Ende 90er/Anfang 2000er Jahre) aufgewachsen. One Piece stand bei ihr zwar weniger im Fokus, weshalb sie den Anime nie komplett gesehen hat – was sie jetzt aber endlich nachholen will. Trotzdem haben sich die deutschen Stimmen und Namen der Charaktere bei ihr über die Jahre hinweg eingebrannt. Das rächt sich nun.

Video starten 1:38 One Piece: Die neuen Antagonisten zeigen im neuen Trailer zu Season 2, was sie drauf haben und wie gefährlich sie wirklich sind

Der Netflix-Dub ehrt mehr das Original

Durch das mittlerweile unüberschaubare Angebot an Streaming-Diensten habe ich meine Abos stark dezimiert und bin vorerst bei Netflix hängen geblieben. Eher unerwartet kam der Dienst Ende letzten Jahres dann mit einer guten Nachricht um die Ecke: Die ersten Anime-Folgen von One Piece werden mit einer neuen deutschen Vertonung in den Katalog aufgenommen. Da ich den Anime schon immer einmal vollständig nachholen wollte, war meine Freude entsprechend groß.

Seit Mitte November veröffentlicht Netflix also nun schon jeden Monat einen Schwung alter Folgen mit aktualisierter Synchronisierung. Und die gefällt mir auch sehr gut, weil…

  • viele Sprecher*innen der deutschen Originalfassung wieder dabei sind.
  • sich viele Attacken näher am japanischen Original oder der englischen Standard-Übersetzung orientieren.
  • die neue Fassung komplett unzensiert ist.
  • das 16:9-Bildformat genutzt wird.

Die neue Remaster-Fassung fühlt sich damit nicht nur “echter” und vollständiger an, sondern behält auch ihren Wiedererkennungswert – mit einer Ausnahme: den Namensänderungen, die ein ganz spezieller Fall sind.

Die Namensangleichung fühlt sich einfach falsch an

Eine weitere Änderung des Netflix-Dubs betrifft nämlich die Namen einiger wichtiger Charaktere. So heißt Ruffy nun Luffy, aus Lorenor Zorro wird Roronoa Zoro und Lysop wurde in Usopp “umgetauft”.

Mit dieser Angleichung der Namen erhalten die drei Strohhüte ihren originalen, japanischen Namen, was auch dazu führt, dass Anspielungen wieder funktionieren. Lysops – pardon, Usopps – Name ist nämlich beispielsweise ein Wortspiel mit dem japanischen Wort “uso” für Lüge. Bei “Lysop” funktioniert das nicht. 

Da Toei Animation mit dieser Maßnahme versucht, One Piece international einheitlicher zu gestalten und es im Sinne des One Piece-Schöpfers Eiichiro Oda ist, sehe auch ich darin eine nachvollziehbare, willkommene Änderung. Wäre da nur nicht mein Gedächtnis… 

Nicht nur sind bei mir die deutschen Namen mit bestimmten Emotionen (z.B. Ruffy = Gerechtigkeit) verknüpft (episodisches Gedächtnis), auch die jahrelangen Wiederholungen der Namen verstärken, warum sich zum Beispiel Luffy nach all den Jahren einfach falsch für mich anfühlt. 

Wenn ich an One Piece denke, denke ich an Ruffy, nicht an Luffy. Was mal so ganz nebenbei in meinen Ohren auch etwas lächerlich klingt – als würde dieser Name zu einem kleinen, unfähigen Pudel gehören. Dadurch kann ich den Kapitän der Strohhüte kaum ernst nehmen.

Glücklicherweise sind wir Menschen Gewohnheitstiere. So sehr ich aktuell noch bei jedem Luffy oder Usopp angestrengt zusammenzucke, bin ich mir doch recht sicher, dass sich das Gefühl recht bald legt. Denn umso öfter wir etwas sehen oder hören, desto mehr mögen wir es (Mere-Exposure-Effekt). Hinzu kommt, dass ich sicherlich neue emotionale Momente damit verknüpfen werde, da ich den Großteil von Ruffys Luffys Abenteuer noch nicht kenne. Mein Gehirn braucht also nur etwas Training, um die Namen zu akzeptieren.

Kleiner Fun Fact zum Schluss: Beim Schreiben dieses Artikels hat sich sogar meine Rechtschreibkorrektur gegen den Namen Luffy gesträubt und ihn anfangs automatisch in Ruffy korrigiert. Ich glaube, das macht gut deutlich, wie stark der deutsche Name sich etabliert hat.

Jetzt seid aber ihr gefragt: Was haltet ihr von der neuen deutschen Synchro auf Netflix? Wie ergeht es euch, wenn ihr plötzlich Luffy statt Ruffy hört?


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.