Als Netflix endlich die ersten Remaster-Folgen von One Piece veröffentlicht hat, war ich überglücklich. Endlich kann ich den Anime komplett von vorne mit deutscher Synchronisation genießen. Und auf dem Papier macht die Synchro für mich auch alles richtig. Doch bei einer Sache zieht sich bei mir immer direkt alles unschön zusammen: wenn sich einige Charaktere beim Namen rufen.
1:38
One Piece: Die neuen Antagonisten zeigen im neuen Trailer zu Season 2, was sie drauf haben und wie gefährlich sie wirklich sind
Der Netflix-Dub ehrt mehr das Original
Durch das mittlerweile unüberschaubare Angebot an Streaming-Diensten habe ich meine Abos stark dezimiert und bin vorerst bei Netflix hängen geblieben. Eher unerwartet kam der Dienst Ende letzten Jahres dann mit einer guten Nachricht um die Ecke: Die ersten Anime-Folgen von One Piece werden mit einer neuen deutschen Vertonung in den Katalog aufgenommen. Da ich den Anime schon immer einmal vollständig nachholen wollte, war meine Freude entsprechend groß.
Seit Mitte November veröffentlicht Netflix also nun schon jeden Monat einen Schwung alter Folgen mit aktualisierter Synchronisierung. Und die gefällt mir auch sehr gut, weil…
- viele Sprecher*innen der deutschen Originalfassung wieder dabei sind.
- sich viele Attacken näher am japanischen Original oder der englischen Standard-Übersetzung orientieren.
- die neue Fassung komplett unzensiert ist.
- das 16:9-Bildformat genutzt wird.
Die neue Remaster-Fassung fühlt sich damit nicht nur “echter” und vollständiger an, sondern behält auch ihren Wiedererkennungswert – mit einer Ausnahme: den Namensänderungen, die ein ganz spezieller Fall sind.
Die Namensangleichung fühlt sich einfach falsch an
Eine weitere Änderung des Netflix-Dubs betrifft nämlich die Namen einiger wichtiger Charaktere. So heißt Ruffy nun Luffy, aus Lorenor Zorro wird Roronoa Zoro und Lysop wurde in Usopp “umgetauft”.
Mit dieser Angleichung der Namen erhalten die drei Strohhüte ihren originalen, japanischen Namen, was auch dazu führt, dass Anspielungen wieder funktionieren. Lysops – pardon, Usopps – Name ist nämlich beispielsweise ein Wortspiel mit dem japanischen Wort “uso” für Lüge. Bei “Lysop” funktioniert das nicht.
Da Toei Animation mit dieser Maßnahme versucht, One Piece international einheitlicher zu gestalten und es im Sinne des One Piece-Schöpfers Eiichiro Oda ist, sehe auch ich darin eine nachvollziehbare, willkommene Änderung. Wäre da nur nicht mein Gedächtnis…
Nicht nur sind bei mir die deutschen Namen mit bestimmten Emotionen (z.B. Ruffy = Gerechtigkeit) verknüpft (episodisches Gedächtnis), auch die jahrelangen Wiederholungen der Namen verstärken, warum sich zum Beispiel Luffy nach all den Jahren einfach falsch für mich anfühlt.
Wenn ich an One Piece denke, denke ich an Ruffy, nicht an Luffy. Was mal so ganz nebenbei in meinen Ohren auch etwas lächerlich klingt – als würde dieser Name zu einem kleinen, unfähigen Pudel gehören. Dadurch kann ich den Kapitän der Strohhüte kaum ernst nehmen.
Glücklicherweise sind wir Menschen Gewohnheitstiere. So sehr ich aktuell noch bei jedem Luffy oder Usopp angestrengt zusammenzucke, bin ich mir doch recht sicher, dass sich das Gefühl recht bald legt. Denn umso öfter wir etwas sehen oder hören, desto mehr mögen wir es (Mere-Exposure-Effekt). Hinzu kommt, dass ich sicherlich neue emotionale Momente damit verknüpfen werde, da ich den Großteil von Ruffys Luffys Abenteuer noch nicht kenne. Mein Gehirn braucht also nur etwas Training, um die Namen zu akzeptieren.
Kleiner Fun Fact zum Schluss: Beim Schreiben dieses Artikels hat sich sogar meine Rechtschreibkorrektur gegen den Namen Luffy gesträubt und ihn anfangs automatisch in Ruffy korrigiert. Ich glaube, das macht gut deutlich, wie stark der deutsche Name sich etabliert hat.
Jetzt seid aber ihr gefragt: Was haltet ihr von der neuen deutschen Synchro auf Netflix? Wie ergeht es euch, wenn ihr plötzlich Luffy statt Ruffy hört?
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.