Die Pokémon-Reihe hat erst kürzlich ihren 30. Geburtstag gefeiert. Heute scheint es kaum vorstellbar, dass die allerersten Spiele fast nicht existiert hätten – nicht etwa, weil niemand an sie geglaubt hat, sondern weil der begrenzte Speicherplatz auf der Game Boy-Cartridge für das Entwicklerteam eine Hürde war. Was zu ein paar kreativen Lösungen führte.
In Pokémon Rot und Blau machen wir eigentlich keinen Schritt
Bereits vor einigen Jahren hatte Junichi Masuda, der Producer der originalen Pokémon-Spiele, in einem Interview mit Retro Gamer (via NintendoEverything) ein wenig über die Entstehungsgeschichte der Titel geplaudert. Damals waren die Ambitionen des Teams wohl größer, als sich realistisch umsetzen ließ. Das lag zum Einen am verfügbaren Speicherplatz auf der Cartridge.
Allein die 150 originalen Pokémon verbrauchten schließlich bereits einiges an Kapazität. Also musste das Team sich ein paar Kniffe ausdenken, um Platz zu sparen.
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Pokemon Feuerrot und Blattgrün kehren auf die Nintendo Switch zurück
Eine der Lösungen war dabei die Fortbewegung – tatsächlich läuft der Spielercharakter technisch gesehen nämlich gar nicht durch die Spielwelt. Vielmehr bewegt sich die Welt um ihn drumherum:
"Das war ein umfassendes Problem – es war ein Kampf gegen die Kapazität, ein Kampf dagegen, wofür die Cartridge Platz hatte. Wir hatten bereits diese rund 150 Pokémon entworfen, die da rein mussten. Aber dann hatten wir das Problem mit der Fortbewegung.
Deshalb kamen wir auf die Idee, dass sich stattdessen die Bodenplatten bewegen, während der Charakter auf der Stelle animiert wird. Mit diesen Ideen konnten wir so viel wie möglich reinquetschen.
Ich mag den Game Boy als Gerät, aber mit all diesen Herausforderungen zu arbeiten und gleichzeitig ein Spiel zu schaffen, in das jeder reinspringen und es genießen kann, war schwierig."
Wie hart die Spiele den verfügbaren Speicherplatz ausgereizt haben, belegt allein schon die Existenz von Mew. Das konnte es nämlich nur ins Spiel schaffen, weil am Ende der Entwicklung die Debug-Features entfernt wurden, weshalb auf einmal 300 Byte Speicherplatz frei wurden. Genug, um ein weiteres Pokémon ins Spiel zu schummeln.
Ein Nebeneffekt der prall gefüllten Cartridge war auch, dass sich die Lokalisierung schwierig gestaltete. Die englischen Texte nahmen beispielsweise mehr Platz als die japanischen ein – wofür eigentlich kein Platz war. Zusammen mit dem begrenzten Platz auf dem Bildschirm mussten deshalb viele Begriffe etwa im Menü, bei Items oder auch bei Attacken abgekürzt werden.
Erinnert ihr euch noch an alte Abkürzungen, die ihr damals nicht verstanden habt oder ging das nur uns so?

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