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The Last of Us 2 im Test: Ein schonungsloses Meisterwerk

The Last of Us 2 erweist sich im Review nicht nur als packendes Action-Adventure, sondern setzt die Messlatte für Storytelling in Triple-A-Spielen ein gewaltiges Stück nach oben

von Linda Sprenger,
19.06.2020 07:25 Uhr

The Last of Us Part 2 - Naughty Dogs PS4-Exklusivspiel im Test. The Last of Us Part 2 - Naughty Dogs PS4-Exklusivspiel im Test.

Im Laufe der Story von The Last of Us 2 erreiche ich eine erschütternde Stelle, bei der mir richtig flau im Magen wird. Nach einer langen, spannenden Spielsession muss ich den PS4-Controller erstmals nicht nur beiseite legen, um etwas zu essen oder zu trinken. Ich muss das Fenster weit aufreißen, um frische Luft zu schnappen. Um mich irgendwie zu erden und zu verstehen, was da gerade in der Geschichte passiert.

Spätestens an dieser Stelle wird mir klar, dass The Last of Us 2 weitaus mehr als nur ein packendes Survival-Action-Adventure ist. Naughty Dogs postapokalyptisches PS4-Abenteuer setzt einen neuen Meilenstein des Videospiel-Storytellings im Blockbuster-Bereich. Es ist ein emotionaler Schlag in die Magengegend, der mich so kräftig erwischt, wie es kein anderes Spiel zuvor geschafft hat.

Hinweis zu Spoilern und zum NDA

1. Ihr werdet hier keinerlei Spoiler zu entscheidenden Storyinhalten finden. Gleichzeitig bitten wir euch in den Kommentaren mögliche Spoiler zurückzuhalten.
2. Wir sind aufgrund des NDAs (der Verschwiegenheitsvereinbarung) von Sony gezwungen, an bestimmten Stellen des Tests vage zu bleiben, weil wir über spezielle Abschnitte im Spiel schlicht nicht sprechen dürfen. Das trifft insbesondere ab dem Absatz "Ein Kommentar auf Gewalt zu".
3. Wir durften für den Test zum Embargofall am 12. Juni nur von Sony ausgewählte Screenshots verwenden, haben am 19. Juni aber eigene Bilder hinzugefügt.

Rachegeschichte voller Hass und Herz

Bevor The Last of Us Part 2 mich allerdings mit einer Emotions-Keule niederschlägt, wirkt alles erst einmal sehr vertraut. Vier Jahre nach dem Ende von Teil 1 führt Ellie in Jackson, Wyoming ein vergleichsweise beschauliches Leben mit Joel und ihrer Freundin Dina. Die vermeintliche, postapokalyptische Idylle wird allerdings gleich zu Beginn erschüttert. Nach einem grausamen Hinterhalt gibt es für Ellie nur einen Weg: Sie macht sich auf den Weg nach Seattle, um die Personen zur Strecke zu bringen, die dafür verantwortlich sind.

Damit stellt The Last of Us 2 die Weichen für eine düstere und brutale Rachegeschichte, deren Kern aber das genaue Gegenteil ist. Der sich um Liebe zwischen jungen Menschen und zwischen Vater und Tochter dreht. In der es um Hass, aber auch um Verständnis, Vergebung, Hoffnung und Konsequenzen geht. All das wird übermittelt von meisterlich inszenierten Zwischensequenzen und fantastisch geschriebenen Charakteren, allen voran Ellie selbst.

The Last of Us 2 ist nicht nur brutal und düster, sondern zeigt auch ganz viel Herz. Viele ruhige Szenen wie Ellies Gitarren-Sessions lockern Action-Passagen und nervenaufreibende Story-Momente auf. The Last of Us 2 ist nicht nur brutal und düster, sondern zeigt auch ganz viel Herz. Viele ruhige Szenen wie Ellies Gitarren-Sessions lockern Action-Passagen und nervenaufreibende Story-Momente auf.

Seit den traumatischen Ereignissen im Kapitel "Winter" des ersten Teils ist Ellie nicht mehr die sorglose, flapsige Teenagerin, die ich einst kennen und lieben gelernt habe. Im Sequel wirkt sie still, nachdenklich, resigniert. Kein Wunder: Dank Joels Lüge über die dramatischen Ereignisse im Krankenhaus der Fireflies lebt sie in dem Glauben, dass ihre Immunität sinnlos ist und sie alle Strapazen ihrer gemeinsamen Reise umsonst auf sich genommen hat.

Ihre inneren Konflikte werden dabei von Schauspielerin und Synchronsprecherin Ashley Johnson so glaubhaft vermittelt, dass ich mich in fast jeder Situation tatsächlich in sie hineinversetzen kann. Dass ich mit ihr gemeinsam leide, wenn sie durch die postapokalyptische Hölle geht. Dass ich gemeinsam mit ihr brenne, wenn sie Dina einen leidenschaftlichen Vortrag über 80er Jahre-Trash-Action-Filme hält. Dass ich gemeinsam mit ihr beschämt schmunzle, wenn Joel wieder einen schlechten Witz erzählt.

Ellies Freundin Dina erweist sich im Spiel als hervorragende Begleiterin und als ein fantastisch geschriebener Charakter. Ellies Freundin Dina erweist sich im Spiel als hervorragende Begleiterin und als ein fantastisch geschriebener Charakter.

Aber nicht nur Ellie erweist sich als hervorragende Figur. Der Großteil des diversen Casts von The Last of Us 2 besteht aus komplexen Charakteren, die allesamt menschlich, realistisch und greifbar wirken, sodass es einem gar nicht egal sein kann, was im Laufe der Geschichte mit ihnen passiert. Dina zum Beispiel, die Ellie mit ihrem Optimismus und ihren lockeren Sprüchen in so vielen schwierigen Situationen aufmuntert und Halt gibt, dass auch sie mir schnell ans Herz wächst.

Eine verzweigte Spielwelt voller Geheimnisse

Der düstere Grundton der Story schlägt sich nicht nur in den Ereignissen der Geschichte selbst, sondern ebenso in der visuellen Umsetzung Seattles nieder.

Weil die ohnehin schon raue Stadt im Pazifischen Nordwesten der USA nach dem Ausbruch bombardiert wurde, liegt hier fast alles in Schutt und Asche. Der Dauerregen hat in den zerstörten Straßen reißende Flüsse entstehen lassen. In den nur wenigen noch stehenden Gebäuden tummeln sich etliche Cordyceps-Infizierte, während sich die auf Guerillakrieg spezialisierten Mitglieder der Seraphiten-Sekte und die top-ausgerüsteten Widerstandskämpfer der WLF (Washington Liberation Front) in einem andauernden Krieg um Ressourcen und die Vorherrschaft im Stadtgebiet befinden.

(Fast) immer schlechtes Wetter - als wären Infizierte und ein Bürgerkrieg nicht genug, muss sich Ellie auch noch mit den rauen Verhältnissen in Seattle herumschlagen. Oder um es in Ellies Worten zu sagen "Ich hasse diese Scheißstadt". (Fast) immer schlechtes Wetter - als wären Infizierte und ein Bürgerkrieg nicht genug, muss sich Ellie auch noch mit den rauen Verhältnissen in Seattle herumschlagen. Oder um es in Ellies Worten zu sagen "Ich hasse diese Scheißstadt".

Das hält Ellie aber nicht von ihrer Mission ab. Für die rund 25 Stunden lange Story wird Seattle zum Haupthandlungsort für ihren unbeugsamen Rachetrip. Im Gegensatz zum Vorgänger zieht es Ellie hier aber nicht länger durch lineare Levelschläuche, sondern durch mehrere riesige Areale mit etlichen Abzweigungen abseits storyrelevanter Pfade, ähnlich wie in Uncharted: The Lost Legacy.

Nahezu jeder Winkel, jeder Schrank und jede Schublade sind vollgestopft mit Ressourcen fürs Crafting und Collectibles wie Superhelden-Sammelkarten, die Ellie schon seit Jahren begeistert hortet. Sogar eine Cutscene versteckt sich abseits der Story-Pfade, die leicht übersehen werden kann, wenn ihr die Welt nicht genau erkundet.


Wie das Crafting funktioniert - und was am Looten stört

Wie im Vorgänger sind Crafting und Waffen-Modding für Ellies Überlebenskampf unabdingbar. Hilfsmittel wie Medikits und Schalldämpfer werden direkt im Spiel in Echtzeit gebaut, also ohne das Geschehen zu pausieren. Waffen hingegen werden an Werkbänken verbessert, die sich überall in der Spielwelt verteilen. Mit der nötigen Anzahl Waffenteile bekommt das Jagdgewehr dann beispielsweise ein nützliches Zielfernrohr.

Im Grunde motiviert die Ressourcen-Sammelei, weil Kämpfe und Stealth-Passagen mit den richtigen Hilfsmitteln entscheidend einfacher werden können. Eine Sache stört aber: Das ständige Absuchen von Spinden und Co. reißen zuweilen aus der Story heraus. Beispielsweise, wenn sich die Protagonistin gleichzeitig mit einem KI-Begleiter unterhält. Dialoge werden zwar in der Regel nicht abgebrochen, aber sie gehen in der Loot- und Sammel-Wut eben schnell unter.

Generell macht es mit Ellie viel mehr Spaß, die Straßen, Waldstücke und zerstörten Gebäude Seattles zu durchforsten, weil sie wesentlich agiler ist als Joel und dank neuer Kletter-Moves nicht einmal vor den höchsten Höhen zurückschreckt.

Um beispielsweise in eine Synagoge zu gelangen, muss sie zuerst ein rostiges Baugerüst hinaufkraxeln. Drinnen schwingt sie sich dann mit einem Seil hinüber auf einen Balkon und verschafft sich Zutritt zu einem versteckten Raum, in dem sie eine Handvoll Munition findet. An anderer Stelle muss Ellie ein Kabel über einen Zaun werfen und es auf der anderen Seite an einer Steckdose anschließen, um eine Tür öffnen zu können.

Umgebungsrätsel in The Last of Us 2 sind kreativer als zuvor, bleiben aber recht simpel. Umgebungsrätsel in The Last of Us 2 sind kreativer als zuvor, bleiben aber recht simpel.

Derartige kleine Umgebungsrätsel fügen sich organisch in die Welt von The Last of Us 2, sodass sie stets glaubwürdig wirkt. In der Postapokalypse ist's eben schwierig, mal eben die Rolltreppe ins nächste Stockwerk zu nehmen, also ist Ellie dazu gezwungen, sich nach alternativen Wegen umzusehen. Und steht sie (oder ich) irgendwann doch mal auf dem Schlauch, helfen nützliche Tipp-Einblendungen weiter (die aber auch abstellbar sind).

Ellies neue Fortbewegungsmöglichkeiten gestalten sich komplexer als im ersten The Last of Us und steuern sich so einfach und intuitiv, dass sie dabei fast schon an Uncharted erinnern.

Seile (Kabel, die als Seile benutzt werden) sind nun fester Bestandteil bei der Fortbewegung durch die Spielwelt. Seile (Kabel, die als Seile benutzt werden) sind nun fester Bestandteil bei der Fortbewegung durch die Spielwelt.

Allerdings spielt sich die Pilzmutanten-Jägerin etwas schwerfälliger und somit realistischer als der recht leichtfüßige Nathan Drake. Wie schon im Vorgänger lässt sie mich eine gewisse Wucht in ihren Bewegungen und Angriffen spüren. Wenn sich Ellie aus vollem Lauf auf den Boden wirft oder wenn sie ihren Widersachern den Schädel mit einer Rohrzange einschlägt, dann macht sich nicht nur der vergleichsweise hohe Input Lag bemerkbar, sondern auch eine stärkere Vibration des PS4-Controllers.

Kämpfe und Stealth - Abwechslungsreich, knallhart und intensiv

Offene Kämpfe und Schleichpassagen werden Kennern des ersten The Last of Us zunächst vertraut vorkommen. Allerdings hat Ellie hierbei ebenfalls etliche neue Tricks auf Lager, die den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Wird Ellie angeschossen, geht sie zu Boden und kann dann sofort aus der Rückenlage heraus weiter angreifen. Flexibel! Wird Ellie angeschossen, geht sie zu Boden und kann dann sofort aus der Rückenlage heraus weiter angreifen. Flexibel!

Um Feinde zu umgehen und/oder leise auszuschalten, krabbelt sie jetzt durchs hohe Gras und quetscht sich unter Autos. Sie kann nun sogar aus der Bauch-, Rücken- oder Seitenlage heraus zielen und schießen, um entfernte Infizierte oder menschliche Feinde unbemerkt und effizient mit dem Bogen zu erledigen. Ganz ohne sich vorher stehend oder hockend zwangsläufig preisgeben zu müssen.

Schwierigkeitsgrade im Überblick

- Sehr leicht - für alle, die sich auf die Story fokussieren wollen. Kamera- und Zielhilfe sind automatisch aktiviert.
- Leicht - weniger gefährliche Gegner, mehr Ressourcen vorhanden
- Normal - moderate Gegnerstärke, moderates Ressourcen-Aufkommen
- Schwer - weniger Ressourcen vorhanden, stärkere Gegner
- Überlebender - noch weniger Ressourcen, noch stärkere Gegner
- Custom - ihr passt Ressourcen-Aufkommen, Gegnerstärke und mehr selbst an

Empfehlung für den ersten Durchlauf: Wer Erfahrungen aus Teil 1 hat, braucht sich nicht davor zu scheuen, den schweren Schwierigkeitsgrad auszuwählen. Auf "normal" sind einige Passagen für Veteranen zu einfach. Für Einsteiger empfehle ich durchaus "normal", da ihr hier ein ausgeglichenes Spielerlebnis ohne übermäßig knackige Stellen aber mit der nötigen Portion Survival-Feeling bekommt.

Wird sie beim Schleichen doch erwischt und gerät sie in ein Duell, weicht Ellie feindlichen Angriffen elegant (und mit dem richtigen Timing) aus. Nähert sich ein Gegner frontal, wirft sie ihm eine Flasche mitten ins Gesicht und bringt ihn so ins taumeln, sodass sie blitzschnell mit dem Messer zustechen kann. Und wird's dann doch zu brenzlig, nimmt Ellie die Beine in die Hand und sprintet davon, zur nächsten Deckung, ins nächste Versteck.

Steuerte sich Joel im Vorgänger eher langsam und panzerartig, setzt die junge Frau also eher auf Wendigkeit und Flexibilität, wodurch sich Auseinandersetzungen deutlich flotter und abwechslungsreicher spielen als zuvor.

Darüber hinaus greift Ellie auf eine Handvoll neuer Hilfsmittel zurück, die insbesondere im Kampf gegen Infizierte einen Hauch Taktik ins Spiel bringen. Nichts ist befriedigender, als einen gepanzerten und durchschlagskräftigen Bloater in eine Annäherungsmine zu locken und ihn anschließend so lange mit Sprengpfeilen zu malträtieren, bis sein dickes Pilzkleid auseinanderbricht.

Bloater gehören zu den stärksten Gegnern im Spiel und stecken außerdem jede Menge Schaden ein. Bloater gehören zu den stärksten Gegnern im Spiel und stecken außerdem jede Menge Schaden ein.

Und wenn ich schon von Taktik spreche: Wie in Left Behind ist es erneut möglich, Infizierte mit einem geschickten Steinwurf auf menschliche Gegner zu hetzen, um sich dann in aller Ruhe aus dem Staub zu machen.

Die meisten Hilfsmittel sind allerdings nicht von Anfang an verfügbar. Nach und nach sammelt Ellie Trainingshandbücher ein, von denen jedes einen weiteren Zweig auf dem Skilltree freischaltet. Der bietet nun viel mehr Fähigkeiten als im ersten Teil, von denen die meisten wirklich nützlich sind.

Der Skilltree ist Teil des Live-Menüs - das Spiel pausiert also nicht, wenn wir darin herumhantieren und hält so die Spannung des Spielgeschehens aufrecht. Der Skilltree ist Teil des Live-Menüs - das Spiel pausiert also nicht, wenn wir darin herumhantieren und hält so die Spannung des Spielgeschehens aufrecht.

Auf dem Stealth-Zweig lernt Ellie beispielsweise schnellere Meuchel-Attacken, die ihr in brenzligen Situationen einen entscheidenden zeitlichen Vorteil verschaffen. Auf dem Gadget-Zweig lernt sie hingegen, effektivere Annäherungsminen herzustellen, die dank größerem Explosionsradius gleich mehrere Feinde erwischen können.

Ihr müsst allerdings gut abwägen, wofür ihr eure Skillpunkte einsetzt, denn im ersten Durchgang werdet ihr nicht alle Fähigkeiten komplett ausbauen können. Was ihr freigeschaltet habt, wird aber ins New Game+ übernommen.


Auf PS4 und PS4 Pro technisch und optisch größtenteils beeindruckend

The Last of Us 2 holt alles aus der PS4 (Pro) heraus: Umgebungen beweisen viel Liebe zum Detail, die Vegetation ist dicht und wunderschön, Charaktermodelle sehen (größtenteils) fantastisch aus und leben von realistischer Mimik und flüssigen Animationen. Einige NPCs wirken beim genauen Hinschauen zwar austauschbar und teils hässlich, die fallen für gewöhnlich aber nicht groß auf.

Bis auf wenige Pop-Ups sind mir keinerlei Bugs aufgefallen, weder auf PS4 noch auf der Pro. Die Framerate bleibt konstant flüssig bei 30fps. Ich empfehle euch, entweder Kopfhörer zu tragen oder das Spiel über eine Surround Sound-Anlage laufen zu lassen, um den brachialen Klangteppich voll und ganz auf euch wirken zu lassen. Wer einen entsprechenden TV hat, sollte TloU 2 außerdem definitiv mit HDR-Funktion spielen, um die Kontraste und Farben besser zur Geltung kommen zu lassen.

Kleiner Shoutout am Rande: Ich habe noch nie so schöne Pfützen gesehen wie in The Last of Us 2.

Schlaue Gegner, schlaue Begleiter

Das alles erlebt Ellie aber nicht immer alleine. Für einen Großteil des Spiels ist sie mit wechselnden Begleitcharakteren unterwegs. Gleich zu Beginn patrouilliert sie beispielsweise gemeinsam mit der computergesteuerten Dina durchs schneebedeckte Umland von Jackson, um Clicker und Co. von der Gemeinde fernzuhalten, in der sie leben.

Insbesondere in Auseinandersetzungen ist spürbar, wie sehr Naughty Dog an der KI geschraubt hat. Im Vorgänger fegte die für Gegner unsichtbare KI-Ellie ja gerne mal durch feindliche Linien, während Joel unbemerkt in den Schatten lauerte, und sorgte damit für eine unfreiwillige Komik.

KI-Begleiter verhalten sich jetzt größtenteils sehr clever (und nur sehr selten doof). KI-Begleiter verhalten sich jetzt größtenteils sehr clever (und nur sehr selten doof).

Das ändert sich aber jetzt: Begleiter ziehen clever von Deckung zu Deckung, schleichen sich selbstständig an Feinde heran und schalten sie unentdeckt aus. So entsteht diesmal wirklich das Gefühl, mit jemanden zusammenzuarbeiten. Ellie und Dina erinnern damit jetzt etwas an das unschlagbare Duo Chloe und Nadine aus The Lost Legacy. Auch wenn sich die beiden Überlebenskämpferinnen in The Last of Us Part 2 natürlich nicht durch ganze Schurken-Schwärme prügeln und schießen, sondern sich für die meiste Zeit eher bedacht und taktisch kleinere Gegnergruppen vorknöpfen müssen.

KI-Aussetzer bleiben allerdings nicht aus. Etwas später im Spiel könnte ich Ellies Freund Jesse ohrfeigen, weil er einen Cordyceps-Mutanten partout nicht angreifen will, obwohl er ihm direkt vor die Nase huscht. Eine Situation, die wir eigentlich unter Kontrolle haben sollten, endet damit fast im vorschnellen Bildschirmtod. Derartige doofe Momente kommen immerhin sehr selten vor. Wenn sie aber auftreten, dann reißen sie unnötig aus den eigentlich spannenden Stealth- und Kampfpassagen heraus.

Jetzt muss Ellie ganz genau aufpassen. Gegner flankieren sie und dann bleibt ihr im Kreuzfeuer kaum noch eine Chance. Jetzt muss Ellie ganz genau aufpassen. Gegner flankieren sie und dann bleibt ihr im Kreuzfeuer kaum noch eine Chance.

Ellies Widersacher beweisen jetzt ebenfalls mehr Grips. In Schießereien versuchen Feinde stets, Ellie zu flankieren, und bringen damit auch mich in Bedrängnis. Oftmals so sehr, dass ich vor Stress entweder vorschnell um mich schieße, sodass mir am Ende nur die Flucht ins nächste Versteck bleibt, in dem ich dann abgehetzt kauere und mich gleichzeitig über meine unüberlegte Reaktion und die viele verschwendete Munition ärgere.

Was die ganze Situation noch kniffliger macht? Selbst im Verborgenen ist Ellie niemals komplett vor feindlichen Angriffen geschützt, was für stetige Anspannung sorgt. Gegner inspizieren Autos, Deckungen und Nischen wenn sie wissen, dass sich ein Eindringling in der Nähe befindet. Anders als beispielsweise in Shadow of the Tomb Raider bietet nicht einmal hohes Gras eine sichere Rückzugsmöglichkeit, weil Gegner Ellie sofort sichten, wenn sie ihnen zu nah auf die Pelle rückt. Während Lara Croft auf den richtigen Moment lauern und dann geplant zuschlagen kann, muss Ellie oftmals schneller reagieren, um nicht die Kontrolle über die Situation zu verlieren.

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