Die Grafikmodi sind sehr gut gewählt – bis auf eine Ausnahme
Crimson Desert performt in meinen Framerate-Tests sehr gut, wobei ich den 40 fps-Balance-Modus für mich als das Optimum auf der PS5 und PS5 Pro erkannt habe. Er ist auf beiden Systemen angenehm flüssig, wirkt scharf und auf der Premium-Konsole werden hohe Ray-Tracing-Einstellungen verwendet.
Mehr zu den Specs der Grafikmodi erfahrt ihr hier:
Den 60 fps-Leistungsmodus kann ich auf den Basis-Konsolen aber überhaupt nicht empfehlen, da er große Einschnitte hat:
- die Auflösung ist auf 1080p festgelegt und wird auch nicht skaliert, was für eine enorme Unschärfe sorgt
- auf den Texturen fehlen Displacement-Maps, Kopfsteinpflaster und Co. wirken also nicht mehr so schön plastisch
- Landschaftsdetails werden massiv reduziert
In Sachen Detailgrad könnte eine Konsolengeneration zwischen dem Balance- und dem Leistungsmodus liegen. Die Vegetation wird mit mehr Polygonen dargestellt, die Bildausgabe ist schärfer und es sind deutlich mehr Details erkennbar.
- Spiegelungen werden in der Qualität reduziert
- die Weitsicht wird verringert
- Linseneffekte werden nicht mehr dargestellt
Nutze ich die Lampe von Kliff, signalisiert eine Brechung in der Kameralinse, dass ich auf der richtigen Spur bin. Im Leistungsmodus fehlt sie, weshalb ich mir manchmal nicht sicher war, ob ich überhaupt das richtige tue.
Zudem läuft Crimson Desert im Leistungsmodus auf den Basiskonsolen nicht wirklich rund, da die vielen NPCs in Ortschaften die Framerate deutlich nach unten drücken. Qualität und Balance schlagen sich in der Hinsicht klar besser und laufen weitgehend ruckelfrei.
Mir sind aber auch ein paar Wackler in dicht bewuchterten Wäldern, bei hoher Weitsicht und bei großem Wasseraufkommen aufgefallen, sowohl auf der Basis-PS5 als auch der PS5 Pro. Das sind keine groben Schnitzer, komplett ruckelfrei hackt, klettert und sprintet Kliff aber eben nicht durch das Spiel.
PSSR 2 trübt den Eindruck auf der PS5 Pro
Das große PSSR 2-Update für die PS5 Pro ist mittlerweile draußen und auch Crimson Desert setzt auf den KI-basierten Upscaler. Bei Tageslicht spielt er auch seine Stärken aus und stellt die Spielwelt schön scharf dar.
Sobald aber Wolken aufziehen, ihr auf ein düsteres Areal blickt oder der Abend anbricht, flackern Ray-Tracing-Schatten unschön auf:
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Crimson Desert: Diese Lagerhalle wird auf der PS5 Pro zur Flimmerdisko
Streift ihr gerade durch Wälder, wird das umso deutlicher, da dort Stäucher und Büsche sowie Blattwerk das Geflacker auslösen:
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Auch an den Bäumen und am Gestrüpp zeigen sich die Lichtblitze sowie wabernden Flecken auf der PS5 Pro
Zudem hat der KI-Upscaler ein Problem mit Effekten, die pixelgenau berechnet werden müssen. Regen verschwindet zum Teil völlig, da er sehr stark weichgezeichnet wird, und kieselige Untergründe schimmern enorm:
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Pixelkleine Details, wie hier die Kieselsteine im Flussbett, schimmern zuweilen enorm auf der PS5 Pro
Kurzum: Für mich ist der Upscaler auf der Pro eigentlich nicht wirklich für Crimson Desert geeignet, FSR 3.1 schlägt sich auf der Basis-PS5 dahingehend besser. Das hat zwar Probleme mit Ghosting und verschmiert fein strukturierte Details wie Gräser stärker, ist bei Ray-Tracing-Effekten aber weitaus stabiler.
HDR ist sehr gut gelungen, aber ihr müsst nachtunen
Auf einem OLED-Fernseher gefällt mir die HDR-Implementierung von Crimson Desert richtig gut und sie überzeugt auch in meinen Messungen:
- das Bild ist kontrastreich, da hervorragende Schwarzwerte erzielt werden
- grelle Highlights wie Wolken, Fackeln und Funken werde klasse herausgearbeitet und zeigen viele Farbdetails
- es wird das gesamte Helligkeitsspektrum genutzt
Aber: Je nach Bildschirm kann es sein, dass die Bildausgabe ausblasst. Die Belichtung habe ich in den HDR-Einstellungen daher beispielsweise direkt auf 42 runtergestellt, damit Schatten mehr Tiefe erhalten und der generell sehr grelle Look ein bisschen ausgewogener wirkt.
Zudem verstellt sich bei der Spitzenhelligkeit zum Teil auch die durchnittliche Helligkeit des Bildes. In diesem Beispiel habe ich die maximale Helligkeit von 800 auf 1600 Nits gestellt und die gesamte Optik ist dadurch heller geworden:
Neben der Belichtung kann es sich also auch lohnen, die Spitzenhelligkeit ein Stück nach unten zu drehen, um der grellen HDR-Ausgabe entgegenzuwirken, auch wenn das Kalibrierungsmenü etwas anderes sagt und ihr ein paar hundert Nits in der Spitze auf diese Weise verliert.
Mein Fazit
Crimson Desert ist zweifelsohne ein grafisch beeindruckendes Open World-Erlebnis. An der stimmig ausgeleuchteten, lebendigen Spielwelt kann ich mich kaum satt sehen und ich freue mich quasi über jedes noch so kleine Detail, das ich entdecke.
Wirklich gestört haben mich eigentlich nur die flimmerigen Kanten an den Texturen, der wirklich grottige Leistungsmodus auf den Basiskonsolen und so einige PSSR-Ungereimtheiten auf der PS5 Pro.
Und dass erstmal ein paar Handgriffe in den Einstellungen notwendig sind, um das wirklich bestmögliche Resultat herauszuholen. Da hätte sich Pearl Abyss ruhig ein bisschen geschickter anstellen können!
Ich kann also vollauf nachvollziehen, dass das Spiel je nach Betrachtungsweise nicht gut aussehen kann oder sogar enttäuscht. Habt ihr aber das optimale Setup für euch gefunden, ist Crimson Desert meiner Meinung nach auch auf den Konsolen ein Augenschmaus, wenn auch mit kleinen Mängeln.
Was sagt ihr? Gefällt euch die Optik von Crimson Desert oder überwiegen für euch die Probleme? Seid ihr überhaupt auf Probleme gestoßen?
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