Die PS5 Pro kostet nicht gerade wenig Geld. Daher waren meine Erwartungen an die Luxus-Konsole auch ziemlich hoch. Zum Launch wurde ich aber enttäuscht, was vor allem an dem exklusiven PSSR-Upscaler lag. Denn in den ersten Versionen sorgte er für störende Bildprobleme. Diese werden jetzt mit einem entscheidenden System-Update angegangen und Sony geht sogar darüber hinaus.
Sony geht die größten Kritikpunkte von PSSR an
Systemarchitekt Mark Cerny hat das Konzept der PS5 Pro folgendermaßen beschrieben: Sie soll uns die Wahl abnehmen, ob wir lieber im Qualitäts- oder im Leistungsmodus zocken. Soll heißen, dass die Pro eigentlich die bestmögliche Grafik bei flüssigen 60 fps auf den TV zaubern soll.
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PS5 Pro im Technik-Check: Für wen lohnt sie sich?
Mit der Framerate hat das auch mehr oder weniger geklappt, als große Baustelle erwies sich aber bereits sehr früh der Pro-eigene KI-Skalierer PSSR. Ähnlich wie zuvor auch DLSS von Nvidia, wurde die Technik im frühen Stadium von massiven Grafik-Problemen in etlichen Spielen geplagt.
Ein aktuelles Beispiel dafür ist Silent Hill f, in dem Ray-Tracing-Schatten aufgrund des Skalierers waberten und flackerten:
So richtig haute es also nicht hin, dass auf der PS5 Pro automatisch jedes Spiel besser aussieht. Cerny machte uns aber auch noch ein weiteres Versprechen: Dass sich PSSR mit der Zeit deutlich verbessert und kontinuierlich daran geschraubt wird.
Das erste Ergebnis dieser Bemühungen – und der von AMD – ist das neue PSSR. Und das stellt sich in meiner Analyse als gewaltiger Fortschritt heraus!
PSSR 2 wischt mit dem Vorgänger den Boden auf
Ich habe mir zum PSSR 2-Launch fünf Titel geschnappt, die keinen speziellen Patch von ihren jeweiligen Entwickler*innen erhalten haben. Stattdessen habe ich die Spiele per Systemeinstellung von PSSR 1 auf PSSR 2 gebracht.
Somit konnte ich eventuelle Nachbesserungen durch die Studios vermeiden und mich rein auf die beiden Skalierer fokussieren.
Der für mich größte Unterschied hat sich dann direkt in F1 24 gezeigt. Rennspiele litten mit PSSR 1 aufgrund ihres hohen Tempos und den vielen kleinen Details auf den Rennstrecken stets unter einem störenden Flimmern an Zäunen und Kabeln sowie unter einer nervigen Unschärfe am Streckenrand.
PSSR 2 bewältigt die Aufgabe jetzt in vielerlei Hinsicht weitaus besser:
- Objektkanten werden deutlich besser geglättet
- dünne Bildelemente erscheinen ausdefinierter
- kleine Details bleiben auf Distanz viel besser erhalten
Bei einem Flug über die Strecke in China habe ich weit in die Distanz gezoomt. Mit PSSR 2 ist das gesamte Bild schärfer, außerdem sind Schriftzüge sehr gut erkennbar, genau wie die Scheiben in den parkenden Autos links und auch die Tribüne rechts ist viel klarer sichtbar.
- Texturen werden sehr scharf dargestellt
- schnelle Kamerafahrten zeichnen die Umgebung nicht mehr weich
Hin und wieder habe ich zwar ein paar verschwommene Metallstreben am Streckenrand erkennen können, und auch das Flimmern an Kabeln und Zäunen ist nicht ganz verschwunden. Die Skalierungsartefakte fallen aber längst nicht mehr so stark ins Auge wie noch mit PSSR 1.
Weiter ging es mit Star Wars Outlaws, das berüchtigt für seine Skalierungsprobleme ist. Auch hier habe ich die Stärken von PSSR 2 erkennen können:
- Kanten sind besser geglättet
- dünne Schattenwürfe flimmern weniger
- Gitter verpixeln bei Kameradrehungen nicht so stark
- Haare werden etwas weniger grob dargestellt
- Kabel und andere dünne Bildelemente sind ausdefinierter
- um Kay herum ist kein unnatürlicher Schein mehr zu erkennen
- Reflexionen schimmern weniger stark
- Gräser und Farne werden schärfer dargestellt
- transparente Effekte wie Neonanzeigen verpixeln nicht mehr
- es gibt keinen Moiré-Effekt bei Gittermustern mehr
Soweit so gut, allerdings ist mir bei Outlaws auch ein ärgerlicher Rückschritt aufgefallen. Als ich mich in einem sumpfigen Gebiet extra-galaktischen Seerosen genähert habe, haben diese angefangen, sehr stark zu flackern, während ich PSSR 2 aktiviert hatte:
0:17
Auf einmal flackern mit PSSR 2 Pflanzen auf den Wasseroberflächen von Star Wars Outlaws sehr stark
Diesen Bildfehler gab es zuvor auch mit PSSR 1, nur war er dort bei weitem nicht so auffällig. Für mich sieht das nach einem Problem vom Skalierer aus, statt vom Spiel selbst, genau sagen lässt es sich aber nicht.
Von dieser einen Sache abgesehen, habe ich jedoch keine weiteren Regressionen entdecken können.
Zumindest abgesehen von der Tatsache, dass der Upscaler jetzt auch weniger schöne Effekte nachschärft, so wie in hier beispielsweise in Stellar Blade. In der Reflexion am Strand sind auf einmal bröselige Farbverläufe viel deutlicher zu erkennen:
Aber gut, dafür kann Sony wenig, so sehen manche Effekte in heutigen Spielen nun einmal aus. Rechne ich diesen kleinen Makel heraus, profitiert aber auch das Action-Spiel von PSSR 2, was eine solide Leistung ist, immerhin gehörte dessen PSSR-Implementierung zu den bislang besten.
Mit PSSR 2 gibt es jetzt:
- weniger Geflacker bei Szenen mit Tiefenschärfe
- besser ausdefinierte, schmale Bildelemente
- weitaus besser erkennbare Haarsträhnen
Tachys Haarsträhnen werden mit PSSR 2 allesamt klar aufgelöst, mit PSSR 1 erscheinen sie hingegen stellenweise verwaschen.
- feiner aufgelöste Details auf großer Distanz
- schärfer dargestellte Palmen und Büsche
Den Punkt mit der Vegetation kann ich auch 1 zu 1 auf Kingdom Come: Deliverance 2 übertragen, in dem Gräser und Blumen bei Kameraschwenks klar erkennbar bleiben und nicht unscharf gezeichnet werden. Hier gut zu erkennen an den Blumen und Büschen direkt an der oberen Kante der Mauer:
0:53
Die Vegetation in KCD 2 gewinnt mit PSSR 2 deutlich an Schärfe und wird nicht mehr so stark weichgezeichnet
Außerdem wird fernes Blattwerk viel schärfer dargestellt, Blätter werden nach außen hin also nicht mehr weichgezeichnet und somit unscharf.
In der Nahaufnahme wird deutlich, dass mit PSSR 2 an dem weit entfernten Baum (waren locker 200 Meter Distanz) Blätter vor allem an den Rändern feiner dargestellt werden und nicht mehr so "blockig" wirken.
Das habe ich dann zum Abschluss auch noch in Hogwarts Legacy verifizieren können, auch hier wird die Vegetation mit weniger Bildstörungen gezeigt. Darüber hinaus schimmern Ray-Tracing-Reflexionen etwas weniger und entfernte Texturen werden vor allem in Bewegung schärfer dargestellt.
Zugegebenermaßen hatte das Harry Potter-RPG aber auch nur wenige Probleme mit PSSR 1, der Sprung war in dem Fall also am geringsten.
PSSR 2 behebt noch viele weitere Probleme
Mittlerweile gibt es über 100 Spiele mit PSSR-Support und eine der schlechtesten Darstellungen haben wir in Star Wars Jedi: Survivor gesehen. Selbst nach mehreren Patches litt das Spiel unter wabernden Schatten, vor allem unterhalb von Gräsern. PSSR 2 macht endlich Schluss damit, wie dieses Video ab Minute 1:50 zeigt:
Link zum YouTube-Inhalt
Und auch das zuvor erwähnte Silent Hill f ist jetzt endlich flimmerfrei, wie Digital Foundry berichtet. Sony hat sich also so gut wie allen Schwierigkeiten von PSSR 1 angenommen und liefert mit PSSR 2 ein viel saubereres Bild in bisher allen getesteten Spielen.
Mein Fazit
Mit PSSR 2 erfüllt die PS5 Pro endlich das Versprechen, das Sony zuvor gegeben hat: Jedes Spiel sieht auf der Premium-Konsole jetzt besser aus als auf der Basis-PS5. Ein Großteil der technischen Probleme des Vorgängerskalierers wurden beseitigt und zusätzlich gibt auch noch ein spürbares Schärfe-Upgrade.
Mir fällt es daher jetzt auch viel leichter, die Konsole allen PlayStation-Enthusiasten zu empfehlen, die das Maximum aus ihrem TV-Setup herausholen wollen. Sony ruht sich aber hoffentlich nicht auf dem Resultat aus, sondern entwickelt PSSR weiter. Ein paar Details gibt es nämlich noch zu verbessern und das passiert dann hoffentlich mit PSSR 3.
Überzeugt euch PSSR 2 zum Pro-Kauf? Falls ihr bereits eine habt: Ist PSSR für euch ein entscheidender Faktor?
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